Berliner Boersenzeitung - Kritische Expertenberichte erhöhen Druck auf Regierung beim Klimaschutz

EUR -
AED 4.232826
AFN 75.482288
ALL 93.560234
AMD 421.686424
AOA 1056.780009
ARS 1719.875393
AUD 1.631775
AWG 2.074378
AZN 1.961552
BAM 1.953795
BBD 2.320818
BDT 141.905585
BHD 0.434524
BIF 3446.348459
BMD 1.152432
BND 1.474374
BOB 13.591168
BRL 5.982854
BSD 1.152317
BTN 109.790268
BWP 15.511945
BYN 3.441438
BYR 22587.670888
BZD 2.317541
CAD 1.606588
CDF 2621.783154
CHF 0.937046
CLF 0.026781
CLP 1054.0383
CNY 7.77183
CNH 7.774025
COP 3628.916766
CRC 523.462738
CUC 1.152432
CUP 30.539453
CVE 110.633291
CZK 24.231848
DJF 204.810124
DKK 7.475483
DOP 67.278707
DZD 153.141902
EGP 57.870646
ERN 17.286483
ETB 184.360359
FJD 2.57361
FKP 0.852856
GBP 0.85397
GEL 3.007894
GGP 0.852856
GHS 13.136699
GIP 0.852856
GMD 85.280127
GNF 10115.480471
GTQ 8.7919
GYD 241.124611
HKD 9.043193
HNL 30.971605
HRK 7.534026
HTG 150.723995
HUF 364.162871
IDR 20581.286449
ILS 3.433215
IMP 0.852856
INR 109.875017
IQD 1510.262383
IRR 1584162.096472
ISK 141.991535
JEP 0.852856
JMD 182.42435
JOD 0.817094
JPY 183.734531
KES 148.951845
KGS 100.780277
KHR 4674.265228
KMF 493.241028
KRW 1633.39946
KWD 0.356285
KYD 0.960306
KZT 536.534666
LAK 25990.230822
LBP 103354.232004
LKR 385.184661
LRD 209.310436
LSL 18.623602
LTL 3.402833
LVL 0.697095
LYD 7.335205
MAD 10.725112
MDL 19.975325
MGA 4964.104177
MKD 61.466913
MMK 2420.034776
MNT 4144.912944
MOP 9.313921
MRU 46.2238
MUR 54.245243
MVR 17.816592
MWK 2001.774534
MXN 19.654735
MYR 4.708259
MZN 73.635056
NAD 18.623088
NGN 1571.307069
NIO 42.406843
NOK 10.945887
NPR 175.661184
NZD 1.966123
OMR 0.443304
PAB 1.152327
PEN 3.871594
PGK 5.076468
PHP 70.580737
PKR 320.146606
PLN 4.305314
PYG 6876.002402
QAR 4.201479
RON 5.235043
RSD 117.303739
RUB 95.528579
RWF 1691.770452
SAR 4.320187
SBD 9.294298
SCR 16.045056
SDG 692.050344
SEK 11.035616
SGD 1.47569
SLE 28.29216
SOS 658.633449
SRD 43.411687
STD 23853.019544
STN 24.777292
SVC 10.082739
SZL 18.611749
THB 38.1806
TJS 10.658953
TMT 4.033513
TND 3.384723
TRY 55.032672
TTD 7.815047
TWD 37.145886
TZS 3053.885352
UAH 51.488308
UGX 4274.612703
USD 1.152432
UYU 46.382797
UZS 13780.783561
VES 882.071909
VND 30020.282286
VUV 136.4973
WST 3.146128
XAF 655.278761
XAG 0.017642
XAU 0.000261
XCD 3.114505
XCG 2.076768
XDR 0.81466
XOF 654.581166
XPF 119.331742
YER 273.298836
ZAR 18.586172
ZMK 10373.265524
ZMW 21.68693
ZWL 371.082694
  • Euro STOXX 50

    -17.2300

    6533.99

    -0.26%

  • TecDAX

    -22.5600

    4067.62

    -0.55%

  • SDAX

    -68.5000

    18502.64

    -0.37%

  • DAX

    -60.3500

    26331.07

    -0.23%

  • MDAX

    110.2800

    32335.17

    +0.34%

  • Goldpreis

    -5.9000

    4461.6

    -0.13%

  • EUR/USD

    -0.0017

    1.1529

    -0.15%

Kritische Expertenberichte erhöhen Druck auf Regierung beim Klimaschutz
Kritische Expertenberichte erhöhen Druck auf Regierung beim Klimaschutz / Foto: John MacDougall - AFP/Archiv

Kritische Expertenberichte erhöhen Druck auf Regierung beim Klimaschutz

Gleich mehrere wissenschaftliche Berichte, die Defizite der deutschen Klimaschutzpolitik aufzeigen, haben den Handlungsdruck auf die Bundesregierung erhöht. Der unabhängige Expertenrat der Regierung für Klimafragen bescheinigte dieser in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme, ihr Klimaschutzprogramm stehe nicht im Einklang mit den gesetzlich festgelegten Emissionszielen. Allerdings bescheinigte das Gremium der Ampel-Regierung auch erreichte Fortschritte.

Textgröße:

Aus dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung gehe nicht hervor, "wie die verbleibende Differenz zu den Klimaschutzgesetz-Zielen geschlossen werden soll", schreiben die Expertinnen und Experten. Es fehle ein "schlüssiges Gesamtkonzept". Ratsmitglieder empfahlen daher zusätzliche Maßnahmen - zum Beispiel den Abbau klimaschädlicher Subventionen oder das Vorziehen eines Zertifikatehandels mit festen Emissions-Obergrenzen. Letzteres müsse jedoch sozial flankiert werden.

Laut dem ebenfalls am Dienstag vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichten Projektionsbericht 2023 der Regierung ist nach jetzigem Stand davon auszugehen, dass je nach Szenario im Zeitraum bis 2030 zwischen 194 und 331 Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestoßen werden als zulässig. Allerdings hatte die Lücke vor zwei Jahren im damaligen Projektionsbericht des UBA noch 1100 Millionen Tonnen CO2 betragen.

Das Ziel, die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent verglichen mit 1990 zu verringern, könnte laut den UBA-Daten im günstigsten Szenario erreicht werden. Die erwarteten Zielverfehlungen beziehen sich vorwiegend auf die Jahre dazwischen und konzentrieren sich auf die Bereiche Verkehr, Industrie und Gebäude.

"Das ist ein großer Fortschritt", erklärte Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) zur Verringerung der Lücke zum Erreichen der Emissionsziele. Er führte dies auf Weichenstellungen der Regierung zurück, vom Ausbau erneuerbarer Energien bis zur Dekarbonisierung der Industrie. Gleichwohl sei für das Erreichen der Klimaziele "noch viel zu tun". "Daran zu arbeiten, ist eine Aufgabe für die gesamte Regierung", hob Habeck hervor.

Die im Klimaschutzprogramm der Regierung enthaltenen Maßnahmen hätten "das Potenzial, signifikante Treibhausgasminderungen zu ermöglichen", erkannte auch der Vorsitzende des Expertenrats, Hans-Martin Henning, an. Gleichwohl entspreche das Programm aber "nicht den Anforderungen im Klimaschutzgesetz", da die Emissionsziele selbst bei vollständiger Umsetzung verfehlt würden.

Die Expertinnen und Experten kritisierten zudem erhebliche Unsicherheiten bei den Annahmen der Regierung. "Es gibt keine konsistente Datengrundlage für die Wirkung der Maßnahmen", sagte Henning. Der Expertenrat sei daher "nicht in der Lage, valide Aussagen zu Wirkung des Klimaschutzprogramms zu machen". Es sei jedoch davon auszugehen, dass "die kumulierte Zielerreichungslücke größer ausfallen wird" als von der Regierung errechnet - auch weil viele Maßnahmen vage formuliert seien oder es Zweifel an der Umsetzung gebe.

Die mit Abstand größten Probleme sieht der Expertenrat im Verkehrssektor, der ebenso wie der Bereich Gebäude Gegenstand eines zusätzlichen separaten Prüfberichts ist. Zwar gebe es auch beim Verkehr "eine stärkere Ambition als zuvor", dies reiche aber "klar nicht aus, um die Ziele für die kommenden Jahre zu erreichen", warnte Henning. Seine Stellvertreterin Brigitte Knopf verwies auf das Fehlen von Maßnahmen zum Pkw-Individualverkehr. In den Sektoren Verkehr und Gebäude waren die Emissionsziele 2022 verfehlt worden.

Mehrere Umweltverbände drängten die Bundesregierung zu entschlossenem Handeln. Notwendig sei jetzt "wirksamer und umfassender Klimaschutz in allen Sektoren", erklärte der WWF. "Der Bundeskanzler muss dafür sorgen, dass der fortgesetzte Rechtsbruch beim Klimaschutz durch die gesamte Regierung endlich endet", forderte Germanwatch. Greenpeace erklärte, der Expertenbericht entlarve das Klimaschutzprogramm der "Ampel" als "Luftschloss".

Die Deutsche Umwelthilfe verlangte "vor allem für den Verkehrssektor ein Klimanotfallprogramm". Die Organisation Letzte Generation kündigte weitere Straßenblockaden an.

(P.Werner--BBZ)