Berliner Boersenzeitung - Bundesregierung will nach Wadephul-Besuch über weiteres Vorgehen zu Israel beraten

EUR -
AED 4.29965
AFN 72.587313
ALL 95.299386
AMD 434.649893
ANG 2.09554
AOA 1074.765169
ARS 1629.856375
AUD 1.638813
AWG 2.107383
AZN 1.988227
BAM 1.953328
BBD 2.35422
BDT 143.418485
BGN 1.952961
BHD 0.441841
BIF 3476.799647
BMD 1.170768
BND 1.49311
BOB 8.076778
BRL 5.833584
BSD 1.168821
BTN 110.100653
BWP 15.831963
BYN 3.311109
BYR 22947.057443
BZD 2.350825
CAD 1.601289
CDF 2710.328212
CHF 0.920593
CLF 0.026672
CLP 1049.721891
CNY 8.003718
CNH 8.004719
COP 4161.472283
CRC 531.926776
CUC 1.170768
CUP 31.025358
CVE 110.125621
CZK 24.357823
DJF 208.146563
DKK 7.472984
DOP 69.631872
DZD 154.96587
EGP 61.625843
ERN 17.561524
ETB 180.694907
FJD 2.581134
FKP 0.865173
GBP 0.866398
GEL 3.137498
GGP 0.865173
GHS 12.976576
GIP 0.865173
GMD 86.04904
GNF 10260.014585
GTQ 8.935691
GYD 244.540501
HKD 9.172612
HNL 31.05969
HRK 7.534944
HTG 153.026325
HUF 365.226421
IDR 20199.264391
ILS 3.495972
IMP 0.865173
INR 110.34555
IQD 1531.16211
IRR 1541901.768196
ISK 143.793552
JEP 0.865173
JMD 184.456546
JOD 0.830092
JPY 186.777342
KES 151.134398
KGS 102.328898
KHR 4683.072345
KMF 491.722462
KPW 1053.691368
KRW 1728.932355
KWD 0.360315
KYD 0.974067
KZT 542.952821
LAK 25612.583864
LBP 104670.126015
LKR 372.578452
LRD 214.478549
LSL 19.436301
LTL 3.456974
LVL 0.708186
LYD 7.416613
MAD 10.814313
MDL 20.326274
MGA 4856.853006
MKD 61.562085
MMK 2458.858103
MNT 4187.990537
MOP 9.432562
MRU 46.650957
MUR 54.827352
MVR 18.088728
MWK 2026.834771
MXN 20.388519
MYR 4.640938
MZN 74.823505
NAD 19.436301
NGN 1583.077537
NIO 43.015558
NOK 10.907562
NPR 176.161045
NZD 1.993894
OMR 0.449751
PAB 1.168821
PEN 4.052571
PGK 5.073579
PHP 70.983643
PKR 325.845
PLN 4.244492
PYG 7411.619608
QAR 4.260907
RON 5.085705
RSD 117.271577
RUB 88.240244
RWF 1708.437744
SAR 4.391315
SBD 9.41919
SCR 17.325073
SDG 703.045006
SEK 10.823571
SGD 1.494977
SHP 0.874097
SLE 28.830173
SLL 24550.420054
SOS 667.954614
SRD 43.861078
STD 24232.538731
STN 24.469031
SVC 10.227056
SYP 129.399145
SZL 19.428411
THB 37.956042
TJS 10.987194
TMT 4.103543
TND 3.41318
TOP 2.818929
TRY 52.717307
TTD 7.937953
TWD 36.87105
TZS 3041.94971
UAH 51.505213
UGX 4348.496399
USD 1.170768
UYU 46.301399
UZS 14043.226427
VES 565.673837
VND 30861.450724
VUV 137.633919
WST 3.194449
XAF 655.127848
XAG 0.01562
XAU 0.00025
XCD 3.164059
XCG 2.106534
XDR 0.814769
XOF 655.127848
XPF 119.331742
YER 279.403266
ZAR 19.406361
ZMK 10538.31988
ZMW 22.120004
ZWL 376.986895
  • EUR/USD

    -0.0010

    1.1716

    -0.09%

  • Goldpreis

    -46.3000

    4694.6

    -0.99%

  • Euro STOXX 50

    -11.2500

    5883.48

    -0.19%

  • DAX

    -26.4200

    24128.98

    -0.11%

  • MDAX

    -601.7700

    30249.93

    -1.99%

  • TecDAX

    16.2100

    3664.3

    +0.44%

  • SDAX

    -155.4700

    17727.33

    -0.88%

Bundesregierung will nach Wadephul-Besuch über weiteres Vorgehen zu Israel beraten
Bundesregierung will nach Wadephul-Besuch über weiteres Vorgehen zu Israel beraten / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Bundesregierung will nach Wadephul-Besuch über weiteres Vorgehen zu Israel beraten

Nach der Nahost-Reise von Bundesaußenminister Johann Wadephul will Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) über das weitere Vorgehen zu Israel entscheiden. Er werde Wadephuls Bericht am Samstagvormittag abwarten, sagte Merz am Freitag in Saarbrücken. Wadephul hatte am Donnerstag und Freitag Israel und das Westjordanland besucht. Der US-Nahost-Sondergesandte Steve Witkoff kündigte unterdessen beim Besuch einer Lebensmittel-Verteilstelle im Gazastreifen einen Plan zur Bereitstellung weiterer Hilfen an.

Textgröße:

Bereits Anfang der Woche sei im Sicherheitskabinett in Berlin darüber gesprochen worden, "wie wir gegebenenfalls mit den europäischen Partnern weiter vorgehen", sagte Merz. Der Bundeskanzler hatte nach den Beratungen am Montag gesagt, die Regierung behalte sich weitere Schritte vor. Er war dabei nach einem Stopp der Waffenlieferungen an Israel oder der Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel gefragt worden.

Merz betonte am Freitag, die Lage im Gazastreifen sei "inakzeptabel". Diese müsse sich "so schnell wie möglich" ändern. Solange der Konflikt andauere, müsse "wenigsten ein Minimum an Hilfe - medizinischer Hilfe und auch Nahrungsmittelhilfe - für die Bevölkerung gewährleistet sein. Und dafür trägt Israel natürlich auch ein gehöriges Maß an eigener Verantwortung."

Die Ursache des Konflikts liege aber "eindeutig und ausschließlich" bei der radikalislamischen Hamas, unterstrich Merz. "Wenn die Hamas die Waffen schweigen lässt, ist der Konflikt morgen zuende. Wenn die Hamas die Geiseln freilässt, ist der Konflikt morgen zuende."

Ähnlich hatte sich auch Wadephul am Freitagmorgen bei einem Treffen mit Angehörigen der seit dem 7. Oktober 2023 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln geäußert. Derzeit befinden sich noch 49 Geiseln im Gazastreifen, 27 von ihnen sind nach Angaben der israelischen Armee jedoch bereits tot.

Angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen sicherte Wadephul bei seinem Besuch den UN-Hilfsorganisationen Unterstützung zu und verlangte von Israel freien Zugang der internationalen Helfer in das Palästinensergebiet. Er kündigte zusätzliche fünf Millionen Euro für das UN-Ernährungsprogramm (WFP) für humanitäre Hilfe im Gazastreifen an. In den von Israel eingerichteten täglichen temporären Kampfpausen für Teile des Gazastreifens müssten nun wieder Güter durch die UNO verteilt werden, forderte der Minister.

Auf Betreiben Israels hat die umstrittene Humanitarian Foundation (GHF) die bisher zuständigen UN-Organisationen als Hauptverteiler von Hilfsgütern im Gazastreifen abgelöst. Rund um GHF-Verteilzentren starben immer wieder Zivilisten durch Schüsse.

Nach UN-Angaben vom Freitag wurden seit Ende Mai insgesamt bereits mehr als 1300 auf Hilfe wartende Menschen im Gazastreifen getötet, mehr als 850 von ihnen in der Nähe von GHF-Standorten. Die meisten Menschen seien vom israelischen Militär getötet worden. Die israelische Armee erklärte, die Vorfälle würden überprüft.

Am Freitag wurden nach Angaben des Hamas-geführten Zivilschutzes 22 Menschen durch israelisches Feuer getötet, einige davon hätten auf Hilfe gewartet.

Der US-Sondergesandte Witkoff besuchte am Freitag eine GHF-Verteilstelle. Dabei kündigte er an, in Washington einen Plan für weitere Lebensmittelhilfen auszuarbeiten.

Wadephul forderte bei seinem Besuch: "Die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen muss jetzt beendet werden." Am Freitag begann die Bundeswehr damit, Hilfsgüter über dem Gazastreifen abzuwerfen. Bei den ersten beiden Flügen wurden laut Auswärtigem Amt 34 Paletten mit insgesamt knapp 14 Tonnen Nahrungsmitteln und medizinischen Hilfsgütern abgeworfen. Spanien warf am Freitag nach Angaben aus Madrid zwölf Tonnen Lebensmittel über dem Gazastreifen ab.

Hilfsorganisation kritisieren solche Luftbrücken als ineffizient und gefährlich. Der Chef des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, erklärte im Onlinedienst X, diese sogenannten Airdrops würden die "sich verschlimmernde Hungersnot" nicht beenden. Sie seien "teuer, ineffizient und könnten ausgehungerte Zivilisten sogar töten". Knapp 6000 Laster mit Hilfsgütern stünden an der Grenze bereit und warteten auf Erlaubnis, in den Gazastreifen zu fahren.

Wadephuls Reise fand inmitten wachsenden internationalen Drucks auf Israel statt, deutlich mehr Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu ermöglichen. In den vergangenen Tagen erhöhten Länder wie Frankreich, Großbritannien und zuletzt auch Finnland den Druck auch dadurch, dass sie die Anerkennung eines Palästinenserstaates ankündigten oder in Aussicht stellten.

Wadephul bekräftigte die deutsche Position bezüglich der Anerkennung eines Palästinenserstaats. Die Palästinenser hätten das Recht "auf einen eigenen Staat zum Ende eines politischen Prozesses", sagte er nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah.

Zu den Bestrebungen anderer Staaten sagte Wadephul bei RTL/ntv: "Es hat jetzt überhaupt keinen Zweck, hier einen formalen Anerkennungsprozess auszulösen, wo es gar keinen richtigen Staat gibt." Vielmehr müsse aktiv etwas dafür getan werden, dass es einen Palästinenserstaat geben könne.

Im Gespräch mit Abbas sicherte Wadephul der Palästinensischen Autonomiebehörde "Deutschlands Unterstützung beim Aufbau staatlicher Strukturen" zu. Die Behörde sei aus Sicht der Bundesregierung "die einzige anerkannte Vertretung palästinensischer Interessen" und solle auch in den Gazastreifen zurückkehren.

Bei einem Besuch eines palästinensisch-christlichen Dorfs im Westjordanland verurteilte Wadephul die Gewalt von extremistischen jüdischen Siedlern. Solche Taten seien "Verbrechen. Sie sind Terror", sagte er. Israel müsse als Besatzungsmacht und als Rechtsstaat Sicherheit und Ordnung durchsetzen und derlei Straftaten verfolgen.

(G.Gruner--BBZ)