Berliner Boersenzeitung - Parlamentswahl in Armenien: Rückenwind für Paschinjans pro-westlichen Regierungskurs

EUR -
AED 4.201449
AFN 75.506302
ALL 93.798237
AMD 417.59215
ANG 2.048106
AOA 1050.218578
ARS 1689.747935
AUD 1.640184
AWG 2.059251
AZN 1.94939
BAM 1.955763
BBD 2.301457
BDT 140.857352
BGN 1.964878
BHD 0.430892
BIF 3398.836106
BMD 1.144028
BND 1.475372
BOB 7.921063
BRL 5.845647
BSD 1.142679
BTN 109.960933
BWP 15.559707
BYN 3.306338
BYR 22422.958479
BZD 2.298057
CAD 1.604558
CDF 2585.50481
CHF 0.924345
CLF 0.026859
CLP 1057.100128
CNY 7.748791
CNH 7.754786
COP 3688.130668
CRC 518.590251
CUC 1.144028
CUP 30.316755
CVE 110.262927
CZK 24.219889
DJF 203.476175
DKK 7.477416
DOP 66.968741
DZD 152.243926
EGP 57.772914
ERN 17.160427
ETB 184.430333
FJD 2.565198
FKP 0.850906
GBP 0.85099
GEL 3.003121
GGP 0.850906
GHS 13.185752
GIP 0.850906
GMD 84.658515
GNF 10021.811603
GTQ 8.717836
GYD 239.055506
HKD 8.969584
HNL 30.601425
HRK 7.535835
HTG 149.347192
HUF 362.932043
IDR 20526.674049
ILS 3.475044
IMP 0.850906
INR 110.15336
IQD 1496.871861
IRR 1573039.179393
ISK 143.415853
JEP 0.850906
JMD 181.006597
JOD 0.811161
JPY 185.842898
KES 147.627225
KGS 100.045731
KHR 4619.913152
KMF 490.788624
KPW 1029.625722
KRW 1702.234755
KWD 0.353562
KYD 0.952182
KZT 540.049848
LAK 25783.515305
LBP 102324.576436
LKR 383.992781
LRD 206.816112
LSL 18.857046
LTL 3.378019
LVL 0.692012
LYD 7.294863
MAD 10.661
MDL 20.093622
MGA 4862.908584
MKD 61.633841
MMK 2401.667468
MNT 4104.262355
MOP 9.227727
MRU 45.546144
MUR 53.941376
MVR 17.687113
MWK 1981.362753
MXN 20.066951
MYR 4.685831
MZN 73.115293
NAD 18.857046
NGN 1578.633909
NIO 42.04921
NOK 11.036905
NPR 175.937693
NZD 1.956106
OMR 0.439442
PAB 1.142679
PEN 3.876027
PGK 5.106904
PHP 70.556857
PKR 317.714827
PLN 4.339358
PYG 6925.869803
QAR 4.176721
RON 5.231686
RSD 117.357794
RUB 89.558316
RWF 1682.56837
SAR 4.301488
SBD 9.233868
SCR 15.340312
SDG 686.993316
SEK 11.036104
SGD 1.477632
SHP 0.854133
SLE 27.885738
SLL 23989.713905
SOS 652.987725
SRD 43.028099
STD 23679.080038
STN 24.499539
SVC 9.997812
SYP 126.451869
SZL 18.842646
THB 38.4741
TJS 10.558102
TMT 4.01554
TND 3.374037
TOP 2.754546
TRY 53.932368
TTD 7.759854
TWD 37.081514
TZS 3016.643291
UAH 51.040641
UGX 4221.920634
USD 1.144028
UYU 45.929137
UZS 13723.742012
VES 829.237389
VND 30082.229245
VUV 136.096559
WST 3.137696
XAF 655.944669
XAG 0.02047
XAU 0.000285
XCD 3.091795
XCG 2.059361
XDR 0.815785
XOF 655.944669
XPF 119.331742
YER 272.969304
ZAR 18.336432
ZMK 10297.633379
ZMW 20.824609
ZWL 368.376708
  • Euro STOXX 50

    -52.7400

    6230.87

    -0.85%

  • DAX

    -84.5100

    24830.98

    -0.34%

  • SDAX

    -78.8700

    18250.65

    -0.43%

  • TecDAX

    -11.9300

    3770.35

    -0.32%

  • MDAX

    -175.1000

    31864.73

    -0.55%

  • Goldpreis

    26.7000

    4018.8

    +0.66%

  • EUR/USD

    0.0002

    1.1446

    +0.02%

Parlamentswahl in Armenien: Rückenwind für Paschinjans pro-westlichen Regierungskurs
Parlamentswahl in Armenien: Rückenwind für Paschinjans pro-westlichen Regierungskurs / Foto: Karen MINASYAN - AFP

Parlamentswahl in Armenien: Rückenwind für Paschinjans pro-westlichen Regierungskurs

Rückenwind für den pro-westlichen Kurs von Nikol Paschinjan: Bei der richtungsweisenden Parlamentswahl in Armenien liegt die Partei des Regierungschefs Teilergebnissen zufolge klar in Führung. Wie die zentrale Wahlkommission in der Nacht zu Montag nach Auszählung der Stimmzettel in knapp einem Viertel der Wahllokale mitteilte, kommt Paschinjans Zivilvertrags-Partei auf knapp 53 Prozent. Das Bündnis Starkes Armenien seines pro-russischen Herausforderers Samwel Karapetjan erhielt demnach gut 23 Prozent der Stimmen. In einer ersten Reaktion reklamierte Paschinjan den Wahlsieg für sich und seine Partei.

Textgröße:

Zwei weitere Oppositionskräfte, das Bündnis Armenien des ehemaligen Präsidenten Robert Kotscharjan und die Partei Wohlhabendes Armenien schafften ebenfalls den Einzug ins Parlament. Kotscharjans Bündnis Armenien kam demnach auf neun Prozent, Wohlhabendes Armenien erzielte knapp fünf Prozent der Stimmen.

Insgesamt waren 19 Parteien und Blöcke bei der Wahl für die 101 Sitze im Parlament in Eriwan angetreten. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei knapp 59 Prozent.

"Die Zivilvertrags-Partei hat gewonnen und wird die Regierung bilden", sagte Paschinjan nach Bekanntwerden der ersten Teilergebnisse Journalisten. Dabei sprach er von einem "historischen Sieg seiner Partei". Dieser werde "Armeniens Fortbestand und Entwicklung sichern", sagte der 51-Jährige.

Paschinjan will den Kaukasusstaat Armenien der EU annähern. Zudem hat er die Beziehungen der ehemaligen traditionell eng mit Russland verbundenen Sowjetrepublik zu den USA vertieft. Die Beteiligung seines Landes an einem von Russland geführten Sicherheitsbündnis hat er dagegen auf Eis gelegt. Paschinjans Herausforderer Karapetjan kritisierte Paschinjans Kurs vor der Wahl als "rücksichtsloses Vorpreschen" in Richtung Westen.

Nach seiner Stimmabgabe in Eriwan hatte Paschinjan jedoch gesagt, Armenien werde eine ausgewogene auswärtige Politik verfolgen. Die Frage nach "einer Wahl zwischen Russland und dem Westen" stelle sich nicht.

Russland ist der wichtigste Handelspartner Armeniens, bei Energie- und Rüstungsimporten ist das Kaukasusland von Moskau abhängig. Analysten bezeichneten den bisherigen Kurs der Regierung in Eriwan als einen Versuch, "auf beiden Stühlen gleichzeitig zu sitzen."

Moskau reagiert zunehmend verärgert über den prowestlichen Kurs des Landes. Kreml-Chef Wladimir Putin verglich die EU-Ambitionen Armeniens zuletzt mit dem pro-westlichen Kurs der Ukraine, der seiner Ansicht nach zum Auslöser des russischen Angriffskrieges 2022 wurde: Das "ukrainische Szenario" habe mit dem Versuch Kiews begonnen, der EU beizutreten, sagte Putin im Mai.

Ein Grund für die Annäherung Armeniens an die EU war auch die Enttäuschung über Russland: Bei der Militäroffensive Aserbaidschans im September 2023 gegen die von Armeniern bewohnte Exklave Bergkarabach hatten die dort stationierten sogenannten russischen Friedenstruppen nicht eingriffen.

Armenien liegt zwischen Europa und Asien mit Grenzen zum Iran, Georgien, der Türkei und Aserbaidschan. Aserbaidschan, ein enger Verbündeter der mit Russland und dem Iran rivalisierenden Regionalmacht Türkei, hatte 2023 in einer großangelegten Militäroffensive die mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach unter seine Kontrolle gebracht.

Der Militäreinsatz löste die Flucht von mehr als 100.000 Menschen nach Armenien aus. Bis heute sind die Folgen dieser Massenflucht in dem kleinen Kaukasusland mit drei Millionen Einwohnern zu spüren.

Paschinjan hatte die Abstimmung zuvor als Entscheidung zwischen einem dauerhaften Frieden mit Aserbaidschan und einer Rückkehr zum Krieg dargestellt. Trotz eines sich abzeichnenden Wahlsiegs ist es fraglich, ob sich Paschinjans Partei eine Zwei-Drittel-Mehrheit sichern kann. Diese wäre für Verfassungsergänzungen notwendig, wie sie Baku für einen abschließenden Friedensvertrag fordert. Demnach soll Armenien seine Gebietsansprüche auf Bergkarabach verbindlich fallenlassen.

Überschattet wurde der Urnengang durch Kreml-freundliche Desinformationskampagnen. Mit Hackerangriffen, Falschinformationen und Kreml-freundlichen Darstellungen werde versucht, die Annäherung an den Westen als gefährlich darzustellen. Der in den USA ansässigen Überwachungsstelle für Falschinformationen Newsguard zufolge wurden im Mai binnen einer Woche 31 Falschmeldungen über Paschinjan verbreitet.

Er habe "für den Frieden" gestimmt, sagte der 63-jährige Handwerker Hakob Hakobjan der Nachrichtenagentur AFP. "Nur Paschinjan kann Frieden bringen."

Der 59-jährige Chatschatur Mowsisjan sagte dagegen AFP, er habe einer Oppositionspartei seine Stimme gegeben. Armenien und seine Bürger bräuchten einen "Wandel in der Außen- und Innenpolitik sowie bei den Verhandlungen mit Aserbaidschan", sagte der Maschinenbauingenieur.

(P.Werner--BBZ)