Berliner Boersenzeitung - Rumoren in Koalition nach gescheiterter Richterwahl - SPD will klärendes Gespräch

EUR -
AED 4.30156
AFN 72.620152
ALL 95.459622
AMD 435.00857
ANG 2.096473
AOA 1075.243359
ARS 1659.152929
AUD 1.631686
AWG 2.111249
AZN 1.99376
BAM 1.954923
BBD 2.36478
BDT 144.445202
BGN 1.95383
BHD 0.441962
BIF 3489.494207
BMD 1.17129
BND 1.494855
BOB 8.11343
BRL 5.858551
BSD 1.174103
BTN 110.530832
BWP 15.808246
BYN 3.297377
BYR 22957.275435
BZD 2.36382
CAD 1.597241
CDF 2723.248494
CHF 0.921342
CLF 0.026634
CLP 1048.257636
CNY 7.991884
CNH 7.999984
COP 4244.284861
CRC 533.462967
CUC 1.17129
CUP 31.039173
CVE 110.216498
CZK 24.356673
DJF 209.081562
DKK 7.472246
DOP 69.798986
DZD 155.201711
EGP 61.554792
ERN 17.569343
ETB 183.32909
FJD 2.572679
FKP 0.867771
GBP 0.8658
GEL 3.144929
GGP 0.867771
GHS 13.026268
GIP 0.867771
GMD 85.50412
GNF 10304.465423
GTQ 8.976088
GYD 245.641903
HKD 9.176755
HNL 31.203535
HRK 7.536663
HTG 153.723665
HUF 364.426245
IDR 20192.212164
ILS 3.485113
IMP 0.867771
INR 110.437789
IQD 1538.116571
IRR 1540245.775128
ISK 143.400985
JEP 0.867771
JMD 185.350808
JOD 0.830412
JPY 186.489796
KES 151.635293
KGS 102.406664
KHR 4698.932191
KMF 491.941283
KPW 1054.160601
KRW 1725.912762
KWD 0.360511
KYD 0.978465
KZT 537.910991
LAK 25728.89742
LBP 104620.504751
LKR 373.668754
LRD 215.446111
LSL 19.34985
LTL 3.458514
LVL 0.708501
LYD 7.44785
MAD 10.849426
MDL 20.32423
MGA 4879.915042
MKD 61.653399
MMK 2459.61789
MNT 4189.106255
MOP 9.477889
MRU 46.882169
MUR 54.710957
MVR 18.107697
MWK 2035.930143
MXN 20.367144
MYR 4.625463
MZN 74.849048
NAD 19.349602
NGN 1593.177022
NIO 43.210985
NOK 10.903887
NPR 176.848931
NZD 1.985424
OMR 0.450361
PAB 1.174083
PEN 4.094063
PGK 5.098756
PHP 71.339717
PKR 327.258975
PLN 4.250194
PYG 7396.808116
QAR 4.291911
RON 5.089017
RSD 117.350363
RUB 87.701835
RWF 1720.664841
SAR 4.393186
SBD 9.427221
SCR 16.601702
SDG 703.356794
SEK 10.824123
SGD 1.493248
SHP 0.874486
SLE 28.815665
SLL 24561.352001
SOS 671.013308
SRD 43.765213
STD 24243.329131
STN 24.489223
SVC 10.273435
SYP 129.456757
SZL 19.333822
THB 37.971455
TJS 11.027894
TMT 4.10537
TND 3.415797
TOP 2.820184
TRY 52.748797
TTD 7.972492
TWD 36.964142
TZS 3046.961033
UAH 51.781576
UGX 4368.077786
USD 1.17129
UYU 46.699649
UZS 14175.701336
VES 566.827394
VND 30861.137407
VUV 138.434182
WST 3.195871
XAF 655.67686
XAG 0.0157
XAU 0.000251
XCD 3.165469
XCG 2.11606
XDR 0.815452
XOF 655.679658
XPF 119.331742
YER 279.4792
ZAR 19.394562
ZMK 10543.012219
ZMW 22.215577
ZWL 377.154761
  • Goldpreis

    -10.3000

    4683.4

    -0.22%

  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1718

    -0.06%

  • Euro STOXX 50

    -23.1600

    5860.32

    -0.4%

  • TecDAX

    -12.5500

    3651.75

    -0.34%

  • SDAX

    -57.3200

    17670.01

    -0.32%

  • MDAX

    112.0800

    30362.01

    +0.37%

  • DAX

    -45.4500

    24083.53

    -0.19%

Rumoren in Koalition nach gescheiterter Richterwahl - SPD will klärendes Gespräch
Rumoren in Koalition nach gescheiterter Richterwahl - SPD will klärendes Gespräch / Foto: ULI DECK - POOL/AFP/Archiv

Rumoren in Koalition nach gescheiterter Richterwahl - SPD will klärendes Gespräch

Nach dem Scheitern der Neuwahl von Verfassungsrichtern im Bundestag gärt es in der Koalition. In der SPD machte sich auch am Samstag der Ärger darüber Luft, dass die Unionsfraktion nicht wie zugesagt die Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf zur Richterin wählen will. Die SPD-Bundestagsfraktion bot der CDU/CSU nun ein klärendes Gespräch mit der Juristin an. Auf Seiten der Union ließ Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit einem Vorstoß aufhorchen: Er zeigte sich offen für Gespräche mit der Linken über die Richterwahl.

Textgröße:

Die SPD hatte bereits nach dem Verschieben der Richterwahl am Freitag klargemacht, dass sie an der von ihr nominierten Kandidatin Brosius-Gersdorf festhalten will. SPD-Fraktionsvize Sonja Eichwede forderte die Union am Samstag auf, der Kandidatin eine Gelegenheit zur persönlichen Vorstellung in der Fraktion zu geben.

Ein direktes Gespräch mit Brosius-Gersdorf mit der Unionsfraktion sei ein "Vorschlag, den man schlecht ausschlagen kann", sagte Eichwede zu Welt TV. Weiter sagte Eichwede: "Wenn man Kritik äußert, gerade wenn man sehr persönlich wird, ist es gut, sich in die Augen zu gucken und darüber zu reden und gegebenenfalls auch Irrtümer auszuräumen."

Brosius-Gersdorf wäre bereit zu einer persönlichen Vorstellung bei der Unionsfraktion, sagte Eichwede weiter. Die Unionsfraktion ließ zunächst offen, ob sie das Angebot annimmt. Eine Fraktionssprecherin lehnte am Samstag auf AFP-Anfrage Äußerungen zu dem Thema ab.

Nach Informationen der "Bild" hatte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch bei einer am Freitagabend per Videoschalte einberufenen SPD-Fraktionssitzung die Idee eines direkten Treffen zwischen Brosius-Gersdorf und der Unionsfraktion unterbreitet. Er stünde mit Brosius-Gersdorf in engem Kontakt, sagte Miersch demnach.

Zuvor hatte sich Miersch erbost über den Rückzieher der Union bei der Richterwahl gezeigt und deren Fraktionsführung aufgefordert, die Wahl von Brosius-Gersdorf doch noch bei den eigenen Abgeordneten durchzusetzen. "Ich erwarte, dass die Mehrheit steht", erklärte Miersch. Er sprach von einer "bewussten Demontage unseres höchsten deutschen Gerichts und unserer demokratischen Institutionen", die "brandgefährlich" sei.

Von Unionsseite gab es am Samstag wenig Wortmeldungen zu dem Thema. Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) zeigte sich gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" optimistisch: "Ich bin sicher, dass die Koalitionsfraktionen über den Sommer eine tragfähige Lösung finden werden."

Auf Unionsseite steht vor allem Fraktionschef Jens Spahn (CDU) im Visier - ihm wird vorgeworfen, dabei versagt zu haben, die Zustimmung seiner Fraktion zu Brosius-Gersdorf sicherzustellen. Besonders scharf ging der frühere Verfassungsrichter und Ex-CDU-Politiker Peter Müller den Fraktionschef an. Der Vorgang zeige "ein eklatantes Führungsversagen der Union", sagte Müller der "Süddeutschen Zeitung". "So etwas darf nicht passieren."

Man könne nicht der SPD zusagen, die Wahl einer Richterkandidatin mitzutragen, "um später festzustellen, dass die notwendigen Mehrheiten in der eigenen Fraktion dafür nicht vorhanden sind", kritisierte Müller, der von 2011 bis 2023 Richter am Bundesverfassungsgericht und davor Ministerpräsident des Saarlands war.

Nach der abgesetzten Wahl der Verfassungsrichter zeigte sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) offen für Gespräche mit der Partei Die Linke. Er hätte "nicht das Problem, zum Telefon zu greifen und jemanden bei der Linkspartei anzurufen", sagte Dobrindt dem Deutschlandfunk. Er würde solche Gespräche mit der Linken führen, "wenn es notwendig wäre".

Bei der Schwesterpartei CDU gilt allerdings ein Beschluss, der eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen mit der Linken ausschließt. Dieser Unvereinbarkeitsbeschluss war bei einem CDU-Bundesparteitag 2018 gefasst worden.

Für die Wahl von Verfassungsrichtern im Bundestag ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Dafür könnten im Bundestag die Stimmen von Linken oder AfD benötigt werden, weil Union, SPD und Grüne gemeinsam nicht über eine solche Mehrheit verfügen.

Der Bundestag hatte am Freitag eigentlich über die Neubesetzung von drei Richterposten beim Bundesverfassungsgericht befinden sollen. Die Unionsfraktion forderte aber kurzfristig die Absetzung der Wahl der SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf und verwies auf Plagiatsvorwürfe, die danach als konstruiert kritisiert wurden. Für Ablehnung in der Union sorgten zudem Äußerungen der Juristin zum Abtreibungsrecht, die als zu liberal kritisiert wurden.

Auch die katholische Kirche übt weiter Kritik an Brosius-Gersdorf. So spricht etwa der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl in seiner für Sonntag geplanten Predigt mit Blick auf Brosius-Gersdorfs Haltung zum Abtreibungsrecht von einem "innenpolitischen Skandal". In dem am Samstag vorgelegten Predigtmanuskript ist in diesem Zusammenhang zudem von einem "Abgrund der Intoleranz und Menschenverachtung" die Rede.

(G.Gruner--BBZ)