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In der Straße von Hormus sind am Sonntag drei Schiffe angegriffen worden. Eines der Schiffe sei vor der Küste des Oman "oberhalb der Wasserlinie von einem unbekannten Geschoss getroffen worden", erklärte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO). Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen, das aber unter Kontrolle gebracht worden sei.
Darüberhinaus sei ein weiteres Schiff von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, teilte die UKMTO mit. Auch hier sei ein Feuer ausgebrochen, das gelöscht werden konnte. Das Schiff beabsichtige, "seine Reise fortzusetzen". Laut dem privaten Seesicherheitsunternehmen Vanguard Tech handelte es sich um einen Tanker etwa 17 Seemeilen nordwestlich von Mina Sakr in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die UKMTO meldete später, dass ein weiteres Geschoss 35 Seemeilen westlich der emiratischen Stadt Scharjah "in unmittelbarer Nähe eines Schiffes explodiert" sei. Alle Besatzungsmitglieder seien "unversehrt und wohlauf".
Das iranische Staatsfernsehen hatte gemeldet, ein Öltanker sei "am Sinken", nachdem er während der "illegalen" Passage durch die Straße von Hormus getroffen worden sei. Vom Fernsehsender ausgestrahlte Bilder zeigten dichten schwarzen Rauch, der aus dem brennenden Tanker aufstieg. Nach dem Beginn der US-israelischen Angriffe im Iran am Samstag hatten die iranischen Revolutionsgarden staatlichen Medienberichten zufolge die strategisch wichtige Wasserstraße geschlossen.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert.
Die Internationale Schiffahrtsorganisation (IMO) forderte derweil alle Reedereien auf, "äußerste Vorsicht walten zu lassen" und die "Region zu meiden", solange sich die Lage nicht verbessert habe. "Ich bin zutiefst besorgt über Berichte, wonach mehrere Seeleute bei Angriffen auf Handelsschiffe verletzt wurden", erklärte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez am Sonntag. Eine genaue Zahl der Verletzten könne die IMO bislang nicht angeben.
Die Schweizer Reederei MSC teilte mit, sie habe ihre Schiffe in der Golfregion angewiesen, sichere Häfen anzulaufen. Bis auf Weiteres seien sämtliche Buchungen für weltweite Fracht in der Region ausgesetzt. Auch der dänische Reederei-Konzern Maersk will die Straße von Hormus vorerst nicht mehr nutzen. "Die Sicherheit unserer Besatzungen, Schiffe und der Ladung unserer Kunden bleibt unsere oberste Priorität", erklärte Maersk. Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd, die fünftgrößte der Welt, gab am Samstagabend bereits bekannt, dass sie ihren Schiffsverkehr in der Straße von Hormus vorerst einstelle.
Unterdessen dementierte das US-Verteidigungsministerium Angaben der iranischen Revolutionsgarden, wonach der US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" bei einem Angriff getroffen worden sein soll. "Die 'Lincoln' wurde nicht getroffen", teilte das US-Kommando für den Nahen Osten (Centcom) am Sonntag mit. Die Revolutionsgarden hatten zuvor mitgeteilt, den US-Flugzeugträger im Persischen Golf attackiert und getroffen zu haben.
(A.Lehmann--BBZ)