Berliner Boersenzeitung - Kiew setzt Moskau unter Druck

EUR -
AED 4.235625
AFN 74.96697
ALL 91.668629
AMD 418.234188
ANG 2.064893
AOA 1057.609283
ARS 1739.139679
AUD 1.619615
AWG 2.076005
AZN 1.964491
BAM 1.954065
BBD 2.322239
BDT 141.933395
BGN 1.941573
BHD 0.434714
BIF 3447.029854
BMD 1.153336
BND 1.465437
BOB 13.899662
BRL 5.927109
BSD 1.152977
BTN 110.11178
BWP 15.594158
BYN 3.507586
BYR 22605.389984
BZD 2.318942
CAD 1.604037
CDF 2664.20682
CHF 0.943815
CLF 0.027893
CLP 1101.355735
CNY 7.739461
CNH 7.743448
COP 3593.864873
CRC 519.339001
CUC 1.153336
CUP 30.56341
CVE 110.167208
CZK 24.294739
DJF 205.327738
DKK 7.475504
DOP 68.089559
DZD 154.097118
EGP 59.676614
ERN 17.300043
ETB 188.33632
FJD 2.551122
FKP 0.854772
GBP 0.855827
GEL 2.984628
GGP 0.854772
GHS 13.242245
GIP 0.854772
GMD 85.347238
GNF 10137.265189
GTQ 8.805298
GYD 241.225872
HKD 9.046574
HNL 30.94653
HRK 7.534513
HTG 150.700801
HUF 366.911968
IDR 20401.36446
ILS 3.517617
IMP 0.854772
INR 110.628585
IQD 1510.452676
IRR 1585347.139309
ISK 139.946199
JEP 0.854772
JMD 181.958482
JOD 0.817733
JPY 178.54566
KES 149.552586
KGS 100.859227
KHR 4674.992043
KMF 491.321937
KPW 1038.002968
KRW 1567.256691
KWD 0.356219
KYD 0.960847
KZT 516.161821
LAK 25796.1017
LBP 103705.537953
LKR 379.453173
LRD 201.200529
LSL 18.731273
LTL 3.405502
LVL 0.697642
LYD 7.316505
MAD 10.930897
MDL 20.074181
MGA 4974.584235
MKD 61.470435
MMK 2421.377926
MNT 4151.472139
MOP 9.315391
MRU 46.304897
MUR 54.310366
MVR 17.772398
MWK 1999.325269
MXN 19.801618
MYR 4.698345
MZN 73.69416
NAD 18.731273
NGN 1528.308661
NIO 42.433437
NOK 10.778088
NPR 176.179612
NZD 2.002474
OMR 0.443457
PAB 1.152977
PEN 3.875243
PGK 5.130535
PHP 72.58464
PKR 319.644363
PLN 4.343943
PYG 6934.844181
QAR 4.214459
RON 5.252063
RSD 117.371587
RUB 98.124331
RWF 1701.289824
SAR 4.327404
SBD 9.249179
SCR 15.91474
SDG 693.737485
SEK 11.279646
SGD 1.46777
SHP 0.854291
SLE 28.429871
SLL 24184.874578
SOS 658.915104
SRD 43.558022
STD 23871.731253
STN 24.478696
SVC 10.089044
SYP 14995.677873
SZL 18.717385
THB 38.41782
TJS 10.648002
TMT 4.036677
TND 3.374505
TOP 2.776957
TRY 56.098047
TTD 7.82905
TWD 36.787387
TZS 3053.455323
UAH 51.466015
UGX 4519.987765
USD 1.153336
UYU 46.438577
UZS 13570.894757
VES 970.167948
VND 29989.048488
VUV 136.194933
WST 3.150335
XAF 655.957
XAG 0.018281
XAU 0.000269
XCD 3.116949
XCG 2.078046
XDR 0.815469
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 272.792855
ZAR 18.819968
ZMK 10381.368659
ZMW 22.282221
ZWL 371.373793
SSP 6512.001368
MXV 2.245377
  • Goldpreis

    -25.0000

    4326.9

    -0.58%

  • EUR/USD

    -0.0024

    1.1533

    -0.21%

  • DAX

    -127.7900

    25440.81

    -0.5%

  • TecDAX

    -19.7300

    3960.75

    -0.5%

  • Euro STOXX 50

    -64.7500

    6260.38

    -1.03%

  • SDAX

    -164.6000

    18182

    -0.91%

  • MDAX

    -606.6400

    31057.16

    -1.95%


Kiew setzt Moskau unter Druck




Ukrainische Gegenstöße stellen Russlands Vormarsch infrage. Doch zwischen gemeldeten Geländegewinnen und einer Wende des Krieges liegt ein erheblicher Unterschied. Die Bilanz im Südosten ist umstritten, während Angriffe auf den russischen Nachschub und die Energieinfrastruktur den Druck auf Moskau erhöhen.

Es sind nicht nur verlorene Stellungen, die eine militärische Führung unter Druck setzen. Es ist die Erkenntnis, dass ein Gegner, den man dauerhaft in die Defensive drängen wollte, wieder eigene Schwerpunkte setzen kann. Genau diese Frage stellt sich nach den ukrainischen Gegenstößen im Südosten des Landes. Kiew hat im Sommer eine umfangreiche Bilanz zurückeroberter Gebiete vorgelegt. Sie widerspricht dem Bild eines russischen Vormarsches, dem die Ukraine allenfalls Verzögerungen entgegensetzen könne. Wie groß und dauerhaft die Erfolge tatsächlich sind, bleibt allerdings umstritten.

Der Blick auf den 13. September 2026 verlangt deshalb eine doppelte Einordnung: Die im August öffentlich gemachten Geländegewinne sind das Ergebnis monatelanger Operationen und keine plötzlich gestartete Septemberoffensive. Zugleich hat sich das Gewicht der Auseinandersetzung weiter auf Nachschubwege, Rüstungsproduktion und wirtschaftliche Infrastruktur verlagert. Militärische Bewegung an einzelnen Frontabschnitten und ein zäher Abnutzungskrieg im Gesamtbild schließen einander nicht aus.

Die Bilanz des Vorstoßes
Am 12. August bezifferte Präsident Wolodymyr Selenskyj die ukrainischen Rückeroberungen im Raum Oleksandriwka auf 745 Quadratkilometer und 26 Ortschaften. Die ukrainische Militärführung ordnete diese Bilanz einer Operation zu, die vom 29. Januar bis zum 12. August gedauert habe. Betroffen seien Gebiete an der Nahtstelle der Regionen Dnipropetrowsk, Donezk und Saporischschja. Das erklärte Ziel war, russische Angriffsvorbereitungen zu stören und russische Kräfte aus der Region Dnipropetrowsk zurückzudrängen.

Damit beschreibt Kiew keinen einzigen spektakulären Durchbruch, sondern eine Abfolge von Gegenangriffen über mehr als sechs Monate. Diese zeitliche Dimension ist wesentlich. Eine Fläche, die in mehreren Operationsphasen zurückgewonnen wurde, lässt sich nicht ohne Weiteres mit dem Geländegewinn eines kurzen, konzentrierten Vorstoßes vergleichen. Ebenso wenig sagt ihre Größe allein etwas darüber aus, wie viele russische Verbände geschlagen wurden oder welche weiteren Angriffe dadurch verhindert werden konnten.

Die Formel vom größten ukrainischen Vorstoß seit drei Jahren ist daher als pauschale Tatsachenbehauptung zu weitgehend. Ein solcher Vergleich müsste Zeitraum, Operationsraum und Maßstab benennen. Insbesondere darf die ukrainische Offensive im russischen Gebiet Kursk von 2024 nicht stillschweigend ausgeblendet werden. Rückeroberungen auf ukrainischem Staatsgebiet und ein grenzüberschreitender Angriff sind verschiedene Operationen, die sich nicht zu einer eindeutigen Rangliste zusammenfassen lassen.

Der Streit um die Fläche
Die Zahl von 745 Quadratkilometern ist die Bilanz der ukrainischen Führung, keine allgemein unstrittige Vermessung dauerhaft gesicherten Territoriums. Über das Ausmaß der tatsächlichen Rückeroberungen bestehen erhebliche Differenzen. Dabei geht es nicht nur um kleinere Abweichungen auf einer Karte, sondern um die Frage, welche Flächen vorher tatsächlich von Russland kontrolliert wurden und welche anschließend zuverlässig unter ukrainischer Kontrolle standen.

Eine Grauzone, in der beide Seiten operieren können, ist kein fest besetztes Gebiet. Ebenso wenig beweist das Hissen einer Flagge in einer Ortschaft, dass diese dauerhaft gehalten, versorgt und gegen einen Gegenangriff verteidigt werden kann. Solche Demonstrationen können militärisch und politisch bedeutsam sein. Sie dürfen aber nicht automatisch wie die Rückeroberung eines gesicherten Verteidigungsabschnitts behandelt werden.

Daraus folgt weder, dass die ukrainischen Erfolge bedeutungslos wären, noch dass jede Erfolgsmeldung zutrifft. Die sachgerechte Bewertung muss zwischen örtlichen Geländegewinnen, einer verbesserten Stellung der eigenen Truppen und einem Durchbruch unterscheiden, der die Lage über den einzelnen Frontabschnitt hinaus verändert. Gerade diese Trennung schützt davor, russische Siegesgewissheit lediglich durch ukrainische Siegesgewissheit zu ersetzen.

Der Hebel liegt im Nachschub
Militärisch liegt die Bedeutung der Gegenstöße auch darin, dass sie russische Planungen erschweren. Schon im Frühjahr reagierte die russische Führung auf den Druck im südöstlichen Operationsraum mit der Verlegung zusätzlicher Kräfte. Reserven, die eine bedrohte Flanke stabilisieren müssen, stehen nicht gleichzeitig für einen Angriff an anderer Stelle zur Verfügung. Ein begrenzter ukrainischer Erfolg kann deshalb über seine unmittelbare Fläche hinauswirken.

Hinzu kommen Angriffe auf Verkehrsverbindungen, Versorgungswege und Gefechtsstände. Im Sommer gerieten insbesondere russische Nachschubverbindungen im Süden der besetzten Ukraine unter Druck. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob ein einzelnes Fahrzeug oder Depot getroffen wird. Militärisch relevant wird eine solche Kampagne, wenn sie Transporte verzögert, Verbindungen unzuverlässig macht und die Versorgung der Front dauerhaft erschwert.

Auch die Kommunikation spielte eine Rolle. Die Einschränkung des russischen Zugangs zu Starlink im Februar traf Einheiten, die das Satellitennetz für ihre Abläufe genutzt hatten. Daraus entstanden zeitweilige ukrainische Handlungsmöglichkeiten. Eine technische Störung ersetzt allerdings weder Soldaten noch Vorbereitung, und ein einmal gewonnener Vorteil bleibt nicht automatisch erhalten. Beide Kriegsparteien passen ihre Verfahren fortlaufend an.

Ein Rückschlag, kein Kollaps
Für Moskau ist an den Gegenstößen vor allem die Aussicht problematisch, dass Russland nicht überall zugleich die Initiative behalten kann. Wer angreift und gleichzeitig seine Flanken schützen, Nachschubverbindungen sichern und Reserven bereithalten muss, steht vor schwierigen Entscheidungen. Die Erwartung eines unaufhaltsamen Vormarsches wird dadurch fragiler. Daraus lässt sich jedoch keine belegte Panik innerhalb der russischen Führung ableiten.

Russland bleibt in der Lage, an anderen Abschnitten Druck auszuüben. Schon die ukrainischen Gegenangriffe im Frühjahr zeigten zudem ein eigenes Risiko: Für offensives Handeln eingesetzte Verbände fehlen möglicherweise dort, wo sie zuvor verteidigt haben. Die Verlagerung ukrainischer Kräfte in den Süden ging damals mit zusätzlichen Schwierigkeiten an Teilen der Front im Donbass einher.

Für Kiew ist der Erhalt der Gesamtfront deshalb mindestens so wichtig wie die Rückgewinnung einzelner Orte. Ein erfolgreicher Gegenstoß verliert an Wert, wenn gleichzeitig ein anderer, militärisch wichtigerer Abschnitt geschwächt wird. Ob sich die Operation auszahlt, entscheidet sich an der Gesamtbilanz von Gelände, Verlusten, gebundenen gegnerischen Kräften und den verbleibenden eigenen Reserven.

Russlands Hinterland im Visier
Im September wird der ukrainische Druck auf Russland auch abseits der Bodenfront sichtbar. Am 11. September senkte die Internationale Energieagentur ihre Prognose für die russische Rohölförderung 2026 erneut. Sie erwartet nun durchschnittlich 8,7 Millionen Barrel pro Tag, 125.000 weniger als zuvor. Die Korrektur begründete sie mit den anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffen auf Energieanlagen.

Diese Entwicklung ist nicht mit einem Zusammenbruch der russischen Kriegswirtschaft gleichzusetzen. Sie zeigt aber, dass die Folgen des Krieges nicht auf die besetzten ukrainischen Gebiete begrenzt bleiben. Schäden, Reparaturen, Produktionsausfälle und zusätzlicher Schutzbedarf können Ressourcen beanspruchen, die andernorts fehlen. Eine Armee benötigt nicht nur Waffen, sondern auch ein verlässlich funktionierendes wirtschaftliches und logistisches Hinterland.

Die Gegenstöße am Boden und die Angriffe auf weiter entfernte Anlagen verfolgen insofern eine verwandte Absicht: Russlands Möglichkeiten zur Fortsetzung des Krieges sollen eingeschränkt werden. Ihre Wirkungen dürfen dennoch nicht einfach addiert werden. Ein beschädigter Industriebetrieb ist kein zurückerobertes Dorf, und eine erfolgreiche Drohnenmission sagt noch nichts über die Stabilität eines Frontabschnitts aus.

Die Ukraine bleibt verwundbar
Zur vollständigen Lage gehört die anhaltende russische Fähigkeit, der Ukraine schwere Schäden zuzufügen. Am 12. September bezifferte die ukrainische Regierung die Schäden durch russische Luftangriffe an Infrastruktur und Anlagevermögen allein für 2026 auf nahezu zehn Milliarden US-Dollar. Zugleich belasten die Angriffe Exportmöglichkeiten und öffentliche Finanzen. Vor dem Winter bleiben der Schutz von Versorgungsanlagen und die Finanzierung des Krieges zentrale Herausforderungen.

Das begrenzt den Spielraum für neue Offensiven. Geländegewinne können die militärische Ausgangslage verbessern, ersetzen aber keine funktionierende Stromversorgung, keine Flugabwehr und keinen tragfähigen Staatshaushalt. Auch die Belastung der Bevölkerung verschwindet nicht mit einer günstigeren Frontmeldung. Wer aus ukrainischen Gegenstößen bereits eine Entscheidung des Krieges ableitet, blendet diese Verwundbarkeit aus.

Der Druck vor Verhandlungen
Am 12. September erklärte Kyrylo Budanow, der Leiter des ukrainischen Präsidialbüros, Kiew bereite sich auf mögliche neue Dreiergespräche mit Russland und den Vereinigten Staaten im Oktober vor. Moskau schloss eine Wiederaufnahme von Verhandlungen nicht aus, bestätigte aber weder Zeitpunkt noch Ort. Damit ist eine diplomatische Perspektive erkennbar, jedoch noch kein vereinbarter Verhandlungstermin.

In einer solchen Situation gewinnen militärische Erfolge eine zusätzliche politische Bedeutung. Kann die Ukraine zeigen, dass sie weiter Widerstand leisten und russische Planungen durchkreuzen kann, stärkt das ihr Argument gegen Zugeständnisse unter dem Eindruck einer unausweichlichen Niederlage. Umgekehrt können selbst beachtliche örtliche Erfolge die ungelösten territorialen Gegensätze nicht aus der Welt schaffen.

Die ukrainischen Gegenstöße haben damit eine wichtigere Frage aufgeworfen als die nach einem Rekord: Kann Kiew begrenzte Erfolge wiederholen, dauerhaft absichern und mit dem Schutz der übrigen Front verbinden? Erst dann entsteht aus einem taktischen Vorteil ein belastbarer strategischer Gewinn. Moskau hat Gründe, diese Möglichkeit ernst zu nehmen. Einen russischen Kollaps oder einen bereits entschiedenen Krieg belegt sie nicht.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...