Berliner Boersenzeitung - Urheberrechte im KI-Zeitalter: OpenAI verliert vor Gericht gegen die Gema

EUR -
AED 4.229931
AFN 73.136344
ALL 94.043196
AMD 424.098629
ANG 2.062159
AOA 1056.766288
ARS 1654.812476
AUD 1.637547
AWG 2.073213
AZN 1.95705
BAM 1.940962
BBD 2.320957
BDT 141.459817
BGN 1.947531
BHD 0.434342
BIF 3444.988935
BMD 1.151785
BND 1.476314
BOB 7.991905
BRL 5.863508
BSD 1.15239
BTN 108.913395
BWP 15.440959
BYN 3.19041
BYR 22574.986
BZD 2.317682
CAD 1.624806
CDF 2672.141339
CHF 0.920293
CLF 0.025922
CLP 1020.204933
CNY 7.78313
CNH 7.790472
COP 3956.381475
CRC 524.887416
CUC 1.151785
CUP 30.522303
CVE 109.822789
CZK 23.959489
DJF 204.695076
DKK 7.41305
DOP 67.494536
DZD 153.048008
EGP 57.483513
ERN 17.276775
ETB 182.413974
FJD 2.572743
FKP 0.857074
GBP 0.865499
GEL 3.04647
GGP 0.857074
GHS 13.012521
GIP 0.857074
GMD 84.079942
GNF 10109.791704
GTQ 8.783926
GYD 241.057201
HKD 9.025755
HNL 30.749431
HRK 7.532904
HTG 150.499483
HUF 346.283748
IDR 20442.571251
ILS 3.383766
IMP 0.857074
INR 108.624265
IQD 1508.83835
IRR 1583704.374934
ISK 143.201465
JEP 0.857074
JMD 182.25671
JOD 0.816638
JPY 184.588518
KES 149.179398
KGS 100.723324
KHR 4621.529325
KMF 489.508408
KPW 1036.606903
KRW 1741.343426
KWD 0.354863
KYD 0.960358
KZT 561.978985
LAK 25373.823324
LBP 103142.346813
LKR 386.06204
LRD 209.797442
LSL 18.652994
LTL 3.400922
LVL 0.696703
LYD 7.342652
MAD 10.648272
MDL 20.109272
MGA 4837.496941
MKD 61.144393
MMK 2418.111518
MNT 4120.310224
MOP 9.297722
MRU 46.163595
MUR 54.283904
MVR 17.806878
MWK 1999.499056
MXN 19.892099
MYR 4.681781
MZN 73.601486
NAD 18.661125
NGN 1565.413627
NIO 42.166964
NOK 11.073029
NPR 174.260327
NZD 1.987875
OMR 0.442859
PAB 1.15239
PEN 3.930478
PGK 5.053745
PHP 69.536726
PKR 320.539677
PLN 4.201331
PYG 7032.240938
QAR 4.193076
RON 5.191137
RSD 116.412124
RUB 84.047533
RWF 1713.85608
SAR 4.321376
SBD 9.285027
SCR 16.257587
SDG 691.646113
SEK 10.925188
SGD 1.476623
SHP 0.859924
SLE 28.507014
SLL 24152.359778
SOS 658.253797
SRD 42.998468
STD 23839.624055
STN 24.648199
SVC 10.083006
SYP 127.309212
SZL 18.655324
THB 37.47275
TJS 10.682536
TMT 4.042765
TND 3.35371
TOP 2.773222
TRY 53.491481
TTD 7.828156
TWD 36.348609
TZS 3023.439046
UAH 51.610206
UGX 4263.407715
USD 1.151785
UYU 46.524738
UZS 13827.178761
VES 686.505781
VND 30321.89191
VUV 137.353615
WST 3.155562
XAF 650.980478
XAG 0.016647
XAU 0.000267
XCD 3.112757
XCG 2.076905
XDR 0.810508
XOF 650.758731
XPF 119.331742
YER 274.844725
ZAR 18.791079
ZMK 10367.437479
ZMW 20.368291
ZWL 370.8743
  • DAX

    24.2600

    24934.67

    +0.1%

  • Euro STOXX 50

    42.6500

    6300.07

    +0.68%

  • SDAX

    52.1400

    18475.26

    +0.28%

  • TecDAX

    -18.1600

    3948.38

    -0.46%

  • MDAX

    269.2800

    32855.82

    +0.82%

  • Goldpreis

    -55.9000

    4325.5

    -1.29%

  • EUR/USD

    0.0015

    1.1522

    +0.13%

Urheberrechte im KI-Zeitalter: OpenAI verliert vor Gericht gegen die Gema
Urheberrechte im KI-Zeitalter: OpenAI verliert vor Gericht gegen die Gema / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Urheberrechte im KI-Zeitalter: OpenAI verliert vor Gericht gegen die Gema

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat vor dem Münchner Landgericht eine Niederlage gegen die Verwertungsgesellschaft Gema erlitten. Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte US-Unternehmen habe im Fall mehrerer bekannter Lieder die entsprechenden Texte in seinem Chatbot "unberechtigt" vervielfältigt, teilte das Landgericht München I am Dienstag mit. Die Gema begrüßte die Entscheidung: Menschliche Kreativleistungen seien "keine Gratisvorlage". OpenAI kündigte an, weitere Schritte zu prüfen. (Az. 42 O 14139/24)

Textgröße:

Das Urteil betrifft nach Gerichtsangaben die Liedtexte neun bekannter deutscher Urheberinnen und Urheber - darunter etwa der von Helene Fischer bekannte Song "Atemlos" der Komponistin Kristina Bach oder "Wie schön, dass du geboren bist" von Rolf Zuckowski. Die Gema kritisiert, dass die Liedtexte Nutzern des KI-Chatbots als Antworten - sogenannte Outputs - ausgegeben wurden, ohne dass entsprechende Lizenzen erworben wurden und war deshalb vor Gericht gezogen.

OpenAI wiederum hatte in der Verhandlung argumentiert, dass seine Sprachmodelle keine spezifischen Trainingsdaten speichern oder kopieren würden. Stattdessen würden sie nur wiedergeben, was sie basierend auf dem gesamten Trainingsdatensatz erlernt hätten. Und da die Outputs nur als Folge der Eingabe sogenannter Prompts der Nutzer generiert würden, sei nicht das Unternehmen, sondern der jeweilige Nutzer für die Outputs verantwortlich.

Das Landgericht entschied nun allerdings, dass "sowohl durch die Memorisierung in den Sprachmodellen als auch durch die Wiedergabe der Liedtexte in den Outputs" Eingriffe in die urheberrechtlichen Verwertungsrechte vorlägen. Durch die Vervielfältigungen im Modell werde in das Verwertungsrecht der Rechteinhaber eingegriffen.

Die Gema wertete diese Entscheidung als "Meilenstein auf dem Weg zu einer fairen Vergütung für Urheberinnen und Urheber in ganz Europa". Mit dem Urteil seien zentrale Rechtsfragen für das Zusammenspiel einer neuen Technologie mit dem europäischen Urheberrecht erstmals geklärt worden. "Auch Betreiber von KI-Tools wie ChatGPT müssen sich an das Urheberrecht halten", erklärte Gema-Chef Tobias Holzmüller nach der Urteilsverkündung.

Das Gericht habe deutlich gemacht, dass OpenAI keine privilegierte Forschungsorganisation sei und die gesetzliche Erlaubnis für das sogenannte Text- und Data Mining nicht die Speicherung und Ausgabe geschützter Liedtexte rechtfertige, führte die Gema weiter aus. Das Gericht habe bestätigt, dass hierdurch eine Lizenzpflicht entstanden sei.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) wertete die Entscheidung als "Etappensieg des Urheberrechts". Nach dem Urteil sei klar, "dass das KI-Unternehmen für KI-erzeugte Vervielfältigungen verantwortlich ist und nicht der Nutzer". Von dem Urteil gehe eine Signalwirkung aus, die auch journalistische Texte umfasse.

OpenAI kündigte nach dem noch nicht rechtskräftigen Urteil des Münchener Landgerichts an, weitere Schritte in Erwägung zu ziehen. Zudem verwies das Unternehmen darauf, dass die Entscheidung nur eine begrenzte Anzahl von Liedtexten betreffe und keine Auswirkungen habe "auf die Millionen Menschen, Unternehmen und Entwickler in Deutschland, die unsere Technologie täglich nutzen".

OpenAI respektiere die Rechte von Urhebern und Rechteinhabern, erklärte das Unternehmen. Mit vielen Organisationen auf der ganzen Welt gebe es produktive Gespräche, "damit auch sie von den Möglichkeiten dieser Technologie profitieren können".

Das US-Unternehmen zählt zu den weltweiten Marktführern bei generativer KI. Nach seinen Angaben nutzen rund 700 Millionen Menschen pro Woche den Chatbot ChatGPT.

(K.Lüdke--BBZ)