Berliner Boersenzeitung - US-Sonderbeauftragter Witkoff in Moskau: Selenskyj fordert mehr Druck auf Putin

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US-Sonderbeauftragter Witkoff in Moskau: Selenskyj fordert mehr Druck auf Putin
US-Sonderbeauftragter Witkoff in Moskau: Selenskyj fordert mehr Druck auf Putin / Foto: Gavriil Grigorov - POOL/AFP

US-Sonderbeauftragter Witkoff in Moskau: Selenskyj fordert mehr Druck auf Putin

Kurz vor Ablauf der Frist, die US-Präsident Donald Trump dem Kreml zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine gesetzt hat, hat der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen. Das Treffen am Mittwoch dauerte nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass knapp drei Stunden. Angesichts der bisher erfolglosen Bemühungen, Putin zum Einlenken zu bewegen, forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj noch mehr Druck auf Moskau.

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"Es ist sehr wichtig, dass alle Hebel gestärkt werden, die den Vereinigten Staaten, Europas und den G7-Staaten zur Verfügung stehen, so dass eine Waffenruhe wirklich in Kraft treten kann", schrieb Selenskyj in Onlinemedien. Russland werde den Krieg nicht beenden, wenn es nicht ausreichend Druck spüre, fügte der ukrainische Präsident hinzu.

Trump hatte Russland mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte Moskau den Angriffskrieg in der Ukraine nicht bis Freitag beenden. Der US-Präsident hatte sogenannte Sekundärsanktionen gegen russische Handelspartner wie China und Indien angekündigt.

Am Dienstag sagte er, er wolle die Gespräche Witkoffs in Moskau abwarten, bevor er eventuelle Strafmaßnahmen auf den Weg bringe. "Wir werden sehen, was passiert", sagte Trump vor Journalisten. Über den Inhalt des Gesprächs zwischen Witkoff und Putin wurde zunächst nichts bekannt.

Russland hatte sich von Trumps Ultimatum bisher unbeeindruckt gezeigt. "Drohungen" in Bezug auf Zollaufschläge gegen die Handelspartner Russlands seien "illegal", erklärte der Kreml am Dienstag, ohne direkt auf die USA Bezug zu nehmen.

Auch die Verhandlungen über eine Waffenruhe in der Ukraine liefen bisher ins Leere. Die Kriegsparteien trafen sich bereits drei Mal unter Vermittlung der Türkei und der USA in Istanbul. Es wurden Gefangenenaustausche vereinbart, Fortschritte in Bezug auf eine Waffenruhe gab es aber nicht. Russland hat seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine sogar verstärkt. Im Juli feuerte Moskau so viele Langstreckendrohnen wie noch nie auf das Nachbarland seit Beginn des Krieges im Februar 2022 ab.

Bei erneuten russischen Angriffen wurde am Mittwoch nach ukrainischen Angaben ein Ferienzentrum in Saporischschja getroffen. Dem Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, zufolge wurden zwei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt, darunter vier Kinder. "Dieser Angriff hat militärisch keinen Sinn. Das ist pure Grausamkeit, die den Menschen Angst machen soll", schrieb Selenskyj in Onlinemedien.

Russland attackierte das Ferienzentrum laut Fedorow am Morgen gegen 06.00 Uhr mit "mindestens vier" Luftangriffen. In Folge der Angriffe brach ein Feuer auf dem Gelände aus. Auf Bildern der Rettungskräfte war zu sehen, wie Feuerwehrleute gegen die Brände an den Ferienunterkünften kämpften. Zudem waren am Boden liegende Leichen und Verletzte zu sehen.

Ukrainischen Behörden zufolge wurde bei einem russischen Angriff in Pokrowsk in der ostukrainischen Region Donezk zudem ein 1959 geborener Mann getötet.

Saporischschja und Donezk sind zwei der fünf ukrainischen Gebiete, die Russland für annektiert erklärt hatte. Die weiteren von Moskau teilweise besetzten Regionen sind Cherson, Luhansk und die Halbinsel Krim. Russland fordert die volle Kontrolle über die Gebiete und einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt. Kiew hat beide Forderungen stets als "inakzeptabel" zurückgewiesen.

(A.Berg--BBZ)