Berliner Boersenzeitung - Kriminalität und Einwanderung im Fokus: Erste Runde der Präsidentenwahl in Chile

EUR -
AED 4.323624
AFN 75.940287
ALL 95.687478
AMD 441.242259
ANG 2.107224
AOA 1080.758104
ARS 1611.497818
AUD 1.640802
AWG 2.120604
AZN 2.006077
BAM 1.955544
BBD 2.375189
BDT 144.991026
BGN 1.96385
BHD 0.444942
BIF 3506.541132
BMD 1.177296
BND 1.500804
BOB 8.148934
BRL 5.86235
BSD 1.179346
BTN 109.436679
BWP 15.822929
BYN 3.349562
BYR 23075.00039
BZD 2.37179
CAD 1.622138
CDF 2719.554043
CHF 0.92023
CLF 0.026225
CLP 1032.124042
CNY 8.02651
CNH 8.025203
COP 4245.599931
CRC 537.829619
CUC 1.177296
CUP 31.198342
CVE 110.250573
CZK 24.292918
DJF 210.002519
DKK 7.478542
DOP 70.700748
DZD 156.180562
EGP 61.083007
ERN 17.659439
ETB 184.137404
FJD 2.6116
FKP 0.870549
GBP 0.870523
GEL 3.183245
GGP 0.870549
GHS 13.031295
GIP 0.870549
GMD 86.535785
GNF 10346.646031
GTQ 9.01882
GYD 246.727713
HKD 9.228882
HNL 31.3339
HRK 7.540232
HTG 154.429791
HUF 361.795271
IDR 20179.264435
ILS 3.484549
IMP 0.870549
INR 109.020489
IQD 1544.897834
IRR 1555796.58282
ISK 143.712969
JEP 0.870549
JMD 186.4556
JOD 0.834749
JPY 186.772161
KES 151.993381
KGS 102.954982
KHR 4717.38268
KMF 492.110114
KPW 1059.557114
KRW 1727.140685
KWD 0.363031
KYD 0.982771
KZT 552.967638
LAK 26018.595189
LBP 105605.880343
LKR 372.771219
LRD 216.991604
LSL 19.329071
LTL 3.476249
LVL 0.712135
LYD 7.457024
MAD 10.880676
MDL 20.272347
MGA 4891.359913
MKD 61.631935
MMK 2471.647055
MNT 4208.271742
MOP 9.512755
MRU 47.136832
MUR 54.497475
MVR 18.20144
MWK 2044.932399
MXN 20.380292
MYR 4.653267
MZN 75.294007
NAD 19.329071
NGN 1580.496695
NIO 43.394321
NOK 11.029737
NPR 175.099086
NZD 2.001864
OMR 0.452675
PAB 1.179346
PEN 4.057269
PGK 5.112331
PHP 70.124501
PKR 328.817071
PLN 4.231614
PYG 7513.016842
QAR 4.299437
RON 5.098167
RSD 117.334646
RUB 89.747056
RWF 1723.174504
SAR 4.416574
SBD 9.460335
SCR 17.72868
SDG 707.555258
SEK 10.789215
SGD 1.495288
SHP 0.87897
SLE 28.990957
SLL 24687.302663
SOS 674.011798
SRD 44.391165
STD 24367.648971
STN 24.496794
SVC 10.31865
SYP 130.147098
SZL 19.323471
THB 37.81518
TJS 11.120745
TMT 4.126422
TND 3.422652
TOP 2.834646
TRY 52.795135
TTD 8.009952
TWD 37.061709
TZS 3055.00648
UAH 51.917706
UGX 4367.428475
USD 1.177296
UYU 46.913861
UZS 14311.127236
VES 564.698282
VND 31004.088534
VUV 137.732352
WST 3.196578
XAF 655.871172
XAG 0.014569
XAU 0.000243
XCD 3.181702
XCG 2.125422
XDR 0.815693
XOF 655.871172
XPF 119.331742
YER 280.907036
ZAR 19.209
ZMK 10597.080419
ZMW 22.436064
ZWL 379.088812
  • Goldpreis

    71.3000

    4879.6

    +1.46%

  • MDAX

    1013.7500

    31952.1

    +3.17%

  • Euro STOXX 50

    124.4300

    6057.71

    +2.05%

  • TecDAX

    112.4600

    3765.52

    +2.99%

  • DAX

    547.7700

    24702.24

    +2.22%

  • EUR/USD

    -0.0017

    1.1767

    -0.14%

  • SDAX

    290.5200

    18268.79

    +1.59%

Kriminalität und Einwanderung im Fokus: Erste Runde der Präsidentenwahl in Chile
Kriminalität und Einwanderung im Fokus: Erste Runde der Präsidentenwahl in Chile / Foto: MARVIN RECINOS - AFP

Kriminalität und Einwanderung im Fokus: Erste Runde der Präsidentenwahl in Chile

In Chile haben die Bürger am Sonntag ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Rund 15,6 Millionen Stimmberechtigte konnten sich in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl für einen von acht Kandidaten entscheiden. Als Favoriten für die Nachfolge des linksgerichteten Präsidenten Gabriel Boric gelten der ultrarechte Pinochet-Fan José Antonio Kast, dessen Vater unter den Nazis Wehrmachtssoldat war, und die Sozialdemokratin Jeannette Jara, die zwar noch Mitglied der Kommunistischen Partei ist, aber als gemäßigt links gilt.

Textgröße:

Parallel zur ersten Runde der Präsidentschaftswahl wurden auch die Mitglieder der Abgeordnetenkammer in dem südamerikanischen Land neu gewählt. Zudem wurde die Hälfte der Sitze im Senat neu vergeben. Erstmals seit 2012 galt wieder eine Wahlpflicht in Chile. Versäumnisse werden mit einer Geldbuße belegt - daher wurde mit einer hohen Wahlbeteiligung gerechnet.

Bereits mittags waren in vielen Wahllokalen lange Schlangen zu sehen. Die Wahllokale schlossen um 16.00 Uhr (20.00 Uhr MEZ). Zwei Stunden später sollten erste Ergebnisse veröffentlicht werden.

Wichtigste Themen im Wahlkampf waren der Kampf gegen kriminelle Banden sowie die Einwanderung. In der Amtszeit des scheidenden Präsidenten Boric ist die Mordrate zwar um zehn Prozent gesunken, doch die zunehmende Gewalt krimineller Banden bereitet vielen Chilenen Sorgen. Zudem verzeichnete das Land einen Anstieg der Migrationszahlen. Eine Mehrheit der Chilenen bringt den Anstieg der Kriminalität mit der illegalen Einwanderung in Verbindung.

Es wird nicht erwartet, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat schon in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl die erforderliche Mehrheit erreicht. Für die Stichwahl am 14. Dezember rechnet sich der Rechtsaußen-Kandidat Kast gute Chancen aus: Die Wähler der beiden anderen Bewerber aus dem rechten Lager - der rechtsradikale Johannes Kaiser und die Konservative Evelyn Matthei, die beide ebenfalls deutsche Vorfahren haben - könnten seinem Kalkül zufolge in der zweiten Runde Kast unterstützen.

Kast, der für die Republikanische Partei antritt und sich bereits zum dritten Mal um das Präsidentenamt bewirbt, hat angekündigt, die rund 337.000 Menschen ohne Papiere - überwiegend Venezolaner - aus dem Land zu werfen. Der 59-jährige Anwalt und Vater von neun Kindern wäre der erste Rechtsaußen-Präsident in Chile seit dem Ende der Herrschaft von Diktator Augusto Pinochet (1973-1990).

Im Wahlkampf kündigte er Massenabschiebungen, den Bau einer Grenzmauer, die Aufrüstung der Polizei und den Einsatz der Armee in kritischen Gebieten an. "Wir brauchen Einheit, um die Probleme (...) im Zusammenhang mit der Sicherheit anzugehen", sagte Kast bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt.

Jara ist zwar seit ihrer Jugend Mitglied der Kommunistischen Partei, sie wird jedoch dem sozialdemokratischen Flügel zugerechnet und tritt als Kandidatin der regierenden Mitte-Links-Koalition an. Die 51-jährige frühere Arbeits- und Sozialministerin hat im Wahlkampf angekündigt, die Kontrollen gegen illegale Einwanderung zu verschärfen und die wachsende Kriminalität zu bekämpfen.

Nach ihrer Stimmabgabe in Santiago versicherte sie, dass sie "keinerlei Komplexe in puncto Sicherheit" habe. "Angst zu schüren reicht nicht aus, um ein Land zu regieren", sagte sie. "Wenn ich zur Präsidentin gewählt werde, hoffe ich, dass in Chile die Sicherheit, über die Runden zu kommen, ebenso Realität wird wie die Sicherheit, in einer ruhigeren Gegend zu leben."

Auf dem dritten Platz in den Umfragen lag zuletzt der rechtsradikale Kandidat Kaiser. Er hat wie Kast deutsche Wurzeln, allerdings floh sein Großvater nach seinen Angaben vor den Nazis nach Chile. Kaiser ist Vorsitzender der 2024 von ihm gegründeten Nationallibertären Partei, die kompromisslos für Sicherheit eintritt, wirtschaftlichen Ultraliberalismus propagiert und moralisch konservativ auftritt.

Der 49-Jährige hat sich im Wahlkampf ebenfalls für Massenabschiebungen ausgesprochen. Darüber hinaus will er vorbestrafte Migranten in ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis nach El Salvador abschieben, wo Staatschef Nayib Bukele auch Dutzende unter der harten Migrationspolitik des US-Präsidenten Donald Trump aus den USA abgeschobene Migranten aufgenommen hatte.

"Hier geht es darum, ob sich die Entfremdung Lateinamerikas von den Vereinigten Staaten und der freien Welt weiter verschärfen wird", sagte Kaiser nach der Stimmabgabe in Santiago.

(L.Kaufmann--BBZ)