Berliner Boersenzeitung - Kabinett beschließt: Kein Bürgergeld mehr für ab April eingereiste Ukrainer

EUR -
AED 4.226203
AFN 73.071893
ALL 93.960321
AMD 423.724896
ANG 2.060342
AOA 1055.835022
ARS 1653.354187
AUD 1.639764
AWG 2.071386
AZN 1.955326
BAM 1.939252
BBD 2.318912
BDT 141.335156
BGN 1.945814
BHD 0.43396
BIF 3441.95307
BMD 1.15077
BND 1.475013
BOB 7.984862
BRL 5.858341
BSD 1.151375
BTN 108.817416
BWP 15.427352
BYN 3.187599
BYR 22555.092
BZD 2.31564
CAD 1.622315
CDF 2669.786539
CHF 0.919891
CLF 0.025899
CLP 1019.305887
CNY 7.776271
CNH 7.7963
COP 3952.89495
CRC 524.424864
CUC 1.15077
CUP 30.495405
CVE 109.726009
CZK 23.938375
DJF 204.514691
DKK 7.406517
DOP 67.435057
DZD 152.913136
EGP 57.432856
ERN 17.26155
ETB 182.253223
FJD 2.570475
FKP 0.856318
GBP 0.86513
GEL 3.043786
GGP 0.856318
GHS 13.001054
GIP 0.856318
GMD 84.005847
GNF 10100.882542
GTQ 8.776185
GYD 240.844771
HKD 9.016467
HNL 30.722333
HRK 7.534434
HTG 150.366857
HUF 345.978589
IDR 20424.556422
ILS 3.390134
IMP 0.856318
INR 108.528541
IQD 1507.5087
IRR 1582308.749934
ISK 143.07527
JEP 0.856318
JMD 182.096098
JOD 0.815918
JPY 184.425851
KES 149.047935
KGS 100.634562
KHR 4617.456644
KMF 489.077033
KPW 1035.693403
KRW 1739.808883
KWD 0.35455
KYD 0.959512
KZT 561.483746
LAK 25351.462874
LBP 103051.453562
LKR 385.721827
LRD 209.61256
LSL 18.636557
LTL 3.397924
LVL 0.696089
LYD 7.336181
MAD 10.638889
MDL 20.09155
MGA 4833.233941
MKD 61.09051
MMK 2415.980579
MNT 4116.679238
MOP 9.289529
MRU 46.122914
MUR 54.236067
MVR 17.791185
MWK 1997.737016
MXN 19.912233
MYR 4.677655
MZN 73.536625
NAD 18.64468
NGN 1564.034121
NIO 42.129805
NOK 11.063848
NPR 174.106761
NZD 1.992227
OMR 0.442469
PAB 1.151375
PEN 3.927015
PGK 5.049291
PHP 69.475448
PKR 320.257204
PLN 4.197629
PYG 7026.04384
QAR 4.189381
RON 5.186562
RSD 116.309537
RUB 83.973466
RWF 1712.34576
SAR 4.317567
SBD 9.276845
SCR 16.24326
SDG 691.036606
SEK 10.942217
SGD 1.475321
SHP 0.859166
SLE 28.481893
SLL 24131.075732
SOS 657.673717
SRD 42.960576
STD 23818.615605
STN 24.626478
SVC 10.074121
SYP 127.197022
SZL 18.638884
THB 37.439728
TJS 10.673122
TMT 4.039203
TND 3.350755
TOP 2.770778
TRY 53.456132
TTD 7.821258
TWD 36.316578
TZS 3020.774668
UAH 51.564725
UGX 4259.650626
USD 1.15077
UYU 46.483739
UZS 13814.993686
VES 685.900804
VND 30295.17102
VUV 137.232574
WST 3.152781
XAF 650.406808
XAG 0.016857
XAU 0.000269
XCD 3.110014
XCG 2.075074
XDR 0.809794
XOF 650.185256
XPF 119.331742
YER 274.60252
ZAR 18.845855
ZMK 10358.309615
ZMW 20.350342
ZWL 370.54747
  • EUR/USD

    0.0016

    1.1523

    +0.14%

  • MDAX

    269.2800

    32855.82

    +0.82%

  • Euro STOXX 50

    42.6500

    6300.07

    +0.68%

  • SDAX

    52.1400

    18475.26

    +0.28%

  • Goldpreis

    -38.4000

    4343

    -0.88%

  • DAX

    24.2600

    24934.67

    +0.1%

  • TecDAX

    -18.1600

    3948.38

    -0.46%

Kabinett beschließt: Kein Bürgergeld mehr für ab April eingereiste Ukrainer
Kabinett beschließt: Kein Bürgergeld mehr für ab April eingereiste Ukrainer / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Kabinett beschließt: Kein Bürgergeld mehr für ab April eingereiste Ukrainer

Ukrainerinnen und Ukrainer, die seit dem 1. April 2025 in Deutschland sind, sollen kein Bürgergeld mehr bekommen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch. Die Änderung soll demnach rückwirkend ab April gelten, bereits bewilligte Bürgergeldbescheide sind davon jedoch vorerst ausgenommen. Scharfe Kritik an dem Schritt kommt von der Opposition.

Textgröße:

Die betroffenen Menschen aus der Ukraine sollen dem Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums zufolge künftig Anspruch auf die niedrigeren Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten - so wie Geflüchtete aus anderen Ländern auch. Für Ukrainerinnen und Ukrainer, die vor dem Stichtag 1. April nach Deutschland gekommen sind, bleibt der Anspruch auf Bürgergeld aber bestehen.

Für die von der Änderung Betroffenen steigt mit der Neuregelung der Druck, eine Arbeit anzunehmen. "Arbeitsfähige, nicht erwerbstätige Geflüchtete werden mit dem Gesetz verpflichtet, sich umgehend um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen", erklärte das Bundesarbeitsministerium. Zeigen sie keine Eigenbemühungen, soll ihnen eine Arbeit zugewiesen werden. Auch eine Verpflichtung zum Besuch eines Integrationskurses ist möglich.

Ziel ist es laut Ministerium, "die schnelle und nachhaltige Integration in Arbeit und Gesellschaft zu ermöglichen". Für die Betroffenen sind künftig die Sozialämter statt die Jobcenter zuständig, die Agentur für Arbeit soll aber weiterhin bei der Arbeitssuche unterstützen.

Die Bundesregierung geht im Zuge der Neuregelung zwar von Einsparungen beim Bürgergeld aus, allerdings stehen dem etwas höhere staatliche Kosten bei den Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gegenüber. Als Grund wird ein höherer Verwaltungsaufwand genannt.

Zudem verschieben sich Kosten für die Leistungen an die betroffenen Ukrainerinnen und Ukrainer vom Bund auf Länder und Kommunen. Die Bundesregierung will dies durch pauschalisierte Kompensationen ausgleichen, Details sind aber noch offen. Der Gesetzentwurf bedarf auch der Zustimmung des Bundesrats.

Auf Kritik stößt der geplante Schritt bei der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Natalie Pawlik (SPD). Dieser dürfe "die Vermittlung in Arbeit (...) nicht schwächen und durch weniger Integrationskurse zusätzlich erschweren", sagt Pawlik dem Portal Politico. Viele Menschen aus der Ukraine kämen gerade immer besser in Arbeit und könnten ihr Leben zunehmend selbst finanzieren - "das droht jetzt, konterkariert zu werden".

Scharfe Kritik kommt auch von der Opposition. "Friedrich Merz und Markus Söder wollen Menschen aus der Ukraine die Vermittlung in Arbeit streichen, Kommunen mehr belasten und dem Steuerzahler zusätzliche Kosten aufbürden", sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch der Nachrichtenagentur AFP. "Aus purer Ideologie boxen CDU und CSU dieses absurde Gesetzesvorhaben durch."

Die Kommunen würden durch das Gesetz finanziell zusätzlich belastet und mit zusätzlicher unsinniger Bürokratie überhäuft, dabei seien sie ohnehin am Limit, kritisierte Audretsch. "Die Sozialämter sollen nun auf einmal auch Arbeitsintegration von Geflüchteten machen, die Bundesagentur für Arbeit neue Strukturen aufbauen - während genau das mit viel Expertise bereits die Jobcenter machen."

"Die geplante Verschärfung für ukrainische Geflüchtete ist auf allen Ebenen falsch und muss gestoppt werden", erklärte auch die Linken-Migrationsexpertin Clara Bünger. Am schlimmsten seien die Folgen für die Geflüchteten: "Sie bekommen weniger Geld, ihr Zugang zu dringend benötigter medizinischer Versorgung wird eingeschränkt und ihre Arbeitsmarktintegration erschwert."

Durch die Neuregelung würden zudem keinerlei Kosten eingespart, es entstünden im Gegenteil sogar Mehrkosten. Für Bünger offenbart das, "worum es der Koalition geht: Union und SPD wollen Schutzsuchende schikanieren, um rechte Forderungen zu bedienen, koste es, was es wolle".

Für "grundfalsch" hält auch die Gewerkschaft Verdi die geplante Verschärfung. Den Einsparungen beim Bürgergeld stünden höhere Kosten der Kommunen gegenüber, die wiederum über Bundespauschalen kompensiert werden sollen. Der Gesetzentwurf gehe zulasten der Menschen, "die Schutz vor dem Krieg in ihrer Heimat suchen und Unterstützung brauchen", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Rebecca Liebig. Sie hoffe deshalb, dass er im Zuge der parlamentarischen Beratungen "deutlich" verändert wird.

Zustimmung kommt hingegen aus der Union. Der Druck zur Arbeitsaufnahme werde für die Betroffenen nun "deutlich größer", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin. Diese würden nun verpflichtet, sich um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen, betonte auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in der "Rheinischen Post". "Wir bringen dadurch mehr Menschen in Arbeit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration."

(T.Burkhard--BBZ)