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Das katholische Bildungswesen hat sich in einer aktuellen Erklärung gegen Vorwürfe gewehrt und die fortbestehende Notwendigkeit seiner Institutionen unterstrichen. Es werde nicht primär um akademische Leistungen gehen, sondern um die Förderung von Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit im schulischen Alltag.
Das katholische Schulwesen hat sich in einer aktuellen Stellungnahme gegen die Infragestellung seiner Existenz gewehrt und die fortbestehende Notwendigkeit seiner Institutionen unterstrichen. Trotz legitimer Kritik an der Vergangenheit betone das System heute vor allem seine pädagogische Leistung für die empfangenen Jugendlichen.
Der Text, der als Meinung eines Gastautors in der Rubrik „À vif“ veröffentlicht wurde, argumentiert, dass aktuelle Ereignisse im Gegenteil die wachsende Dringlichkeit einer solchen Bildungspartnerung nahelegten. Die katholische Schule werde ihrer Verantwortung gerecht, indem sie ein ehrliches und befreiendes Selbstverständnis pflege und ihr ursprüngliches Projekt weiterverfolge: die Schule als Laboratorium für Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit zu gestalten.
Als „Laboratorium der Brüderlichkeit“ wird das System beschrieben, in dem die Verantwortung der Erwachsenen über die reine Suche nach akademischer Leistung hinausgeht. Hier sollen Jugendliche auf ihrem Weg zu mehr Menschlichkeit begleitet werden – im Klassenzimmer, auf dem Schulhof, in der Kapelle und überall im schulischen Raum. Der Fokus liegt dabei auf der Begegnung mit einem Pädagogen, der den gemeinsamen Weg geht.
Als „Laboratorium der Gleichheit“ definiert sich das Modell durch die ständige Erinnerung an die Würde jedes Jugendlichen und Erwachsenen. Unabhängig von ihren Funktionen als Lehrkräfte, Administratoren oder Reinigungspersonal seien alle an einem gemeinsamen Projekt zum Wohl der jungen Menschen beteiligt. Dabei würden keine Unterschiede zwischen christlichen, agnostischen oder anderen Konfessionen sowie zwischen verschiedenen Bildungsgängen – von der Vorschule bis zur Berufsoberschule oder Vorbereitungsklasse – gemacht.
Als „Laboratorium der Freiheit“ betonen die Autoren, dass Familien unterschiedlichster Überzeugungen ihren Kindern eine andere Art der Verbindung von Säkularität und Gewissensfreiheit ermöglichten. Dies geschehe unter vollem Respekt vor dem Glauben oder Nicht-Glauben jedes Einzelnen.
Der Gastautor stellt die Frage, ob das katholische Schulwesen seine Werte mit mehr Nachdruck behaupten müsse. Es gelte, die Anthropologie des Vertrauens und der Beziehung, die dem pädagogischen Projekt zugrunde liegt, weiter zu hinterfragen und zu bekräftigen. Dabei werde eine grundlegende Abwägung nötig: Geht es um eine Schule, deren primäres Ziel die Anzahl der Baccalauréat-Bestimmungen ist, oder um eine Bildungseinrichtung, die Jugendliche dabei unterstützt, ein größeres Selbstwertgefühl und Respekt vor anderen zu entwickeln?
Die Stellungnahme stellt weitere rhetorische Fragen zur Ausrichtung des Systems. Sie fragt, ob das katholische Schulwesen eine Aneinanderreihung christlicher Werte präsentieren soll oder ob es im Handeln – bei der Erziehung zu Verantwortung, Engagement und Unentgeltlichkeit – mutiger werden muss. Ebenso werde gefragt, ob die Schule sich für ihre christliche Identität entschuldigen sollte oder ob sie klar bekräftigt, dass Jugendliche im Namen des Evangeliums bis zum Ende ihres schulischen Weges aufgenommen, unterstützt und um ihrer selbst willen geliebt werden.
Zudem wird die Frage nach der Offenheit gestellt: Soll das System nur bestimmte Gruppen aufnehmen oder als Raum der Begegnung und Solidarität zwischen allen fungieren? Die Erziehung bewege sich stets auf einem Grat. Jugendliche seien zu wertvoll, um unnötigen Risiken auszusetzen, aber ihre Bildung sei zu wichtig, um auf die menschliche Begegnung, den Dienst und die Anerkennung zu verzichten.
Der Text ist als Beitrag eines Gastautors gekennzeichnet und drückt dessen persönliche Meinung aus, nicht die der Redaktion. Die Rubrik „À vif“ diene dem Zweck, Pluralismus in religiösen, gesellschaftlichen und aktuellen Themen zu ermöglichen und den Dialog nach den festgelegten redaktionellen Richtlinien zu fördern.
(A.Berg--BBZ)