Berliner Boersenzeitung - Polizeibeauftragter kritisiert Belastung an Grenzen - Vorwürfe wegen Racial Profiling

EUR -
AED 4.240257
AFN 73.32143
ALL 96.053795
AMD 433.817139
ANG 2.066822
AOA 1058.764604
ARS 1599.696819
AUD 1.675026
AWG 2.078272
AZN 1.967396
BAM 1.955877
BBD 2.317892
BDT 141.205579
BGN 1.973561
BHD 0.434817
BIF 3418.53506
BMD 1.154596
BND 1.481959
BOB 7.981315
BRL 6.067751
BSD 1.150845
BTN 109.078309
BWP 15.865627
BYN 3.425635
BYR 22630.074075
BZD 2.314491
CAD 1.604715
CDF 2635.36902
CHF 0.917923
CLF 0.027055
CLP 1068.301597
CNY 7.980392
CNH 7.989998
COP 4229.267091
CRC 534.421114
CUC 1.154596
CUP 30.596784
CVE 110.269357
CZK 24.603629
DJF 204.928096
DKK 7.496448
DOP 68.502706
DZD 153.573067
EGP 60.780401
ERN 17.318934
ETB 177.904429
FJD 2.606389
FKP 0.868614
GBP 0.866456
GEL 3.094767
GGP 0.868614
GHS 12.609498
GIP 0.868614
GMD 84.867224
GNF 10090.398654
GTQ 8.807348
GYD 240.899518
HKD 9.036039
HNL 30.555207
HRK 7.557064
HTG 150.85596
HUF 390.276858
IDR 19617.503194
ILS 3.622683
IMP 0.868614
INR 109.51363
IQD 1507.559561
IRR 1516272.693223
ISK 144.047794
JEP 0.868614
JMD 181.147157
JOD 0.818654
JPY 185.066713
KES 149.485906
KGS 100.96983
KHR 4609.182101
KMF 494.167328
KPW 1039.005581
KRW 1741.130593
KWD 0.355512
KYD 0.959038
KZT 556.361981
LAK 25029.988892
LBP 103054.87152
LKR 362.514322
LRD 211.168343
LSL 19.761581
LTL 3.409221
LVL 0.698404
LYD 7.34629
MAD 10.755925
MDL 20.213799
MGA 4796.189489
MKD 61.642435
MMK 2427.526343
MNT 4123.646826
MOP 9.285467
MRU 45.949815
MUR 54.000874
MVR 17.838939
MWK 1995.478838
MXN 20.923702
MYR 4.530678
MZN 73.836825
NAD 19.761581
NGN 1597.337286
NIO 42.351673
NOK 11.20288
NPR 174.524895
NZD 2.015881
OMR 0.443458
PAB 1.150845
PEN 4.008858
PGK 4.973196
PHP 69.911197
PKR 321.19049
PLN 4.298271
PYG 7524.297272
QAR 4.195866
RON 5.111746
RSD 117.404638
RUB 93.863708
RWF 1680.566396
SAR 4.33291
SBD 9.285301
SCR 17.363686
SDG 693.912357
SEK 10.938258
SGD 1.49255
SHP 0.866246
SLE 28.345751
SLL 24211.30527
SOS 657.725986
SRD 43.413994
STD 23897.798134
STN 24.500968
SVC 10.069398
SYP 129.111885
SZL 19.759781
THB 37.518628
TJS 10.995934
TMT 4.041085
TND 3.392934
TOP 2.779989
TRY 51.310654
TTD 7.819309
TWD 36.998328
TZS 2969.117305
UAH 50.443693
UGX 4287.169379
USD 1.154596
UYU 46.58184
UZS 14034.554481
VES 540.268027
VND 30409.162038
VUV 138.27014
WST 3.204592
XAF 655.982917
XAG 0.0165
XAU 0.000256
XCD 3.120353
XCG 2.074082
XDR 0.815832
XOF 655.982917
XPF 119.331742
YER 275.490657
ZAR 19.766689
ZMK 10392.750198
ZMW 21.663856
ZWL 371.779317
  • Goldpreis

    115.3000

    4524.3

    +2.55%

  • SDAX

    -288.4000

    16338.41

    -1.77%

  • EUR/USD

    -0.0029

    1.151

    -0.25%

  • Euro STOXX 50

    -60.1300

    5505.8

    -1.09%

  • TecDAX

    -73.5400

    3349.65

    -2.2%

  • MDAX

    -609.3300

    27655.45

    -2.2%

  • DAX

    -312.2200

    22300.75

    -1.4%

Polizeibeauftragter kritisiert Belastung an Grenzen - Vorwürfe wegen Racial Profiling
Polizeibeauftragter kritisiert Belastung an Grenzen - Vorwürfe wegen Racial Profiling / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Polizeibeauftragter kritisiert Belastung an Grenzen - Vorwürfe wegen Racial Profiling

Der Polizeibeauftragte des Bundes, Uli Grötsch, hat schwierige Einsatzbedingungen für die bei Grenzkontrollen eingesetzten rund 14.000 Beamtinnen und Beamten kritisiert. "Sie leisten Überstunden in Millionenhöhe und sind in einem Ausmaß gefordert, das auf Dauer meiner Auffassung nach aus verschiedenen Gründen nicht leistbar ist", hob Grötsch in seinem am Mittwoch veröffentlichten Tätigkeitsbericht hervor. Weiteres Thema darin sind Vorwürfe wegen Diskriminierung, insbesondere sogenanntes Racial Profiling.

Textgröße:

Die enorme Belastung an den Grenzen wirke sich auch "spürbar auf die reguläre Polizeiarbeit aus, da viele der eingesetzten Kolleg:innen im Regeldienst an anderer Stelle fehlen", warnte der Beauftragte. Er verwies auch auf schlechte Arbeitsbedingungen etwa in "ungeeigneten Aufenthaltscontainern". Ausreichender Schutz vor Witterungseinflüssen fehle teils "ebenso wie eine funktionierende Trinkwasserversorgung". Viele Kontrollen müssten auf dem Standstreifen erfolgen, was "weder in irgendeiner Weise praktikabel noch dauerhaft hinnehmbar ist".

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dazu, Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) sei die Herausforderung durch die Kontrollen bewusst. Zu konkreten Missständen lägen ihm aber keine Erkenntnisse vor.

Im TV-Sender Welt sagte Grötsch, über die Frage der Grenzkontrollen müsse politisch entschieden werden. Eingesetzte Polizistinnen und Polizisten müssten aber "sich sicher sein können, dass sie das Richtige tun". Daher fordere er vor allem mehr Klarheit in Blick auf das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts, dass in einem konkreten Fall Zurückweisungen Asylsuchender an den Grenzen für rechtswidrig erklärt hatte.

Vorwürfe gegen Einsatzkräfte gab es dem Bericht zufolge auch wegen Rassismus, besonders Racial Profiling. Die Zunahme solcher Vorwürfe sei "ein Alarmsignal und nicht hinzunehmen", betonte Grötsch. Häufig gehe es um Kontrollsituationen, wo "Betroffene die schmerzliche Erfahrung machen, als einzige Fahrgäste allein unter den Augen aller übrigen Fahrgäste aufgrund ihres physischen Erscheinungsbildes kontrolliert zu werden".

"Es wird aus den von mir bei der Bundespolizei erbetenen Stellungnahmen deutlich, dass die Bundespolizei Kontrollsituationen nicht als Racial Profiling bewertet, von den Betroffenen diese aber vielfach als solches empfunden wird - und zwar aus meiner Sicht zurecht", schrieb Grötsch dazu weiter. Der Beauftragte mahnte deswegen eine stärkere Evaluierung und verbesserte Sensibilisierung der Polizeibeschäftigten an.

Grötsch räumte ein, dass es hier besonders bei Grenzkontrollen eine schwierige Situation gebe, da diese sich gegen illegale Migration richten sollten, "die eben oftmals aus afrikanischen Staaten oder aus Staaten des Nahen- und Mittleren Ostens kommt". Für die Einsatzkräfte bedeute dies mit Blick auf Racial Profiling einen "nur schwer zu vollziehenden Spagat".

Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, erklärte dazu: Der Bericht zeige, "dass Racial Profiling an den deutschen Grenzen ein ernsthaftes Problem ist". Sie forderte mehr Transparenz und Gegenmaßnahmen wie etwa das Ausstellen von Kontrollquittungen.

Zur Debatte um Rechtsextremismus in der Polizei verwies der Polizeibeauftragte auf diesbezügliche Angaben im Bericht des Verfassungsschutzes. "Die Zahlen mögen auf den ersten Blick, gemessen an der Beschäftigtenzahl, niedrig erscheinen, doch für mich ist jeder einzelne Fall einer zu viel und untergräbt das Vertrauen der Bürger:innen in die Polizei", schrieb Grötsch dazu. Sein Bericht zeige aber auch, "dass die Polizeibehörden des Bundes das Problem ernst nehmen und konsequent gegen Fehlverhalten vorgehen".

Mit Blick auf Vorwürfe wegen unangemessener Polizeigewalt konnte Grötsch in seinem Bericht, "keine Anhaltspunkte zu strukturellen Mängeln" feststellen. Generell Verbesserungsbedarf sieht der Beauftragte bei der Fehlerkultur in der Polizei: Nur selten würden in Stellungnahmen eigene Fehler anerkannt. Unangemessene Reaktionen nach dem Motto "Stell Dich nicht so an" habe es in einigen Fällen beim Umgang mit Anzeigen wegen sexueller Belästigung gegeben.

Das Amts des Polizeibeauftragten des Bundes war 2024 geschaffen worden. Der nun vorgelegte Bericht, der den Zeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 umfasst, ist damit der erste dieser Art. Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic, deren Fraktion sich besonders für die Einrichtung des Amts eingesetzt hatte, begrüßte den Bericht als "bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Polizeiarbeit".

(U.Gruber--BBZ)