Berliner Boersenzeitung - Frankreichs endlose Rentenlast

EUR -
AED 4.238267
AFN 75.0137
ALL 91.850368
AMD 420.283899
ANG 2.066179
AOA 1058.267988
ARS 1740.213385
AUD 1.619521
AWG 2.077298
AZN 1.964098
BAM 1.955732
BBD 2.323239
BDT 142.016261
BGN 1.942783
BHD 0.434792
BIF 3448.939091
BMD 1.154055
BND 1.467861
BOB 13.322592
BRL 5.938533
BSD 1.15347
BTN 110.686607
BWP 15.611724
BYN 3.502508
BYR 22619.470537
BZD 2.319839
CAD 1.606455
CDF 2665.865954
CHF 0.944288
CLF 0.027935
CLP 1102.895467
CNY 7.744287
CNH 7.746972
COP 3594.095382
CRC 516.186411
CUC 1.154055
CUP 30.582447
CVE 110.260664
CZK 24.291292
DJF 205.403703
DKK 7.475331
DOP 67.828802
DZD 154.339792
EGP 59.92221
ERN 17.310819
ETB 188.41074
FJD 2.551574
FKP 0.855305
GBP 0.855899
GEL 3.016939
GGP 0.855305
GHS 13.247594
GIP 0.855305
GMD 85.399668
GNF 10142.73299
GTQ 8.805844
GYD 241.322602
HKD 9.053143
HNL 30.958453
HRK 7.536091
HTG 150.757338
HUF 365.739538
IDR 20400.223504
ILS 3.509884
IMP 0.855305
INR 110.634081
IQD 1511.073314
IRR 1586334.628035
ISK 139.964061
JEP 0.855305
JMD 181.673643
JOD 0.818249
JPY 178.869811
KES 149.530655
KGS 100.921847
KHR 4672.876985
KMF 491.627179
KPW 1038.649524
KRW 1568.533162
KWD 0.356118
KYD 0.961283
KZT 515.900889
LAK 25814.320432
LBP 103292.733273
LKR 380.529982
LRD 201.396443
LSL 18.758069
LTL 3.407623
LVL 0.698076
LYD 7.328744
MAD 10.905813
MDL 20.053646
MGA 4978.86893
MKD 61.527581
MMK 2422.886165
MNT 4154.058028
MOP 9.319935
MRU 46.185184
MUR 54.344388
MVR 17.784687
MWK 2000.13868
MXN 19.797143
MYR 4.667691
MZN 73.743622
NAD 18.758069
NGN 1529.987744
NIO 42.448883
NOK 10.787814
NPR 177.104709
NZD 2.004033
OMR 0.443733
PAB 1.15347
PEN 3.870798
PGK 5.214863
PHP 72.443504
PKR 319.770582
PLN 4.33973
PYG 6865.73002
QAR 4.204535
RON 5.259253
RSD 117.354648
RUB 97.352542
RWF 1694.470075
SAR 4.331254
SBD 9.25494
SCR 15.853377
SDG 694.173223
SEK 11.27419
SGD 1.468333
SHP 0.854824
SLE 28.447624
SLL 24199.938968
SOS 659.202639
SRD 43.585175
STD 23886.600591
STN 24.499355
SVC 10.092603
SYP 15005.018453
SZL 18.763669
THB 38.421931
TJS 10.640674
TMT 4.039191
TND 3.378996
TOP 2.778686
TRY 56.132985
TTD 7.82776
TWD 36.785468
TZS 3053.199161
UAH 51.493075
UGX 4532.821756
USD 1.154055
UYU 46.388377
UZS 13570.760339
VES 970.77227
VND 29963.874134
VUV 136.279767
WST 3.152298
XAF 655.957
XAG 0.018244
XAU 0.00027
XCD 3.11889
XCG 2.078845
XDR 0.815976
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 272.962742
ZAR 18.774749
ZMK 10387.873873
ZMW 22.521407
ZWL 371.605117
SSP 6516.057594
MXV 2.244869
  • Goldpreis

    -35.4000

    4316.5

    -0.82%

  • MDAX

    63.3200

    31120.48

    +0.2%

  • TecDAX

    5.9400

    3966.69

    +0.15%

  • DAX

    -48.4600

    25392.35

    -0.19%

  • Euro STOXX 50

    -29.9900

    6230.39

    -0.48%

  • SDAX

    -17.5200

    18164.48

    -0.1%

  • EUR/USD

    -0.0011

    1.1546

    -0.1%


Frankreichs endlose Rentenlast




Frankreich gehört zu den europäischen Staaten mit den höchsten Rentenausgaben. Fast 14 % der jährlichen Wirtschaftsleistung fließen in Renten – rund vier Prozentpunkte mehr als in Deutschland und deutlich über dem EU‑Durchschnitt. Pensionen machen mehr als ein Viertel des staatlichen Budgets aus. Die großzügigen Leistungen sorgen dafür, dass Armut im Alter selten ist, doch sie zementieren ein System, in dem Menschen bei guter Gesundheit sehr früh aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Laut offiziellen Daten verbringen französische Männer im Schnitt mehr als 23 Jahre im Ruhestand, während es in Deutschland rund 19 Jahre sind. Gleichzeitig wird die Bevölkerung älter und die Zahl der Beitragszahler schrumpft. Die Kombination aus frühzeitigem Renteneintritt, hoher Lebenserwartung und hohen Auszahlungen lässt die jährlichen Defizite ansteigen, selbst wenn die Einnahmen dank Inflation vorübergehend gestiegen sind.

Reformversuche und ihre Grenzen
Um das Finanzloch zu verkleinern, wurde 2023 ein Gesetz beschlossen, das das gesetzliche Rentenalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre erhöhen und die erforderliche Beitragsdauer verlängern soll. Der unabhängige Rechnungshof rechnete vor, dass diese Reform dem Staat bis 2027 etwa 17 Milliarden Euro pro Jahr einspart. Dennoch prognostizierte die Behörde, dass der jährliche Fehlbetrag des Rentensystems ab Mitte des Jahrzehnts wieder auf mehrere Milliarden anwachsen und bis 2045 rund 30 Milliarden Euro erreichen wird. Ohne Anpassungen drohen nach Berechnungen langfristig zusätzliche Schulden von rund 470 Milliarden Euro. Wirtschaftsprüfer weisen außerdem darauf hin, dass Frankreichs hohe Sozialbeiträge die Lohnkosten treiben und so die Wettbewerbsfähigkeit schmälern.

Die Regierung argumentierte, dass nur eine Kombination aus späterem Renteneintritt, niedrigerem Leistungsniveau und höheren Steuern den Systemabsturz verhindern könne. Doch jede Änderung stößt auf massiven Widerstand. Gewerkschaften organisierten 2023 landesweite Streiks, Hunderttausende gingen auf die Straße, und im zersplitterten Parlament verhinderten linke und rechte Fraktionen eine breite Mehrheit für Strukturreformen. Selbst das moderate Anheben des Rentenalters löste Misstrauensanträge gegen die jeweiligen Regierungen aus.

Politischer Stillstand
Im Herbst 2025 erreichte die Krise einen neuen Höhepunkt. Um eine sofortige Regierungssturz zu verhindern, versprach der neue Premierminister, die umstrittene Reform bis nach der Präsidentschaftswahl 2027 auszusetzen. Der Preis: zusätzliche Kosten von etwa 400 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2026 und 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2027. Dieses Zugeständnis verschaffte der Minderheitsregierung eine kurze Atempause, doch gleichzeitig wurden die Einsparungen der Reform wieder zunichte gemacht. Der oberste EU‑Wirtschaftskommissar warnte, dass eine Verschiebung der Reform zwar politisch notwendig scheine, aber einen hohen finanziellen Preis habe und durch andere Einschnitte kompensiert werden müsse, wenn die Schuldenquote nicht weiter steigen solle.

Die Staatsverschuldung liegt bereits bei fast 118 % des Bruttoinlandsprodukts, und das Haushaltsdefizit betrug im Jahr 2024 5,8 % der Wirtschaftsleistung. Das Ziel, den Fehlbetrag bis 2026 auf unter fünf Prozent zu drücken, basiert auf optimistischen Wachstumsannahmen und massiven Kürzungen. Die Hälfte der geplanten 30 Milliarden Euro Einsparungen soll durch Steuererhöhungen auf Vermögen, Top‑Einkommen und große Unternehmen kommen; außerdem sollen Sozialleistungen und Pensionen bis 2030 langsamer als die Inflation steigen. Kritikern zufolge wird damit vor allem die Mittelschicht belastet, während eine breite Vermögenssteuer ausbleibt. Das unabhängige Haushaltsgremium bezweifelt, dass diese Maßnahmen in der politischen Realität umgesetzt werden können.

Wirtschaftliche Folgen
Finanzmärkte reagierten zunächst erleichtert auf die Verschiebung des Rentengesetzes, da sie einen erneuten Regierungssturz abwendete. Die Renditen für französische Staatsanleihen sanken kurzzeitig, das Risiko gegenüber deutschen Anleihen blieb aber hoch. Nur wenige Tage später senkte eine Ratingagentur Frankreichs Bonität wegen der ungelösten Haushaltsprobleme. Eine weitere Herabstufung durch andere Agenturen wird erwartet. Ökonomen warnen, dass Frankreichs Zinskosten stark steigen könnten, wenn keine glaubhafte Konsolidierung gelingt.

Die strukturelle Schieflage belastet auch die Realwirtschaft. Hohe Abgaben auf Löhne dämpfen die Beschäftigung, insbesondere bei gut bezahlten Stellen. Frankreichs Beschäftigungsquote liegt mit knapp 68 % deutlich unter dem Durchschnitt des Euroraums. Ein späterer Eintritt in den Ruhestand würde die Erwerbsbevölkerung vergrößern und das Beitragsaufkommen erhöhen. Doch ein breiter gesellschaftlicher Konsens dafür fehlt. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den Generationen: Pensionäre genießen eine im europäischen Vergleich hohe Ersatzquote und niedrige Armutsrisiken, während junge Menschen höhere Beiträge und stagnierende Reallöhne verkraften müssen.

„Aufgeben“ als bittere Realität?
Der Titel „Frankreich gibt auf“ drückt die düstere Stimmung aus, die sich im Herbst 2025 breitgemacht hat. Politisch ist das Land gelähmt, und jede Regierung scheitert an der Aufgabe, die Rentenfinanzen zu stabilisieren. Die Aussetzung der Reform zeigt, dass das Thema so toxisch ist, dass Premierminister lieber auf dringend benötigte Einsparungen verzichten, als sich weiter mit Protesten und Misstrauensvoten zu konfrontieren. Wirtschaftswissenschaftler sprechen von einer „demografischen Geiselhaft“: Ältere Wähler stellen die größte Wählergruppe und blockieren Änderungen, die ihre Ansprüche schmälern könnten.

Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass das Problem nicht durch kreative Buchführung oder moderate Anpassungen gelöst werden kann. Ohne tiefgreifende Veränderungen – sei es durch längere Erwerbsarbeitszeit, geringere Pensionen oder eine andere Finanzierung – wird der Rentenapparat immer größere Teile des Staatshaushalts verschlingen. Frankreich steht damit stellvertretend für viele europäische Länder: Der demografische Wandel und populistische Blockaden lassen die Rentensysteme zu finanziellen Zeitbomben werden. Ob es gelingt, diese Explosion zu verhindern, hängt davon ab, ob Politik und Gesellschaft bereit sind, unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen zu treffen.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...