Berliner Boersenzeitung - Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an

EUR -
AED 4.118085
AFN 72.327475
ALL 90.580734
AMD 404.578149
ANG 2.00694
AOA 1028.259752
ARS 1712.747989
AUD 1.598703
AWG 2.021198
AZN 1.903137
BAM 1.954737
BBD 2.257372
BDT 138.614608
BGN 1.959896
BHD 0.422928
BIF 3361.771555
BMD 1.12133
BND 1.431721
BOB 13.174834
BRL 5.665411
BSD 1.12079
BTN 106.199765
BWP 15.396626
BYN 3.314197
BYR 21978.070272
BZD 2.254074
CAD 1.570614
CDF 2597.000736
CHF 0.920786
CLF 0.028087
CLP 1105.418227
CNY 7.488298
CNH 7.481834
COP 3575.349861
CRC 511.47164
CUC 1.12133
CUP 26.89837
CVE 110.197694
CZK 24.281841
DJF 199.581449
DKK 7.474596
DOP 68.775847
DZD 151.142973
EGP 62.00673
ERN 16.819952
ETB 183.578653
FJD 2.508639
FKP 0.838026
GBP 0.837129
GEL 2.903798
GGP 0.838026
GHS 12.989935
GIP 0.838026
GMD 82.978397
GNF 9919.604792
GTQ 8.565303
GYD 234.442488
HKD 8.793319
HNL 30.086636
HRK 7.534896
HTG 146.849475
HUF 366.175937
IDR 20248.250369
ILS 3.491152
IMP 0.838026
INR 106.312468
IQD 1699.075884
IRR 2054697.270937
ISK 136.19673
JEP 0.838026
JMD 177.933223
JOD 0.79498
JPY 175.966951
KES 145.61615
KGS 98.059312
KHR 4559.377873
KMF 492.842984
KPW 1009.197061
KRW 1485.594095
KWD 0.348038
KYD 0.933992
KZT 502.066929
LAK 25227.279049
LBP 100365.711751
LKR 372.037651
LRD 191.095212
LSL 18.485046
LTL 3.310997
LVL 0.678282
LYD 7.180095
MAD 11.000817
MDL 20.129052
MGA 5082.235805
MKD 61.586768
MMK 2355.184548
MNT 4036.851961
MOP 9.051777
MRU 44.786641
MUR 52.713464
MVR 17.335666
MWK 1943.442974
MXN 20.998112
MYR 4.579406
MZN 71.602163
NAD 18.485046
NGN 1492.434425
NIO 41.247566
NOK 10.457865
NPR 169.903923
NZD 1.969269
OMR 0.431087
PAB 1.12079
PEN 3.850406
PGK 5.01927
PHP 71.105777
PKR 310.203282
PLN 4.377565
PYG 6426.504666
QAR 4.096754
RON 5.3474
RSD 117.507568
RUB 91.832024
RWF 1656.499041
SAR 4.209702
SBD 9.054269
SCR 15.747974
SDG 674.478168
SEK 11.115
SGD 1.432353
SHP 0.83797
SLE 25.734597
SLL 23513.736798
SOS 640.551608
SRD 42.217519
STD 23209.269443
STN 24.486682
SVC 9.806666
SYP 14579.533814
SZL 18.482947
THB 37.822525
TJS 10.305503
TMT 3.935869
TND 3.340268
TOP 2.699893
TRY 55.772268
TTD 7.605863
TWD 36.560186
TZS 2965.91809
UAH 50.505031
UGX 4802.388013
USD 1.12133
UYU 44.935159
UZS 13345.741339
VES 986.533792
VND 28976.852191
VUV 133.357612
WST 3.100149
XAF 655.957
XAG 0.020789
XAU 0.000279317907
XCD 3.03045
XCG 2.019901
XDR 0.792839
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 264.744902
ZAR 18.51282
ZMK 10093.325175
ZMW 22.499763
ZWL 361.06784
SSP 6442.957706
MXV 2.370051
  • DAX

    -302.3600

    24896.83

    -1.21%

  • Goldpreis

    -2.0000

    4184.7

    -0.05%

  • Euro STOXX 50

    -85.8200

    6183.2

    -1.39%

  • SDAX

    -226.5300

    18203.94

    -1.24%

  • TecDAX

    -36.8700

    3964.45

    -0.93%

  • MDAX

    -414.1700

    30428.36

    -1.36%

  • EUR/USD

    -0.0038

    1.1296

    -0.34%

Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an
Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an / Foto: Ahmad GHARABLI - AFP

Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu nach einem bewaffneten Angriff mit fünf Verletzten nahe Hebron eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes angeordnet. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Die israelische Armee startete daraufhin Anti-Terror-Einsätze. Netanjahu strebt bei der Wahl am Dienstag eine weitere Amtszeit an, Sicherheit ist ein zentrales Wahlkampfthema. Seine rechtsextremen Minister forderten nach dem Vorfall ein härteres Vorgehen im Westjordanland.

Textgröße:

Netanjahu sprach den "heldenhaften Kämpfern", die einen "schweren Terroranschlag" verhindert hätten, seine Anerkennung aus. Er habe das Militär angewiesen, einen Sperrgürtel um die Stadt Hebron zu errichten und sich ab Freitag auf eine "vollständige Abriegelung des gesamten Westjordanlandes" vorzubereiten, erklärte der Regierungschef weiter. In Gruppen des Onlinedienstes Telegram hieß es, dass in der Region bereits viele Kontrollpunkte geschlossen seien.

Die israelische Armee erklärte, sie habe nach dem Angriff Anti-Terror-Einsätze gestartet und Wohnungen von Verdächtigen im Westjordanland durchsucht. Das Gebiet um Hebron sei abgeriegelt worden.

Bei dem Angriff wurden nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom fünf Menschen verletzt, von denen zwei in Lebensgefahr schwebten. Alle fünf Verletzten seien israelische Staatsbürger im Alter von etwa 20 Jahren. Drei von ihnen wurden Medienberichten zufolge in ein Krankenhaus in Jerusalem gebracht.

Das israelische Militär tötete zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer. Es teilte mit, Soldaten seien nach dem Schusswaffenangriff in die Nähe der umkämpften Stadt Hebron geeilt. Sie hätten "zwei Terroristen eliminiert" und würden die Durchsuchungen in dem Gebiet fortsetzen.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP wurde Augenzeuge des Vorfalls und beobachtete, wie zwei Palästinenser mit einer Pistole und einem automatischen Gewehr das Feuer auf Soldaten eröffneten. An einem Kontrollpunkt in der Nähe von Hebron kam es zu Schusswechseln mit israelischen Streitkräften. Der AFP-Fotograf beobachtete, wie die Streitkräfte die Angreifer schließlich erschossen. Israelischen Medienberichten zufolge dauerte der Vorfall etwa 20 Minuten.

Der Angriff fällt in die Schlussphase des Wahlkampfs. Netanjahu, der auf eine Wiederwahl hofft, ordnete seine Likud-Partei an, alle für Freitag geplanten Wahlkampfveranstaltungen abzusagen. Die Sicherheit der Israelis ist für Netanjahu und seine rechtsextremen Koalitionspartner ein zentrales Wahlkampfthema. Mehrere Minister, darunter der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir fordern regelmäßig eine stärkere israelische Kontrolle über das Westjordanland.

Nach dem Angriff forderte Ben Gvir die "Auflösung" der im Westjordanland teilweise herrschenden Palästinensischen Autonomiebehörde. "Wir dürfen nicht warten, bis sich ein 7. Oktober (im Westjordanland) ereignet. Dort wird der nächste Krieg ausbrechen", erklärte der Minister, der sich an den Tatort begab. "Die Palästinensische Autonomiebehörde muss aufgelöst und entmilitarisiert werden", betonte er.

Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte, die israelische Armee müsse im Westjordanland "genau wie im Gazastreifen" vorgehen. "Es gibt keine andere Option als eine umfassende Militäroperation in Judäa und Samaria, um die Palästinensische Autonomiebehörde zu zerschlagen, Waffen einzuziehen und Terroristen zu eliminieren. Genau wie in Gaza und im Libanon", sagte Smotrich, der auch ein Amt im Verteidigungsministerium bekleidet. "In der nächsten Regierung wird dies eine der ersten Maßnahmen sein, die wir fordern und umsetzen müssen", betonte er.

Netanjahus wichtigster Herausforderer bei der Wahl, der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot, würdigte unterdessen den "Mut der Soldaten", die "einen schweren Anschlag verhindert haben".

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas sprach in einer Erklärung von einem "heldenhaften Einsatz", reklamierte diesen jedoch nicht für sich. Netanjahu erklärte dennoch, alle Hamas-Mitglieder würden "überall und jederzeit" aufgespürt werden.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal sind. Israel treibt seine Siedlungspolitik im Westjordanland dennoch weiterhin massiv voran.

Seit dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 hat auch die Gewalt im Westjordanland zugenommen. Seitdem wurden dort mindestens 1113 Palästinenser getötet, die meisten davon durch israelische Soldaten, wie eine AFP-Zählung ergab. Nach Angaben der UNO wurden 37 Menschen von israelischen Siedlern getötet. Nach israelischen Angaben wurden im gleichen Zeitraum mindestens 49 Israelis getötet, die meisten von ihnen bei Angriffen durch Palästinenser, aber auch bei israelischen Sicherheitseinsätzen.

(U.Gruber--BBZ)