Berliner Boersenzeitung - Paderborn schießt Wolfsburg in die 2. Liga

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Paderborn schießt Wolfsburg in die 2. Liga
Paderborn schießt Wolfsburg in die 2. Liga / Foto: TayDucLam - picture-alliance/WITTERS GmbH/SID

Paderborn schießt Wolfsburg in die 2. Liga

Debakel im Alles-oder-nichts-Spiel: Der VfL Wolfsburg ist in der Relegation krachend gescheitert und muss den bitteren Gang in die 2. Fußball-Bundesliga antreten. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking verlor das hitzige Rückspiel beim SC Paderborn nach langer Unterzahl 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung und ist erstmals seit 1997 nicht mehr erstklassig. Eine ganz schwache Saison nahm somit ihr unvermeidliches Ende - der VfL steht vor einem Scherbenhaufen.

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Dzenan Pejcinovic (3.) schoss den Favoriten ganz früh in Führung, doch Sicherheit oder Ruhe brachte der Treffer nicht - Joakim Maehle (14.) schwächte sein Team mit einer Gelb-Roten Karte. Wolfsburg stemmte sich in Unterzahl gegen den Underdog, war aber doch hilflos: Der SCP nutzte seine große Chance auf den dritten Aufstieg in die Bundesliga. Filip Bilbija (38.) glich aus, dann sorgte Laurin Curda (100.) mit seinem Treffer in der Verlängerung für Ekstase auf den Rängen.

Paderborn kehrte nach sechs Jahren in der 2. Bundesliga ins Oberhaus zurück - und verdiente sich den Sieg gegen den favorisierten VfL dank einer Energieleistung. Bereits im Hinspiel hatte sich der SCP ein 0:0 erkämpft, beim Wiedersehen in Paderborn war auch der ganz frühe Rückstand kein Hindernis.

Für Wolfsburg endete hingegen die Zeit in der Bundesliga nach 29 Jahren. Dieter Hecking ist der dritte Trainer, der den VfL in dieser Saison betreut, doch auch der Routinier konnte den Absturz nach seinem Amtsantritt am 8. März nicht verhindern. Wie es für ihn und den gesamten Verein weitergeht, ist völlig offen. Laut kicker-Informationen haben zwar alle Spieler einen Vertrag für die zweite Liga, die Gehälter würden aber schrumpfen. Die Mannschaft um den Starspieler Christian Eriksen war für höhere Ziele zusammengestellt, doch im Abstiegskampf war sie hilflos.

Dabei bewies Wolfsburg im Finale um den Klassenerhalt zunächst seine Nehmerqualitäten. In Unterzahl mühte sich Wolfsburg, die wild entschlossenen, aber auch hektischen Paderborner vom eigenen Tor fernzuhalten. Das gelang anfangs ordentlich, die Schüsse und Hereingaben des SCP waren aber auch oft zu ungenau. Gefährlich wurde es bei einem Schuss von Mika Baur (17.) von der Strafraumgrenze, dann rettete Torhüter Kamil Grabara (35.) glänzend.

Doch Entlastung fanden die Wolfsburger zu keinem Zeitpunkt. Immer wieder schlugen sie den Ball aus der Gefahrenzone, mussten dann aber umgehend wieder verteidigen. Das war enorm kräftezehrend - und ging nicht lange gut. Bilbija glich aus. Dass Wolfsburg immerhin ein 1:1 in die Pause rettete, war ein kleiner Erfolg.

Auch im zweiten Durchgang hatte der Favorit dem Paderborner Dauerdruck wenig entgegenzusetzen. Erst knapp 30 Meter vor dem eigenen Tor nahm Wolfsburg die Zweikämpfe an, musste etliche Ecken verteidigen und fand keinerlei Zugriff. Das einzige Ziel schien das Erreichen der Verlängerung zu sein. Paderborns Stefano Marino (56.) köpfte den Ball aus drei Metern übers Tor, Sebastian Klaas traf den Innenpfosten (61.).

Weil SCP-Joker Sven Michel (90.+2) in der Nachspielzeit per Kopf ebenfalls nur den Pfosten traf, gab es 30 Minuten obendrauf. Paderborn schnürte den Favoriten weiter am eigenen Strafraum ein, Curda sorgte nach Flanke von Michel per Volleyabnahme für die Erlösung.

(A.Lehmann--BBZ)