Berliner Boersenzeitung - Starmer gerät nach Labour-Wahldebakel in Großbritannien immer stärker unter Druck

EUR -
AED 4.172873
AFN 72.076362
ALL 94.0669
AMD 418.709391
ANG 2.03434
AOA 1041.938723
ARS 1671.414845
AUD 1.64621
AWG 2.046665
AZN 1.936079
BAM 1.953045
BBD 2.292956
BDT 139.862717
BGN 1.921258
BHD 0.428299
BIF 3391.698103
BMD 1.136247
BND 1.47482
BOB 7.883879
BRL 5.909052
BSD 1.138489
BTN 107.789957
BWP 15.481163
BYN 3.19749
BYR 22270.446507
BZD 2.28967
CAD 1.616118
CDF 2578.145366
CHF 0.921474
CLF 0.026386
CLP 1038.495434
CNY 7.715687
CNH 7.727248
COP 3898.248499
CRC 516.464685
CUC 1.136247
CUP 30.110553
CVE 110.642058
CZK 24.223628
DJF 201.933766
DKK 7.475195
DOP 66.527371
DZD 151.883334
EGP 56.498078
ERN 17.043709
ETB 183.544295
FJD 2.551727
FKP 0.857729
GBP 0.86152
GEL 3.005364
GGP 0.857729
GHS 12.754367
GIP 0.857729
GMD 82.378909
GNF 9970.569526
GTQ 8.685748
GYD 238.18403
HKD 8.909093
HNL 30.459901
HRK 7.528728
HTG 148.85004
HUF 355.749923
IDR 20409.273477
ILS 3.40456
IMP 0.857729
INR 107.837253
IQD 1491.396317
IRR 1562396.809631
ISK 144.008305
JEP 0.857729
JMD 179.206432
JOD 0.805633
JPY 183.581768
KES 147.030109
KGS 99.364989
KHR 4556.351893
KMF 489.722269
KPW 1022.622941
KRW 1746.843902
KWD 0.351078
KYD 0.948762
KZT 553.788855
LAK 25211.438102
LBP 101949.894966
LKR 380.902719
LRD 207.197738
LSL 18.773719
LTL 3.355043
LVL 0.687305
LYD 7.305663
MAD 10.65547
MDL 20.042729
MGA 4756.291032
MKD 61.572239
MMK 2385.423174
MNT 4066.628999
MOP 9.193932
MRU 45.218824
MUR 54.494347
MVR 17.566329
MWK 1974.106744
MXN 19.979602
MYR 4.709749
MZN 72.606431
NAD 18.773719
NGN 1557.230472
NIO 41.890911
NOK 11.16101
NPR 172.462974
NZD 2.010652
OMR 0.436919
PAB 1.138494
PEN 3.853764
PGK 4.992979
PHP 69.99053
PKR 316.636769
PLN 4.283027
PYG 6940.180016
QAR 4.150146
RON 5.244466
RSD 117.395933
RUB 84.647144
RWF 1669.537693
SAR 4.266939
SBD 9.16388
SCR 16.890326
SDG 682.311463
SEK 11.086995
SGD 1.474468
SHP 0.848323
SLE 28.122113
SLL 23826.541308
SOS 650.679323
SRD 42.589967
STD 23518.024431
STN 24.464308
SVC 9.961948
SYP 125.591794
SZL 18.767528
THB 37.944928
TJS 10.559306
TMT 3.988228
TND 3.369947
TOP 2.735811
TRY 52.822087
TTD 7.730096
TWD 36.03151
TZS 2982.652481
UAH 51.104714
UGX 4167.122082
USD 1.136247
UYU 45.665587
UZS 13678.705554
VES 700.911485
VND 29917.390639
VUV 134.939051
WST 3.131867
XAF 655.030167
XAG 0.0186
XAU 0.00028
XCD 3.070765
XCG 2.051806
XDR 0.814651
XOF 655.030167
XPF 119.331742
YER 271.165744
ZAR 18.856
ZMK 10227.580477
ZMW 20.423192
ZWL 365.871158
  • Goldpreis

    -72.3000

    4077.1

    -1.77%

  • EUR/USD

    -0.0020

    1.1368

    -0.18%

  • Euro STOXX 50

    -80.7700

    6230.55

    -1.3%

  • DAX

    -246.1100

    24893.58

    -0.99%

  • SDAX

    -238.4700

    18157

    -1.31%

  • MDAX

    -445.3600

    32129.1

    -1.39%

  • TecDAX

    -67.0900

    3903.86

    -1.72%

Starmer gerät nach Labour-Wahldebakel in Großbritannien immer stärker unter Druck
Starmer gerät nach Labour-Wahldebakel in Großbritannien immer stärker unter Druck / Foto: Ludovic MARIN - AFP/Archiv

Starmer gerät nach Labour-Wahldebakel in Großbritannien immer stärker unter Druck

Nach den deutlichen Verlusten seiner sozialdemokratischen Labour-Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien gerät Premierminister Keir Starmer immer weiter unter Druck. Mehrere Labour-Abgeordnete forderten am Samstag gegenüber britischen Medien einen "Zeitplan" für einen Führungswechsel in ihrer Partei. Starmer lehnte einen Rücktritt indes weiter ab - er werde "auf die Wähler hören" und den "Status quo ändern", erklärte er. Medien spekulierten unterdessen, dass Starmer am Montag eine umfassende Kabinettsumbildung verkünden könnte.

Textgröße:

Bei den Wahlen am Donnerstag in England, Schottland und Wales hatte die rechtspopulistische Partei Reform UK massiv zugelegt - während Labour auch in ihren Hochburgen hunderte Sitze verlor. In Schottland liegt Labour nach den Verlusten nun gleichauf mit Reform UK von Nigel Farage. In England gewann Labour zwar knapp 1000 Sitze in Gemeinde- und Stadträten, verlor aber rund 1400. Die meisten Mandate errang hier die einwanderungsfeindliche Reform UK. Im Regionalparlament in Wales verlor Labour die Mehrheit an die separatistische Partei Plaid Cymru.

Starmer nannte die Ergebnisse "schmerzlich", will nach eigenen Angaben nun aber dennoch "weder nach rechts oder links abbiegen". In einer Kolumne in der Zeitung "The Guardian" schrieb Starmer, er werde "auf die Wähler hören" und den "Status quo ändern", der zur Frustration der Bürgerinnen und Bürger geführt habe.

In der Kolumne führte Starmer weiter aus, die Mehrheit der Briten wolle "sichere Grenzen" und geringe Lebenshaltungskosten. Nun sei es an ihm, die Bürger zu überzeugen, dass Labour dafür die richtige Partei sei.

Allerdings kommen Rücktrittsforderungen inzwischen auch aus den eigenen Reihen. "Wenn wir bei den nächsten Wahlen wieder mit Keir Starmer antreten, wird es eine Katastrophe", sagte der Labour-Abgeordnete Clive Betts am Samstag dem Radiosender der Zeitung "The Times". Die Wähler "hörten nicht mehr auf ihn".

Dem Sender BBC sagte Betts, aus seiner Sicht liege es nun "in der Verantwortung des Kabinetts, das Gespräch mit Keir zu suchen". Die Partei müsse "anerkennen", dass dieser Zustand "nicht ewig andauern kann". "Es muss einen Zeitplan geben. Es muss einen Weg geben, in den kommenden Monaten auf ordnungsgemäße und konstruktive Weise tatsächlich eine neue Führung einzusetzen", fügte Betts hinzu.

Er gehört zu den zahlreichen Labour-Abgeordneten, die einen Rücktritt Starmers mittlerweile öffentlich fordern. Die Labour-Abgeordnete Catherine West sagte der BBC zudem, sollte kein Kabinettsmitglied Starmer bis Montag herausfordern, werde sie selbst versuchen, eine Wahl um den Parteivorsitz anzustoßen - ein Schritt, der auch anderen Kandidaten den Weg ebnen könnte.

Starmer sicherte sich unterdessen die Unterstützung der Parteigrößen Harriet Harman und des ehemaligen Premierministers Gordon Brown, indem er ihnen wichtige Beraterposten übertrug. Brown ernannte er am Samstag zum Sondergesandten für globale Finanzen, die frühere Labour-Vizechefin Harman soll Beauftragte für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen werden.

Es wird erwartet, dass Starmer am Montag in einer wichtigen Rede versuchen wird, seiner Amtsführung neuen Schwung zu verleihen. Darauf folgt am Mittwoch die traditionelle Eröffnung der Sitzungsperiode des Parlaments, bei der König Charles III. die Gesetzesvorhaben vorstellt, die die Regierung für die nächste Legislaturperiode vorbereitet.

Labour hatte die konservativen Tories erst vor zwei Jahren mit einem Erdrutschsieg von der Macht verdrängt. Die britische Regierung konnte aber kein nennenswertes Wirtschaftswachstum erzielen, machte dafür aber mit Fehltritten und Skandalen von sich reden. In einer Umfrage hatte eine Mehrheit der Labour-Parteimitglieder unlängst angegeben, nicht mehr an einen Umschwung mit Starmer zu glauben.

Auch der Politikwissenschaftler Robert Ford von der Universität Manchester sieht die politische Geschichte nicht auf Starmers Seite. Es gebe "schlichtweg kein einziges Beispiel" dafür, dass sich ein Premierminister "von jener Art von Umfragewerten erholt hat, die er derzeit aufweist", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. "Die Öffentlichkeit hat entschieden, dass ihr das nicht gefällt. Ich bezweifle, dass sie ihre Meinung ändern wird", fügte er hinzu.

Schottlands Regierungschef John Swinney erneuerte derweil seine Forderung nach Unabhängigkeit für seinen Landesteil. Er forderte die Möglichkeit für ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum, um Schottland vor einer künftigen Regierung unter Reform UK zu schützen. "Nigel Farage galoppiert nun Richtung Downing Street", sagte Swinney, dessen seit 19 Jahren regierende Schottische Nationalpartei (SNP) bei der Regionalwahl stärkste Kraft geworden war, mit Blick auf die nächste Parlamentswahl 2029.

(A.Berg--BBZ)