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Der frühere französische Präsident Georges Pompidou hat nach neuen Recherchen bereits bei seiner Kandidatur 1969 gewusst, dass er schwer krank war. Er habe schlimme Schmerzen gehabt und nach seiner Wahl über einen Rücktritt nachgedacht, bevor er 1974 nach fünf Jahren im Amt starb, heißt es in einem am Dienstag erschienenen Buch des Journalisten Patrice Duhamel. Der Autor stützt sich auf bislang unveröffentlichte Aufzeichnungen von Pompidous Leibarzt, Jean Bernard.
Bislang war vor allem der spätere Präsident François Mitterrand dafür bekannt, seine Krebserkrankung während seiner Amtszeit verheimlicht zu haben. "Gegen Ende ihrer Amtszeit hatten Georges Pompidou und François Mitterrand weder die Kraft zu regieren noch den Mut, zurückzutreten", schreibt Duhamel. "Das Land wurde getäuscht, den Franzosen wurde mit Hilfe falscher Mitteilungen verheimlicht, dass ihre Präsidenten sterbenskrank waren."
Im Fall von Pompidou hatte es viele Gerüchte über seinen Gesundheitszustand gegeben, als er mit aufgedunsenem Gesicht erschien und zahlreiche Termine absagte. Das französische Präsidialamt teilte damals lediglich mit, dass der Präsident an Grippe erkrankt sei.
Nach Pompidous Tod 1974 wurde entschieden, dass französische Präsidenten die Bevölkerung regelmäßig über ihren Gesundheitszustand informieren sollten. Wenige Jahre später verhielt sich Mitterrand jedoch ähnlich wie Pompidou.
Er erfuhr im Jahr seiner Wahl 1981, dass er Prostatakrebs hatte, der bereits gestreut hatte. "Die Ärzte gaben ihm noch zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Er hielt am Ende 14 Jahre durch", schreibt Duhamel. Seine Schmerzen hätten es ihm zeitweise sehr schwer gemacht, sein Amt auszuüben.
Auch Charles de Gaulle und Jacques Chirac hatten gesundheitliche Probleme: De Gaulle litt an einem Aneurysma, an dem er wenige Monate nach seinem Rücktritt starb. Chirac erlitt 2005 in seiner zweiten Amtszeit einen Schlaganfall.
(T.Burkhard--BBZ)