Berliner Boersenzeitung - Studie: Jeder dritte ausgeschriebene Job hat mit "Green Economy" zu tun

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Studie: Jeder dritte ausgeschriebene Job hat mit "Green Economy" zu tun
Studie: Jeder dritte ausgeschriebene Job hat mit "Green Economy" zu tun / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Studie: Jeder dritte ausgeschriebene Job hat mit "Green Economy" zu tun

Ob Jobs im Recycling oder für mehr Energieeffizienz: Arbeitsplätze in der sogenannten Green Economy spielen einer Studie zufolge für Unternehmen in Deutschland eine wachsende Rolle. Wie die Bertelsmann-Stiftung am Mittwoch mitteilte, hatte im Jahr 2025 jede dritte ausgeschriebene Stelle "einen Bezug zur Green Economy – Tendenz steigend". In der Industrie hatten demnach sogar 44 Prozent der ausgeschriebenen Stellen einen Bezug zu Bereichen wie der Kreislaufwirtschaft oder der Verkehrswende.

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Für die Studie wurden im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Daten des Jobmonitors der Stiftung analysiert, welcher wiederum auf der Auswertung von im Internet veröffentlichten Stellenanzeigen basiert. Betrachtet wurden dabei insgesamt sieben Felder, die zur "Green Economy" gezählt werden: die Kreislaufwirtschaft, der Bereich Umweltschutz- und Emissionsminderung, die Verkehrswende, der Bereich Energieeffizienz - also beispielsweise die Optimierung von Prozessen oder Gebäuden -, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie sechstens der Natur- und Artenschutz und schließlich der Bereich Nachhaltigkeitsberichterstattung und "Green Finance".

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber schrieben laut der Bertelsmann-Stiftung im vergangenen Jahr insgesamt 9,9 Millionen Stellen aus - Davon hatten demnach 2,9 Millionen Stellen einen "Green Economy"-Bezug. Das waren demnach deutlich mehr als noch 2019, als dies für lediglich 1,9 Millionen Stellen gegolten hatte.

Die "Green Economy" sei auf dem gesamten Arbeitsmarkt in Deutschland "gut verankert", erklärte die Stiftung. Die Analyse des Jobmonitors auf Kreisebene zeigt demnach aber auch, dass es regionale Schwerpunkte gibt: So werden Jobs der Verkehrswende der Studie zufolge vor allem an den klassischen Automobilstandorten ausgeschrieben, insbesondere in Süddeutschland. Die Windenergie sei im Norden stark ausgeprägt, Solarenergie zunehmend im Südosten der Bundesrepublik.

"Green Finance und Nachhaltigkeitsberichterstattung haben besondere Relevanz in Ballungsräumen mit vielen Unternehmenshauptsitzen." Das Thema Energieeffizienz sei "deutschlandweit Thema in einer Vielzahl von Branchen".

Besonders hob die Bertelsmann-Stiftung hervor, dass die Industrie ein wesentlicher Treiber des Stellenwachstums im "Green Economy"-Bereich sei. "Die grünen Berufe sind Teil der Beschäftigungssicherung im Strukturwandel der Industrie", erklärte Arbeitsmarktexperte Gunvald Herdin. "Wer die Beschäftigung in der Industrie fördern will, sollte die Nachhaltigkeitstransformation stärken", riet er.

Außerdem wirken sich der Untersuchung zufolge auch gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen auf das Wachstum der "Green Economy" aus - etwa in der Kreislaufwirtschaft: Während dort die Zahl der Jobs bis zur Corona-Krise und dem Beginn des Ukraine-Krieges konstant gewesen sei, hätten 2023 Rohstoffknappheit und unterbrochene Lieferketten zu einem "deutlichen Bedeutungszuwachs" geführt.

Umgekehrt sorgten demnach "der Einbruch der Autoindustrie und das Aus der Umweltprämie für Elektroautos im Dezember 2023 für einen Rückgang der Jobs der Verkehrswende", wie die Stiftung weiter erklärte. "Die Entwicklung der Green Economy zeigt, wie stark politische Entscheidungen und geopolitische Krisen auf die deutsche Wirtschaft wirken", erläuterte Arbeitsmarktexpertin Jana Fingerhut. "Wenn sich Investitionsbedingungen, Lieferketten oder Förderkulissen verändern, schlägt sich das unmittelbar in Unternehmen nieder - und damit auch in Beschäftigung und Qualifikationsbedarfen".

(L.Kaufmann--BBZ)