Berliner Boersenzeitung - Japan‑China‑Streit um Taiwan

EUR -
AED 4.280055
AFN 73.422227
ALL 95.39049
AMD 429.089195
ANG 2.086661
AOA 1069.867632
ARS 1642.102215
AUD 1.622861
AWG 2.097779
AZN 1.981118
BAM 1.957905
BBD 2.347453
BDT 143.069524
BGN 1.94618
BHD 0.439689
BIF 3468.328636
BMD 1.165433
BND 1.489501
BOB 8.053659
BRL 5.891498
BSD 1.165518
BTN 110.668985
BWP 15.638814
BYN 3.193634
BYR 22842.486984
BZD 2.34422
CAD 1.610337
CDF 2647.86409
CHF 0.913029
CLF 0.026354
CLP 1037.212054
CNY 7.885728
CNH 7.88335
COP 4312.288604
CRC 526.850619
CUC 1.165433
CUP 30.883975
CVE 110.570473
CZK 24.289548
DJF 207.120926
DKK 7.473759
DOP 67.991552
DZD 154.431921
EGP 60.766836
ERN 17.481495
ETB 184.138765
FJD 2.577879
FKP 0.866023
GBP 0.865212
GEL 3.111815
GGP 0.866023
GHS 13.682249
GIP 0.866023
GMD 84.421349
GNF 10232.501349
GTQ 8.89052
GYD 243.832155
HKD 9.133639
HNL 30.965138
HRK 7.531145
HTG 152.634104
HUF 354.23977
IDR 20783.166856
ILS 3.277891
IMP 0.866023
INR 110.607172
IQD 1526.717242
IRR 1574558.267165
ISK 143.394889
JEP 0.866023
JMD 183.571853
JOD 0.826289
JPY 185.847518
KES 150.900238
KGS 101.917715
KHR 4673.386089
KMF 491.812721
KPW 1048.721011
KRW 1756.26677
KWD 0.360586
KYD 0.971344
KZT 567.940618
LAK 25584.165258
LBP 104364.525966
LKR 384.633537
LRD 213.419935
LSL 18.926439
LTL 3.44122
LVL 0.704959
LYD 7.400175
MAD 10.703045
MDL 20.169685
MGA 4883.164749
MKD 61.617447
MMK 2447.076732
MNT 4166.952974
MOP 9.40567
MRU 46.617013
MUR 55.183019
MVR 17.951041
MWK 2024.357574
MXN 20.189903
MYR 4.620983
MZN 74.477017
NAD 18.927156
NGN 1597.843482
NIO 42.620006
NOK 10.766445
NPR 177.070376
NZD 1.95534
OMR 0.448113
PAB 1.165553
PEN 3.961889
PGK 5.075471
PHP 71.942758
PKR 324.631762
PLN 4.233667
PYG 7012.539496
QAR 4.24338
RON 5.252368
RSD 117.437231
RUB 83.415542
RWF 1704.445776
SAR 4.396367
SBD 9.361294
SCR 16.109756
SDG 699.841773
SEK 10.788588
SGD 1.488695
SHP 0.870113
SLE 28.666695
SLL 24438.549943
SOS 666.041689
SRD 43.319731
STD 24122.110294
STN 24.940266
SVC 10.19879
SYP 128.817755
SZL 18.927105
THB 37.955235
TJS 10.758167
TMT 4.079016
TND 3.372714
TOP 2.806083
TRY 53.508392
TTD 7.917512
TWD 36.49344
TZS 3047.610782
UAH 51.620614
UGX 4393.591801
USD 1.165433
UYU 46.748858
UZS 14011.424663
VES 639.455669
VND 30680.023972
VUV 136.665854
WST 3.164371
XAF 656.663008
XAG 0.015371
XAU 0.000259
XCD 3.149641
XCG 2.100595
XDR 0.815229
XOF 655.542466
XPF 119.331742
YER 278.077441
ZAR 18.93274
ZMK 10490.310428
ZMW 21.424034
ZWL 375.268954
  • DAX

    83.0100

    25187.71

    +0.33%

  • TecDAX

    39.6600

    4199.74

    +0.94%

  • Goldpreis

    -58.4000

    4534.6

    -1.29%

  • Euro STOXX 50

    6.9000

    6057.44

    +0.11%

  • MDAX

    -135.7500

    33217.08

    -0.41%

  • SDAX

    -38.2600

    19154.71

    -0.2%

  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1652

    -0.06%


Japan‑China‑Streit um Taiwan




Das Verhältnis zwischen Japan und China ist im Herbst und Winter 2025 auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Auslöser war eine Aussage der seit Oktober amtierenden japanischen Premierministerin Sanae Takaichi, die am 7. November im Haushaltsausschuss des Unterhauses gefragt wurde, wie Tokio auf eine chinesische Invasion oder Blockade Taiwans reagieren würde. Erstmals benannte ein Regierungschef konkret, dass ein chinesischer Angriff auf Taiwan, bei dem auch US‑Truppen ins Fadenkreuz geraten, eine „Japan in seiner Existenz bedrohende Lage“ darstellen würde. Dieser juristische Begriff aus dem japanischen Sicherheitsrecht verpflichtet die Regierung, die Selbstverteidigungsstreitkräfte einzusetzen, wenn eine ausländische Attacke das Überleben des Landes gefährdet. Japans bisherige Strategien der bewussten Unklarheit waren damit passé; die Premierministerin stellte klar, dass Taiwans Sicherheit unmittelbar mit Japans Schicksal verknüpft sei.

Empörte Reaktionen aus Peking
Die Reaktion aus der Volksrepublik China fiel scharf aus. Schon am Folgetag veröffentlichte der chinesische Generalkonsul in Osaka einen inzwischen gelöschten Beitrag, in dem er Takaichi unverblümt drohte, ihre „schmutzigen Köpfe“ müssten abgeschlagen werden. Aus Sicht der chinesischen Führung verletzte Tokio damit eine rote Linie. In mehreren amtlichen Kommentaren warf die kommunistische Staatsführung Japan vor, „militaristische Reflexe“ zu zeigen, die Nachkriegsordnung zu unterminieren und sich in innere Angelegenheiten einzumischen. Außenminister Wang Yi stellte Takaichi an den Pranger und verkündete die Kampagne der „drei niemals“: China werde „niemals zulassen, dass japanische Rechtsnationalisten das Rad der Geschichte zurückdrehen“, „niemals zulassen, dass ausländische Kräfte sich in Taiwan einmischen“ und „niemals eine Wiedergeburt japanischer Militarismus zulassen“.

Die Volksrepublik brachte den Streit sogar vor die Vereinten Nationen. Der chinesische UN‑Botschafter Fu Cong schickte ein Schreiben an Generalsekretär António Guterres, in dem er Japan bezichtigte, erstmals militärische Interventionen auf der Taiwan‑Frage anzudrohen und damit internationales Recht zu verletzen. Staatsmedien wie die Volkszeitung („Zhong Sheng“-Kolumnen) warfen Japan eine Anknüpfung an vergangene Aggressionen vor und stilisierten Peking als Opfer.

Wirtschaftliche Bestrafung
Die diplomatische Offensive blieb nicht ohne materielle Folgen. Die chinesische Regierung rief am 14. November dazu auf, Reisen nach Japan zu vermeiden; große Reiseunternehmen stornierten daraufhin Touren und stoppten die Bearbeitung von Touristenvisa. Innerhalb weniger Tage brach bei einem auf chinesische Gruppen spezialisierten Tokioter Reiseveranstalter die Buchungslage um 80 Prozent ein. Tourismus trägt rund sieben Prozent zum japanischen Bruttoinlandsprodukt bei; Besucher aus China und Hongkong machen rund ein Fünftel aller Besucher aus. Nomura schätzt, dass der Boykott Japan jährlich rund 2,2 Billionen Yen (14 Milliarden US‑Dollar) kosten könnte; mehr als zehn chinesische Fluggesellschaften erstatten Hunderttausende Tickets.

Parallel fror Peking die Wiedereinfuhr von japanischen Meeresfrüchten wieder ein, obwohl der vorherige Bann erst wenige Monate zuvor aufgehoben worden war. Offiziell begründete das Außenministerium den Schritt mit „Sicherheitsbedenken“; zugleich betonte Sprecherin Mao Ning, dass Takaichis Äußerungen einen Aufschrei in der chinesischen Bevölkerung ausgelöst hätten und „selbst wenn Meeresprodukte geliefert würden, gäbe es keinen Markt dafür“. Staatliche Stellen stoppten die Zulassung japanischer Filme und Konzerte; Sängerinnen wie Ayumi Hamasaki standen vor leeren Hallen, und ein Auftritt in Shanghai wurde sogar während des Programms abgebrochen.

Militärische Spannungen
Die aufgeheizte Stimmung übertrug sich auch auf das Militär. Am 7. Dezember meldete Tokio, dass Kampfjets vom Typ J‑15 der chinesischen Marine bei zwei Vorfällen ihre Feuerleitradarstrahlen auf japanische F‑15 richteten. Eine solche „Radarausleuchtung“ gilt im Luftkampf als Vorbereitung eines Angriffs und zwingt das Ziel oft zu Ausweichmanövern. Premierministerin Takaichi kritisierte die Aktion als „gefährlichen Akt“ und erstattete Protest; Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi kündigte an, Japan werde „entschlossen und besonnen“ reagieren.

Chinas Marine wies die Vorwürfe zurück. Laut Marinekolonel Wang Xuemeng hätten japanische Maschinen die ordnungsgemäß angekündigten Trägerübungen östlich der Miyako‑Meerenge gestört. Gleichwohl gilt der Vorfall als die ernsteste militärische Konfrontation zwischen beiden Ländern seit Jahren. Australiens Verteidigungsminister Richard Marles, zu Gesprächen in Tokio, zeigte sich „zutiefst besorgt“ und versprach Unterstützung für Japan beim Schutz der regelbasierten Ordnung. Die Eskalation verdeutlicht die strategische Bedeutung der Region: Taiwan liegt nur etwa 110 Kilometer von Japans westlichster Insel Yonaguni entfernt; die japanischen Inseln beherbergen die größte Konzentration amerikanischer Streitkräfte außerhalb der USA.

Vertiefte Beziehungen zu Taiwan
Während Peking Druck ausübt, sucht Tokio den Schulterschluss mit Taipei. Am 22. Dezember traf sich der geschäftsführende LDP‑Generalsekretär Koichi Hagiuda mit Taiwans Präsident Lai Ching‑te. Beide sprachen von den „bisher besten Beziehungen“ und vereinbarten, die Zusammenarbeit – insbesondere bei Halbleitern – auszuweiten. Hagiuda bedankte sich für die Aufhebung taiwanischer Importverbote für japanische Lebensmittel und warb für eine breitere Kooperation. Präsident Lai betonte, dass Japan einen größeren Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Taiwan‑Straße leisten könne und dass Demokratien geeint nicht zu schlagen seien.

Die Begegnung unterstreicht, dass Tokios Politik nicht nur von sicherheitspolitischen Erwägungen, sondern auch von wirtschaftlichen Abhängigkeiten geprägt ist. Taiwan produziert über die Hälfte der weltweiten Halbleiter und rund neunzig Prozent der modernsten Chips; eine Blockade der Insel würde die Lieferketten in der Automobil‑, Verteidigungs‑ und Elektronikindustrie in Europa und Nordamerika binnen Wochen erschüttern. Entsprechend bemüht sich Japan darum, seine Versorgungsketten zu diversifizieren und die Partnerschaften mit Taiwan, Südkorea und den USA zu vertiefen.

Hintergründe und internationale Dimensionen
Japans „Ein‑China‑Politik“ bleibt seit 1972 bewusst ambivalent. In der gemeinsamen Erklärung mit der Volksrepublik erkannte Tokio Peking als einzige legitime Regierung Chinas an und erklärte, es „verstehe und respektiere“ Chinas Auffassung, dass Taiwan zum unveräußerlichen Territorium der VR China gehöre. Es akzeptierte diese Auffassung jedoch nicht ausdrücklich. Japan behält somit Spielraum, mit Taiwan inoffizielle Beziehungen zu pflegen.

Die Insel liegt strategisch auf wichtigen See‑ und Luftwegen, die Japan mit Südostasien, dem Indischen Ozean und darüber hinaus verbinden. Eine Krise im Taiwan‑Straßensystem könnte Japans Energie‑ und Warenströme empfindlich treffen. Zugleich bindet die USA‑Japan‑Sicherheitsallianz Tokio an Washington; die USA erwarten inzwischen nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche Beiträge zur Abschreckung Chinas. Die Europäische Union sieht sich ebenfalls herausgefordert: In Brüssel warnt man, dass wirtschaftliche Verflechtungen nicht vor Konflikten schützen und dass die eigene Abhängigkeit von Lieferketten rund um Taiwan ein Risiko darstellt. Analysten fordern eine engere Koordinierung mit Japan und anderen indo‑pazifischen Partnern, um sich gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen zu wappnen und Versorgungssicherheit zu schaffen.

Was haben Japan und China vor?
Aus chinesischer Sicht dient der derzeitige Druck als Signal an Tokio und andere Staaten, sich aus der Taiwan‑Frage herauszuhalten. Durch eine Kombination aus scharfer Rhetorik, wirtschaftlicher Bestrafung und gezielten militärischen Provokationen versucht Peking, Japan zu isolieren und Taiwan zu schwächen, ohne einen offenen Konflikt zu riskieren. Dabei nutzt es die Größe des eigenen Marktes und die Abhängigkeit Japans von chinesischen Touristen und Exporten, um politischen Einfluss auszuüben.

Japan wiederum will mit seiner deutlicheren Positionierung zwei Ziele erreichen: Einerseits soll Abschreckung gegenüber China aufgebaut werden, indem Peking signalisiert wird, dass ein Angriff auf Taiwan zwangsläufig auch Japan und die USA involvieren würde. Andererseits versucht Tokio, die internationale Gemeinschaft hinter sich zu versammeln. Die Regierung setzt auf engere Sicherheitskooperation mit Verbündeten wie den Vereinigten Staaten, Australien, Südkorea und europäischen Partnern, investiert in moderne Rüstung und diversifiziert Lieferketten. Trotz des Schlagabtauschs bemüht sich Tokio aber, die Eskalationsspirale zu vermeiden: Offizielle Stellen betonen Gesprächsbereitschaft und die Bedeutung stabiler Beziehungen, während sie gleichzeitig an ihrer Taiwan‑Position festhalten.

Beobachter erwarten, dass sich das Verhältnis der beiden asiatischen Schwergewichte zu einer „kontrollierten Rivalität“ entwickelt. Offizielle Dialogkanäle und wirtschaftlicher Austausch dürften fortbestehen, doch werden wirtschaftliche Zwangsmittel, diplomatische Kampagnen und militärische Zwischenfälle Teil des neuen Normalzustands. Solange die strukturellen Konfliktlinien – die ungeklärte Taiwan‑Frage, die Sicherheitsallianz zwischen Japan und den USA und das Ringen um die regionale Ordnung – bestehen, bleibt das Risiko weiterer Krisen hoch. Eine nachhaltige Entspannung setzt voraus, dass alle Seiten die Vorteile einer regelbasierten Ordnung über kurzfristige Machtpolitik stellen.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...