Berliner Boersenzeitung - Tankrabatt im Bundestag: Opposition kritisiert wirkungslose Krisenmaßnahme

EUR -
AED 4.328734
AFN 75.435932
ALL 95.488411
AMD 439.149403
ANG 2.10972
AOA 1082.0378
ARS 1601.230604
AUD 1.643014
AWG 2.118549
AZN 2.007229
BAM 1.952463
BBD 2.367953
BDT 144.582878
BGN 1.966176
BHD 0.444706
BIF 3495.614241
BMD 1.17869
BND 1.495781
BOB 8.124114
BRL 5.885087
BSD 1.175691
BTN 109.804322
BWP 15.775572
BYN 3.355565
BYR 23102.331325
BZD 2.364558
CAD 1.618195
CDF 2716.881298
CHF 0.922484
CLF 0.026504
CLP 1043.140561
CNY 8.036606
CNH 8.037395
COP 4265.055757
CRC 539.59603
CUC 1.17869
CUP 31.235295
CVE 110.076856
CZK 24.349413
DJF 209.362157
DKK 7.473845
DOP 70.062626
DZD 155.813486
EGP 61.009337
ERN 17.680356
ETB 183.580752
FJD 2.611269
FKP 0.869029
GBP 0.869783
GEL 3.170449
GGP 0.869029
GHS 12.979815
GIP 0.869029
GMD 87.222841
GNF 10314.632681
GTQ 8.988637
GYD 245.969587
HKD 9.224885
HNL 31.227685
HRK 7.535018
HTG 153.840969
HUF 364.756935
IDR 20206.996291
ILS 3.527939
IMP 0.869029
INR 109.987727
IQD 1540.167534
IRR 1551303.868722
ISK 143.811947
JEP 0.869029
JMD 185.541529
JOD 0.835718
JPY 187.411184
KES 152.285756
KGS 103.076387
KHR 4709.051134
KMF 492.692494
KPW 1060.823725
KRW 1738.780695
KWD 0.363567
KYD 0.979725
KZT 557.766661
LAK 25939.663735
LBP 105528.507093
LKR 370.926011
LRD 216.330247
LSL 19.290928
LTL 3.480367
LVL 0.712978
LYD 7.438286
MAD 10.873116
MDL 20.104637
MGA 4877.828314
MKD 61.657574
MMK 2475.521427
MNT 4215.448535
MOP 9.488582
MRU 46.946352
MUR 54.467566
MVR 18.211033
MWK 2038.68465
MXN 20.34632
MYR 4.66113
MZN 75.38318
NAD 19.290928
NGN 1583.33438
NIO 43.267149
NOK 11.081275
NPR 175.692667
NZD 1.999454
OMR 0.453206
PAB 1.175691
PEN 3.983791
PGK 5.095421
PHP 70.710229
PKR 327.876255
PLN 4.241676
PYG 7514.156748
QAR 4.286773
RON 5.092177
RSD 117.371618
RUB 90.142259
RWF 1721.8082
SAR 4.422046
SBD 9.486787
SCR 16.11421
SDG 708.392601
SEK 10.822859
SGD 1.498546
SHP 0.880011
SLE 29.054675
SLL 24716.543272
SOS 671.971415
SRD 44.11247
STD 24396.510969
STN 24.458817
SVC 10.287417
SYP 130.344748
SZL 19.278376
THB 37.686853
TJS 11.11031
TMT 4.13131
TND 3.413566
TOP 2.838004
TRY 52.74922
TTD 7.98036
TWD 37.217741
TZS 3082.275094
UAH 51.203021
UGX 4344.574222
USD 1.17869
UYU 47.289173
UZS 14331.504487
VES 563.393808
VND 31034.328194
VUV 140.275987
WST 3.218657
XAF 654.857159
XAG 0.014768
XAU 0.000245
XCD 3.18547
XCG 2.118878
XDR 0.814436
XOF 654.837746
XPF 119.331742
YER 281.236693
ZAR 19.30836
ZMK 10609.624914
ZMW 22.543469
ZWL 379.537819
  • MDAX

    273.1900

    31160.27

    +0.88%

  • DAX

    125.1200

    24191.82

    +0.52%

  • Goldpreis

    17.2000

    4840.8

    +0.36%

  • Euro STOXX 50

    20.5600

    5960.9

    +0.34%

  • SDAX

    133.4200

    17957.04

    +0.74%

  • TecDAX

    25.8300

    3628.49

    +0.71%

  • EUR/USD

    -0.0015

    1.1787

    -0.13%

Tankrabatt im Bundestag: Opposition kritisiert wirkungslose Krisenmaßnahme
Tankrabatt im Bundestag: Opposition kritisiert wirkungslose Krisenmaßnahme / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Tankrabatt im Bundestag: Opposition kritisiert wirkungslose Krisenmaßnahme

Wirkliche Entlastung an den Zapfsäulen oder wirkungslose Krisenmaßnahme: Der Bundestag hat am Donnerstag erstmals die umstrittenen Pläne der Regierungskoalition zur vorübergehenden Senkung der Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel wegen der hohen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs debattiert. Die Regierungsfraktionen Union und SPD verteidigten den Tankrabatt. Grüne und Linke warnten davor, dass Mineralölkonzerne die Steuersenkung nicht vollständig weitergeben könnten. Die AfD forderte stattdessen eine deutliche Erhöhung der Pendlerpauschale.

Textgröße:

Am Montag hatten die Spitzen der schwarz-roten Koalition Entlastungen wegen der Energiekrise durch den Iran-Krieg vorgestellt. Neben der Möglichkeit für Arbeitgeber, eine steuer- und abgabenfreien Prämie von 1000 Euro zu zahlen, gehört dazu der Tankrabatt. Vorgesehen ist, ab dem 1. Mai für zwei Monate die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel um jeweils 17 Cent je Liter zu senken.

Dies sei "eine gute Maßnahme, weil sie schnell wirkt", sagte die SPD-Abgeordnete Wiebke Esdar im Parlament. Sie sei auch "gerecht, weil sie genau dort entlastet, wo die Preise in den letzten Wochen so in die Höhe geschnellt sind". Durch eine Verschärfung des Kartellrechts sei sichergestellt, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung auch wirklich an die Verbraucher weitergeben müssten.

Die schwarz-rote Koalition sende mit dem Tankrabatt "zielgerichtet ein Entlastungssignal" an Berufspendler und das Transport- und Speditionsgewerbe, sagte der CDU-Abgeordnete Mathias Middelberg. Er räumte gleichzeitig ein: "Es ist keine volle Entlastung, es ist nur eine Unterstützung. Wir können nicht gegen alle Risiken absichern".

Die AfD warf der Regierung vor, sie selbst profitiere über höhere Steuereinnahmen am stärksten von der Verteuerung an der Zapfsäule. "Sie kassieren mehr als die Hälfte an der Tanke ab", sagte der Abgeordnete Kay Gottschalk. Die AfD fordert die Erhöhung der Pendlerpauschale für Autofahrer auf 50 Cent je Kilometer sowie eine Abschaffung der CO2-Steuer.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge nannte die Neuauflage des schon von der Ampel-Koalition genutzten Tankrabatts "eine Schnapsidee". Mineralölkonzerne würden dies erneut nutzen, um bei den Verbrauchern "abzukassieren". Die Grünen forderten deshalb eine Übergewinnsteuer, um Sondergewinne der Ölkonzerne in der Krise abzuschöpfen. Dröge forderte die Regierung auf, statt des Tankrabatts Geld direkt über einen Auszahlungsmechanismus an unterstützungsberdürftige Bürgerinnen und Bürger zu zahlen.

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek bezeichnete die Entlastungspläne der Regierung als "grottenschlecht". Auch sie forderte eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne, "um diese Spirale der Gier zu durchbrechen". Wirksamer als der Tankrabatt seien aus Sicht der Linken zudem ein "Energiekrisengeld", die Wiedereinführung des Neun-Euro-Tickets im Nahverkehr und die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.

Die Entlastung durch den Tankrabatt wird laut Bundesfinanzministerium Steuerausfälle von 1,6 Milliarden Euro verursachen. Laut einer Studie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen würde die Steuersenkung aber vor allem Gutverdiener entlasten, da diese im Schnitt mehr Kraftstoff verbrauchen.

Nach Simulationen der Aachener Forscher würden die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte für den gesamten Zeitraum um 21,64 Euro entlastet, berichtete der "Spiegel" am Donnerstag vorab aus der Studie. Am stärksten würden höhere bis hohe Einkommen mit bis 31,06 Euro profitieren. Die zehn Prozent der einkommensschwächsten Haushalte kämen hingegen nur auf 6,48 Euro Entlastung.

Der Bundestag wird sich schon kommende Woche abschließend mit dem Entlastungsgesetz befassen. Damit dieses zum 1. Mai in Kraft treten kann, muss der Bundesrat eine Sondersitzung am 24. April ansetzen. Dies gilt als wahrscheinlich, eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Auch wenn der Zeitplan eingehalten wird, dürfte Sprit ab dem 1. Mai nicht sofort überall billiger werden. Grund ist, dass die Besteuerung in den Tanklagern erfolgt, die dem Verbrauch durch die Endkunden "weit vorgelagert" ist, wie es im Gesetzentwurf heißt. Dies könne "dazu führen, dass Kraftstoff, der in den ersten Tagen nach der Steuersenkung verkauft wird, noch mit dem originären Steuersatz versteuert worden ist."

(L.Kaufmann--BBZ)