Berliner Boersenzeitung - Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt

EUR -
AED 4.29367
AFN 73.656234
ALL 95.415386
AMD 434.721644
ANG 2.092625
AOA 1073.270062
ARS 1628.333014
AUD 1.638747
AWG 2.105912
AZN 1.971717
BAM 1.957515
BBD 2.354974
BDT 143.465712
BGN 1.950244
BHD 0.442017
BIF 3466.498497
BMD 1.169139
BND 1.493409
BOB 8.080115
BRL 5.89961
BSD 1.16923
BTN 109.948813
BWP 15.803848
BYN 3.301493
BYR 22915.133402
BZD 2.351671
CAD 1.600301
CDF 2704.219979
CHF 0.918978
CLF 0.026586
CLP 1046.345058
CNY 7.981134
CNH 7.99153
COP 4170.22692
CRC 532.368765
CUC 1.169139
CUP 30.982196
CVE 110.542056
CZK 24.367731
DJF 207.779272
DKK 7.473075
DOP 69.75049
DZD 155.038124
EGP 61.529706
ERN 17.537092
ETB 183.093229
FJD 2.577543
FKP 0.866366
GBP 0.867484
GEL 3.13914
GGP 0.866366
GHS 12.965815
GIP 0.866366
GMD 85.939344
GNF 10259.199088
GTQ 8.938833
GYD 244.646464
HKD 9.161207
HNL 31.122436
HRK 7.537324
HTG 153.174219
HUF 366.595483
IDR 20139.596326
ILS 3.498252
IMP 0.866366
INR 110.241608
IQD 1531.572692
IRR 1540984.264527
ISK 143.792767
JEP 0.866366
JMD 184.58174
JOD 0.828912
JPY 186.716225
KES 151.111048
KGS 102.200674
KHR 4688.249387
KMF 493.37648
KPW 1052.255843
KRW 1734.506019
KWD 0.359826
KYD 0.974454
KZT 543.188292
LAK 25639.227891
LBP 104635.750846
LKR 370.834944
LRD 215.443203
LSL 19.465905
LTL 3.452165
LVL 0.7072
LYD 7.423933
MAD 10.825881
MDL 20.286776
MGA 4846.082944
MKD 61.697506
MMK 2455.032909
MNT 4186.029914
MOP 9.433506
MRU 46.777285
MUR 54.750405
MVR 18.074869
MWK 2030.794956
MXN 20.36821
MYR 4.632127
MZN 74.693773
NAD 19.466346
NGN 1581.413048
NIO 42.919365
NOK 10.923679
NPR 175.917148
NZD 1.995511
OMR 0.449565
PAB 1.16923
PEN 4.052265
PGK 4.983749
PHP 71.026981
PKR 325.949489
PLN 4.24165
PYG 7403.487311
QAR 4.262097
RON 5.092893
RSD 117.403794
RUB 88.423721
RWF 1708.11275
SAR 4.385397
SBD 9.409916
SCR 16.427819
SDG 702.078687
SEK 10.827638
SGD 1.493757
SHP 0.872881
SLE 28.757403
SLL 24516.26541
SOS 668.164075
SRD 43.724634
STD 24198.826325
STN 24.779911
SVC 10.230965
SYP 129.262851
SZL 19.465692
THB 37.939158
TJS 10.991078
TMT 4.097834
TND 3.370042
TOP 2.815007
TRY 52.640546
TTD 7.92698
TWD 36.811762
TZS 3042.689155
UAH 51.364508
UGX 4349.811526
USD 1.169139
UYU 46.240518
UZS 14088.13028
VES 564.383046
VND 30768.82772
VUV 137.759511
WST 3.171021
XAF 656.532287
XAG 0.015625
XAU 0.000249
XCD 3.159658
XCG 2.107356
XDR 0.814424
XOF 653.548703
XPF 119.331742
YER 278.985907
ZAR 19.447698
ZMK 10523.655135
ZMW 21.894279
ZWL 376.462429
  • Euro STOXX 50

    21.3900

    5916.12

    +0.36%

  • DAX

    143.6700

    24299.12

    +0.59%

  • TecDAX

    42.9100

    3691

    +1.16%

  • SDAX

    -14.0600

    17868.77

    -0.08%

  • Goldpreis

    5.5000

    4729.5

    +0.12%

  • MDAX

    -233.0600

    30618.68

    -0.76%

  • EUR/USD

    0.0031

    1.1719

    +0.26%

Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt
Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt / Foto: Sergio Lima - AFP

Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt

Historisches Urteil in Brasilien: Ex-Präsident Jair Bolsonaro ist wegen Putschplänen zu einer Haftstrafe von 27 Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Oberste Gericht befand den 70-Jährigen am Donnerstag für schuldig, eine "kriminelle Organisation" angeführt zu haben, die seine Wahlniederlage von 2022 gegen den heutigen linksgerichteten Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva habe kippen wollen. Die Anwälte des rechtsextremen Ex-Staatschefs kündigten Berufung gegen das Urteil an.

Textgröße:

Der Schuldspruch gegen Bolsonaro erging mit den Stimmen von vier der fünf Richter. Das Oberste Gericht gelangte unter anderem zu dem Schluss, dass Bolsonaro seine Anhänger zur Erstürmung des Obersten Gerichts, Präsidentenpalastes und Kongresses in der Hauptstadt Brasília am 8. Januar 2023 angestiftet habe.

Hunderte Unterstützter Bolsonaros waren damals in die Gebäude eingedrungen und hatten dort schwere Verwüstungen angerichtet. Die Szenen der Gewalt erinnerten an den Angriff von Anhängern Donald Trumps auf auf das Kapitol in Washington zwei Jahre zuvor. Bolsonaro und der seit Anfang dieses Jahres wieder als Präsident amtierende Trump sind eng verbündet.

Nach Angaben der brasilianischen Staatsanwaltschaft scheiterte der Putschversuch nur aufgrund mangelnder Unterstützung durch die Militärführung. Die Anklage hatte Bolsonaro zudem vorgeworfen, von Plänen zur Ermordung Lulas, von dessen Vizepräsident Geraldo Alckmin und des Verfassungsrichters Alexandre de Moraes gewusst zu haben.

Neben Bolsonaro wurden auch seine sieben Mitangeklagten verurteilt, darunter mehrere frühere Minister und Generäle. Sie erhielten Haftstrafen zwischen zwei und 26 Jahren.

Bolsonaros Anwälte kündigten an, gegen die "absurd überhöhte und unverhältnismäßige" Strafe Berufung einzulegen. Die Rechtsmittel sollten "auch auf internationaler Ebene", erklärten sie. Bolsonaro, der von 2019 bis 2022 Staatschef war, weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet sich als Opfer politischer Verfolgung.

Sei Vater halte weiter "den Kopf hoch", sagte Bolsonaros Sohn Flavio, der Abgeordneter ist, nach dem Urteil vor dem Haus seines Vaters in Brasília. Die Geschichte werde zeigen, "dass wir auf der richtigen Seite stehen". Die politischen Verbündeten seines Vaters würden sich "mit all ihrer Kraft" dafür einsetzen, dass der Kongress ein Amnestiegesetz verabschiede.

US-Außenminister Marco Rubio kritisierte das Urteil des brasilianischen Obersten Gerichtshofs scharf. Die USA würden "angemessen auf diese Hexenjagd reagieren", schrieb er im Onlinedienst X.

Das brasilianische Außenministerium erklärte daraufhin auf X, die brasilianische Demokratie werde sich von den "Drohungen" Rubios "nicht einschüchtern" lassen. Die Regierung werde "die Souveränität des Landes gegen Aggressionen und Einflussversuche" verteidigen.

Bolsonaro ist ein Bewunderer und Unterstützer Trumps und wird deshalb auch "Tropen-Trump" genannt. Der US-Präsident nannte die Verurteilung seines Verbündeten "sehr überraschend". Bolsonaro sei ein "guter Präsident Brasiliens" gewesen, sagte Trump am Donnerstag zu Journalisten.

Der US-Präsident zog Parallelen zu den Ermittlungen und Gerichtsverfahren, die in den vergangenen Jahren gegen ihn selbst geführt worden waren. "Das ist so ähnlich, wie sie es mit mir versucht haben, aber sie sind nicht damit durchgekommen", sagte er.

Der Putsch-Prozess gegen Bolsonaro hatte eine schwere Krise zwischen Brasilien und den USA ausgelöst. Die Trump-Regierung verhängte wegen des Vorgehens der brasilianischen Justiz Strafzölle gegen Brasilien in Höhe von 50 Prozent und belegte zudem Richter Moraes mit Sanktionen.

Die fünf Richter am Obersten Gericht Brasiliens hatten seit Dienstag nacheinander ihre Positionen dargelegt. Nur einer von ihnen stimmte für einen Freispruch. Richter Luiz Fux argumentierte am Mittwoch, das Gericht sei nicht dafür zuständig, ein "politisches Urteil" zu fällen.

Seine drei Kollegen und eine Kollegin waren jedoch von Bolsonaros Schuld überzeugt. "Brasilien ist fast zur Diktatur zurückgekehrt", sagte Moraes am Dienstag.

Bolsonaro, der wegen eines früheren Urteils bis 2030 von allen politischen Ämtern ausgeschlossen ist, steht seit Anfang August wegen Fluchtgefahrs unter Hausarrest. Nach Angaben seiner Anwälte verfolgte er die Anhörungen aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gerichtssaal. Der Prozess war das erste Gerichtsverfahren in Brasilien wegen Putschvorwürfen gegen einen früheren Staatschef.

(S.G.Stein--BBZ)