Berliner Boersenzeitung - Europäischer Gerichtshof erklärt Rechtsstaatsmechanismus für rechtens

EUR -
AED 3.917207
AFN 76.404407
ALL 101.521982
AMD 421.425862
ANG 1.917145
AOA 893.306846
ARS 927.183226
AUD 1.657548
AWG 1.919938
AZN 1.809151
BAM 1.959248
BBD 2.147822
BDT 116.975883
BGN 1.955794
BHD 0.401978
BIF 3047.83514
BMD 1.066632
BND 1.449731
BOB 7.380922
BRL 5.582969
BSD 1.063703
BTN 88.99734
BWP 14.702275
BYN 3.480688
BYR 20905.993461
BZD 2.144223
CAD 1.469131
CDF 2975.904554
CHF 0.97151
CLF 0.037841
CLP 1044.158849
CNY 7.720603
CNH 7.728189
COP 4151.492982
CRC 532.991226
CUC 1.066632
CUP 28.265756
CVE 110.459413
CZK 25.25145
DJF 189.424894
DKK 7.461392
DOP 62.877168
DZD 143.747227
EGP 51.736785
ERN 15.999485
ETB 60.524248
FJD 2.424773
FKP 0.856252
GBP 0.856741
GEL 2.83728
GGP 0.856252
GHS 14.335096
GIP 0.856252
GMD 72.477546
GNF 9144.305272
GTQ 8.289512
GYD 223.150663
HKD 8.351939
HNL 26.356306
HRK 7.551928
HTG 140.993869
HUF 392.990176
IDR 17326.375397
ILS 4.040835
IMP 0.856252
INR 89.166036
IQD 1393.441751
IRR 44865.220252
ISK 150.309719
JEP 0.856252
JMD 165.389348
JOD 0.755925
JPY 164.682691
KES 141.329037
KGS 94.935718
KHR 4302.202666
KMF 494.487568
KPW 959.969461
KRW 1472.763208
KWD 0.328672
KYD 0.886436
KZT 477.671472
LAK 22630.805799
LBP 95257.738811
LKR 321.240464
LRD 206.180683
LSL 20.37001
LTL 3.149488
LVL 0.645195
LYD 5.191038
MAD 10.818139
MDL 19.008655
MGA 4667.135033
MKD 61.580205
MMK 2233.786009
MNT 3679.881871
MOP 8.59655
MRU 42.31862
MUR 49.647315
MVR 16.479543
MWK 1843.858275
MXN 18.100548
MYR 5.108131
MZN 67.732071
NAD 20.286954
NGN 1216.643277
NIO 39.152744
NOK 11.746411
NPR 142.39194
NZD 1.805148
OMR 0.410598
PAB 1.065781
PEN 4.01012
PGK 4.038537
PHP 61.006038
PKR 296.115221
PLN 4.338367
PYG 7872.614765
QAR 3.883073
RON 4.975627
RSD 117.129074
RUB 100.423425
RWF 1371.145883
SAR 4.001083
SBD 9.039906
SCR 14.41522
SDG 625.04622
SEK 11.676208
SGD 1.451324
SHP 1.347636
SLE 24.369672
SLL 22366.750331
SOS 609.583438
SRD 37.092673
STD 22077.13549
SVC 9.307275
SYP 2679.946096
SZL 20.243248
THB 39.240968
TJS 11.643784
TMT 3.738546
TND 3.373779
TOP 2.553464
TRY 34.638223
TTD 7.222661
TWD 34.508746
TZS 2749.690396
UAH 42.061205
UGX 4066.156613
USD 1.066632
UYU 41.462977
UZS 13524.897641
VEF 3863931.612074
VES 38.658557
VND 27097.794075
VUV 126.632762
WST 2.990419
XAF 655.835453
XAG 0.037786
XAU 0.00045
XCD 2.882627
XDR 0.80825
XOF 655.835453
XPF 119.331742
YER 267.031416
ZAR 20.248413
ZMK 9600.957844
ZMW 26.886269
ZWL 343.455172
  • EUR/USD

    -0.0005

    1.067

    -0.05%

  • DAX

    3.7900

    17770.02

    +0.02%

  • Euro STOXX 50

    -2.8600

    4914.13

    -0.06%

  • MDAX

    -47.1100

    25926.74

    -0.18%

  • SDAX

    -10.9400

    13998.35

    -0.08%

  • TecDAX

    -35.1600

    3257.06

    -1.08%

  • Goldpreis

    -5.1000

    2383.3

    -0.21%

Europäischer Gerichtshof erklärt Rechtsstaatsmechanismus für rechtens
Europäischer Gerichtshof erklärt Rechtsstaatsmechanismus für rechtens

Europäischer Gerichtshof erklärt Rechtsstaatsmechanismus für rechtens

Polen und Ungarn müssen womöglich mit der Kürzung von Mitteln aus dem EU-Haushalt rechnen: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wies die Klagen der beiden Länder gegen den EU-Rechtsstaatsmechanismus am Mittwoch ab. Die Regelung sei auf einer geeigneten Rechtsgrundlage erlassen worden, urteilte der in Luxemburg ansässige EuGH. Das 2021 eingeführte Instrument sieht die Möglichkeit vor, bei Rechtsstaatsverstößen EU-Gelder zu kürzen. (Az. C-156/21 und C-157/21)

Textgröße:

Konkret können Zahlungen aus dem gemeinsamen Haushalt reduziert oder Mittel aus dem Strukturfonds eingefroren werden. Möglich sind solche Sanktionen, wenn Mitgliedstaaten gegen rechtsstaatliche Grundwerte wie die Unabhängigkeit der Justiz verstoßen und sich die Verstöße negativ auf die finanziellen Interessen der EU auswirken.

Der Rechtsstaatsmechanismus war bereits zu Beginn des vergangenen Jahres in Kraft getreten, wurde aber noch nicht angewendet. Die Mitgliedstaaten hatten sich darauf geeinigt, die EuGH-Entscheidung abzuwarten. Auch die EU-Kommission wartete darauf. Das Europaparlament dagegen warf der Kommission Untätigkeit vor und verklagte sie im Oktober sogar deswegen.

Die Regierungen von Polen und Ungarn stehen seit Langem wegen rechtsstaatlicher Verfehlungen in der Kritik. Brüssel befürchtet, dass der Rechtsstaat in beiden Ländern erodiert. Warschau und Budapest waren von Anfang an gegen den Mechanismus und klagten dagegen, sie wollten ihn vom EuGH für nichtig erklären lassen.

Damit hatten sie nun aber keinen Erfolg: Der Gerichtshof urteilte, dass der Rechtsstaatsmechanismus mit dem EU-Vertrag vereinbar sei und in den Zuständigkeitsbereich der EU falle. Ziel sei es, den EU-Haushalt vor Beeinträchtigungen wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit zu schützen - und nicht etwa, derartige Verstöße als solche zu ahnden.

Der EuGH wies darauf hin, dass das gegenseitige Vertrauen zwischen den Mitgliedstaaten die Achtung gemeinsamer Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Solidarität voraussetze. Der Haushalt sei eines der wichtigsten Instrumente, um diese Solidarität praktisch umzusetzen. Wenn ein Mitgliedstaat gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstoße, sei zudem nicht mehr gewährleistet, dass die Ausgaben den von der EU verfolgten Zielen entsprächen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die EuGH-Entscheidung. Sie kündigte für die kommenden Wochen Leitlinien für die Umsetzung des Mechanismus an. Wo die Bedingungen erfüllt seien, werde entschlossen gehandelt, erklärte von der Leyen.

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola teilte mit, das Parlament erwarte nun von der Kommission, dass der Mechanismus schnell in Gang gesetzt werde. Auch der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, forderte rasches Handeln der EU-Kommission. Weber forderte in einem AFP-Interview, dass gegebenenfalls bereits in den kommenden Tagen "Schritte eingeleitet" und "konkrete Maßnahmen angedacht werden."

Die Bundesregierung begrüßte die Gerichtsentscheidung. Sie mache grundsätzlich deutlich, dass Europa "eine Wertegemeinschaft und eine Rechtsstaatsgemeinschaft" sei und "dass wenn es Verletzungen gibt, da auch Sanktionen folgen können", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) erklärte, die Entscheidung bestätige ein "wichtiges Instrument für die EU, um unsere Wertegemeinschaft zu schützen und zu stärken."

Auch Frankreich, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, wertete die EuGH-Entscheidung als "gute Nachricht". Mit dem nun für rechtens erklärten Mechanismus habe die EU ein "zusätzliches Instrument im Werkzeugkasten der Rechtsstaatlichkeit", erklärte Europa-Staatssekretär Clément Beaune. Der politische Dialog mit Polen und Ungarn werde aber fortgesetzt, kündigte Beaune an, der kommende Woche nach Warschau und Budapest reisen will.

Polen und Ungarn reagierten dagegen empört: Die Entscheidung sei ein "Angriff auf unsere Souveränität", erklärte Polens Vizejustizminister Sebastian Kaleta. Die ungarische Justizministerin Judit Varga sprach von einer "politischen Entscheidung".

(T.Renner--BBZ)