Berliner Boersenzeitung - "Vertrauen der Partner stärken": Selenskyj informiert Merz über Korruptionsermittlungen

EUR -
AED 4.311535
AFN 75.713348
ALL 95.655609
AMD 441.0953
ANG 2.101334
AOA 1077.736848
ARS 1599.636154
AUD 1.647346
AWG 2.114677
AZN 1.996776
BAM 1.954893
BBD 2.374398
BDT 144.942736
BGN 1.95836
BHD 0.445093
BIF 3505.373255
BMD 1.174005
BND 1.500304
BOB 8.14622
BRL 5.860516
BSD 1.178953
BTN 109.40023
BWP 15.817659
BYN 3.348446
BYR 23010.501476
BZD 2.371
CAD 1.606684
CDF 2711.951687
CHF 0.917247
CLF 0.026573
CLP 1045.824662
CNY 8.004074
CNH 8.012873
COP 4233.016548
CRC 537.650492
CUC 1.174005
CUP 31.111137
CVE 110.213853
CZK 24.284063
DJF 209.932576
DKK 7.467963
DOP 70.677201
DZD 156.128545
EGP 61.087019
ERN 17.610078
ETB 184.076075
FJD 2.604301
FKP 0.868116
GBP 0.870343
GEL 3.17076
GGP 0.868116
GHS 13.026955
GIP 0.868116
GMD 86.289834
GNF 10343.200013
GTQ 9.015816
GYD 246.645539
HKD 9.193693
HNL 31.323464
HRK 7.519156
HTG 154.378357
HUF 361.787891
IDR 20122.44874
ILS 3.474809
IMP 0.868116
INR 108.717047
IQD 1544.383295
IRR 1551447.841728
ISK 143.381064
JEP 0.868116
JMD 186.3935
JOD 0.832389
JPY 186.426161
KES 151.834079
KGS 102.666499
KHR 4715.811525
KMF 490.734336
KPW 1056.595455
KRW 1722.394413
KWD 0.362016
KYD 0.982444
KZT 552.783469
LAK 26009.929526
LBP 105570.707617
LKR 372.647065
LRD 216.919334
LSL 19.322633
LTL 3.466532
LVL 0.710144
LYD 7.454541
MAD 10.877052
MDL 20.265595
MGA 4889.730814
MKD 61.611408
MMK 2464.738342
MNT 4196.50884
MOP 9.509587
MRU 47.121132
MUR 54.344354
MVR 18.150061
MWK 2044.251321
MXN 20.355603
MYR 4.640253
MZN 75.083486
NAD 19.322633
NGN 1583.216864
NIO 43.379869
NOK 11.013582
NPR 175.040769
NZD 2.004109
OMR 0.453869
PAB 1.178953
PEN 4.055918
PGK 5.110628
PHP 69.92842
PKR 328.707556
PLN 4.228426
PYG 7510.514582
QAR 4.298005
RON 5.095771
RSD 117.295566
RUB 89.631309
RWF 1722.60059
SAR 4.403932
SBD 9.433892
SCR 17.622992
SDG 705.577292
SEK 10.791811
SGD 1.493969
SHP 0.876513
SLE 28.909866
SLL 24618.297066
SOS 673.787314
SRD 44.267046
STD 24299.536864
STN 24.488636
SVC 10.315213
SYP 129.783313
SZL 19.317036
THB 37.826954
TJS 11.117041
TMT 4.114888
TND 3.421512
TOP 2.826723
TRY 52.64368
TTD 8.007284
TWD 36.961221
TZS 3059.280167
UAH 51.900414
UGX 4365.973875
USD 1.174005
UYU 46.898236
UZS 14306.360822
VES 563.119768
VND 30917.426346
VUV 137.347365
WST 3.187643
XAF 655.65273
XAG 0.014528
XAU 0.000243
XCD 3.172807
XCG 2.124714
XDR 0.815422
XOF 655.65273
XPF 119.331742
YER 280.11512
ZAR 19.249277
ZMK 10567.453655
ZMW 22.428592
ZWL 378.029188
  • EUR/USD

    -0.0020

    1.1747

    -0.17%

  • Goldpreis

    -86.3000

    4793.3

    -1.8%

  • MDAX

    1013.7500

    31952.1

    +3.17%

  • Euro STOXX 50

    124.4300

    6057.71

    +2.05%

  • SDAX

    290.5200

    18268.79

    +1.59%

  • DAX

    547.7700

    24702.24

    +2.22%

  • TecDAX

    112.4600

    3765.52

    +2.99%

"Vertrauen der Partner stärken": Selenskyj informiert Merz über Korruptionsermittlungen
"Vertrauen der Partner stärken": Selenskyj informiert Merz über Korruptionsermittlungen / Foto: Handout - AFP

"Vertrauen der Partner stärken": Selenskyj informiert Merz über Korruptionsermittlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts des Korruptionsskandals in seinem Land weitere Aufklärung zugesichert. Die Ukraine werde "alles Notwendige tun, um das Vertrauen der Partner zu stärken", erklärte Selenskyj am Donnerstag im Onlinedienst X nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Gegen zwei Hauptverdächtige verhängte er Sanktionen. Merz forderte, die Ukraine müsse die Korruptionsbekämpfung "energisch vorantreiben". Selenskyj äußerte sich zudem zur Eröffnung eines "Exportbüros für ukrainische Waffen in Berlin".

Textgröße:

Die Korruptionsvorwürfe gegen den Selenskyj-Vertrauten Timur Minditsch, eine Schlüsselfigur der aktuellen Affäre im Energiesektor, waren Anfang der Woche bekannt geworden. Das Nationale Antikorruptionsbüro (Nabu) meldete am Montag 70 Razzien im Zusammenhang mit einem kriminellen Netzwerk im Energiesektor.

Die Antikorruptionsermittler werfen Minditsch vor, hinter dem weitverzweigten Netzwerk zu stehen, durch das sich auch hochrangige Regierungsbeamte und ein Minister unrechtmäßig bereichert haben sollen. Umgerechnet sollen rund 86 Millionen Euro aus dem Energiesektor zweckentfremdet worden sein.

Selenskyj verhängte am Donnerstag Sanktionen gegen Minditsch sowie einen weiteren Geschäftsmann, Oleksandr Zuckermann. Einem präsidialen Dekret zufolge sollen deren Vermögen eingefroren werden, zudem werden ihre Reise- und Geschäftstätigkeiten eingeschränkt. Beide Männer, die auch die israelische Staatsbürgerschaft haben, sollen die Ukraine allerdings bereits verlassen haben.

Minditsch ist Miteigentümer der Produktionsfirma Kwartal 95. Die Firma war von Selenskyj gegründet worden, der früher als Komiker und Schauspieler arbeitete, bevor er für das Präsidentenamt kandidierte. Selenskyj sei von den Anschuldigungen gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner überrascht worden, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter Selenskyjs der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Der Präsident habe seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe nicht mit Minditsch gesprochen.

Der Skandal erschüttert die ukrainische Regierung und den Energiesektor wenige Tage nach besonders heftigen russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur, die zu zahlreichen Stromausfällen in der Ukraine führten. Im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen waren Energieministerin Switlana Grintschuk und ihr Vorgänger, Justizminister Herman Haluschtschenko, am Mittwoch zurückgetreten.

Die Antikorruptions-Staatsanwaltschaft (Sapo) wirft Haluschtschenko vor, "persönliche Vorteile" durch Minditsch erhalten zu haben - im Gegenzug für die Kontrolle über Geldflüsse im Energiesektor. Er wies die Vorwürfe zurück. Grintschuk ist von den Korruptionsvorwürfen nicht direkt betroffen, als Vertraute Haluschtschenkos gilt sie jedoch ebenfalls als belastet. Der Rücktritt der Minister muss noch vom Parlament bestätigt werden.

Bundeskanzler Merz unterstrich bei dem Telefonat mit Selenskyj die Erwartung, "dass die Ukraine die Korruptionsbekämpfung und weitere Reformen insbesondere im Bereich der Rechtsstaatlichkeit energisch vorantreiben werde", wie sein Sprecher erklärte. Selenskyj habe den Kanzler in dem Gespräch zudem über die Korruptionsermittlungen gegen inzwischen zurückgetretene Mitglieder seiner Regierung informiert. Selenskyj habe dabei "vollständige Transparenz, langfristige Unterstützung der unabhängigen Anti-Korruptionsbehörden sowie weitere rasche Maßnahmen zugesagt, um das Vertrauen der ukrainischen Bevölkerung, der europäischen Partner und der internationalen Geber zurückzugewinnen".

Merz sprach sich in dem Telefonat zudem dafür aus, dass insbesondere junge Männer aus der Ukraine statt einer Ausreise nach Deutschland "den Dienst in ihrem Land versehen" sollten. Er habe Selenskyj "darum gebeten, dafür zu sorgen", sagte Merz später in einer Rede auf dem Handelskongress Deutschland in Berlin.

Selenskyj dankte Merz im Onlinedienst X für die deutsche Unterstützung insbesondere bei der Luftverteidigung, durch militärische Hilfspakete und bei der "Unterstützung unserer Widerstandsfähigkeit". Er habe dem Kanzler auch für die politische Unterstützung "bei der Eröffnung eines Exportbüros für ukrainische Waffen in Berlin" gedankt. Kiew arbeite "aktiv" an dessen Eröffnung.

Die ukrainische Regierung erwägt bereits seit einigen Monaten die Wiederaufnahme von Waffenexporten und hatte die Eröffnung von Büros in mehreren europäischen Ländern angekündigt. Ein Datum für die Wiederaufnahme der Rüstungsgüter-Exporte steht allerdings noch nicht fest.

Die ukrainische Armee ist an der Front stark in Bedrängnis. Russland meldete zuletzt die Einnahme von zwei Dörfern in den Regionen Charkiw und Dnipropetrowsk. Die ukrainischen Truppen in der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk in der Industrieregion Donezk versuchen, den russischen Truppen weiter standzuhalten.

Zudem ist die Bevölkerung durch die ständigen russischen Angriffe auf das Energienetz immer wieder von Stromausfällen betroffen. Angesichts des näher rückenden Winters besteht die Sorge, dass auch die Heizungen ausfallen. Die den Energiesektor betreffenden Korruptionsvorwürfe sorgen deswegen für besondere Empörung.

(K.Lüdke--BBZ)