Berliner Boersenzeitung - Stresstest bestanden: DHB-Team gewinnt WM-Generalprobe mit Mühe

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Stresstest bestanden: DHB-Team gewinnt WM-Generalprobe mit Mühe
Stresstest bestanden: DHB-Team gewinnt WM-Generalprobe mit Mühe / Foto: IMAGO/Marco Wolf - IMAGO/Marco Wolf/SID

Stresstest bestanden: DHB-Team gewinnt WM-Generalprobe mit Mühe

Stresstest bestanden, die WM kann kommen: Deutschlands Handballer haben ihre Generalprobe dank einer kleinen Aufholjagd und starker Nerven bestanden. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason besiegte Brasilien am Samstag in einem Krimi 28:26 (13:17), zeigte vier Tage vor dem Auftakt ihrer Medaillenmission aber einen Auftritt mit Licht und Schatten.

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"Es war ein hartes Stück Arbeit heute", sagte Kapitän Johannes Golla im ZDF: "Wir haben uns unglaublich viele Fehlwürfe geleistet. Der Anspruch an uns muss sein, dass wir das besser machen." Gislason sagte: "Es war positiv, dass die Mannschaft Charakter gezeigt und in der zweiten Hälfte deutlich besser gespielt hat."

Vor allem im ersten Durchgang fehlte es an Präzision, Intensität und Abstimmung. Zudem machte sich das deutsche Team das Leben mit etlichen Fehlwürfen schwer. Als die DHB-Auswahl nach dem Seitenwechsel dann ihr Potenzial abrief - hinten aggressiver zu Werke ging und vorne zielstrebiger und konsequenter im Abschluss agierte - wendete sich das Blatt.

Vier Minuten vor dem Ende glich Spielmacher Juri Knorr aus. Renars Uscins sorgte für den umjubelten Treffer zum 27:26, ehe erneut Knorr nachlegte. Nach dem 32:25 am Donnerstag in Flensburg gelang auch im zweiten Spiel gegen Brasilien doch noch ein Sieg, an dem auch Torhüter David Späth mit wichtigen Paraden seinen Anteil hatte.

Die Spielmacher Knorr (5 Tore) und Luca Witzke (4) waren vor 12.379 Zuschauern in der ausverkauften Barclays Arena die besten Werfer. Am Montag reist die deutsche Mannschaft aus der Hansestadt per Bus ins Teamquartier im dänischen Silkeborg. Ihr erstes WM-Spiel haben Golla und Co. dann am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) in Herning gegen Polen.

Weitere deutsche Gegner in der Vorrundengruppe A sind die Schweiz (17. Januar/20.30 Uhr/ZDF) und Tschechien (19. Januar/18.00 Uhr/ARD). Die ersten drei Mannschaften erreichen die Hauptrunde, die das deutsche Team ebenfalls in der Jyske Bank Boxen in Herning absolvieren würde.

"Wir wollen von Anfang besser ins Spiel kommen", sagte Gislason unmittelbar vor der Partie am ZDF-Mikrofon und kündigte an, "nicht ganz so viel" zu wechseln. "Ich werde mit dem eingespieltesten Block anfangen, um in Tritt zu kommen."

Tatsächlich begann Gislason im Vergleich zum ersten Test mit der vermeintlichen ersten WM-Sieben. Im Rückraum agierten Uscins, Knorr und Julian Köster, über die Außen kamen Lukas Zerbe und Lukas Mertens, am Kreis spielte Golla, im Tor durfte Andreas Wolff zwei Tage nach der Geburt seines ersten Kindes ran.

Das Problem war zunächst nicht die Abwehr - vor allem in der Offensive fehlte es an Präzision. Als Gislason seine Spieler beim Stand von 6:8 nach einer Viertelstunde zur Auszeit zusammentrommelte, fand er deutliche Worte. "Jungs, wir müssen konzentrierter sein", monierte der Isländer: "Unser Problem ist, dass wir sechsmal freistehend am Torhüter gescheitert sind. Das ist einfach zu viel."

In der Folge steigerte sich das deutsche Team im Angriff, nun fehlte gegen die quirligen Südamerikaner dafür hinten der Zugriff. Auch Wolff bekam in dieser Phase kaum Bälle zu fassen. "Jungs, ein bisschen mehr Aggressivität da rein", rief Gislason an der Seitenlinie - Deutschland lag 10:13 (23.) zurück. Als Marko Ggric wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erneut freistehend vergab, schraubte Brasilien seine Führung erstmals bis auf vier Tore hoch. Wolff schüttelte genervt den Kopf.

Auch nach der Pause zeichnete sich zunächst keine Wende ab. Immer wenn die Hausherren wieder in Schlagdistanz waren, versagten ihnen vor dem gegnerischen Tor die Nerven. Noch 15 Minuten vor dem Ende lag die deutsche Mannschaft mit 19:22 zurück. Brasiliens Keeper Rangel Da Rosa verbuchte elf Minuten vor dem Ende seine 15. Parade.

Lautstark angetrieben von den Fans glich Deutschland wenig später durch Rune Dahmke dann doch zum 23:23 erstmals wieder aus (50.). Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase - mit dem glücklicheren Ende für Deutschland.

(Y.Yildiz--BBZ)