Berliner Boersenzeitung - Scharfe Kritik Israels und der USA an Macrons Vorstoß zur Anerkennung eines Palästinenserstaats

EUR -
AED 4.314899
AFN 72.845473
ALL 95.637538
AMD 436.192169
ANG 2.102976
AOA 1078.578518
ARS 1643.143104
AUD 1.634447
AWG 2.11486
AZN 1.993791
BAM 1.960259
BBD 2.362574
BDT 143.927379
BGN 1.959891
BHD 0.443429
BIF 3489.136438
BMD 1.174922
BND 1.498408
BOB 8.105437
BRL 5.8967
BSD 1.172968
BTN 110.491325
BWP 15.888139
BYN 3.322858
BYR 23028.480902
BZD 2.359166
CAD 1.599776
CDF 2719.945808
CHF 0.920784
CLF 0.026766
CLP 1053.447051
CNY 8.032125
CNH 8.014138
COP 4176.273758
CRC 533.814221
CUC 1.174922
CUP 31.135446
CVE 110.516382
CZK 24.358021
DJF 208.885133
DKK 7.473035
DOP 69.878948
DZD 155.519749
EGP 61.828531
ERN 17.623837
ETB 181.33607
FJD 2.583421
FKP 0.870462
GBP 0.866828
GEL 3.148918
GGP 0.870462
GHS 13.022621
GIP 0.870462
GMD 86.355327
GNF 10296.420381
GTQ 8.967397
GYD 245.408209
HKD 9.208748
HNL 31.169899
HRK 7.534196
HTG 153.569311
HUF 363.550977
IDR 20217.948802
ILS 3.506304
IMP 0.870462
INR 110.681165
IQD 1536.595161
IRR 1547372.926006
ISK 143.798422
JEP 0.870462
JMD 185.111056
JOD 0.833
JPY 186.957775
KES 151.976733
KGS 102.691982
KHR 4699.690202
KMF 493.467169
KPW 1057.430239
KRW 1726.83035
KWD 0.361571
KYD 0.977523
KZT 544.87939
LAK 25703.465459
LBP 105041.52892
LKR 373.900479
LRD 215.239587
LSL 19.505267
LTL 3.469241
LVL 0.710699
LYD 7.44293
MAD 10.852686
MDL 20.398398
MGA 4874.086665
MKD 61.659009
MMK 2467.246768
MNT 4202.099403
MOP 9.466032
MRU 46.816489
MUR 54.880787
MVR 18.152827
MWK 2034.026625
MXN 20.388018
MYR 4.643879
MZN 75.089207
NAD 19.505267
NGN 1590.574424
NIO 43.168191
NOK 10.868908
NPR 176.78612
NZD 1.98727
OMR 0.451758
PAB 1.172968
PEN 4.066951
PGK 5.091581
PHP 71.367124
PKR 327.001201
PLN 4.244872
PYG 7437.918392
QAR 4.276026
RON 5.091761
RSD 117.388851
RUB 87.937693
RWF 1714.499825
SAR 4.406891
SBD 9.452613
SCR 16.253003
SDG 705.617273
SEK 10.797479
SGD 1.495811
SHP 0.877198
SLE 28.932497
SLL 24637.532755
SOS 670.32473
SRD 44.016713
STD 24318.523488
STN 24.555855
SVC 10.263345
SYP 129.858286
SZL 19.497349
THB 37.951332
TJS 11.02618
TMT 4.118103
TND 3.425291
TOP 2.828932
TRY 52.90266
TTD 7.96612
TWD 36.9237
TZS 3066.547651
UAH 51.68797
UGX 4363.926247
USD 1.174922
UYU 46.465692
UZS 14093.056261
VES 567.681027
VND 30969.782046
VUV 138.863557
WST 3.205784
XAF 657.45245
XAG 0.015547
XAU 0.00025
XCD 3.175287
XCG 2.114009
XDR 0.81766
XOF 657.45245
XPF 119.331742
YER 280.395092
ZAR 19.350697
ZMK 10575.712742
ZMW 22.198493
ZWL 378.324564
  • MDAX

    280.3400

    30530.27

    +0.92%

  • SDAX

    68.2500

    17795.58

    +0.38%

  • DAX

    153.3500

    24282.33

    +0.63%

  • TecDAX

    27.2000

    3691.5

    +0.74%

  • Euro STOXX 50

    23.0200

    5906.5

    +0.39%

  • Goldpreis

    -18.9000

    4722

    -0.4%

  • EUR/USD

    0.0021

    1.1747

    +0.18%

Scharfe Kritik Israels und der USA an Macrons Vorstoß zur Anerkennung eines Palästinenserstaats
Scharfe Kritik Israels und der USA an Macrons Vorstoß zur Anerkennung eines Palästinenserstaats / Foto: Thomas SAMSON - AFP/Archiv

Scharfe Kritik Israels und der USA an Macrons Vorstoß zur Anerkennung eines Palästinenserstaats

Die Ankündigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Anerkennung eines Palästinenserstaates durch Paris ist in Israel und den USA auf scharfe Kritik gestoßen. "Diese rücksichtslose Entscheidung dient nur der Propaganda der Hamas und verzögert den Friedensprozess", erklärte US-Außenminister Marco Rubio am Freitag. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einer "Belohnung für Terror". Die Bundesregierung erklärte ihrerseits, Deutschland plane "kurzfristig" keine Anerkennung eines Palästinenserstaates.

Textgröße:

Macron hatte am Donnerstagabend erklärt, Frankreich werde bei der UN-Generalversammlung im September einen palästinensischen Staat offiziell anerkennen. Er begründete den Schritt mit Frankreichs "historischem Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten".

Von der Regierung in Israel wurde Macrons Schritt mit Empörung aufgenommen. Netanjahu kritisierte, der Plan biete eine "Startrampe für die Vernichtung" Israels. "Die Palästinenser wollen keinen Staat neben Israel, sie wollen einen Staat anstelle von Israel", betonte er. Außenminister Gideon Saar erklärte mit Verweis auf radikalislamische Palästinenser, dass ein palästinensischer Staat "ein Hamas-Staat" sein werde.

US-Außenminister Rubio erklärte im Onlinedienst X, die USA lehnten den Plan Macrons "entschieden" ab. Der Schritt sei auch "ein Schlag ins Gesicht der Opfer vom 7. Oktober", fügte Rubio mit Blick auf den brutalen Angriff der Hamas auf Israel an dem Tag im Jahr 2023 hinzu.

Palästinensische Vertreter begrüßten hingegen die geplante Anerkennung durch Frankreich. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem "Sieg für die palästinensische Sache". Die Entscheidung der Regierung in Paris "spiegelt Frankreichs Entschlossenheit, das palästinensische Volk und sein legitimes Recht auf ihr Land und ihr Heimatland zu unterstützen."

Die radikalislamische Hamas forderte andere Staaten auf, einen Palästinenserstaat ebenfalls anzuerkennen. "Insbesondere europäische Nationen und jene, die den Staat Palästina bisher noch nicht anerkannt haben", sollten dem Vorbild Frankreichs folgen.

Der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius, erklärte seinerseits, Berlin betrachte die Anerkennung eines palästinensischen Staates "als einen der abschließenden Schritte auf dem Weg zur Verwirklichung einer Zwei-Staaten-Lösung" in Nahost. Nur eine "verhandelte Zwei-Staaten-Lösung" könne "dauerhaft Frieden und Sicherheit für Israelis und Palästinenser bringen". Gleichzeitig sei die Bundesregierung aber auch "bereit, den Druck zu erhöhen", wenn Fortschritte bei der Lösung des Konflikts ausblieben, betonte Kornelius.

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot wies die Vorwürfe aus Israels und den USA zurück. "Die Hamas hat eine Zweistaatenlösung immer ausgeschlossen. Indem Frankreich Palästina anerkennt, stellt es sich gegen diese terroristische Organisation", erklärte Barrot auf X.

Saudi-Arabien, Katar und Kuwait sowie der Golf-Kooperationsrat, dem auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain angehören, begrüßten die Entscheidung der französischen Regierung. Katar, das bei den Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas eine Vermittlerrolle einnimmt, sprach von einem Schritt hin zu einem "gerechten und umfassenden Frieden in der Region".

Unterdessen rückt eine baldige Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas erneut in weite Ferne: Fast drei Wochen nach Beginn der jüngsten Gesprächsrunde im katarischen Doha hatten Israel und die USA am Donnerstag beschlossen, ihre Delegationen abzuziehen. Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, beschuldigte die palästinensische Seite, die Gespräche durch neue Forderungen "bewusst sabotiert" zu haben. Auf X erklärte er weiter, Hintergrund sei ein interner Machtkampf zwischen Kommandanten der Hamas im Gazastreifen und der Führung der Palästinenserorganisation in Katar.

Die Bundesregierung erklärte, für sie seien ein Waffenstillstand im Gazastreifen, die Freilassung der israelischen Geiseln, eine Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen und eine politische Perspektive für das Gebiet vordringlich. Zudem dürfe es "keine weiteren Schritte hin zu einer Annexion des Westjordanlandes geben", erklärte Kornelius.

Im September ist ein Gipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs geplant, um eine Zwei-Staaten-Lösung voranzutreiben. Die unter dem gemeinsamen Vorsitz Frankreichs und Saudi-Arabiens geplante UN-Konferenz war im Juni wegen des Kriegs zwischen Israel und dem Iran kurzfristig verschoben worden.

Mindestens 142 Staaten weltweit haben nach einer AFP-Zählung einen Palästinenserstaat bereits anerkannt oder planen, dies zu tun, darunter Norwegen, Spanien, Irland und Slowenien. Israel und die USA lehnen eine Zwei-Staaten-Lösung ab.

Wegen der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen steigt der internationale Druck auf Israel. Der Krieg in dem Palästinensergebiet war durch den Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1210 Menschen getötet, 251 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 49 Geiseln von den Islamisten festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben jedoch tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch in dem dichtbesiedelten Küstenstreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bislang mehr als 59.100 Menschen getötet. Die Zahlen können nicht unabhängig überprüft werden, die UNO stuft sie aber als glaubwürdig ein.

(U.Gruber--BBZ)