Berliner Boersenzeitung - Regierungskrise in Frankreich: Premier Lecornu will von Parteien unabhängiges Kabinett

EUR -
AED 4.316504
AFN 74.047482
ALL 95.560522
AMD 436.940675
ANG 2.103758
AOA 1078.979987
ARS 1615.825188
AUD 1.6398
AWG 2.118585
AZN 1.998146
BAM 1.956015
BBD 2.369041
BDT 144.325891
BGN 1.960619
BHD 0.443304
BIF 3497.789284
BMD 1.175359
BND 1.495709
BOB 8.127826
BRL 5.889017
BSD 1.17623
BTN 109.922103
BWP 15.769736
BYN 3.336367
BYR 23037.044512
BZD 2.36564
CAD 1.60399
CDF 2719.781151
CHF 0.916769
CLF 0.026682
CLP 1050.136347
CNY 8.01789
CNH 8.021463
COP 4201.48048
CRC 535.074848
CUC 1.175359
CUP 31.147024
CVE 110.276204
CZK 24.346984
DJF 209.45128
DKK 7.473505
DOP 70.791107
DZD 155.51023
EGP 61.042404
ERN 17.630391
ETB 183.664192
FJD 2.579331
FKP 0.869953
GBP 0.868573
GEL 3.162152
GGP 0.869953
GHS 13.003321
GIP 0.869953
GMD 86.38909
GNF 10323.400161
GTQ 8.989837
GYD 246.085002
HKD 9.205274
HNL 31.253372
HRK 7.533112
HTG 154.031547
HUF 364.140406
IDR 20200.255798
ILS 3.52867
IMP 0.869953
INR 110.30454
IQD 1540.869659
IRR 1552649.785085
ISK 143.805388
JEP 0.869953
JMD 186.328931
JOD 0.833385
JPY 187.293652
KES 151.809464
KGS 102.783415
KHR 4702.657826
KMF 493.650607
KPW 1057.812017
KRW 1737.21061
KWD 0.362175
KYD 0.980208
KZT 546.160135
LAK 25950.857339
LBP 105331.397595
LKR 372.330996
LRD 216.42383
LSL 19.245619
LTL 3.470531
LVL 0.710964
LYD 7.446757
MAD 10.869704
MDL 20.231228
MGA 4869.536164
MKD 61.635494
MMK 2467.864761
MNT 4206.043933
MOP 9.487445
MRU 46.663527
MUR 54.701431
MVR 18.170528
MWK 2039.624574
MXN 20.328662
MYR 4.647345
MZN 75.10433
NAD 19.245619
NGN 1584.549232
NIO 43.285871
NOK 10.906748
NPR 175.881351
NZD 1.986293
OMR 0.451929
PAB 1.17622
PEN 4.040145
PGK 5.101714
PHP 70.700199
PKR 327.962211
PLN 4.241302
PYG 7479.759927
QAR 4.287999
RON 5.09565
RSD 117.397273
RUB 88.155381
RWF 1718.774624
SAR 4.408142
SBD 9.448447
SCR 16.543344
SDG 705.21556
SEK 10.760301
SGD 1.496015
SHP 0.877525
SLE 28.917122
SLL 24646.694722
SOS 672.168291
SRD 44.043654
STD 24327.566825
STN 24.503428
SVC 10.292133
SYP 130.031773
SZL 19.25212
THB 37.78828
TJS 11.056517
TMT 4.119635
TND 3.420618
TOP 2.829984
TRY 52.803145
TTD 7.975878
TWD 37.020345
TZS 3058.870627
UAH 51.892214
UGX 4357.442706
USD 1.175359
UYU 46.764353
UZS 14185.622265
VES 565.402855
VND 30935.459773
VUV 138.630092
WST 3.186966
XAF 656.029233
XAG 0.015019
XAU 0.000247
XCD 3.176467
XCG 2.119833
XDR 0.81589
XOF 656.023651
XPF 119.331742
YER 280.470115
ZAR 19.349003
ZMK 10579.64371
ZMW 22.377273
ZWL 378.465252
  • Euro STOXX 50

    -6.6600

    5923.59

    -0.11%

  • TecDAX

    -11.8100

    3688.42

    -0.32%

  • DAX

    -40.2400

    24230.63

    -0.17%

  • MDAX

    -43.5300

    31304.4

    -0.14%

  • SDAX

    39.8000

    18170.82

    +0.22%

  • Goldpreis

    56.2000

    4775.8

    +1.18%

  • EUR/USD

    0.0007

    1.175

    +0.06%

Regierungskrise in Frankreich: Premier Lecornu will von Parteien unabhängiges Kabinett
Regierungskrise in Frankreich: Premier Lecornu will von Parteien unabhängiges Kabinett / Foto: Martin LELIEVRE - POOL/AFP

Regierungskrise in Frankreich: Premier Lecornu will von Parteien unabhängiges Kabinett

Zur Beendigung der schweren Regierungskrise in Frankreich strebt der erneut zum Premierminister ernannte Sébastien Lecornu die Bildung eines unabhängig von den Parteien agierenden Kabinetts an. Er wolle "eine freie Regierung" bilden, deren Mitglieder "nicht von den Parteien gefangen gehalten" würden, sagte Lecornu am Samstag. Die konservativen Republikaner (LR) lehnten eine erneute Regierungsbeteiligung derweil ab.

Textgröße:

Lecornu war am Freitag von Präsident Emmanuel Macron erneut zum Premierminister ernannt worden, nachdem er nur vier Tage zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Die Äußerungen des Premiers am Samstag deuten darauf hin, dass sich sein neues Regierungsteam offenbar grundsätzlich vom vorherigen unterscheiden soll. Die von Lecornu erst vor einer Woche vorgestellte und umgehend gescheiterte Regierungsmannschaft hatte unter anderem deshalb massive Kritik ausgelöst, weil zahlreiche frühere Minister ihre Posten behalten hatten und die Chance auf eine grundlegende Erneuerung verpasst wurde.

Nach seiner abermaligen Ernennung zum Premier steht Lecornu unverändert vor der Aufgabe, trotz aller Widerstände einen Sparhaushalt durch das Parlament zu bringen, auf den Frankreich wegen seiner Rekordverschuldung dringend angewiesen ist. "Ich werde meine Pflicht tun, und ich werde kein Problem darstellen", sagte der Premier am Samstag.

Lecornu bekräftigte, dass es ihm um die Sache und nicht um persönliche Ambitionen gehe. An die Adresse der Sozialisten gerichtet sagte er, dass in der zentralen Streitfrage der Rentenreform "alle Debatten möglich" seien. Die Sozialisten, deren Unterstützung für die Bildung einer stabilen Regierung unerlässlich ist, fordern weiterhin das Aussetzen der von Macron 2023 durchgesetzten Rentenreform, die in Frankreich äußerst unpopulär ist.

Die konservativen Republikaner erklärten unterdessen, "das Vertrauen und die Voraussetzungen" für eine erneute Regierungsbeteiligung seien derzeit "nicht vorhanden". Die Partei werde vielmehr von Fall zu Fall über die Unterstützung von Gesetzesinitiativen der Regierung entscheiden.

Bereits zuvor hatte sich LR-Parteichef Bruno Retailleau, der derzeit noch geschäftsführender Innenminister ist, klar gegen eine erneute Regierungsbeteiligung positioniert. "Ich bin überzeugt, dass wir nicht teilnehmen sollten," sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Seiner Partei drohe im Falle einer Regierungsbeteiligung der Bedeutungsverlust.

Von den Parteien am linken und rechten Rand des politischen Spektrums waren bereits am Freitagabend umgehend Kampfansagen an die noch gar nicht gebildete neue Regierung gekommen. Der Chef des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, kündigte an, seine Partei werde "sofort" ein Misstrauensvotum gegen die neue Regierung einbringen. Die Linkspopulisten von La France Insoumise (LFI) kündigten die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Macron an.

Die Sozialisten drohten damit, ebenfalls für ein Misstrauensvotum zu stimmen, sollte Lecornu die Rentenreform nicht "sofort und komplett aussetzen". Gleichzeitig erklärten sie, dass sie zunächst Lecornus Regierungserklärung in der kommenden Woche abwarten wollten.

Frankreich befindet sich in einer seiner schwersten Regierungskrisen seit Jahren. Lecornu war gerade einmal vier Wochen im Amt, als er am vergangenen Montag zurücktrat. Dass ihn Macron dann nur vier Tage später wieder ins Amt hob, könnte der womöglich letzte Versuch des Präsidenten sein, eine Neuwahl des Parlaments zu vermeiden. Zugleich sieht sich Macron selbst mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Frankreich hat seit der vorgezogenen Parlamentswahl im Sommer 2024 keine stabile Regierung mehr. Macron hatte die Neuwahl ausgerufen, um seine Machtbasis im Parlament zu konsolidieren - das Vorhaben scheiterte jedoch, das Regierungslager verlor seine relative Mehrheit und die RN von Marine Le Pen ging gestärkt aus der Wahl hervor. Seitdem ist die Nationalversammlung in drei Blöcke gespalten - das linke Lager, das Regierungslager in der Mitte und das rechtspopulistische Lager. Keiner der drei Blöcke kommt auf eine Mehrheit.

Die politische Krise geht mit einer Schuldenkrise einher. Frankreich verzeichnet eine Rekordverschuldung in Höhe von 3,4 Billionen Euro. Sowohl die Verschuldung in Höhe von 115 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als auch das Defizit in Höhe von 5,8 Prozent nähern sich jeweils dem Doppelten der EU-Grenzwerte.

(A.Berg--BBZ)