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Die Linkspartei sieht sich trotz des verpassten Einzugs in den baden-württembergischen Landtag durch bei der Wahl erreichte Stimmengewinne gestärkt. "Wir haben ein historisches Ergebnis erzielt, das beste, das wir jemals hatten", sagte Bundes-Parteichefin Ines Schwerdtner am Montag zu dem Resultat in Baden-Württemberg am Sonntag. "Das gibt uns Hoffnung", hob sie mit Blick auf die weiteren in diesem Jahr anstehenden Landtags- und Kommunalwahlen hervor.
Gleichwohl sehe sie das Ergebnis mit "einem lachenden und einem weinenden Auge", räumte Schwerdtner ein. Die Dominanz des Zweikampfs zwischen CDU und Grünen habe "dafür gesorgt, dass wir auch zerrieben wurden". Dennoch sei es richtig gewesen, auf Themen zu setzen, die den Menschen wichtig seien wie bezahlbarer Wohnraum oder ein Deckeln der Preise sowie eine stärkere Besteuerung von Wohlhabenden.
Die Parteichefin wies darauf hin, dass die Linke vor allem bei jungen Frauen in den Städten sehr stark abgeschnitten habe. Allerdings müsse die Partei ihre Basis erweitern und weitere Menschen erreichen. Die Linkspartei hatte bei der Landtagswahl 4,4 Prozent der Stimmen erhalten, deutlich mehr als bei früheren Wahlen in Baden-Württemberg.
Angetreten war sie mit einem Trio aus drei Spitzenkandidatinnen - Kim Sophie Bohnen, Mersedeh Ghazaei und Amelie Vollmer. "Wir haben die Themen der Menschen nach vorne gestellt", sagte auch Bohnen auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Schwerdtner in Berlin. "Wir stellen konsequent Menschen vor Profite", versprach Vollmer. Dafür stehe die Linke auch als außerparlamentarische Opposition.
Ghazaei äußerte sich besorgt über das Erstarken der AfD bei der Wahl. Schwerdtner sagte, es sei für die Linke eine Aufgabe, Menschen, die etwa aus Angst um ihre Arbeitsplätze AfD gewählt hätten, wieder zurückzuholen.
(O.Joost--BBZ)