Berliner Boersenzeitung - CDU ringt um Profil: Parteitag sucht Distanz zu SPD - bleibt aber vielfach vage

EUR -
AED 4.33295
AFN 74.329466
ALL 96.489795
AMD 443.182779
ANG 2.11159
AOA 1081.910418
ARS 1623.160881
AUD 1.665841
AWG 2.123706
AZN 2.013605
BAM 1.956607
BBD 2.370978
BDT 143.859331
BGN 1.943953
BHD 0.443983
BIF 3491.039788
BMD 1.179837
BND 1.493916
BOB 8.134355
BRL 6.109188
BSD 1.177185
BTN 107.057153
BWP 15.587429
BYN 3.375692
BYR 23124.797216
BZD 2.367576
CAD 1.613225
CDF 2690.027777
CHF 0.914352
CLF 0.025903
CLP 1022.797859
CNY 8.151196
CNH 8.137498
COP 4353.295402
CRC 561.831713
CUC 1.179837
CUP 31.26567
CVE 110.310495
CZK 24.230774
DJF 209.636459
DKK 7.470802
DOP 72.359843
DZD 153.341242
EGP 56.050237
ERN 17.697549
ETB 183.197855
FJD 2.621892
FKP 0.875257
GBP 0.874277
GEL 3.156093
GGP 0.875257
GHS 12.937336
GIP 0.875257
GMD 86.725041
GNF 10328.25962
GTQ 9.032725
GYD 246.25156
HKD 9.219851
HNL 31.143844
HRK 7.545014
HTG 154.303638
HUF 380.387584
IDR 19895.466478
ILS 3.675869
IMP 0.875257
INR 107.042858
IQD 1542.236055
IRR 49700.61665
ISK 145.107817
JEP 0.875257
JMD 183.425649
JOD 0.836525
JPY 182.851059
KES 151.742582
KGS 103.177063
KHR 4733.952394
KMF 493.172077
KPW 1061.86317
KRW 1705.15296
KWD 0.361809
KYD 0.981005
KZT 587.572329
LAK 25225.403556
LBP 105419.177372
LKR 364.230217
LRD 217.199578
LSL 18.965222
LTL 3.483751
LVL 0.713671
LYD 7.447071
MAD 10.794352
MDL 20.218339
MGA 5038.077823
MKD 61.670434
MMK 2477.748422
MNT 4209.33244
MOP 9.476508
MRU 47.13544
MUR 54.768145
MVR 18.240631
MWK 2041.341898
MXN 20.232426
MYR 4.604869
MZN 75.397487
NAD 18.965222
NGN 1584.733029
NIO 43.317865
NOK 11.244598
NPR 171.291645
NZD 1.972246
OMR 0.453347
PAB 1.177185
PEN 3.954331
PGK 5.134117
PHP 68.381562
PKR 329.000888
PLN 4.221473
PYG 7611.139014
QAR 4.29087
RON 5.104094
RSD 117.468447
RUB 90.387481
RWF 1719.309084
SAR 4.426142
SBD 9.492001
SCR 17.885376
SDG 709.6635
SEK 10.676023
SGD 1.49549
SHP 0.885183
SLE 28.906505
SLL 24740.582663
SOS 671.576974
SRD 44.403738
STD 24420.235387
STN 24.510109
SVC 10.300248
SYP 13048.49116
SZL 18.958819
THB 36.714125
TJS 11.1541
TMT 4.129428
TND 3.41791
TOP 2.840764
TRY 51.721234
TTD 7.968286
TWD 37.211456
TZS 3034.251397
UAH 50.953815
UGX 4237.747748
USD 1.179837
UYU 45.678839
UZS 14376.929387
VES 474.095366
VND 30640.356311
VUV 139.694654
WST 3.202579
XAF 656.227644
XAG 0.013976
XAU 0.000231
XCD 3.188567
XCG 2.121675
XDR 0.816137
XOF 656.227644
XPF 119.331742
YER 281.332391
ZAR 18.942238
ZMK 10619.948518
ZMW 22.290193
ZWL 379.906901
  • Goldpreis

    0.0000

    5080.9

    0%

  • Euro STOXX 50

    71.6900

    6131.31

    +1.17%

  • TecDAX

    23.3000

    3721.5

    +0.63%

  • MDAX

    344.3900

    31823.39

    +1.08%

  • DAX

    217.0900

    25260.69

    +0.86%

  • SDAX

    40.8200

    18023.92

    +0.23%

  • EUR/USD

    0.0025

    1.1798

    +0.21%

CDU ringt um Profil: Parteitag sucht Distanz zu SPD - bleibt aber vielfach vage

CDU ringt um Profil: Parteitag sucht Distanz zu SPD - bleibt aber vielfach vage

Social-Media-Verbot für Kinder, Steuerentlastungen, Ausnahmen beim Mindestlohn: Mit einer Reihe von Beschlüssen hat sich der CDU-Parteitag um eine Schärfung des inhaltlichen Profils bemüht - und um eine Abgrenzung zum Koalitionspartner SPD. Bei der viel diskutierten Reform der Sozialsysteme blieben die Beschlüsse des Parteitags aber vage: Ein Vorstoß der Jungen Union für deutliche Einschnitte etwa im Rentensystem wurde nicht angenommen.

Textgröße:

Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich hoch zufrieden mit dem Verlauf des Parteitags, der ihn am Freitag mit mehr als 91 Prozent als CDU-Chef bestätigt hatte. In seinem Schlusswort vor den Delegierten wertete der CDU-Chef das Treffen als "gut, erfolgreich und harmonisch". Am Samstagabend resümierte er in der ARD, die Union sei geschlossen, stehe hinter ihm und der Bundesregierung, "und wir alle wissen, was wir zu tun haben".

Auf große Aufmerksamkeit stieß der Beschluss des Parteitags, ein Verbot für die Nutzung von Social Media für Kinder einzuführen. "Wir fordern die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen", heißt es in dem Beschluss. Bis zum 16. Lebensjahr sollten Minderjährige die Angebote nur eingeschränkt nutzen können.

Beim Koalitionspartner SPD fand dies Zustimmung: SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf forderte die Union gegenüber den RND-Zeitungen auf, das Thema Social-Media-Verbot nun "zügig" anzugehen und ein Gesetz zu verabschieden.

In der Frage der Sozialreformen, die für einen Teil der CDU-Basis große Dringlichkeit hat, bat der Vorsitzende Merz seine Partei um Geduld. Der CDU-Chef begrüßte es ausdrücklich, dass die Delegierten einen Antrag der Nachwuchsorganisation Junge Union mit weitgehenden Reformforderungen nicht annahmen - denn er halte es nicht für sinnvoll, "unseren gesamten Sozialstaat und den Arbeitsmarkt einmal eben schnell vollkommen auf den Kopf zu stellen", sagte Merz der ARD.

Vor Umsetzung der Reformen müssten zunächst die Ergebnisse der Expertenkommissionen etwa zum Rentensystem abgewartet werden, sagte Merz. Die Junge Union wollte unter anderem das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln, die Rente mit 63 abschaffen und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall beschränken. JU-Chef Johannes Winkel nannte als Ziel, "den Umfang des Sozialstaates zu begrenzen" und das "Prinzip Gießkanne" zu beenden.

Vertreter des CDU-Sozialflügels kritisierten den Vorstoß auf dem Parteitag scharf und warnten, er könne die Partei in den anstehenden Landtagswahlen belasten. Die Delegierten verwiesen den Antrag nach kontroverser Debatte zur weiteren Beratung an die Bundestagsfraktion.

Einige der CDU-Parteitagsbeschlüsse bergen Konfliktpotenzial für das Verhältnis zum Koalitionspartner SPD - so etwa die Festlegung der Delegierten gegen eine weitere "Aufweichung" der Schuldenbremse. Merz sagte dazu: "Ich sehe keinen Spielraum, in absehbarer Zeit noch mehr Schulden zu machen." SPD-Generalsekretär Klüssendorf wies das im "Tagesspiegel" umgehend zurück: "Der Koalitionsvertrag sieht sehr klar vor, die Schuldenbremse weiterzuentwickeln, damit wir mehr Spielraum für wichtige Zukunftsinvestitionen haben."

Der CDU-Parteitag erteilte auch der SPD-Forderung nach Erhebung von Sozialbeiträgen auf Kapital und Mieten eine Absage. Einstimmig wurde zudem ein Antrag beschlossen, Ausnahmen beim Mindestlohn für Agrar-Saisonarbeiter durchzusetzen. Auch in der Steuerpolitik ging die CDU auf Distanz zur SPD. Bei Themen wie Wehrdienst, Schuldenbremse und telefonischer Krankschreibung setzte sich die CDU ebenfalls klar von Positionen des Koalitionspartners ab.

Knapp ein Jahr nach dem Erfolg bei der Bundestagswahl nutzten Rednerinnen und Redner den Parteitag auch für eine Zwischenbilanz der bisherigen Regierungsarbeit. "Wir haben diesen Politikwechsel in entscheidenden Politikfeldern eingeleitet", sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) vor den Delegierten. Er nannte dabei die Verteidigungs- und Migrationspolitik sowie die Innere Sicherheit. Im Bereich Wirtschaft sei aber noch viel zu tun: "Es reicht noch nicht."

Auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder zog eine verhalten positive Bilanz. Der bayerische Ministerpräsident gab Merz Rückendeckung: "Du kannst dich auf uns verlassen: Wir unterstützen dich als Kanzler - gerne auch länger, wenn du willst." Damit spielte Söder offenbar auf Äußerungen von Merz an, die so verstanden wurden, dass er bereits eine zweite Amtszeit in den Blick genommen hat.

In der Außenpolitik bescheinigte Söder dem CDU-Kanzler Führungsstärke. In der Innenpolitik mahnte der CSU-Chef mutige Reformen an - und eine klare Handschrift der Union in der Koalition mit der SPD. "Wer hat die Wahl gewonnen? Wer ist die Nummer eins? Das ist die Union und nicht die SPD - und daraus leitet sich auch ein Führungsanspruch ab", sagte Söder unter starkem Beifall der CDU-Delegierten.

Nicht angenommen wurde ein auf dem Parteitag kontrovers diskutierter Antrag, eine Zuckersteuer auf süße Getränke wie etwa Limonaden einzuführen. Die Antragskommission hatte sich gegen die Annahme ausgesprochen: "Eine Zuckersteuer ist keine Gesundheitspolitik, sondern grüne Bevormundungspolitik", sagte Vize-Generalsekretärin Christina Stumpp. Ärztevertreter kritisierten die Ablehnung als "verpasste Chance".

(B.Hartmann--BBZ)