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Die CDU-Politikerin Gitta Connemann hat die Kirchen für ihre ablehnende Haltung zur Widerspruchslösung bei der Organspende kritisiert. "Das kann ich nicht verstehen - ich akzeptiere es auch nicht", sagte die Christdemokratin dem "Stern" laut Vorabmeldung vom Dienstag. "Jetzt ist Schluss mit Abwarten und Verdrängen." Die Organspende müsse freiwillig bleiben - es sei den Menschen aber zuzumuten, eine Entscheidung dafür oder dagegen zu treffen, sagte sie.
Die CDU-Wirtschaftspolitikerin gehört zu einer fraktionsübergreifenden Gruppe, die im Bundestag für die Einführung der so genannten Widerspruchslösung wirbt. Derzeit gilt der Grundsatz, dass Spenderorgane nach dem Tod eines Menschen nur entnommen werden können, wenn eine ausdrückliche Zustimmung dafür vorliegt. Die Befürworter einer Widerspruchslösung wollen hingegen erreichen, dass künftig grundsätzlich jeder geschäftsfähige Erwachsene als Organspender in Frage kommt. Wer das nicht will, muss seinen Widerspruch dokumentieren - etwa im neuen Organspenderegister.
Die evangelische und die katholische Kirche lehnen die Widerspruchslösung ausdrücklich ab. Connemann verwies darauf, dass in den meisten EU-Staaten bereits die Widerspruchslösung gelte und auch deutsche Urlauber ungefragt zum Spender werden könnten: "Sollten Sie in Spanien, in Kroatien, in den Niederlanden schwer verunglücken, sind Sie automatisch Organspender, sofern sie keinen anderen Willen hinterlegt haben", sagte die CDU-Politikerin.
(T.Burkhard--BBZ)