Berliner Boersenzeitung - Intensive Suche nach Ursache für massiven Stromausfall auf iberischer Halbinsel

EUR -
AED 4.342732
AFN 76.851625
ALL 96.8448
AMD 446.569242
ANG 2.116458
AOA 1084.193374
ARS 1692.849758
AUD 1.683949
AWG 2.131143
AZN 2.014648
BAM 1.961367
BBD 2.38146
BDT 144.600444
BGN 1.985563
BHD 0.445802
BIF 3499.684954
BMD 1.182326
BND 1.505674
BOB 8.170191
BRL 6.168673
BSD 1.182356
BTN 107.098997
BWP 15.653432
BYN 3.396842
BYR 23173.589558
BZD 2.37795
CAD 1.614668
CDF 2636.587403
CHF 0.916646
CLF 0.025778
CLP 1017.853096
CNY 8.203037
CNH 8.193697
COP 4335.589434
CRC 586.161323
CUC 1.182326
CUP 31.331639
CVE 110.931785
CZK 24.219598
DJF 210.123441
DKK 7.46834
DOP 74.480674
DZD 153.6173
EGP 55.402973
ERN 17.73489
ETB 183.438342
FJD 2.642204
FKP 0.872562
GBP 0.86807
GEL 3.186416
GGP 0.872562
GHS 12.994224
GIP 0.872562
GMD 86.310218
GNF 10357.771454
GTQ 9.068741
GYD 247.372159
HKD 9.237755
HNL 31.278481
HRK 7.535441
HTG 154.88965
HUF 378.072843
IDR 19928.104694
ILS 3.677832
IMP 0.872562
INR 107.126071
IQD 1549.43822
IRR 49805.482845
ISK 145.000916
JEP 0.872562
JMD 185.055274
JOD 0.838316
JPY 185.749373
KES 152.520469
KGS 103.394863
KHR 4768.321164
KMF 495.395007
KPW 1064.09605
KRW 1729.707918
KWD 0.363258
KYD 0.985297
KZT 584.998026
LAK 25420.009366
LBP 101147.989527
LKR 365.796756
LRD 220.090436
LSL 19.276371
LTL 3.491102
LVL 0.715178
LYD 7.478258
MAD 10.85971
MDL 20.159221
MGA 5249.52784
MKD 61.645313
MMK 2482.893428
MNT 4233.559595
MOP 9.514908
MRU 47.116139
MUR 54.44656
MVR 18.267384
MWK 2053.700666
MXN 20.403618
MYR 4.667237
MZN 75.373728
NAD 19.27632
NGN 1616.216438
NIO 43.395765
NOK 11.432372
NPR 171.357669
NZD 1.963755
OMR 0.454612
PAB 1.182356
PEN 3.981487
PGK 5.043848
PHP 69.187398
PKR 330.700958
PLN 4.218344
PYG 7812.17463
QAR 4.305263
RON 5.09181
RSD 117.379006
RUB 91.040662
RWF 1717.919675
SAR 4.433973
SBD 9.527359
SCR 16.236966
SDG 711.173434
SEK 10.658072
SGD 1.502977
SHP 0.887051
SLE 28.908309
SLL 24792.784145
SOS 675.703638
SRD 44.71325
STD 24471.761048
STN 24.887962
SVC 10.345365
SYP 13076.022923
SZL 19.276228
THB 37.260417
TJS 11.078747
TMT 4.144053
TND 3.366678
TOP 2.846757
TRY 51.552299
TTD 8.006693
TWD 37.371201
TZS 3044.48984
UAH 50.787117
UGX 4206.94128
USD 1.182326
UYU 45.700299
UZS 14513.052018
VES 446.90164
VND 30681.359644
VUV 141.864957
WST 3.223392
XAF 657.824215
XAG 0.015273
XAU 0.000238
XCD 3.195296
XCG 2.13094
XDR 0.818462
XOF 655.604014
XPF 119.331742
YER 281.870761
ZAR 18.936784
ZMK 10642.35701
ZMW 22.021507
ZWL 380.708489
  • DAX

    230.4000

    24721.46

    +0.93%

  • MDAX

    228.3200

    31662.83

    +0.72%

  • Euro STOXX 50

    72.7000

    5998.4

    +1.21%

  • TecDAX

    -8.4500

    3619.6

    -0.23%

  • SDAX

    15.2500

    17893.72

    +0.09%

  • EUR/USD

    0.0032

    1.1818

    +0.27%

  • Goldpreis

    92.8000

    4982.3

    +1.86%

Intensive Suche nach Ursache für massiven Stromausfall auf iberischer Halbinsel
Intensive Suche nach Ursache für massiven Stromausfall auf iberischer Halbinsel / Foto: MIGUEL RIOPA - AFP

Intensive Suche nach Ursache für massiven Stromausfall auf iberischer Halbinsel

Nach dem massiven Stromausfall auf der iberischen Halbinsel läuft die Suche nach der Ursache auf Hochtouren. Der spanische Netzbetreiber und die portugiesische Regierung gingen am Dienstag nicht von einer Cyberattacke auf das Stromnetz als Ursache aus, die spanische Justiz leitete jedoch eine Voruntersuchung zum Verdacht einer "Computer-Sabotage" ein. Die spanische Regierung setzte überdies eine Untersuchungskommission zu der folgenschweren Panne ein und auch die EU-Kommission kündigte an, "die notwendigen Schlussfolgerungen" zu ziehen.

Textgröße:

In ganz Spanien und Portugal war am Montagmittag der Strom ausgefallen, etwa 55 Millionen Menschen waren betroffen. Mancherorts dauerte der Stromausfall 20 Stunden. Die Panne hatte ein Chaos mit massiven Verkehrsproblemen und dem Ausfall von Telekommunikationssystemen zur Folge. Auch der Südwesten Frankreichs sowie Marokko waren zeitweise betroffen. Am Dienstag normalisierte sich die Lage.

Allerdings bleibt die Frage, wie es zu der folgenschweren Panne kommen konnte. Die Regierung in Madrid kündigte eine Untersuchungskommission und alle notwendigen Maßnahmen an, "damit sich so etwas nicht wiederholt". Die Fehleranalyse im Stromnetz werde "in den nächsten Stunden oder Tagen" vorläufige Ergebnisse liefern, sagte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez.

Der spanische Netzbetreiber Red Eléctrica Española (REE) legte sich hingegen schon fest, dass es sich nicht um eine Cyberattacke auf das Stromnetz gehandelt habe. "Mit Blick auf die Analysen, die wir bislang vornehmen konnten, können wir einen Cybersicherheitsvorfall in der Infrastruktur des Stromnetzes ausschließen", sagte REE-Manager Eduardo Prieto bei einer Pressekonferenz. Es sei "keinerlei Eindringen" in die REE-Kontrollsysteme festgestellt worden.

Die Regierung in Lissabon bekräftigte dies. "In Portugal haben wir zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Informationen zu einer Cyberattacke oder einem feindlichen Angriff", erklärte Regierungssprecher António Leitão Amaro. Dies sei "die vorläufige Einschätzung verschiedener Dienste". In einem Interview mit dem Sender CNN Portugal konkretisierte Leitão Amaro, es habe sich um ein Problem in einem Stromtransportnetz in Spanien gehandelt.

Zuvor waren in Online-Netzwerken Gerüchte über eine Cyberattacke verbreitet worden. Außerdem kursierte eine Erklärung, wonach der Stromausfall durch ein ungewöhnliches "atmosphärisches Phänomen" ausgelöst worden sei. Der Sprecher des portugiesischen Netzbetreibers REN, Bruno Silva, versicherte, dass diese Erklärung nicht von seinem Unternehmen stamme.

Spaniens Regierungschef wies seinerseits die Darstellung zurück, der Stromausfall sei auf einen Mangel an Atomstrom zurückzuführen. Diejenigen, die diesen Zusammenhang herstellten, "lügen entweder oder zeigen ihre Unwissenheit", sagte Sánchez mit Blick auf Vorwürfe der rechtsextremen Vox-Partei, die den in Spanien geplanten Atomausstieg ablehnt.

Die EU-Kommission kündigte eine eigene Untersuchung der Panne an. "Wir werden natürlich auch die notwendigen Schlussfolgerungen ziehen und sie mitteilen - und wenn nötig, die notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte eine Sprecherin in Brüssel.

Der Stromausfall hatte in Spanien und Portugal zu riesigen Staus auf den Straßen geführt, weil Ampelanlagen, Züge und Metros ausfielen. Außerdem waren die Mobilfunk- und Internetverbindungen vielfach unterbrochen. Oft konnte nur noch mit Bargeld gezahlt werden.

Viele Menschen mussten sich ohne Handy und Licht ihren Heimweg suchen, tausende gestrandete Pendler übernachteten in liegen gebliebenen Zügen oder Bahnhöfen. Am Dienstag lief der Bahnverkehr in Spanien wieder an, es gab aber weiter Einschränkungen.

Der Stromausfall wirkte sich möglicherweise auch bis ins tausende Kilometer entfernte Grönland aus. Sowohl Telefonate und SMS als auch die Nutzung des Internets waren in Teilen der Arktis-Insel zwischenzeitlich nicht mehr möglich, wie der örtliche Kommunikationsanbieter Tusass mitteilte. Demnach wurde die "Verbindung zu unserer Ausrüstung in Maspalomas in Spanien" unterbrochen, von der Grönland "bei der Versorgung der Kunden im Satellitengebiet stark abhängig" sei. Am Dienstag funktionierten Telefon und Internet weitgehend wieder.

Auch den deutschen Behörden gibt der Stromausfall zu denken. Die scheidende Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) forderte einen besseren Schutz der kritischen Infrastruktur in Deutschland. "Kritische Abhängigkeiten und Sicherheitsrisiken müssen wir überall im Bereich kritischer Infrastrukturen reduzieren", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hält einen flächendeckenden Stromausfall wie in Spanien in Deutschland allerdings für unwahrscheinlich. Das deutsche Stromnetz sei so gebaut, "dass immer eine Leitung ausfallen kann und dann eine andere Leitung oder ein anderes System einspringen kann", sagte er im WDR-Radio. "Und das hat uns in den ganzen letzten Jahren, Jahrzehnten zu einem sehr sicheren Netz verholfen."

(L.Kaufmann--BBZ)