Berliner Boersenzeitung - Grönland-Einigung und nun?

EUR -
AED 4.208494
AFN 74.4868
ALL 91.776231
AMD 418.482813
ANG 2.051665
AOA 1050.833985
ARS 1733.539393
AUD 1.613829
AWG 2.062706
AZN 1.95286
BAM 1.95572
BBD 2.323705
BDT 142.054166
BGN 1.929136
BHD 0.434975
BIF 3450.758279
BMD 1.145948
BND 1.46914
BOB 12.685479
BRL 5.90438
BSD 1.153753
BTN 110.711453
BWP 15.648357
BYN 3.503656
BYR 22460.579553
BZD 2.320405
CAD 1.603439
CDF 2647.139936
CHF 0.94645
CLF 0.027685
CLP 1093.1427
CNY 7.685186
CNH 7.688881
COP 3591.618563
CRC 516.069798
CUC 1.145948
CUP 30.36762
CVE 110.260472
CZK 24.334147
DJF 205.451562
DKK 7.475431
DOP 68.107203
DZD 153.42212
EGP 59.816175
ERN 17.189219
ETB 188.45286
FJD 2.567782
FKP 0.850221
GBP 0.856957
GEL 2.98517
GGP 0.850221
GHS 13.250456
GIP 0.850221
GMD 84.80002
GNF 10144.406325
GTQ 8.807638
GYD 241.380087
HKD 8.990031
HNL 30.965728
HRK 7.535522
HTG 150.793807
HUF 365.430214
IDR 20345.159662
ILS 3.469351
IMP 0.850221
INR 110.045391
IQD 1511.437926
IRR 1575191.38489
ISK 139.817382
JEP 0.850221
JMD 182.072522
JOD 0.812486
JPY 178.928013
KES 148.492109
KGS 100.213034
KHR 4671.808131
KMF 490.465318
KPW 1031.353507
KRW 1580.508611
KWD 0.354041
KYD 0.961461
KZT 513.018931
LAK 25827.939257
LBP 103316.356837
LKR 382.404295
LRD 200.171779
LSL 18.783529
LTL 3.383686
LVL 0.693172
LYD 7.327699
MAD 10.879653
MDL 20.115174
MGA 4988.795112
MKD 61.522473
MMK 2406.060443
MNT 4119.768939
MOP 9.322517
MRU 46.194297
MUR 54.191551
MVR 17.659477
MWK 2000.617835
MXN 19.773406
MYR 4.69667
MZN 73.229691
NAD 18.783529
NGN 1525.038568
NIO 42.458256
NOK 10.802519
NPR 177.138725
NZD 2.002865
OMR 0.440623
PAB 1.153753
PEN 3.870741
PGK 5.216695
PHP 71.952355
PKR 319.784467
PLN 4.36589
PYG 6826.719629
QAR 4.194228
RON 5.263315
RSD 117.372594
RUB 96.546081
RWF 1702.330086
SAR 4.239949
SBD 9.16817
SCR 15.924569
SDG 689.289345
SEK 11.294904
SGD 1.463318
SHP 0.855984
SLE 28.235971
SLL 24029.945947
SOS 659.37292
SRD 43.262402
STD 23718.808623
STN 24.498566
SVC 10.095585
SYP 14899.61536
SZL 18.781229
THB 38.271237
TJS 10.643163
TMT 4.010818
TND 3.377761
TOP 2.759167
TRY 55.779242
TTD 7.822679
TWD 36.55448
TZS 3031.03572
UAH 51.452587
UGX 4516.814496
USD 1.145948
UYU 46.418094
UZS 13602.441353
VES 968.847355
VND 29797.511215
VUV 135.401783
WST 3.136155
XAF 655.957
XAG 0.018079
XAU 0.000267
XCD 3.096982
XCG 2.079315
XDR 0.810245
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 271.188967
ZAR 18.755787
ZMK 10314.840661
ZMW 22.64207
ZWL 368.994768
SSP 6480.660452
MXV 2.242035
  • Goldpreis

    -55.2000

    4332.3

    -1.27%

  • EUR/USD

    -0.0001

    1.1468

    -0.01%

  • DAX

    135.4500

    25537.75

    +0.53%

  • Euro STOXX 50

    30.0000

    6266.5

    +0.48%

  • MDAX

    140.9700

    31276.77

    +0.45%

  • SDAX

    39.6500

    18166.95

    +0.22%

  • TecDAX

    7.9000

    3984.52

    +0.2%


Grönland-Einigung und nun?




Seit Anfang des laufenden Jahres 2026 hat sich ein diplomatischer Krimi um die arktische Insel Grönland entwickelt. US‑Präsident Donald Trump, der die Insel schon 2019 kaufen wollte, hat seinen Anspruch in seiner zweiten Amtszeit zur Staatsdoktrin erhoben. Er begründet dies mit geopolitischen und sicherheitspolitischen Argumenten und droht europäischen Verbündeten mit Strafzöllen. Obwohl die USA und die NATO in Davos ein vorläufiges Rahmenabkommen ausgearbeitet haben, bleibt die Lage angespannt – und die Einwohner Grönlands lehnen die Übernahme weiter ab.

Ein Konflikt mit Vorgeschichte
Bereits im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres 2025 hatte Trump einen Handelskrieg mit der EU vom Zaun gebrochen. Die Union lenkte damals ein, um ihre angeschlagene Wirtschaft zu schützen. Unter Vermittlung von Bundeskanzler Friedrich Merz akzeptierte Brüssel ein asymmetrisches Abkommen, das alle Zölle auf US‑Waren abschaffte, während Washington auf Importe aus Europa einen Basiszoll von 15 Prozent und auf bestimmte Produkte sogar noch höhere Abgaben erhob. Diese „Zollwende“ diente als Muster dafür, wie der US‑Präsident wirtschaftlichen Druck nutzt, um politische Ziele durchzusetzen. Als Trump im Januar 2026 seine Drohung erneuerte, trug er auf der Handelsfront erneut schwer auf: Ab 1. Februar sollten Zölle von 10 Prozent auf Waren aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Finnland und den Niederlanden erhoben werden, ab 1. Juni sollten sie auf 25 Prozent steigen – es sei denn, Dänemark veräußere Grönland. Für die exportorientierte deutsche Industrie, deren Lieferungen in die USA 2025 bereits um fast zehn Prozent eingebrochen waren, wären weitere Zölle ein schwerer Schlag. Verbandsvertreter warnten, der Vertrauensverlust durch Trumps Unberechenbarkeit gefährde Investitionen.

Drohkulisse und militärische Signale
Trump rechtfertigt seine Forderung nach der Übernahme Grönlands mit dem Hinweis, Russland und China könnten dort militärisch Fuß fassen. Er erklärte am 9. Januar, die USA würden nicht zulassen, dass andere Mächte die Insel besetzen; falls Dänemark nicht verkaufe, müsse Washington „auf angenehme oder schwierigere Art“ handeln. In seinem Kurznachrichtendienst betonte er, die USA hätten Europa Jahrzehnte lang subventioniert und es sei „an der Zeit, etwas zurückzugeben“. Worte wie diese provozieren Erinnerungen an die Alaska‑ und Louisiana‑Käufe des 19. Jahrhunderts.

Europa reagierte auf die Drohkulisse nicht nur mit Empörung, sondern auch mit Taten. Weil Gespräche zwischen Dänemark und den USA ergebnislos geblieben waren, entsandten mehrere NATO‑Staaten Mitte Januar ein Erkundungskontingent nach Grönland; auch 15 Bundeswehrsoldaten beteiligten sich. Die Mission sollte die Bedingungen für gemeinsame Manöver prüfen und ein „roter Strich“ im Eis sein. Die EU veröffentlichte zudem eine gemeinsame Erklärung: Man stehe zum Prinzip der Souveränität und territorialen Integrität, Zolldrohungen gefährdeten die transatlantischen Beziehungen, und man werde geeint und koordiniert reagieren. Vizekanzler Lars Klingbeil warnte, Europa dürfe sich nicht erpressen lassen. Auf politischer Ebene reagierten einzelne Staaten unterschiedlich: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer verurteilten die Drohungen offen, während Bundeskanzler Merz zunächst schwieg. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni nannte die Zölle „einen Fehler“ und forderte Deeskalation.

Auch in den USA war Trumps Vorgehen umstritten. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, kündigte an, die zusätzlichen Zölle stoppen zu wollen; sowohl Demokraten als auch Republikaner warnten, höhere Zölle würden die Preise für Familien und Unternehmen erhöhen. Mehrere Gouverneure – darunter Andy Beshear aus Kentucky und Gretchen Whitmer aus Michigan – bezeichneten Trumps Anspruch auf Grönland als „bescheuert“ und betonten, die Amerikaner wollten keine Übernahme. Selbst der republikanische Gouverneur Kevin Stitt gab zu, die USA könnten bereits militärische Basen auf der Insel errichten und müssten sie nicht besitzen.

Der vermeintliche Durchbruch in Davos
Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos traf sich Donald Trump am 21. Januar 2026 mit NATO‑Generalsekretär Mark Rutte. Anschließend verkündete er überraschend, eine „großartige Lösung“ sei in Aussicht: Ein Rahmenabkommen sei erreicht, daher würden die für den 1. Februar geplanten Zölle vorerst nicht verhängt. Rutte bestätigte, dass es einen groben Plan gebe und weitere Gespräche folgen sollten. Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen besteht der Entwurf aus vier Punkten: Erstens verzichtet Washington vorerst auf die geplanten Strafzölle; zweitens soll der Stationierungsvertrag von 1951 überarbeitet werden, wobei das Raketenabwehrprojekt „Golden Dome“ für mehr US‑Präsenz in der Arktis berücksichtigt wird; drittens bekommen die USA ein Mitspracherecht bei Investitionen in Grönland, um Einflussnahme aus China und Russland zu verhindern; viertens verpflichten sich europäische NATO‑Staaten zu einem stärkeren Engagement in der Arktis.

Viele Fragen bleiben indes offen. Weder Trump noch Rutte erwähnten die heikle Frage der Souveränität, die nach Ruttes Worten „kein Thema“ gewesen sei. Beobachter warnen deshalb, dass es sich lediglich um eine Skizze handle. Europäische Regierungen mahnen zur Vorsicht und betrachten die Kehrtwende eher als Atempause. Der EU‑Sondergipfel zur Zollkrise soll trotz des vermeintlichen Deals stattfinden, um eine gemeinsame Strategie zu beraten.

Warum Grönland so begehrt ist
Grönland ist die größte Insel der Welt, reich an seltenen Erden, Gold, Diamanten, Uran, Zink, Blei sowie potenziellen Öl‑ und Gasvorkommen. Strategisch liegt sie auf der kürzesten Route zwischen Nordamerika und Europa und beherbergt schon jetzt einen US‑Luftwaffenstützpunkt mit Frühwarnsystem für ballistische Raketen. Der Klimawandel öffnet neue Schiffsrouten, wodurch die Arktis wirtschaftlich attraktiver wird. Für Washington ist entscheidend, dass keine andere Großmacht auf der Insel Fuß fasst. Die Biden‑Nachfolgeadministration hat bereits in den Stationierungsverträgen mit Dänemark einen weitreichenden Zugriff auf die Basis vereinbart; ein Ausbau wäre auch ohne einen Eigentumswechsel möglich.

Grönländer sagen Nein – das Volk wehrt sich
Während Politiker um geopolitische Verträge feilschen, melden sich die Menschen in Grönland zu Wort. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Verian im Auftrag der grönländischen Zeitung Sermitsiaq und der dänischen Tageszeitung Berlingske ergab, dass 85 Prozent der Einwohner eine Eingliederung in die USA ablehnen; nur sechs Prozent würden einem Anschluss zustimmen, neun Prozent sind unentschlossen. Auch Deutschlandfunk berichtete über eine Umfrage, nach der 85 Prozent der Grönländer die US‑Pläne ablehnen.

Der frühere Regierungschef Múte B. Egede äußerte schon Anfang 2025: „Wir wollen keine Dänen sein. Wir wollen auch keine Amerikaner sein. Wir wollen Grönländer sein“. Dieser Satz fasst die Stimmung vieler Bürger zusammen, die sich seit Jahren für mehr Unabhängigkeit von Dänemark starkmachen, aber keinen neuen Kolonialherrn akzeptieren wollen. Grönlands heutiger Regierungschef Jens‑Frederik Nielsen setzt ebenfalls auf einen behutsamen Weg zur Unabhängigkeit. Am 17. Januar 2026 marschierten unter seiner Führung Tausende Demonstranten in Nuuk zum US‑Konsulat, um gegen die Ansprüche Trumps zu protestieren.

Europa zwischen Abhängigkeit und Selbstbehauptung
Der Grönland‑Streit macht deutlich, wie abhängig die europäische Sicherheit von den USA ist. Mehrere Gäste der ZDF‑Talkshow „Maybrit Illner“ erinnerten daran, dass ein Europa ohne NATO heute nicht überlebensfähig wäre; die USA stellen den nuklearen Schutzschirm und viele wichtige Fähigkeiten bereit. Deshalb warnten Experten vor einer Eskalation, die zum Bruch des Bündnisses führen könnte. In der Sendung merkte CDU‑Außenpolitiker Norbert Röttgen an: „Was soll er eigentlich machen, wenn die Grönländer sagen: nein. Soll er da 10 000 Soldaten ins Eis stellen?“. Ex‑Außenministerin Annalena Baerbock, heute Präsidentin der UN‑Vollversammlung, verwies auf die Charta der Vereinten Nationen: Staaten hätten kein Recht, in das Territorium anderer Staaten einzudringen, und das Recht des Stärkeren dürfe nicht gelten.

Dennoch wächst in Europa der Wille, eigenständiger zu werden. Bereits während Trumps erster Amtszeit hatte die EU mit der „Ständigen strukturierten Zusammenarbeit“ (Pesco) den Grundstein für eine europäische Verteidigungsunion gelegt. Doch eine echte militärische Souveränität ist noch fern; viele Staaten fürchten, ohne US‑Unterstützung verwundbar zu sein. Gleichzeitig verweisen Beobachter darauf, dass sich Trumps Druck auch gegen europäische Regulierungen wie Digitalsteuer oder Datenschutzrichtlinien richten könnte.

Analyse und kurzfristiger Ausblick
Die Ankündigung eines Rahmenabkommens in Davos hat den Konflikt um Grönland zumindest vorerst entschärft. Doch der angebliche Deal beruht auf vagen Formulierungen. Die zentrale Frage der Souveränität blieb ausgespart, und selbst US‑Verhandler räumen ein, dass die Details erst ausgearbeitet werden müssen. Die vier vereinbarten Säulen – Aussetzen der Zölle, Neubewertung des Stationierungsvertrags, US‑Mitspracherecht bei Investitionen und stärkeres europäisches Engagement – könnten in der Praxis auf unbestimmte Zeit hinausgezögert werden. Solange Washington kein Recht zur Annexion erhält, wird Trump weiter Druck ausüben.

Für die EU bleibt es ein Balanceakt: Einerseits will sie ihre wichtigsten wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA nicht aufs Spiel setzen; andererseits muss sie zeigen, dass sie die Souveränität ihrer Mitglieder und Partner verteidigt. Der Konflikt hat die Debatte über europäische Autonomie neu entfacht. Gleichzeitig schließen sich Risse in der transatlantischen Partnerschaft nicht von selbst.

Die Menschen in Grönland haben unterdessen deutlich gemacht, dass sie nicht bereit sind, ihre Insel zu verkaufen. Solange diese Haltung besteht, wird Trump seinen Willen ohne massive Gewalt nicht durchsetzen können. Und wie Norbert Röttgen in der Talkshow spöttisch fragte, müssten dafür wohl 10 000 Soldaten in den Schnee geschickt werden – ein Szenario, das selbst in Washington auf wenig Gegenliebe stößt. Insofern erscheint es wahrscheinlich, dass der Streit um Grönland die transatlantischen Beziehungen weiter belasten wird, bis eine Lösung gefunden wird, die sowohl die Sicherheitsinteressen der USA als auch die Souveränität der Inselbewohner respektiert.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...