Berliner Boersenzeitung - Nach hohen Verlusten bei Tesla: Musk will Arbeit für Trump-Regierung reduzieren

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Nach hohen Verlusten bei Tesla: Musk will Arbeit für Trump-Regierung reduzieren
Nach hohen Verlusten bei Tesla: Musk will Arbeit für Trump-Regierung reduzieren / Foto: Brendan Smialowski - AFP/Archiv

Nach hohen Verlusten bei Tesla: Musk will Arbeit für Trump-Regierung reduzieren

Nach einem Umsatzrückgang und Gewinneinbruch beim US-Elektroautokonzern Tesla will Unternehmenschef Elon Musk seine Tätigkeit für die US-Regierungsabteilung für staatliche Effizienz (Doge) reduzieren. "Wahrscheinlich im nächsten Monat wird mein Zeitaufwand für Doge deutlich sinken", sagte Musk. Teslas Umsatz ging im ersten Quartal um neun Prozent zurück, der Gewinn sogar um 71 Prozent.

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Die "entscheidende Arbeit" von Doge sei "weitgehend erledigt", sagte Musk am Dienstag bei einer Tesla-Telefonkonferenz. Er wolle sich nun wieder verstärkt dem Unternehmen widmen.

Allerdings werde er sich nicht völlig aus der Regierungsarbeit zurückziehen. "Ich denke, ich werde mich weiterhin ein oder zwei Tage pro Woche mit Regierungsangelegenheiten befassen - oder so lange, wie der Präsident es wünscht, und so lange es nützlich ist", kündigte der Tech-Milliardär an.

Der enge Berater von US-Präsident Donald Trump ist die treibende Kraft hinter Doge und soll einen massiven Kosten- und Personalabbau im Staatsapparat umsetzen. Das Doge-Team habe "große Fortschritte bei der Beseitigung von Verschwendung und Betrug" gemacht, sagte Musk am Dienstag.

In der Realität war Doge aber weniger erfolgreich als anfänglich angekündigt. Musk hatte erklärt, das US-Bundesbudget von sieben Billionen Dollar (6,1 Billionen Euro) um zwei Billionen Dollar reduzieren zu wollen. Später wurde daraus eine Billion Dollar - und die Zahl sank immer weiter. In diesem Monat kündigte Musk an, rund 150 Milliarden Dollar sparen zu wollen.

Dennoch war die Kahlschlag-Offensive zu spüren. Einzelne Bundesbehörden wie etwa die US-Entwicklungshilfeagentur USAID stampfte Musk fast vollständig ein. Das Bildungsministerium sollte größtenteils abgeschafft werden, im Gesundheitsministerium und Verteidigungsministerium wurden tausende Arbeitsplätze gekürzt. In mehreren Fällen machten US-Richter die Kürzungen allerdings rückgängig und erklärten sie für verfassungswidrig.

Musks Rückzug erfolgt nun vor dem Hintergrund der schlechten Quartalszahlen bei Tesla. Unklar war jedoch ohnehin, wie lange er in seiner Funktion hätte weitermachen können. Laut Gesetz dürfen "außerordentliche" Mitarbeiter der Regierung nur 130 Tage dienen - Musk hätte also im Sommer ohnehin seine Arbeit niederlegen müssen.

Der Analyst Dan Ives vom Finanzdienstleister Wedbush Securities lobte die Ankündigung des Tesla-Chefs, seine Arbeit für die US-Regierung zu reduzieren. "Musk hat gerade einen großen Schritt nach vorne gemacht."

Tesla lieferte in den ersten drei Monaten des Jahres knapp 337.000 Fahrzeuge aus, das waren 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen bereits Anfang April mitgeteilt hatte. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar (16,9 Milliarden Euro) zurück, der Nettogewinn schrumpfte auf 409 Millionen Dollar.

Tesla selbst hatte Anfang April auf eine geringere Produktion wegen der Umstellung auf sein neues Modell Y verwiesen. Analysten zufolge sind die Verluste jedoch vielmehr Ausdruck dafür, welchen Schaden die Marke Tesla wegen Musks Arbeit für Trump genommen hat.

"Wie wir wissen, gab es Auswirkungen aufgrund der Zeit, die ich in der Regierung verbringe", sagte Musk dazu am Dienstag. Seine Rolle als Trumps Sonderberater verteidigte er jedoch. Er verwies erneut darauf, dass diese Arbeit "sehr wichtig" sei.

Im März waren in den USA und in Europa eine ganze Reihe von Tesla-Fahrzeugen sowie Autohäuser und Ladestationen des Unternehmens beschädigt oder angezündet worden. Tesla-Finanzchef Vaibhav Taneja zufolge machten sich "die negativen Auswirkungen von Vandalismus und ungerechtfertigter Feindseligkeit gegenüber unserer Marke und unseren Mitarbeitern auf einigen Märkten bemerkbar".

In Deutschland reagierten Politiker von Linken und Grünen teils mit Schadenfreude. Linken-Parteichef Jan van Aken sagte der "Rheinischen Post", eigentlich sei es eine gute Nachricht, dass es einen Milliardär auch mal etwas kostet, wenn er sich in die Politik einmischt". Er mache sich aber "Sorgen um die hart arbeitenden Menschen in der Tesla-Fabrik in Brandenburg". Der Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch sagte der Zeitung, Musk habe Tesla "in den Abgrund gerissen", seine "demokratiegefährdende Zusammenarbeit mit dem Autokraten Trump" sei gescheitert.

(U.Gruber--BBZ)