Berliner Boersenzeitung - Grönland-Einigung und nun?

EUR -
AED 4.237821
AFN 74.424813
ALL 91.522025
AMD 419.062062
ANG 2.065964
AOA 1059.31184
ARS 1740.907125
AUD 1.618382
AWG 2.078524
AZN 1.955017
BAM 1.947714
BBD 2.325197
BDT 142.458577
BGN 1.94258
BHD 0.435302
BIF 3443.792479
BMD 1.153934
BND 1.463736
BOB 14.372271
BRL 5.912532
BSD 1.154432
BTN 110.248775
BWP 15.552702
BYN 3.506135
BYR 22617.114077
BZD 2.321821
CAD 1.60368
CDF 2662.126969
CHF 0.944755
CLF 0.027455
CLP 1084.086446
CNY 7.74088
CNH 7.740465
COP 3569.592187
CRC 520.052248
CUC 1.153934
CUP 30.579261
CVE 109.809597
CZK 24.288877
DJF 205.580976
DKK 7.47551
DOP 67.949377
DZD 154.098684
EGP 59.675003
ERN 17.309016
ETB 186.34999
FJD 2.550776
FKP 0.852912
GBP 0.855798
GEL 2.994344
GGP 0.852912
GHS 13.230018
GIP 0.852912
GMD 84.804653
GNF 10148.767588
GTQ 8.814445
GYD 241.526247
HKD 9.050793
HNL 30.984902
HRK 7.534501
HTG 150.887507
HUF 365.479295
IDR 20376.173488
ILS 3.527122
IMP 0.852912
INR 110.554534
IQD 1512.321532
IRR 1586198.215172
ISK 139.661137
JEP 0.852912
JMD 182.356101
JOD 0.818129
JPY 178.312896
KES 149.411882
KGS 100.911378
KHR 4681.685495
KMF 490.421895
KPW 1038.541319
KRW 1551.966792
KWD 0.356347
KYD 0.962027
KZT 520.938587
LAK 25829.10511
LBP 103382.092518
LKR 379.529301
LRD 201.441959
LSL 18.641053
LTL 3.407268
LVL 0.698003
LYD 7.301844
MAD 10.787867
MDL 20.006117
MGA 4969.455223
MKD 61.387184
MMK 2422.976028
MNT 4149.408524
MOP 9.325087
MRU 46.421286
MUR 54.373925
MVR 17.828045
MWK 2001.824037
MXN 19.683992
MYR 4.683127
MZN 73.747916
NAD 18.641214
NGN 1529.413168
NIO 42.484727
NOK 10.759255
NPR 176.401483
NZD 1.999312
OMR 0.443679
PAB 1.154402
PEN 3.882283
PGK 5.211365
PHP 72.532868
PKR 320.044455
PLN 4.337368
PYG 6836.764994
QAR 4.208148
RON 5.252365
RSD 117.375041
RUB 96.932589
RWF 1702.860017
SAR 4.328956
SBD 9.246483
SCR 15.777179
SDG 694.095753
SEK 11.271037
SGD 1.466287
SHP 0.854228
SLE 28.328792
SLL 24197.417857
SOS 659.772362
SRD 43.755466
STD 23884.112123
STN 24.399234
SVC 10.101283
SYP 15003.455254
SZL 18.644003
THB 38.352742
TJS 10.678376
TMT 4.05031
TND 3.369327
TOP 2.778397
TRY 56.107178
TTD 7.83564
TWD 36.674327
TZS 3044.226675
UAH 51.423106
UGX 4467.433898
USD 1.153934
UYU 46.467892
UZS 13575.581565
VES 959.436099
VND 29983.254266
VUV 135.300175
WST 3.157152
XAF 655.957
XAG 0.018253
XAU 0.000268
XCD 3.118565
XCG 2.080562
XDR 0.815891
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 273.53952
ZAR 18.742191
ZMK 10386.796588
ZMW 22.281078
ZWL 371.566403
SSP 6518.864303
MXV 2.232179
  • Euro STOXX 50

    -60.4000

    6264.73

    -0.96%

  • TecDAX

    -6.9300

    3973.55

    -0.17%

  • Goldpreis

    -73.3000

    4335.6

    -1.69%

  • SDAX

    -106.6100

    18239.97

    -0.58%

  • MDAX

    -465.4500

    31198.34

    -1.49%

  • DAX

    -100.4000

    25468.16

    -0.39%

  • EUR/USD

    -0.0050

    1.1551

    -0.43%


Grönland-Einigung und nun?




Seit Anfang des laufenden Jahres 2026 hat sich ein diplomatischer Krimi um die arktische Insel Grönland entwickelt. US‑Präsident Donald Trump, der die Insel schon 2019 kaufen wollte, hat seinen Anspruch in seiner zweiten Amtszeit zur Staatsdoktrin erhoben. Er begründet dies mit geopolitischen und sicherheitspolitischen Argumenten und droht europäischen Verbündeten mit Strafzöllen. Obwohl die USA und die NATO in Davos ein vorläufiges Rahmenabkommen ausgearbeitet haben, bleibt die Lage angespannt – und die Einwohner Grönlands lehnen die Übernahme weiter ab.

Ein Konflikt mit Vorgeschichte
Bereits im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres 2025 hatte Trump einen Handelskrieg mit der EU vom Zaun gebrochen. Die Union lenkte damals ein, um ihre angeschlagene Wirtschaft zu schützen. Unter Vermittlung von Bundeskanzler Friedrich Merz akzeptierte Brüssel ein asymmetrisches Abkommen, das alle Zölle auf US‑Waren abschaffte, während Washington auf Importe aus Europa einen Basiszoll von 15 Prozent und auf bestimmte Produkte sogar noch höhere Abgaben erhob. Diese „Zollwende“ diente als Muster dafür, wie der US‑Präsident wirtschaftlichen Druck nutzt, um politische Ziele durchzusetzen. Als Trump im Januar 2026 seine Drohung erneuerte, trug er auf der Handelsfront erneut schwer auf: Ab 1. Februar sollten Zölle von 10 Prozent auf Waren aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Finnland und den Niederlanden erhoben werden, ab 1. Juni sollten sie auf 25 Prozent steigen – es sei denn, Dänemark veräußere Grönland. Für die exportorientierte deutsche Industrie, deren Lieferungen in die USA 2025 bereits um fast zehn Prozent eingebrochen waren, wären weitere Zölle ein schwerer Schlag. Verbandsvertreter warnten, der Vertrauensverlust durch Trumps Unberechenbarkeit gefährde Investitionen.

Drohkulisse und militärische Signale
Trump rechtfertigt seine Forderung nach der Übernahme Grönlands mit dem Hinweis, Russland und China könnten dort militärisch Fuß fassen. Er erklärte am 9. Januar, die USA würden nicht zulassen, dass andere Mächte die Insel besetzen; falls Dänemark nicht verkaufe, müsse Washington „auf angenehme oder schwierigere Art“ handeln. In seinem Kurznachrichtendienst betonte er, die USA hätten Europa Jahrzehnte lang subventioniert und es sei „an der Zeit, etwas zurückzugeben“. Worte wie diese provozieren Erinnerungen an die Alaska‑ und Louisiana‑Käufe des 19. Jahrhunderts.

Europa reagierte auf die Drohkulisse nicht nur mit Empörung, sondern auch mit Taten. Weil Gespräche zwischen Dänemark und den USA ergebnislos geblieben waren, entsandten mehrere NATO‑Staaten Mitte Januar ein Erkundungskontingent nach Grönland; auch 15 Bundeswehrsoldaten beteiligten sich. Die Mission sollte die Bedingungen für gemeinsame Manöver prüfen und ein „roter Strich“ im Eis sein. Die EU veröffentlichte zudem eine gemeinsame Erklärung: Man stehe zum Prinzip der Souveränität und territorialen Integrität, Zolldrohungen gefährdeten die transatlantischen Beziehungen, und man werde geeint und koordiniert reagieren. Vizekanzler Lars Klingbeil warnte, Europa dürfe sich nicht erpressen lassen. Auf politischer Ebene reagierten einzelne Staaten unterschiedlich: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer verurteilten die Drohungen offen, während Bundeskanzler Merz zunächst schwieg. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni nannte die Zölle „einen Fehler“ und forderte Deeskalation.

Auch in den USA war Trumps Vorgehen umstritten. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, kündigte an, die zusätzlichen Zölle stoppen zu wollen; sowohl Demokraten als auch Republikaner warnten, höhere Zölle würden die Preise für Familien und Unternehmen erhöhen. Mehrere Gouverneure – darunter Andy Beshear aus Kentucky und Gretchen Whitmer aus Michigan – bezeichneten Trumps Anspruch auf Grönland als „bescheuert“ und betonten, die Amerikaner wollten keine Übernahme. Selbst der republikanische Gouverneur Kevin Stitt gab zu, die USA könnten bereits militärische Basen auf der Insel errichten und müssten sie nicht besitzen.

Der vermeintliche Durchbruch in Davos
Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos traf sich Donald Trump am 21. Januar 2026 mit NATO‑Generalsekretär Mark Rutte. Anschließend verkündete er überraschend, eine „großartige Lösung“ sei in Aussicht: Ein Rahmenabkommen sei erreicht, daher würden die für den 1. Februar geplanten Zölle vorerst nicht verhängt. Rutte bestätigte, dass es einen groben Plan gebe und weitere Gespräche folgen sollten. Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen besteht der Entwurf aus vier Punkten: Erstens verzichtet Washington vorerst auf die geplanten Strafzölle; zweitens soll der Stationierungsvertrag von 1951 überarbeitet werden, wobei das Raketenabwehrprojekt „Golden Dome“ für mehr US‑Präsenz in der Arktis berücksichtigt wird; drittens bekommen die USA ein Mitspracherecht bei Investitionen in Grönland, um Einflussnahme aus China und Russland zu verhindern; viertens verpflichten sich europäische NATO‑Staaten zu einem stärkeren Engagement in der Arktis.

Viele Fragen bleiben indes offen. Weder Trump noch Rutte erwähnten die heikle Frage der Souveränität, die nach Ruttes Worten „kein Thema“ gewesen sei. Beobachter warnen deshalb, dass es sich lediglich um eine Skizze handle. Europäische Regierungen mahnen zur Vorsicht und betrachten die Kehrtwende eher als Atempause. Der EU‑Sondergipfel zur Zollkrise soll trotz des vermeintlichen Deals stattfinden, um eine gemeinsame Strategie zu beraten.

Warum Grönland so begehrt ist
Grönland ist die größte Insel der Welt, reich an seltenen Erden, Gold, Diamanten, Uran, Zink, Blei sowie potenziellen Öl‑ und Gasvorkommen. Strategisch liegt sie auf der kürzesten Route zwischen Nordamerika und Europa und beherbergt schon jetzt einen US‑Luftwaffenstützpunkt mit Frühwarnsystem für ballistische Raketen. Der Klimawandel öffnet neue Schiffsrouten, wodurch die Arktis wirtschaftlich attraktiver wird. Für Washington ist entscheidend, dass keine andere Großmacht auf der Insel Fuß fasst. Die Biden‑Nachfolgeadministration hat bereits in den Stationierungsverträgen mit Dänemark einen weitreichenden Zugriff auf die Basis vereinbart; ein Ausbau wäre auch ohne einen Eigentumswechsel möglich.

Grönländer sagen Nein – das Volk wehrt sich
Während Politiker um geopolitische Verträge feilschen, melden sich die Menschen in Grönland zu Wort. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Verian im Auftrag der grönländischen Zeitung Sermitsiaq und der dänischen Tageszeitung Berlingske ergab, dass 85 Prozent der Einwohner eine Eingliederung in die USA ablehnen; nur sechs Prozent würden einem Anschluss zustimmen, neun Prozent sind unentschlossen. Auch Deutschlandfunk berichtete über eine Umfrage, nach der 85 Prozent der Grönländer die US‑Pläne ablehnen.

Der frühere Regierungschef Múte B. Egede äußerte schon Anfang 2025: „Wir wollen keine Dänen sein. Wir wollen auch keine Amerikaner sein. Wir wollen Grönländer sein“. Dieser Satz fasst die Stimmung vieler Bürger zusammen, die sich seit Jahren für mehr Unabhängigkeit von Dänemark starkmachen, aber keinen neuen Kolonialherrn akzeptieren wollen. Grönlands heutiger Regierungschef Jens‑Frederik Nielsen setzt ebenfalls auf einen behutsamen Weg zur Unabhängigkeit. Am 17. Januar 2026 marschierten unter seiner Führung Tausende Demonstranten in Nuuk zum US‑Konsulat, um gegen die Ansprüche Trumps zu protestieren.

Europa zwischen Abhängigkeit und Selbstbehauptung
Der Grönland‑Streit macht deutlich, wie abhängig die europäische Sicherheit von den USA ist. Mehrere Gäste der ZDF‑Talkshow „Maybrit Illner“ erinnerten daran, dass ein Europa ohne NATO heute nicht überlebensfähig wäre; die USA stellen den nuklearen Schutzschirm und viele wichtige Fähigkeiten bereit. Deshalb warnten Experten vor einer Eskalation, die zum Bruch des Bündnisses führen könnte. In der Sendung merkte CDU‑Außenpolitiker Norbert Röttgen an: „Was soll er eigentlich machen, wenn die Grönländer sagen: nein. Soll er da 10 000 Soldaten ins Eis stellen?“. Ex‑Außenministerin Annalena Baerbock, heute Präsidentin der UN‑Vollversammlung, verwies auf die Charta der Vereinten Nationen: Staaten hätten kein Recht, in das Territorium anderer Staaten einzudringen, und das Recht des Stärkeren dürfe nicht gelten.

Dennoch wächst in Europa der Wille, eigenständiger zu werden. Bereits während Trumps erster Amtszeit hatte die EU mit der „Ständigen strukturierten Zusammenarbeit“ (Pesco) den Grundstein für eine europäische Verteidigungsunion gelegt. Doch eine echte militärische Souveränität ist noch fern; viele Staaten fürchten, ohne US‑Unterstützung verwundbar zu sein. Gleichzeitig verweisen Beobachter darauf, dass sich Trumps Druck auch gegen europäische Regulierungen wie Digitalsteuer oder Datenschutzrichtlinien richten könnte.

Analyse und kurzfristiger Ausblick
Die Ankündigung eines Rahmenabkommens in Davos hat den Konflikt um Grönland zumindest vorerst entschärft. Doch der angebliche Deal beruht auf vagen Formulierungen. Die zentrale Frage der Souveränität blieb ausgespart, und selbst US‑Verhandler räumen ein, dass die Details erst ausgearbeitet werden müssen. Die vier vereinbarten Säulen – Aussetzen der Zölle, Neubewertung des Stationierungsvertrags, US‑Mitspracherecht bei Investitionen und stärkeres europäisches Engagement – könnten in der Praxis auf unbestimmte Zeit hinausgezögert werden. Solange Washington kein Recht zur Annexion erhält, wird Trump weiter Druck ausüben.

Für die EU bleibt es ein Balanceakt: Einerseits will sie ihre wichtigsten wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA nicht aufs Spiel setzen; andererseits muss sie zeigen, dass sie die Souveränität ihrer Mitglieder und Partner verteidigt. Der Konflikt hat die Debatte über europäische Autonomie neu entfacht. Gleichzeitig schließen sich Risse in der transatlantischen Partnerschaft nicht von selbst.

Die Menschen in Grönland haben unterdessen deutlich gemacht, dass sie nicht bereit sind, ihre Insel zu verkaufen. Solange diese Haltung besteht, wird Trump seinen Willen ohne massive Gewalt nicht durchsetzen können. Und wie Norbert Röttgen in der Talkshow spöttisch fragte, müssten dafür wohl 10 000 Soldaten in den Schnee geschickt werden – ein Szenario, das selbst in Washington auf wenig Gegenliebe stößt. Insofern erscheint es wahrscheinlich, dass der Streit um Grönland die transatlantischen Beziehungen weiter belasten wird, bis eine Lösung gefunden wird, die sowohl die Sicherheitsinteressen der USA als auch die Souveränität der Inselbewohner respektiert.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...