Berliner Boersenzeitung - Fußfessel für Täter: Bundestag beschließt besseren Gewaltschutz für Frauen

EUR -
AED 4.239245
AFN 72.116169
ALL 95.251878
AMD 425.017039
ANG 2.066765
AOA 1059.667159
ARS 1668.600407
AUD 1.635038
AWG 2.080664
AZN 1.96334
BAM 1.957285
BBD 2.322913
BDT 141.5656
BGN 1.927624
BHD 0.434924
BIF 3440.351406
BMD 1.154321
BND 1.486328
BOB 7.99807
BRL 5.992056
BSD 1.15325
BTN 110.323295
BWP 15.652812
BYN 3.235956
BYR 22624.692746
BZD 2.31951
CAD 1.609013
CDF 2654.938292
CHF 0.919787
CLF 0.026927
CLP 1059.955215
CNY 7.809732
CNH 7.830089
COP 4160.450132
CRC 532.192375
CUC 1.154321
CUP 30.589508
CVE 110.348748
CZK 24.208187
DJF 205.374977
DKK 7.473877
DOP 67.180695
DZD 154.309362
EGP 60.082183
ERN 17.314816
ETB 185.940217
FJD 2.557285
FKP 0.864902
GBP 0.8648
GEL 3.070308
GGP 0.864902
GHS 13.626342
GIP 0.864902
GMD 84.265618
GNF 10109.453504
GTQ 8.792521
GYD 241.292081
HKD 9.045843
HNL 30.839871
HRK 7.536793
HTG 150.791829
HUF 355.834493
IDR 20982.959621
ILS 3.381041
IMP 0.864902
INR 110.270502
IQD 1510.820443
IRR 1587335.745617
ISK 143.401352
JEP 0.864902
JMD 182.068179
JOD 0.818416
JPY 184.79014
KES 149.427361
KGS 100.945026
KHR 4630.494202
KMF 494.049139
KPW 1038.721863
KRW 1764.240959
KWD 0.357089
KYD 0.961125
KZT 561.686554
LAK 25357.805656
LBP 103280.283365
LKR 388.808345
LRD 210.477004
LSL 19.055932
LTL 3.40841
LVL 0.698238
LYD 7.333566
MAD 10.665294
MDL 20.091161
MGA 4853.578449
MKD 61.645858
MMK 2423.265687
MNT 4131.070709
MOP 9.308744
MRU 46.085978
MUR 55.288441
MVR 17.834596
MWK 1999.909145
MXN 20.117486
MYR 4.701781
MZN 73.772266
NAD 19.055932
NGN 1571.5039
NIO 42.441475
NOK 10.914146
NPR 176.519203
NZD 1.982939
OMR 0.443844
PAB 1.153355
PEN 4.003469
PGK 5.126891
PHP 71.019025
PKR 320.997827
PLN 4.2404
PYG 7097.386479
QAR 4.2163
RON 5.242577
RSD 117.370108
RUB 84.207348
RWF 1693.678061
SAR 4.333089
SBD 9.290649
SCR 15.458572
SDG 693.1573
SEK 10.869439
SGD 1.486575
SHP 0.861817
SLE 28.399787
SLL 24205.537866
SOS 659.097359
SRD 43.069446
STD 23892.115346
STN 24.518077
SVC 10.09144
SYP 127.589528
SZL 19.041121
THB 37.869237
TJS 10.789342
TMT 4.040124
TND 3.392475
TOP 2.779328
TRY 53.216398
TTD 7.811759
TWD 36.390893
TZS 3030.090497
UAH 51.483773
UGX 4348.281242
USD 1.154321
UYU 46.455458
UZS 13816.186406
VES 649.403811
VND 30410.588286
VUV 136.532616
WST 3.14785
XAF 656.452363
XAG 0.016885
XAU 0.000267
XCD 3.11961
XCG 2.078532
XDR 0.817728
XOF 656.466592
XPF 119.331742
YER 275.449816
ZAR 19.037638
ZMK 10390.275805
ZMW 20.269383
ZWL 371.69091
  • MDAX

    -341.1300

    32125.47

    -1.06%

  • Euro STOXX 50

    0.2200

    6062.29

    0%

  • SDAX

    -35.3400

    18398.48

    -0.19%

  • TecDAX

    -6.6900

    4067.45

    -0.16%

  • DAX

    -142.8300

    24616.22

    -0.58%

  • Goldpreis

    1.9000

    4367.2

    +0.04%

  • EUR/USD

    0.0018

    1.1545

    +0.16%

Fußfessel für Täter: Bundestag beschließt besseren Gewaltschutz für Frauen

Fußfessel für Täter: Bundestag beschließt besseren Gewaltschutz für Frauen

Elektronische Fußfessel und verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings für Täter: Nach dem Vorbild Spaniens sollen Frauen in Deutschland besser vor häuslicher Gewalt geschützt werden. Der Bundestag beschloss dazu am Freitag mit großer Mehrheit die Reform des Gewaltschutzgesetzes. Politiker aller Fraktionen lobten insbesondere die elektronische Fußfessel als wirksames Mittel zum besseren Schutz von Frauen. Der Opposition gehen die geplanten Maßnahmen indes nicht weit genug.

Textgröße:

Für den Gesetzentwurf stimmten im Bundestag alle Fraktionen bei Enthaltung der Linksfraktion. Der Vorlage der Bundesregierung zufolge sollen Gerichte nach spanischem Vorbild potenzielle Gewalttäter künftig zum Tragen einer elektronischen Fußfessel verpflichten können. Das Annäherungsverbot wird in Hochrisikofällen kontrolliert. Bei Verstößen gegen Schutzanordnungen soll das Strafmaß angehoben werden können.

Zudem soll eine Rechtsgrundlage geschaffen werden, wonach Familiengerichte Täter zur Teilnahme an Anti-Gewaltkursen verpflichten können. Für Familiengerichte soll die Möglichkeit geschaffen werden, sich zur Gefährdungsanalyse Auskünfte aus dem Waffenregister zu holen.

In Spanien schütze die elektronische Fußfessel seit 20 Jahren hochwirksam Frauen, sagte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) im Bundestag. "Jetzt kommt sie endlich auch hier." Komme ein Täter trotz Verbots zu nahe, werde sofort Alarm ausgelöst. Auch die Betroffenen bekämen in Echtzeit ein Signal. Der zweite Baustein des Gesetzes sei die Täterarbeit: "Wer Gewalt begeht, muss an sich arbeiten, damit die Gewalt nicht wieder aus ihm herausbricht."

Die SPD-Abgeordnete Carmen Wegge sprach von einem längst überfälligen Systemwechsel: "Verpflichtende Täterarbeit, Behörden, die künftig direkt mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, eine Warnzone bei der Fußfessel, die eingreift, bevor es überhaupt zu einem Verstoß kommt, Betroffene, die künftig eine Vertrauensperson mit in die Gerichtsverhandlung nehmen dürfen, weil kein Mensch in solch einer Situation allein vor Gericht stehen sollte."

"Die Einlösung des Schutzversprechens vor Gewalttätern ist für uns eine zentrale Aufgabe des Rechtsstaats", sagte Unions-Fraktionsvize Günther Krings (CDU). Frauen lebten oft "dort in Angst, wo eigentlich ihr sicherster Ort sein sollte, nämlich im eigenen Zuhause. "Das ist ein Zustand, den wir nicht hinnehmen dürfen." Die elektronische Fußfessel nehme "den Opfern die Alarmierungslast ab".

Der AfD-Abgeordnete Rainer Galla bezeichnete die elektronischen Fußfessel als "geeignetes und notwendiges Mittel zum Schutz gegen erkannte Gewalttäter". Sie gebe den Opfern "ein kleines Stück Sicherheit und auch Freiheit zurück, und das ist gut so." Galla bezweifelte, ob gerichtlich angeordnete Anti-Gewalt-Trainings ein taugliches Mittel der Gewaltprävention sein könnten.

Der Linkspartei ist das Gesetz nicht konsequent genug. Statt an die Ursachen von Männergewalt zu gehen, setze die Bundesregierung auf die Fußfessel als einzelnes Instrument. "Das ist kein Konzept, das ist autoritäre Symbolpolitik", sagte der Linken-Abgeordnete Aaron Valent. Es bleibe unklar, wer betroffene Frauen schützt, "sobald die Fußfessel weg ist". Spanien zeige mit eigenen Gerichten für geschlechterspezifische Gewalt, dass es auch anders gehe.

Auch nach Ansicht der Grünen kann die elektronische Fußfessel nur ein Mittel sein. Der Schutz von Frauen müsse bereits greifen, bevor es zu Gewalttaten komme, sagte Lena Gumnior für die Grünen-Fraktion. Häusliche Gewalt sei "das Ergebnis von Rape-Culture, von Hassrede gegenüber Frauen und von patriarchalen Besitzansprüchen". Gumnior verwies auf Spanien, wo im Sexualstrafrecht die "Ja-heißt-Ja-Regelung" gelte, die die Union bislang ablehne.

In einem nächsten Schritt der Gesetzgebung will die schwarz-rote Koalition dafür sorgen, dass sich die Gewalt von Vätern gegen die Mutter auch unmittelbar auf das Sorge- und Umgangsrecht auswirkt. In Fällen von häuslicher Gewalt solle es in Strafverfahren künftig eine Begleitung durch psychosoziale Fachkräfte geben, "damit man sich sicher fühlen kann", sagte Justizministerin Hubig.

(S.G.Stein--BBZ)