Berliner Boersenzeitung - Urteil in München: Sechs Jahre Haft für russische Sabotagepläne in Deutschland

EUR -
AED 4.259955
AFN 75.974392
ALL 92.934645
AMD 423.502891
ANG 2.076077
AOA 1064.843662
ARS 1725.755112
AUD 1.628872
AWG 2.089378
AZN 1.976499
BAM 1.959204
BBD 2.33141
BDT 142.096864
BGN 1.967717
BHD 0.436555
BIF 3460.522451
BMD 1.15996
BND 1.480634
BOB 13.491206
BRL 6.050123
BSD 1.157526
BTN 110.396225
BWP 15.595093
BYN 3.520613
BYR 22735.219795
BZD 2.328104
CAD 1.607258
CDF 2636.589862
CHF 0.938448
CLF 0.026941
CLP 1060.319165
CNY 7.821846
CNH 7.816746
COP 3624.759609
CRC 520.800294
CUC 1.15996
CUP 30.738945
CVE 110.455942
CZK 24.215619
DJF 206.134562
DKK 7.475276
DOP 67.75713
DZD 153.948721
EGP 58.286758
ERN 17.399403
ETB 187.247612
FJD 2.553942
FKP 0.857207
GBP 0.855662
GEL 3.027802
GGP 0.857207
GHS 12.675913
GIP 0.857207
GMD 85.260998
GNF 10168.402535
GTQ 8.831658
GYD 242.138579
HKD 9.099412
HNL 31.03017
HRK 7.534408
HTG 151.409127
HUF 362.26251
IDR 20648.567403
ILS 3.419216
IMP 0.857207
INR 110.897704
IQD 1516.395208
IRR 1594466.779491
ISK 142.214602
JEP 0.857207
JMD 183.313729
JOD 0.822447
JPY 184.595482
KES 150.272676
KGS 101.438693
KHR 4684.056829
KMF 495.302681
KPW 1043.964515
KRW 1636.373249
KWD 0.358021
KYD 0.964651
KZT 537.129261
LAK 26125.938012
LBP 103652.839716
LKR 385.192552
LRD 210.088686
LSL 18.726911
LTL 3.425061
LVL 0.701648
LYD 7.370678
MAD 10.73656
MDL 20.071139
MGA 4983.658087
MKD 61.596433
MMK 2435.66965
MNT 4171.392224
MOP 9.356213
MRU 46.488363
MUR 54.437078
MVR 17.921542
MWK 2007.287251
MXN 19.726822
MYR 4.705612
MZN 74.132986
NAD 18.72675
NGN 1575.667053
NIO 42.603832
NOK 10.915515
NPR 176.637974
NZD 1.959011
OMR 0.446012
PAB 1.157591
PEN 3.904316
PGK 5.199967
PHP 71.348577
PKR 321.519575
PLN 4.307686
PYG 6947.950847
QAR 4.219895
RON 5.240931
RSD 117.39255
RUB 98.708832
RWF 1702.213223
SAR 4.345775
SBD 9.336036
SCR 16.086232
SDG 696.556813
SEK 11.008852
SGD 1.479923
SHP 0.859375
SLE 28.421968
SLL 24323.784383
SOS 661.532168
SRD 44.048911
STD 24008.834058
STN 24.54232
SVC 10.128334
SYP 15081.802329
SZL 18.72453
THB 38.272307
TJS 10.69018
TMT 4.07146
TND 3.393733
TOP 2.792906
TRY 55.561161
TTD 7.84249
TWD 36.895902
TZS 3073.892177
UAH 51.784665
UGX 4300.434051
USD 1.15996
UYU 46.380176
UZS 13780.703548
VES 893.295899
VND 30396.756874
VUV 136.096358
WST 3.171901
XAF 657.081551
XAG 0.017701
XAU 0.000264
XCD 3.134851
XCG 2.08617
XDR 0.820152
XOF 657.087225
XPF 119.331742
YER 275.13883
ZAR 18.75952
ZMK 10440.977973
ZMW 21.877631
ZWL 373.506709
  • DAX

    10.4700

    26450.78

    +0.04%

  • SDAX

    -55.1600

    18578.35

    -0.3%

  • TecDAX

    -13.2100

    4092.66

    -0.32%

  • MDAX

    14.1600

    32478.55

    +0.04%

  • Goldpreis

    19.1000

    4456.4

    +0.43%

  • Euro STOXX 50

    20.6100

    6560.2

    +0.31%

  • EUR/USD

    0.0019

    1.1592

    +0.16%

Urteil in München: Sechs Jahre Haft für russische Sabotagepläne in Deutschland
Urteil in München: Sechs Jahre Haft für russische Sabotagepläne in Deutschland / Foto: Michaela STACHE - AFP

Urteil in München: Sechs Jahre Haft für russische Sabotagepläne in Deutschland

Er spähte im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg für Russland in Deutschland Militärtransporte aus und plante die Sabotage von Bahnstrecken: Das Oberlandesgericht München hat am Donnerstag den Russlanddeutschen Dieter S. deshalb zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei von ihm als Informanten genutzte andere Russlanddeutsche, Alexander J. und Alexander D., bekamen Bewährungsstrafen von zwölf Monaten sowie sechs Monaten. Zu konkreten Sabotageakten kam es nicht, die Männer flogen vorher auf.

Textgröße:

Der Vorsitzende Richter Jochen Bösl zeigte sich nach der Beweisaufnahme davon überzeugt, dass die Anklage der Bundesanwaltschaft gegen S. "im Wesentlichen" zutreffend ist. Dementsprechend hielt Bösl auch die Verbindung von S. zu offiziellen Stellen in Russland für bestätigt: Er hatte demnach als Kämpfer für die prorussischen Separatisten der sogenannten Volksrepublik Donezk in der Ostukraine im Jahr 2015 guten Kontakt zu seinem Kommandanten Akra A..

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland habe S. in einer Phase privater Probleme mit Trennung, Geldnöten und Jobproblemen im Jahr 2023 zu diesem Kommandanten wieder Kontakt aufgenommen und ihm für Geld eine Zusammenarbeit als Spion und Saboteur angeboten.

Sein Kommandeur Akra A., der auch aktuell eine Brigade in der Ostukraine führen soll, sei auch in einen russischen Geheimdienst eingebunden. A. habe den als Kind von Spätaussiedlern im Jugendalter nach Deutschland gekommenen S. beauftragt, Informationen zu beschaffen. Es ging um Bahnstrecken, die für den Transport von Militärgütern in die Ukraine genutzt werden, sowie Ölraffinerien und den US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr. "Er sollte diese Informationen beschaffen mit dem Ziel, Sabotageakte auszuführen", sagte der Richter.

S. habe dem Auftrag entsprechende Informationen besorgt, Fotos und Videos gemacht. Er habe auch Planungen für Sabotageakte auf Bahnstrecken begonnen, die für den Transport von Militärgütern in die Ukraine genutzt werden. Gemeinsames Ziel des in Russland lebenden Kommandanten und von S. sei gewesen, durch Sabotage die deutsche Wirtschaft zu stören, das Sicherheitsgefühl in Deutschland zu beeinträchtigen und den Deutschen auf diese Weise die Konsequenzen ihrer Unterstützung der Ukraine zu zeigen.

"Ganz vereinfacht ausgedrückt: Wenn man Sabotageakte gegen militärische und zivile Infrastruktur ausübt, sollten sich die Menschen in Deutschland Gedanken machen, ob es wirklich so schlau ist, die Ukraine militärisch zu unterstützen", sagte Bösl über die Überlegung der Männer.

Das Gericht verurteilte S. unter anderem wegen geheimdienstlicher Tätigkeit und wegen seiner Zeit als Kämpfer in Donezk auch wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland. Seine Mitangeklagten sprach es wegen Spionage schuldig. Die beiden Männer sollen im Auftrag von S. Informationen besorgt haben. Alle drei Beschuldigten waren als Kinder von Spätaussiedlern zwischen 1998 und 2001 im Jugendalter nach Deutschland gekommen.

Das Gericht blieb mit dem Strafmaß unter der Forderung der Bundesanwaltschaft. Diese hatte für den Hauptangeklagten acht Jahre und acht Monate Haft gefordert, für die beiden Mitangeklagten jeweils ein Jahr Haft auf Bewährung. Die Verteidiger aller drei Angeklagten hatten Freisprüche gefordert. Der Hauptangeklagte S. gab im Prozess an, in Donezk gar nicht gekämpft zu haben. Er habe nur mit Kampfhandlungen geprahlt, weil er "Frauen flachlegen wollte".

S. wurde im April 2024 zusammen mit Alexander J. festgenommen. Kurz davor hatten die Männer eine angebliche Militärproduktion in Franken ausgespäht und einen Bundeswehrtransport im Rahmen einer Nato-Übung gefilmt und die Bilder davon an A. nach Russland geschickt. Zuletzt befand sich nur noch S. in Untersuchungshaft. Das Gericht ordnete für ihn die Fortdauer der Untersuchungshaft an.

(B.Hartmann--BBZ)