Berliner Boersenzeitung - Syrischer Arzt wegen Verbrechen gegen Menschlichkeit in Frankfurt vor Gericht

EUR -
AED 4.27099
AFN 76.755643
ALL 92.103264
AMD 422.463916
ANG 2.081457
AOA 1066.43957
ARS 1754.232932
AUD 1.613124
AWG 2.096246
AZN 1.991205
BAM 1.956104
BBD 2.337544
BDT 142.632193
BGN 1.972816
BHD 0.437583
BIF 3477.268189
BMD 1.162966
BND 1.472392
BOB 14.107195
BRL 5.93322
BSD 1.160571
BTN 109.592581
BWP 15.592426
BYN 3.581711
BYR 22794.13261
BZD 2.334143
CAD 1.603672
CDF 2667.843438
CHF 0.939164
CLF 0.027569
CLP 1085.024027
CNY 7.811352
CNH 7.808363
COP 3664.05215
CRC 525.999934
CUC 1.162966
CUP 30.818598
CVE 110.819626
CZK 24.164336
DJF 206.670379
DKK 7.474184
DOP 68.905529
DZD 154.87579
EGP 59.251775
ERN 17.444489
ETB 187.179402
FJD 2.550442
FKP 0.861392
GBP 0.859025
GEL 3.035455
GGP 0.861392
GHS 13.217132
GIP 0.861392
GMD 85.468083
GNF 10210.841252
GTQ 8.85934
GYD 242.807779
HKD 9.118229
HNL 31.28963
HRK 7.534392
HTG 151.778836
HUF 361.897168
IDR 20493.960407
ILS 3.492794
IMP 0.861392
INR 109.874002
IQD 1524.066877
IRR 1598583.920319
ISK 140.811811
JEP 0.861392
JMD 183.968624
JOD 0.824551
JPY 181.818676
KES 150.499157
KGS 101.699979
KHR 4706.523374
KMF 493.098002
KPW 1046.669696
KRW 1571.341204
KWD 0.359241
KYD 0.967138
KZT 529.375539
LAK 26108.585612
LBP 104143.600919
LKR 380.95436
LRD 206.581254
LSL 18.578349
LTL 3.433936
LVL 0.703466
LYD 7.390585
MAD 10.876641
MDL 20.089867
MGA 5035.642274
MKD 61.534574
MMK 2441.445884
MNT 4182.140284
MOP 9.373997
MRU 46.471629
MUR 54.423823
MVR 17.967622
MWK 2020.072398
MXN 19.644646
MYR 4.705338
MZN 74.325357
NAD 18.578408
NGN 1538.84775
NIO 42.768115
NOK 10.798284
NPR 175.349283
NZD 1.971349
OMR 0.44716
PAB 1.160581
PEN 3.900297
PGK 5.147927
PHP 72.615869
PKR 322.781519
PLN 4.319889
PYG 6909.015587
QAR 4.239362
RON 5.252185
RSD 117.300253
RUB 100.768416
RWF 1710.722912
SAR 4.429449
SBD 9.305068
SCR 16.059289
SDG 699.53173
SEK 11.080393
SGD 1.473018
SHP 0.861602
SLE 28.622077
SLL 24386.813579
SOS 663.303205
SRD 43.92697
STD 24071.047136
STN 24.910731
SVC 10.155405
SYP 15120.883166
SZL 18.578367
THB 38.303509
TJS 10.723676
TMT 4.08201
TND 3.378412
TOP 2.800143
TRY 56.336445
TTD 7.859121
TWD 36.859041
TZS 3081.874879
UAH 51.962285
UGX 4392.683471
USD 1.162966
UYU 46.716867
UZS 13740.442573
VES 937.788936
VND 30333.059378
VUV 137.723346
WST 3.147438
XAF 656.059078
XAG 0.017449
XAU 0.00026
XCD 3.142974
XCG 2.091589
XDR 0.822277
XOF 655.329814
XPF 119.331742
YER 275.623274
ZAR 18.580602
ZMK 10468.086547
ZMW 22.051241
ZWL 374.474561
  • Euro STOXX 50

    -12.7900

    6369.8

    -0.2%

  • DAX

    -0.9400

    26002.38

    -0%

  • TecDAX

    20.4900

    4047.92

    +0.51%

  • SDAX

    94.3500

    18691.38

    +0.5%

  • Goldpreis

    -13.6000

    4526.3

    -0.3%

  • MDAX

    91.5700

    32348.66

    +0.28%

  • EUR/USD

    -0.0004

    1.1627

    -0.03%

Syrischer Arzt wegen Verbrechen gegen Menschlichkeit in Frankfurt vor Gericht
Syrischer Arzt wegen Verbrechen gegen Menschlichkeit in Frankfurt vor Gericht

Syrischer Arzt wegen Verbrechen gegen Menschlichkeit in Frankfurt vor Gericht

Mit der Verlesung der Anklage hat am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt am Main der Prozess gegen einen syrischen Arzt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begonnen. Zum Auftakt sagte der Angeklagte zu seinem Leben aus. Die Bundesanwaltschaft wirft Alaa M. Folter und die vorsätzliche Tötung eines Gefangenen vor.

Textgröße:

Der 36-Jährige soll in den Jahren 2011 und 2012 als Assistenzarzt in einem Armeekrankenhaus und einem Gefängnis des Militärgeheimdiensts im syrischen Homs Gefangene "gefoltert und ihnen schwere körperliche sowie seelische Schäden zugefügt" haben, wie Oberstaatsanwältin Anna Zabeck sagte. Konkret wirft ihm die Anklage unter anderem Mord, Folter in 18 Fällen, schwere und gefährliche Körperverletzung, schwere Freiheitsberaubung sowie Freiheitsberaubung mit Todesfolge vor.

Die Opfer sollen laut Zabeck der gegen die Staatsführung von Machthaber Baschar al-Assad aufbegehrenden Opposition zugerechnet worden sein. Bei seinen Handlungen soll es sich um "systematische Angriffe gegen die Zivilbevölkerung" gehandelt haben. Sie seien eingebettet gewesen in das Bestreben der syrischen Regierung, die oppositionelle Bewegung im Land niederzuschlagen.

Teilweise soll M. medizinische Instrumente oder Plastikrohre benutzt haben, um Gefangene zu schlagen. Anderen habe er gegen den Kopf oder in den Bauch getreten. Auch gegen bereits bestehende Wunden habe er getreten, teilweise habe er sie angezündet.

In einem Fall soll er einen Gefangenen mittels einer Injektion "vorsätzlich getötet haben, um damit seine Macht zu demonstrieren und zugleich das Aufbegehren eines Teils der syrischen Bevölkerung zu unterdrücken", sagte Zabeck. Einem misshandelten Gefangenen, dessen Zustand sich durch einen epileptischen Anfall verschlechterte, soll er im Oktober 2011 eine Tablette gegeben haben. Der Mann zeigte daraufhin keine Reaktion mehr und starb.

Zudem soll er im Sommer 2011 die Genitalien eines 14 oder 15 Jahre alten Jungen mit Alkohol übergossen und angezündet haben. "Damit nahm M. den Verlust der Zeugungsfähigkeit billigend in Kauf", hieß es in der Anklage. "Im Anschluss prahlte er damit, eine neue Foltermethode erfunden zu haben." Auch die Hand eines Gefangenen soll M. mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet haben.

Nach Verlesung der Anklage ließ sich der 36-Jährige zu seiner Person ein. Nach eigenen Angaben kam der zu christlichen Minderheit gehörende M. 2015 mit einem offiziellen Visum nach Deutschland. Seit 2009 habe er in Syrien mit Privatlehrern Deutsch gelernt, weil er in Deutschland habe leben wollen. Ab September 2015 habe er als Arzt in Deutschland arbeiten dürfen. Fragen der Nebenklage ließ er unbeantwortet.

In zehn Fällen hatte der Senat die Anklageschrift aus Rechtsgründen zunächst abgelehnt, weil die Tatvorwürfe nicht hinreichend umgrenzt und nicht konkret genug gefasst seien. Der Bundesgerichtshof ließ am Dienstag jedoch alle Anklagepunkte zu. Der Generalbundesanwalt hatte Beschwerde gegen die Entscheidung des OLG eingelegt. Bis Ende März sind zunächst 15 Verhandlungstage angesetzt.

M.s Verteidigung kündigte am Mittwoch eine Aussage zu den Tatvorwürfen für den nächsten Prozesstag am kommenden Dienstag an. Diese soll zwei Verhandlungstage dauern.

Erst am Donnerstag ging vor dem OLG im reinland-pfälzischen Koblenz der weltweit erste Prozess um Staatsfolter gegen einen früheren Mitarbeiter eines syrischen Geheimdiensts zu Ende. Das Gericht verurteilte Anwar R. wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft.

(G.Gruner--BBZ)