Berliner Boersenzeitung - Deutschland und Frankreich vereinbaren erste gemeinsame Nuklearübung

EUR -
AED 4.201797
AFN 75.512223
ALL 93.893594
AMD 419.722677
ANG 2.048279
AOA 1050.307307
ARS 1694.465857
AUD 1.638456
AWG 2.059426
AZN 1.945271
BAM 1.957657
BBD 2.303786
BDT 140.992533
BGN 1.965045
BHD 0.431324
BIF 3402.246798
BMD 1.144125
BND 1.476859
BOB 7.921734
BRL 5.867654
BSD 1.143835
BTN 110.071759
BWP 15.575321
BYN 3.30967
BYR 22424.859383
BZD 2.300272
CAD 1.602748
CDF 2585.723093
CHF 0.922651
CLF 0.027103
CLP 1066.690911
CNY 7.749448
CNH 7.755214
COP 3737.709203
CRC 519.112921
CUC 1.144125
CUP 30.319325
CVE 110.37454
CZK 24.221366
DJF 203.681252
DKK 7.475842
DOP 67.03653
DZD 152.247624
EGP 57.834281
ERN 17.161882
ETB 184.607331
FJD 2.565416
FKP 0.848528
GBP 0.850732
GEL 3.003304
GGP 0.848528
GHS 13.198407
GIP 0.848528
GMD 84.665391
GNF 10031.517311
GTQ 8.726661
GYD 239.296442
HKD 8.970327
HNL 30.632401
HRK 7.535325
HTG 149.497715
HUF 362.413258
IDR 20531.331715
ILS 3.475338
IMP 0.848528
INR 110.162293
IQD 1498.387063
IRR 1573172.533325
ISK 143.393051
JEP 0.848528
JMD 181.181895
JOD 0.811193
JPY 185.800826
KES 147.889411
KGS 100.054163
KHR 4624.407574
KMF 490.830119
KPW 1029.713009
KRW 1701.612004
KWD 0.353603
KYD 0.953158
KZT 540.591781
LAK 25808.259781
LBP 102422.777479
LKR 384.3613
LRD 207.028178
LSL 18.876133
LTL 3.378305
LVL 0.69207
LYD 7.302247
MAD 10.671324
MDL 20.113874
MGA 4867.852337
MKD 61.702461
MMK 2401.973335
MNT 4105.273021
MOP 9.236704
MRU 45.592248
MUR 53.945448
MVR 17.688877
MWK 1983.359703
MXN 20.045393
MYR 4.686113
MZN 73.120864
NAD 18.876133
NGN 1578.904725
NIO 42.092326
NOK 11.042367
NPR 176.116555
NZD 1.958102
OMR 0.439917
PAB 1.143775
PEN 3.880002
PGK 5.11185
PHP 70.499877
PKR 318.019739
PLN 4.339839
PYG 6932.880485
QAR 4.180949
RON 5.241925
RSD 117.333896
RUB 89.469455
RWF 1684.293646
SAR 4.303129
SBD 9.23465
SCR 15.3812
SDG 687.085668
SEK 11.03279
SGD 1.477318
SHP 0.854205
SLE 27.888074
SLL 23991.74763
SOS 653.651568
SRD 43.031672
STD 23681.087429
STN 24.524339
SVC 10.007495
SYP 126.462589
SZL 18.861554
THB 38.470645
TJS 10.568743
TMT 4.01588
TND 3.377304
TOP 2.75478
TRY 53.962642
TTD 7.767335
TWD 37.057763
TZS 3004.471255
UAH 51.090071
UGX 4226.194255
USD 1.144125
UYU 45.973617
UZS 13737.032886
VES 829.307686
VND 30084.779463
VUV 136.579438
WST 3.133747
XAF 656.582796
XAG 0.020479
XAU 0.000286
XCD 3.092057
XCG 2.061446
XDR 0.815412
XOF 656.579924
XPF 119.331742
YER 272.9935
ZAR 18.886812
ZMK 10298.498543
ZMW 20.844594
ZWL 368.407937
  • Goldpreis

    23.2000

    4015.3

    +0.58%

  • Euro STOXX 50

    -52.7400

    6230.87

    -0.85%

  • DAX

    -84.5100

    24830.98

    -0.34%

  • MDAX

    -175.1000

    31864.73

    -0.55%

  • TecDAX

    -11.9300

    3770.35

    -0.32%

  • SDAX

    -78.8700

    18250.65

    -0.43%

  • EUR/USD

    -0.0006

    1.1438

    -0.05%

Deutschland und Frankreich vereinbaren erste gemeinsame Nuklearübung

Deutschland und Frankreich vereinbaren erste gemeinsame Nuklearübung

Deutschland und Frankreich haben bei der Sitzung des gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungsrats einen historischen Schritt hin zu einer gemeinsamen nuklearen Abschreckung vereinbart. Die Bundeswehr werde sich erstmals an einer französischen Nuklearübung beteiligen, hieß es in der nach der Sitzung am Freitag veröffentlichten Abschlusserklärung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte zudem an, zentrale Bestandteile des gescheiterten FCAS-Projekts in einem anderen Rahmen fortzuführen. Zugleich verständigten sich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron offenbar auf einen schärferen gemeinsamen Kurs gegenüber China.

Textgröße:

Zur neuen nuklearen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich sagte Merz nach den Beratungen: "Wir schlagen in der Abschreckung einen neuen gemeinsamen Weg ein." Dazu gehöre, dass sich "die konventionellen deutschen Kräfte noch in diesem Jahr an einer nuklearen Übung der französischen Streitkräfte beteiligen". Die Verlegung französischer Rafale-Kampfjets nach Nörvenich sei ein "erster operativer Schritt der strategischen Zusammenarbeit", heißt es in der Abschlusserklärung.

"In der neu geschaffenen strategischen Steuerungsgruppe durchdenken wir, mit welchem Mix an Fähigkeiten wir unsere gemeinsame Abschreckung in Zukunft weiter steigern", fügte Merz an. Die deutsche Beteiligung an der Übung sei "komplementär zu unserer nuklearen Teilhabe und der Abschreckung in der Nato, an der wir festhalten". Die Kooperation solle die Nato-Abschreckung, deren bisheriges Herzstück die Stationierung von US-Atomsprengköpfen in Europa ist, "ergänzen und nicht ersetzen".

Macron schloss derweil eine deutsche Beteiligung an den Kosten der französischen Atomstreitkräfte ausdrücklich aus. Die Zusammenarbeit ziele "unter keinen Umständen" auf eine Mitfinanzierung des französischen Nuklearprogramms, sagte er. "Das französische Atomprogramm wird immer von Frankreich finanziert." Ziel sei vielmehr, die Sicherheit Europas zu verbessern und bei möglichen Gegnern größere strategische Unsicherheit zu schaffen.

Merz betonte, über weitere Schritte sei noch nicht entschieden. Eine neu geschaffene "strategische Steuerungsgruppe" solle alle strategischen Optionen erörtern und Vorschläge machen. "Wir gehen hier Schritt für Schritt vor", sagte der Kanzler. Die Beratungen könnten in eine neue Nukleardoktrin münden, es sei aber "viel zu früh", dies bereits festzustellen.

Trotz des Aus für den gemeinsam geplanten FCAS-Kampfjet wollen Deutschland und Frankreich zudem zentrale Bestandteile des Projekts weiterführen. "Wir werden zum Beispiel die wichtige Cloud-Lösung aus FCAS in anderem Rahmen fortführen", sagte Merz. "FCAS war nie allein ein neues Kampfflugzeug, sondern war immer ein System." Cloud-Umgebung und digitale Steuerung könnten langfristig sogar wichtiger sein als ein neues Flugzeug. Die Cloud-Lösung soll eine Plattform zur digitalen Kommunikation unter anderem zwischen Flugzeugen, Drohnen und anderen Waffensystem schaffen.

In der Abschlusserklärung des deutsch-französischen Sicherheitsrats ist von einem "gemeinsamen europäischen Gefechtsstandard" und der "Entwicklung eines künftigen Systemverbunds" die Rede. Dieser soll bemannte Kampfflugzeuge und unbemannte Fluggeräte, insbesondere Drohnen, miteinander vernetzen. Ziel sei die "Interoperabilität aller europäischen Luftsysteme".

Weiter bestätigte Bundeskanzler Merz bei seiner Pressekonferenz mit Macron, Deutschland werde sich im Herbst an einer französisch initiierten Übung der sogenannten Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine beteiligen. "Deutschland wird sich beteiligen. Wir klären gemeinsam, wie diese Beteiligung dann im Einzelnen aussehen wird", sagte der Kanzler.

Macron wie Merz gingen zudem auf den Umgang mit China ein. "Ich möchte keinen neuen Handelskonflikt mit China, aber ich möchte einen offenen Dialog über diese Ungleichgewichte", sagte Merz. Hochsubventionierte Überkapazitäten würden vor allem in den europäischen Markt gedrückt und gingen "einseitig zu Lasten der Arbeitsplätze in Europa". Berlin und Paris fordern deshalb schnellere Schutzmaßnahmen der EU, mehr Produktion und Technologietransfer in Europa sowie Gespräche über Wechselkurse und den Zugang zu Chinas Finanzmärkten.

Der französische Präsident sagte, Deutschland und Frankreich seien in dieser Frage "noch nie so übereinstimmend" gewesen. Die EU verzeichne gegenüber China inzwischen ein Handelsdefizit von rund einer Milliarde Euro pro Tag. Merz bezifferte das jährliche Defizit auf mehr als 300 Milliarden Dollar und bezeichnete die chinesische Währung als "drastisch unterbewertet". Im September sollen Berlin und Paris hierzu demnach eine gemeinsame Position entwickeln.

Merz erinnerte zudem daran, dass dies für Macron "aller Voraussicht nach" der letzte deutsch-französische Ministerrat als Präsident gewesen sei. Er dankte ihm für "das Vertrauen und auch den Elan", mit dem Macron die Zusammenarbeit geprägt habe. Für Lobreden sei es jedoch noch zu früh, in den kommenden Monaten wollten beide das Vereinbarte "mit Schwung umsetzen".

Mit Blick auf die Kandidatur der Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der französischen Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr sagte Merz, die "deutsche Hand" bleibe unabhängig vom Wahlausgang zur vertieften Zusammenarbeit ausgestreckt. Macron riet dazu, dem französischen Volk nicht immer das Schlimmste vorauszusagen und ihm zuzutrauen, "das Beste wollen" zu können.

(Y.Berger--BBZ)