Berliner Boersenzeitung - Ukraine: Koalition der Willigen berät am Donnerstag in Paris mit Selenskyj

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Ukraine: Koalition der Willigen berät am Donnerstag in Paris mit Selenskyj
Ukraine: Koalition der Willigen berät am Donnerstag in Paris mit Selenskyj / Foto: WIN MCNAMEE - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Ukraine: Koalition der Willigen berät am Donnerstag in Paris mit Selenskyj

Vor dem Hintergrund der Bemühungen um ein Kriegsende berät die sogenannte Koalition der Willigen am Donnerstag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über Sicherheitsgarantien für Kiew im Fall eines Waffenstillstands mit Russland. Selenskyj werde dazu in Paris erwartet, weitere Teilnehmer der insgesamt rund 30 Länder würden per Video zugeschaltet, teilte der Elysée-Palast am Montag mit. Präsident Emmanuel Macron leite die Sitzung gemeinsam mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, hieß es weiter.

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US-Präsident Donald Trump wird nach Angaben aus Diplomatenkreisen nicht dazu erwartet. Ob und in welcher Form Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an dem Treffen teilnimmt, stand zunächst noch nicht fest.

"Niemand redet über Bodentruppen in der Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt", hatte Merz am Sonntag im ZDF-"Sommerinterview" betont. "Wir versuchen, (den Krieg) so schnell wie möglich zu beenden. Aber ganz sicher nicht um den Preis der Kapitulation der Ukraine", sagte Merz. Die Folge wäre: "Dann ist übermorgen das nächste Land dran. Und dann sind überübermorgen wir dran", warnte Merz.

Er sei darauf eingestellt, dass der Krieg in der Ukraine noch lange dauern könnte, sagte Merz. Daher habe die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine "absolute Priorität".

Unterdessen sicherten die Vorsitzenden der Koalitionsfraktionen, Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD), Kiew bei einem überraschenden Besuch in der ukrainischen Hauptstadt die weitere Solidarität Deutschlands zu. Auf diplomatischer Ebene sei im Moment wenig Bewegung erkennbar: "Wir sehen, dass eine Riesenhoffnung mit Alaska verbunden war, und dass jetzt Ernüchterung eintritt", sagte Miersch mit Blick auf das Treffen von US-Präsident Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin am 15. August.

"Wir sind entschlossen, die Ukraine gerade in dieser schwierigen Phase zu unterstützen - politisch, militärisch, finanziell", sagte Spahn in Kiew. Die gemeinsame Reise sei ein Zeichen der Unterstützung. "Wir sind dankbar, dass die Ukrainer ihre Heimat und Europas Freiheit verteidigen."

Derweil forderte Kiew Peking dazu auf, sich während des China-Besuchs von Putin verstärkt für Frieden in der Ukraine einzusetzen. "Angesichts der bedeutenden geopolitischen Rolle der Volksrepublik China würden wir eine aktivere Rolle Pekings bei der Herbeiführung des Friedens in der Ukraine begrüßen", erklärte das ukrainische Außenministerium.

Putin war am Sonntag zu einem mehrtägigen Besuch in China eingetroffen. In Tianjin nahm der russische Präsident zunächst am Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) unter Vorsitz von Chinas Staatschef Xi Jinping teil. Am Mittwoch gehört er zu den Gästen einer riesigen Militärparade in Peking, zu der unter anderem auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erwartet wird.

Im August verübte Russland deutlich weniger Drohnenangriffe auf die Ukraine als im Vormonat. Die Zahl der abgefeuerten Drohnen sank im Vergleich zum Juli, in dem ein Rekord an russischen Drohnenangriffen verzeichnet worden war, um 34 Prozent, wie eine auf Angaben der ukrainischen Luftwaffe basierende Analyse der Nachrichtenagentur AFP ergab. Die russische Armee griff die Ukraine im August demnach mit 4132 Langstreckendrohnen an.

Trotz des Rückgangs an Drohnenangriffen wurden im vergangenen Monat dutzende Zivilisten durch russische Attacken getötet. Die Hauptstadt Kiew wurde am 28. August Ziel einer der massivsten Drohnen- und Raketenangriffe seit Kriegsbeginn. Dabei wurden 25 Menschen getötet. Russland griff die Ukraine den Daten zufolge im August zudem mit 156 Raketen an.

Der Rückgang an Drohnenangriffen im August fiel vor allem in die erste Monatshälfte, als Trump und Putin sich zu Gesprächen in Alaska trafen. Trump empfing wenige Tage später den ukrainischen Präsidenten und andere europäische Spitzenpolitiker in Washington. Ein Durchbruch wurde dabei nicht erzielt. Zu einem von Trump in Aussicht gestellten Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Putin und Selenskyj kam es bislang nicht.

(B.Hartmann--BBZ)