DAX
131.8300
Unter den mehr als 1400 Vermissten nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und Tibet ist nach Angaben des Bundesaußenministeriums "eine niedrige zweistellige Zahl" deutscher Staatsangehöriger. "Wir bemühen uns unter Hochdruck um Sachverhaltsaufklärung", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. Das Ausmaß der Katastrophe sei "noch sehr schwer abzuschätzen". Nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde sind mindestens acht Deutsche unter den Vermissten.
Der Außenamtssprecher sagte, die Lage in der Region sei "noch sehr, sehr unübersichtlich". Es seien Berichte über deutsche Staatsbürger bekannt, die sich in der Region aufgehalten hatten "und die nach dem Unglück noch nicht erreicht werden konnten".
Die deutschen Auslandsvertretungen stünden mit den Familienangehörigen und mit den örtlichen Behörden im "engen Kontakt". Bereits am Donnerstag hatte das Auswärtige Amt erklärt, die deutschen Stellen vor Ort seien dabei, "belastbare Informationen zum Verbleib deutscher Staatsangehöriger" zusammenzutragen.
In Nepal halte sich "derzeit eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger" auf, sagte der Sprecher des Bundesaußenministeriums. In der autonomen Region Tibet in China "ist es eine einstellige Anzahl".
Angesichts der "schrecklichen" Bilder aus dem Katastrophengebiet könne die Bevölkerung auf Unterstützung aus Deutschland zählen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts. Allerdings hätten die nepalesischen Behörden mitgeteilt, dass sie "derzeit keine weitere internationale Unterstützung benötigen".
Die Bundesregierung drückte "den Angehörigen der Opfer und allen Betroffenen ihr tiefes Mitgefühl" aus, wie ein Regierungssprecher in Berlin sagte. "Deutschland steht in diesen schweren Stunden bereit, Unterstützung zu leisten", fügte er hinzu. Der Bundeskanzler habe sich bereits am Mittwochabend im Onlinedienst X zu dem Thema geäußert.
Am Mittwoch war eine riesige Sturzflut aus Wasser, Schlamm und Geröll fast 170 Kilometer weit entlang zweier Flüsse durch Nepal geströmt und hatte dabei ganze Ortschaften mitgerissen. Ursache war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ein Gletscherabbruch. Auch die autonome Region Tibet im Nachbarland China war von der Katastrophe betroffen. Nach bisherigen Angaben kamen mindestens 543 Menschen ums Leben.
(Y.Yildiz--BBZ)