Berliner Boersenzeitung - EU-Abkommen: Deutschland muss vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen

EUR -
AED 4.229542
AFN 75.432903
ALL 95.673329
AMD 434.159272
ANG 2.0616
AOA 1056.088321
ARS 1600.037833
AUD 1.67083
AWG 2.073309
AZN 1.948243
BAM 1.952178
BBD 2.314426
BDT 140.998406
BGN 1.968574
BHD 0.435883
BIF 3420.484544
BMD 1.151678
BND 1.480022
BOB 7.940268
BRL 5.943125
BSD 1.149078
BTN 107.036416
BWP 15.76482
BYN 3.404942
BYR 22572.894635
BZD 2.311032
CAD 1.605802
CDF 2654.618598
CHF 0.922253
CLF 0.02683
CLP 1059.39415
CNY 7.926598
CNH 7.931632
COP 4224.839701
CRC 534.701008
CUC 1.151678
CUP 30.519475
CVE 110.561488
CZK 24.525791
DJF 204.676064
DKK 7.473017
DOP 70.079416
DZD 153.596456
EGP 62.613641
ERN 17.275174
ETB 179.432426
FJD 2.595657
FKP 0.87241
GBP 0.872943
GEL 3.092212
GGP 0.87241
GHS 12.674256
GIP 0.87241
GMD 85.224041
GNF 10111.735079
GTQ 8.790691
GYD 240.503795
HKD 9.025876
HNL 30.524573
HRK 7.538767
HTG 150.815609
HUF 384.449823
IDR 19572.772669
ILS 3.605185
IMP 0.87241
INR 107.081324
IQD 1505.407027
IRR 1519265.219025
ISK 144.397379
JEP 0.87241
JMD 181.163103
JOD 0.816577
JPY 183.971327
KES 149.491314
KGS 100.713996
KHR 4595.35456
KMF 491.766833
KPW 1036.505563
KRW 1739.667758
KWD 0.35626
KYD 0.957623
KZT 544.519756
LAK 25302.824774
LBP 103077.556215
LKR 362.553652
LRD 210.858795
LSL 19.526796
LTL 3.400607
LVL 0.696639
LYD 7.34843
MAD 10.79587
MDL 20.219014
MGA 4804.045368
MKD 61.662483
MMK 2418.327165
MNT 4114.67681
MOP 9.276889
MRU 45.649316
MUR 54.048423
MVR 17.805197
MWK 1992.486051
MXN 20.579113
MYR 4.647079
MZN 73.649928
NAD 19.526373
NGN 1586.744956
NIO 42.280639
NOK 11.261919
NPR 171.256039
NZD 2.023556
OMR 0.443888
PAB 1.149068
PEN 3.975524
PGK 4.970692
PHP 69.359772
PKR 320.627134
PLN 4.277713
PYG 7433.273632
QAR 4.189827
RON 5.097447
RSD 117.45529
RUB 92.557209
RWF 1678.271739
SAR 4.323634
SBD 9.258079
SCR 16.611798
SDG 692.158588
SEK 10.916822
SGD 1.482176
SHP 0.864057
SLE 28.388965
SLL 24150.130531
SOS 656.678816
SRD 43.016278
STD 23837.415533
STN 24.454206
SVC 10.054346
SYP 127.419337
SZL 19.518871
THB 37.625302
TJS 11.014066
TMT 4.042391
TND 3.387615
TOP 2.772964
TRY 51.350339
TTD 7.795638
TWD 36.828393
TZS 2994.363368
UAH 50.326193
UGX 4311.001822
USD 1.151678
UYU 46.533666
UZS 13961.098053
VES 545.193566
VND 30335.206361
VUV 137.053299
WST 3.185856
XAF 654.736586
XAG 0.015928
XAU 0.000249
XCD 3.112468
XCG 2.070958
XDR 0.81616
XOF 654.747935
XPF 119.331742
YER 274.848455
ZAR 19.543963
ZMK 10366.482797
ZMW 22.205994
ZWL 370.839942
  • EUR/USD

    0.0003

    1.1525

    +0.03%

  • Goldpreis

    2.7000

    4682.4

    +0.06%

  • DAX

    -130.8200

    23168.08

    -0.56%

  • TecDAX

    -16.3500

    3467.91

    -0.47%

  • Euro STOXX 50

    -39.8500

    5692.86

    -0.7%

  • SDAX

    -78.6300

    16724.07

    -0.47%

  • MDAX

    -289.5400

    28916.26

    -1%

EU-Abkommen: Deutschland muss vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen

EU-Abkommen: Deutschland muss vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen

Deutschland wird nach Inkrafttreten des sogenannten Solidaritätsmechanismus im kommenden Jahr vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen müssen. Eine am Montag in Brüssel erzielte Einigung der EU-Innenminister bedeute für Deutschland, "dass wir keine finanziellen Leistungen aufzubringen haben und auf der anderen Seite keine Aufnahmen zu verzeichnen haben", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach dem Treffen. Die Ressortchefs der 27 Mitgliedstaaten einigten sich nach monatelangen Verhandlungen auf eine deutliche Verschärfung der gemeinsamen Asylpolitik.

Textgröße:

Teil der Einigung ist der sogenannte Solidaritätsmechanismus. Er sieht vor, dass EU-Länder mit einem hohen "Migrationsdruck" wie Italien oder Griechenland Flüchtlinge in andere EU-Länder übersiedeln können. Deutschland müsste nach der Regel eigentlich entweder Flüchtlinge aufnehmen oder 20.000 Euro pro nicht aufgenommenen Flüchtling an die betreffenden Länder zahlen.

Die Regelung sieht allerdings auch eine Reihe von Ausgleichsleistungen vor. So können etwa Länder offiziell Verantwortung für Menschen übernehmen, die sich bereits auf ihrem Territorium befinden, für die nach geltendem EU-Recht aber eigentlich ein anderes Land zuständig wäre.

Dobrindt sagte dazu, dass Deutschland sich mehrere tausend dieser Flüchtlinge anrechnen lassen könne und somit seine Verpflichtungen im Rahmen des Solidaritätsmechanismus mindestens für 2026 erfüllt habe. Die EU erkenne an, dass Deutschland in der Vergangenheit "viel Solidarität gezeigt" habe, sagte der Innenminister. Dies werde nun angerechnet.

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung haben Italien und Griechenland sich zudem bereiterklärt, Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen, für die die beiden Mittelmeerstaaten nach den Dublin-Regeln zuständig gewesen wären. Diese sehen vor, dass das EU-Land die Flüchtlinge aufnehmen muss, in denen diese erstmals registriert wurden. "Wir haben uns mit Griechenland und Italien darauf verständigt, dass sie Migranten wieder zurücknehmen, die über ihre Länder die Europäische Union betreten haben", zitierte "Bild" den Innenminister, ohne Zahlen zu nennen.

Die EU hatte im Juni 2024 eine Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems beschlossen, das die Mitgliedsländer bis Juni 2026 umsetzen sollen. Im April verkündete die EU-Kommission, Teile der Reform vorziehen zu wollen, um den Mitgliedsländern beschleunigte Asylverfahren zu ermöglichen. Viele europäische Regierungen stehen unter Druck, da die öffentliche Meinung zur Migration sich verschlechtert hat und dies den Zugewinn rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien bei Wahlen begünstigt hat.

Die Vereinbarungen der Innenminister basieren auf einem Vorschlag der EU-Kommission und sehen unter anderem vor, dass außerhalb der EU sogenannte Rückführungszentren eingerichtet werden können, in die Menschen abgeschoben werden können, deren Asylanträge abgelehnt wurden. So gibt es etwa eine niederländische Initiative für ein solches Zentrum in Uganda, an dem sich auch Deutschland beteiligen könnte. Kritiker zweifeln allerdings daran, dass solche Zentren mit europäischem Recht vereinbar sind.

"Statt in Sicherheit, Schutz und Integration zu investieren, wählt die EU Politik, die mehr Menschen in Gefahr und rechtliche Grauzonen bringen wird", erklärte Silvia Cartao von der Migranten-Hilfsorganisation Picum.

Doch auch einige Mitgliedstaaten sehen die geplanten Maßnahmen kritisch. So zeigt Spanien sich nicht überzeugt vom Konzept der "Rückführungszentren", das bereits in anderen Ländern nicht funktioniert habe. Innenminister Fernando Grande-Marlaska zweifelte zudem daran, ob die Abschieberegelung mit internationalem und humanitärem Recht vereinbar sei.

Die Innenminister einigten sich zudem auf härtere Strafen gegen Menschen ohne Bleiberecht, die sich weigern, die EU zu verlassen. Die Ergebnisse müssen noch vom EU-Parlament abgesegnet werden. Konservative und rechte Parteien haben bereits Zustimmung angedeutet.

Trotz der Einigung wird Deutschland laut Dobrindt aber zunächst an seinen Grenzkontrollen im Schengenraum festhalten. Diese blieben notwendig, bis der stärkere Schutz der Außengrenzen Wirkung zeige. Deutschland nimmt im Prinzip seit 2015 durchgehend mit wechselnder Intensität Kontrollen an seinen Grenzen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum vor.

(S.G.Stein--BBZ)