Berliner Boersenzeitung - Niederlage für Koalition: Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie

EUR -
AED 4.263409
AFN 74.298042
ALL 95.295059
AMD 427.734608
ANG 2.07848
AOA 1065.706643
ARS 1653.540799
AUD 1.639829
AWG 2.091392
AZN 1.969656
BAM 1.961462
BBD 2.337848
BDT 142.772096
BGN 1.962944
BHD 0.437463
BIF 3448.052419
BMD 1.160901
BND 1.490302
BOB 8.021152
BRL 5.877982
BSD 1.16075
BTN 110.346503
BWP 15.626103
BYN 3.21157
BYR 22753.655895
BZD 2.334538
CAD 1.620635
CDF 2664.267835
CHF 0.92121
CLF 0.026535
CLP 1044.358306
CNY 7.861039
CNH 7.84466
COP 4054.480909
CRC 528.024083
CUC 1.160901
CUP 30.763871
CVE 110.584189
CZK 24.129345
DJF 206.706636
DKK 7.474849
DOP 68.156727
DZD 154.540063
EGP 59.67994
ERN 17.413512
ETB 182.907342
FJD 2.572436
FKP 0.865899
GBP 0.862718
GEL 3.082207
GGP 0.865899
GHS 12.884189
GIP 0.865899
GMD 84.745391
GNF 10168.34981
GTQ 8.84854
GYD 242.850962
HKD 9.095599
HNL 31.038589
HRK 7.534017
HTG 151.768062
HUF 351.247946
IDR 20639.655518
ILS 3.390782
IMP 0.865899
INR 110.413914
IQD 1520.589011
IRR 1597257.307361
ISK 144.207395
JEP 0.865899
JMD 183.99107
JOD 0.823082
JPY 185.653572
KES 150.333272
KGS 101.52078
KHR 4663.46056
KMF 494.54436
KPW 1044.811136
KRW 1746.64511
KWD 0.358115
KYD 0.967392
KZT 567.608338
LAK 25559.775447
LBP 103951.143404
LKR 389.143219
LRD 211.259778
LSL 18.906973
LTL 3.427838
LVL 0.702217
LYD 7.398355
MAD 10.750831
MDL 20.272514
MGA 4843.981614
MKD 61.823446
MMK 2436.667422
MNT 4153.57532
MOP 9.368541
MRU 46.03688
MUR 54.864732
MVR 17.947956
MWK 2012.809751
MXN 19.925006
MYR 4.699787
MZN 74.193736
NAD 18.906973
NGN 1579.625802
NIO 42.713287
NOK 11.019265
NPR 176.554605
NZD 1.983213
OMR 0.446078
PAB 1.16075
PEN 3.947594
PGK 5.082671
PHP 71.232743
PKR 322.953269
PLN 4.241728
PYG 7107.515051
QAR 4.243348
RON 5.251681
RSD 117.699727
RUB 83.881723
RWF 1704.620196
SAR 4.357786
SBD 9.340112
SCR 16.32833
SDG 697.108173
SEK 10.890056
SGD 1.486771
SHP 0.86673
SLE 28.616482
SLL 24343.51381
SOS 663.414873
SRD 43.544811
STD 24028.302938
STN 24.570921
SVC 10.156315
SYP 128.316802
SZL 18.891528
THB 37.880158
TJS 10.818326
TMT 4.074762
TND 3.405429
TOP 2.795171
TRY 53.719757
TTD 7.884758
TWD 36.71693
TZS 3044.465867
UAH 52.012428
UGX 4352.563189
USD 1.160901
UYU 46.885329
UZS 13902.126942
VES 675.595329
VND 30543.300337
VUV 137.188055
WST 3.18492
XAF 657.855828
XAG 0.016508
XAU 0.00027
XCD 3.137393
XCG 2.091938
XDR 0.818162
XOF 657.855828
XPF 119.331742
YER 276.987237
ZAR 18.775423
ZMK 10449.498248
ZMW 20.278532
ZWL 373.809587
  • EUR/USD

    0.0027

    1.16

    +0.23%

  • Goldpreis

    92.3000

    4331.1

    +2.13%

  • Euro STOXX 50

    130.6700

    6187.63

    +2.11%

  • TecDAX

    51.7500

    3979.5

    +1.3%

  • MDAX

    627.0000

    32083.1

    +1.95%

  • DAX

    425.6000

    24635.3

    +1.73%

  • SDAX

    350.1000

    18377.2

    +1.91%

Niederlage für Koalition: Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie
Niederlage für Koalition: Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Niederlage für Koalition: Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie

Die von der Bundesregierung geplante steuer- und abgabenfreie 1000-Euro-Entlastungsprämie kann vorerst nicht kommen: Im Bundesrat verfehlte die Gesetzesvorlage am Freitag die notwendige Mehrheit. Mehrere Länder kritisierten die zusätzliche Belastungen, die sich durch die Steuerausfälle für Länder und Gemeinden ergeben hätten. Die Bundesregierung bedauerte die Entscheidung und kündigte Gespräche mit den Ländern an. Die Opposition wertete das Scheitern der Prämie als Fiasko für die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Textgröße:

Baden-Württembergs scheidender Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warf der Bundesregierung vor, regelmäßig Gesetze zu verabschieden, für deren Folgekosten sie dann nicht aufkomme. "Die Kosten bleiben dann bei Ländern und Kommunen hängen", kritisierte Kretschmann. Der Grünen-Politiker äußerte den Eindruck, dass beim Bund "das Gespür für einen gut funktionierenden Föderalismus weitgehend abhanden gekommen" sei.

Der Plan der Bundesregierung sah vor, Unternehmen durch die Gesetzesänderung die Möglichkeit zu geben, ihren Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Prämie von 1000 Euro zu zahlen. Für die Länder und Kommunen wäre diese Prämie mit Einnahmeausfällen verbunden. Eine Gegenfinanzierung hatte die Bundesregierung lediglich in Form einer höheren Tabaksteuer vorgesehen, die aber alleine dem Bund zugute kommt.

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) kritisierte, dass der Bund nur eine Gegenfinanzierung "bei sich selbst" geplant habe. Die Bundesregierung habe sich der Forderung verweigert, bei Ländern und Kommunen für einen Ausgleich zu sorgen. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) kritisierte: "Die geplanten Maßnahmen kosten alle Geld und belasten unsere Haushalte."

Nach dem Nein des Bundesrats haben Bundesregierung oder Bundestag die Möglichkeit, den Vermittlungsausschuss anzurufen. "Über die weiteren Verfahrensschritte wird die Bundesregierung zeitnah entscheiden", sagte Vizeregierungssprecher Steffen Meyer in Berlin. Meyer kündigte Gespräche mit den Ländern an, zudem werde der Koalitionsausschuss kommende Woche über das weitere Vorgehen beraten.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin forderte Manuela Schwesig (SPD) Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, nun ein großes Reform-Gesamtpaket auf breiter politischer Grundlage vorzubereiten. Der Entlastungs- und Reformbedarf in Deutschland habe "eine Dimension erreicht, wo es notwendig ist, dass der Kanzler mit den Ministerpräsidenten zusammenkommt und auch mit den Sozialpartnern, um umfangreiche Maßnahmen zu besprechen", sagte Schwesig.

Mit einer Entlastungsprämie sei es nicht getan, sagte Schwesig. "Einzelmaßnahmen alleine helfen uns nicht mehr weiter." Nötig sei nun eine Einkommenssteuerreform zur Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen.

Die Grünen sehen die Stellung von Bundeskanzler Merz nach der Niederlage im Bundesrat "Wenn die eigenen CDU-Ministerpräsidenten die Krisenpolitik des Kanzlers stoppen, dann ist das ein Fiasko für Friedrich Merz persönlich", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge. "Diese Koalition muss zurück in die Montagehalle. Da fällt gerade alles auseinander, was auseinanderfallen kann." Die Grünen-Politikerin forderte eine rasche Senkung der Stromsteuer, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten.

Aus der SPD-Fraktion kam Kritik an der Entscheidung des Bundesrats. SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar kritisierte das Votum als "unverständlich", weil damit eine Entlastung der Bürgerinnen und Bürger verhindert werde. Die Koalition werde sich "weiterhin dafür einsetzen, dass notwendige Entlastungen schnellstmöglich Realität werden".

Der CDU Wirtschaftsrat begrüßte den Einspruch des Bundesrats gegen die Entlastungsprämie. Die Entscheidung sei "richtig und konsequent", sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsverbands, Wolfgang Steiger, den Funke-Zeitungen. Der Wirtschaftsrat habe die Prämie von Anfang kritisiert, weil sie die Verantwortung mitten in einer anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage einseitig auf Arbeitgeber verlagert hätte.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) zeigte sich hingegen enttäuscht über das Votum des Bundesrats. Auch wenn viele Unternehmen die Prämie nicht hätten zahlen können, wäre sie doch "ein zusätzlicher Weg zur Unterstützung von Beschäftigten gewesen", sagte die SoVD-Vorstandschefin Michaela Engelmeier den Funke-Zeitungen.

Neben den Arbeitgebern stieß die geplante Prämie auch auf Seiten der Gewerkschaften auf große Vorbehalte. Letztere argumentieren, dass es sich lediglich um eine Einmalzahlung handelt, die nicht zu einer dauerhaften Gehaltssteigerung für die Beschäftigten führt, sondern möglicherweise in Konkurrenz zu einer linearen Anhebung der Bezüge steht.

(K.Müller--BBZ)