Berliner Boersenzeitung - Chinas Rückzug aus Venezuela

EUR -
AED 4.249064
AFN 72.29654
ALL 96.165114
AMD 436.427557
ANG 2.07037
AOA 1060.790054
ARS 1614.279735
AUD 1.619495
AWG 2.085141
AZN 1.986919
BAM 1.950918
BBD 2.317301
BDT 141.658773
BGN 1.906005
BHD 0.436725
BIF 3440.338569
BMD 1.156805
BND 1.472734
BOB 7.985981
BRL 5.975593
BSD 1.156606
BTN 106.449158
BWP 15.506197
BYN 3.4144
BYR 22673.381286
BZD 2.318927
CAD 1.571925
CDF 2519.52159
CHF 0.902187
CLF 0.026309
CLP 1038.834125
CNY 7.942914
CNH 7.955801
COP 4286.229211
CRC 544.936331
CUC 1.156805
CUP 30.655337
CVE 110.619489
CZK 24.395901
DJF 205.58782
DKK 7.472001
DOP 70.564528
DZD 152.103634
EGP 60.010309
ERN 17.352078
ETB 180.920502
FJD 2.545312
FKP 0.859581
GBP 0.862878
GEL 3.140765
GGP 0.859581
GHS 12.533996
GIP 0.859581
GMD 85.027593
GNF 10150.965802
GTQ 8.867885
GYD 242.322556
HKD 9.052984
HNL 30.73633
HRK 7.533346
HTG 151.76023
HUF 386.986615
IDR 19541.909697
ILS 3.596797
IMP 0.859581
INR 106.686183
IQD 1515.41477
IRR 1529036.150107
ISK 144.797632
JEP 0.859581
JMD 181.166642
JOD 0.820195
JPY 183.82039
KES 149.459299
KGS 101.162273
KHR 4650.356652
KMF 492.798757
KPW 1041.164324
KRW 1711.215915
KWD 0.355012
KYD 0.963817
KZT 567.965956
LAK 24796.119021
LBP 104008.042153
LKR 359.563121
LRD 212.040004
LSL 18.740809
LTL 3.415745
LVL 0.69974
LYD 7.351453
MAD 10.833429
MDL 19.945003
MGA 4823.87726
MKD 61.600396
MMK 2428.638734
MNT 4142.414572
MOP 9.324127
MRU 46.410504
MUR 53.108874
MVR 17.872866
MWK 2009.370284
MXN 20.47607
MYR 4.530014
MZN 73.931944
NAD 18.735339
NGN 1614.03208
NIO 42.477763
NOK 11.16671
NPR 170.319785
NZD 1.957005
OMR 0.444795
PAB 1.156621
PEN 3.954537
PGK 4.97513
PHP 68.60199
PKR 323.320435
PLN 4.253613
PYG 7496.241127
QAR 4.212042
RON 5.090528
RSD 117.420344
RUB 91.655436
RWF 1687.77874
SAR 4.34063
SBD 9.306709
SCR 17.214324
SDG 695.239717
SEK 10.677103
SGD 1.47418
SHP 0.867903
SLE 28.457309
SLL 24257.625212
SOS 661.114251
SRD 43.349537
STD 23943.53139
STN 24.871311
SVC 10.119589
SYP 128.696054
SZL 19.064104
THB 36.84482
TJS 11.085858
TMT 4.048818
TND 3.382209
TOP 2.78531
TRY 51.002094
TTD 7.848461
TWD 36.711797
TZS 3007.693652
UAH 50.986048
UGX 4273.306319
USD 1.156805
UYU 46.523377
UZS 14060.966989
VES 506.284157
VND 30366.135651
VUV 138.146824
WST 3.158941
XAF 654.32807
XAG 0.013522
XAU 0.000224
XCD 3.126324
XCG 2.084538
XDR 0.81164
XOF 650.706536
XPF 119.331742
YER 276.012582
ZAR 19.092763
ZMK 10412.654242
ZMW 22.495997
ZWL 372.490792
  • Euro STOXX 50

    -42.4900

    5794.68

    -0.73%

  • DAX

    -328.6000

    23640.03

    -1.39%

  • TecDAX

    -26.5700

    3599.45

    -0.74%

  • Goldpreis

    -62.5000

    5179.6

    -1.21%

  • SDAX

    -229.8400

    17086.27

    -1.35%

  • MDAX

    -308.2400

    29414.84

    -1.05%

  • EUR/USD

    -0.0039

    1.1575

    -0.34%


Chinas Rückzug aus Venezuela




Was sind die Ursachen des Bruchs einer einstigen „strategischen Partnerschaft“ zwischen China und Venezuela? Seit Beginn des 21. Jahrhunderts pflegten China und Venezuela eine enge Partnerschaft. Caracas wollte mit Peking einen starken Gegenspieler zu Washington gewinnen und versprach im Gegenzug Zugang zu den größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Im Rahmen von sogenannten „Kredit‑gegen‑Öl“-Pakten floss aus China insgesamt rund 60 Milliarden US‑Dollar nach Venezuela. Laut Analysen von 2020 entfielen mehr als 40 Prozent aller chinesischen Entwicklungskredite nach Lateinamerika auf Venezuela, und etwa 20 Milliarden US‑Dollar sind bis heute offen. Für die Regierung in Caracas bedeutete dies jahrzehntelang harte Deviseinnahmen, für Peking vor allem einen sicheren Energielieferanten und ein politisches Standbein in der Region.

Der anfängliche Enthusiasmus wich jedoch Ernüchterung. Venezuelas Wirtschaftspolitik und allgegenwärtige Korruption ruinierten das Land; die Ölförderung brach ein, und viele Infrastruktur‑Projekte scheiterten. Seit dem Machtantritt von Nicolás Maduro im Jahr 2013 haben chinesische Banken keine neuen umfassenden Kredite mehr vergeben, sondern lediglich bestehende Linien verlängert. Von den rund 60 Milliarden US‑Dollar sind noch immer etwa 20 Milliarden offen, doch aufgrund der drastisch gesunkenen Ölexporte fehlt Caracas das Geld für die Rückzahlung. Chinesische Firmen zogen sich aus diversen Projekten zurück, weil die Renditen ausblieben und die staatliche Ölgesellschaft PDVSA nicht mehr lieferfähig war.

Ölpartnerschaft unter Druck
Venezuela liefert weiterhin große Mengen Rohöl nach China. Im Juni 2025 stiegen die venezolanischen Ölexporte dank zusätzlicher Tanker für chinesische Kunden auf rund 844 000 Barrel pro Tag; rund 90 Prozent dieser Exporte gingen direkt oder über Zwischenhändler nach China. Bereits im Mai hatte China als Hauptabnehmer über 584 000 Barrel pro Tag erhalten und damit die Ausfälle in anderen Absatzmärkten kompensiert. Tatsächlich beziehen chinesische Raffinerien damit mehr als 90 Prozent des venezolanischen Rohöls.

Gleichzeitig hat die Struktur des Handels geändert. Aufgrund der US‑Sanktionen von 2019 dürfen die staatlichen Energiekonzerne Chinas keine venezolanischen Fässer mehr direkt kaufen, weshalb hauptsächlich unabhängige Raffinerien über Zwischenhändler agieren. Viele Lieferungen werden über Malaysia oder andere Hubs umdeklariert. Dieses Vorgehen macht die Transporte riskant und teuer. Als US‑Präsident Donald Trump im März 2025 25‑Prozent‑Zölle auf Waren aus Ländern verhängte, die venezolanisches Öl importieren, stoppten chinesische Händler vorübergehend ihre Käufe und warteten auf Anweisungen Pekings.

Die Exportabhängigkeit Venezuelas zeigt sich auch an der Innenpolitik: Mitte 2025 reiste Vizepräsidentin Delcy Rodríguez nach Peking, um höhere Exporte auszuhandeln. China jedoch verhandelte Preise nach unten und verlangte größere Preisnachlässe. Berichten zufolge werden bis zu zehn Prozent der venezolanischen Rohölexporte direkt zur Schuldentilgung verwendet. Analysten in Caracas sehen darin ein Zeichen, dass sich die „strategische Partnerschaft“ in ein reines Gläubiger‑Schuldner‑Verhältnis verwandelt hat.

Kleine neue Investitionen – aber keine Rettung
Im August 2025 wurde bekannt, dass das private chinesische Unternehmen China Concord Resources Corp (CCRC) zwei Ölfelder am Maracaibo‑See übernimmt. CCRC will mehr als eine Milliarde US‑Dollar investieren und bis Ende 2026 rund 60 000 Barrel täglich fördern. Dieses Projekt ist eine seltene Ausnahme, denn die großen staatlichen Konzerne sind seit den US‑Sanktionen aus dem Land verschwunden. Der Vertrag unterstreicht, wie verzweifelt Caracas nach Kapital sucht: Investoren erhalten im Rahmen des sogenannten Anti‑Blockade‑Gesetzes eine Beteiligung an der Förderung, das als Reaktion auf die Sanktionen geschaffen wurde. Dennoch bleibt die vereinbarte Menge im Vergleich zur früheren Zusammenarbeit gering und beweist eher Chinas Vorsicht als neuen Enthusiasmus.

Warum zieht sich China zurück?
Mehrere Gründe erklären, warum Peking die enge Bindung zu Venezuela lockert. Erstens bleibt das südamerikanische Land trotz seiner Ölreserven wirtschaftlich ein Fass ohne Boden. Die jahrelange Misswirtschaft führte zu einem Einbruch der Fördermengen; Experten sprechen von einer der größten wirtschaftlichen Depressionen in der Region. Die Projekte, die mit chinesischem Kapital errichtet wurden, warfen kaum Profit ab. Zudem versickerte ein Teil der Kredite in Korruptionsnetzwerken und wurde nicht für produktive Investitionen genutzt. Zweitens erhöhen die US‑Sekundärsanktionen die Risiken. Wegen der drohenden Strafmaßnahmen verzichten viele chinesische Staatsunternehmen auf Direktimporte. Als Washington im Frühjahr 2025 ankündigte, 25‑Prozent‑Zölle auf Waren aus Staaten zu erheben, die venezolanisches Öl kaufen, legten chinesische Händler ihre Einkäufe auf Eis. Selbst Pekings diplomatische Proteste gegen „unilaterale Sanktionen“ änderten daran wenig.

Drittens ist Venezuela für China geopolitisch weniger wichtig als oft angenommen. Peking betrachtet das Land längst nicht mehr als ideologischen Bruder, sondern als risikoreiche Investition. Beobachter weisen darauf hin, dass China 2019 sogar ein „Öl‑gegen‑Hilfen“-Angebot machte, das wegen der venezolanischen Misswirtschaft nie umgesetzt wurde. Seit 2023 lieferten chinesische Rüstungsfirmen keine Waffen mehr nach Venezuela. Insgesamt sendet Venezuela zwar den Großteil seines Öls nach China, doch angesichts der geringen Gesamtkapazität ist das Volumen für Peking austauschbar. Vor diesem Hintergrund sehen viele chinesische Entscheidungsträger Venezuela als entlegenen, schwer verteidigbaren Außenposten.

Bilanz und Aussichten?
China hat Venezuela über zwei Jahrzehnte massiv unterstützt, doch die Realität hat die einst blumigen Versprechen überholt. Heute ist Peking vor allem daran interessiert, den noch ausstehenden Teil seiner Darlehen zurückzuerhalten und günstiges Öl zu beziehen. Neue Großkredite oder Militärhilfe bleiben aus, und selbst technologische Kooperationen sind auf Sparflamme. Venezuela wird zwar weiterhin Öl nach China liefern, doch diese Beziehung ist längst nicht mehr strategisch, sondern von gegenseitigem Misstrauen und niedrigen Erwartungen geprägt.

Die Kombination aus gigantischen Schulden, wirtschaftlicher Misere, politischen Risiken und US‑Sanktionen hat den Glanz der Partnerschaft verblassen lassen. Chinas Zurückhaltung zeigt, dass auch geopolitische Großmächte auf ihr Kosten‑Nutzen‑Kalkül achten. Für Venezuela bedeutet dies, dass die Hoffnung auf eine groß angelegte Rettung aus Peking schwindet – ein bitteres Eingeständnis für ein Land, das einst als Vorreiter eines „sozialistischen Bündnisses“ galt.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...