Berliner Boersenzeitung - Zerreißprobe Indien–USA?

EUR -
AED 4.195896
AFN 71.967184
ALL 95.956105
AMD 431.27557
ANG 2.044865
AOA 1047.516644
ARS 1599.787344
AUD 1.634702
AWG 2.056193
AZN 1.946495
BAM 1.948847
BBD 2.301397
BDT 140.229711
BGN 1.952594
BHD 0.432257
BIF 3397.288168
BMD 1.14233
BND 1.462402
BOB 7.896827
BRL 6.084281
BSD 1.142678
BTN 105.487045
BWP 15.572647
BYN 3.38148
BYR 22389.659747
BZD 2.298331
CAD 1.568476
CDF 2578.238273
CHF 0.909201
CLF 0.026535
CLP 1047.756565
CNY 7.878195
CNH 7.890848
COP 4233.964621
CRC 537.613746
CUC 1.14233
CUP 30.271734
CVE 110.520837
CZK 24.479838
DJF 203.015262
DKK 7.477009
DOP 70.5393
DZD 153.236161
EGP 59.884006
ERN 17.134944
ETB 179.403308
FJD 2.545343
FKP 0.855641
GBP 0.863377
GEL 3.119006
GGP 0.855641
GHS 12.434303
GIP 0.855641
GMD 83.965623
GNF 10029.654109
GTQ 8.762626
GYD 239.087023
HKD 8.940614
HNL 30.35214
HRK 7.540065
HTG 149.847366
HUF 392.670127
IDR 19357.917045
ILS 3.591873
IMP 0.855641
INR 105.912515
IQD 1495.880584
IRR 1509845.563136
ISK 144.280582
JEP 0.855641
JMD 179.309503
JOD 0.809957
JPY 182.457495
KES 147.680807
KGS 99.896384
KHR 4592.165308
KMF 492.344449
KPW 1027.958359
KRW 1718.217946
KWD 0.351198
KYD 0.952311
KZT 559.471354
LAK 24485.834923
LBP 102295.614193
LKR 355.61615
LRD 209.332331
LSL 19.294382
LTL 3.373003
LVL 0.690984
LYD 7.288497
MAD 10.78074
MDL 19.93605
MGA 4746.379797
MKD 61.626885
MMK 2397.971734
MNT 4078.40156
MOP 9.212554
MRU 45.813172
MUR 53.130181
MVR 17.649424
MWK 1984.226873
MXN 20.505277
MYR 4.49907
MZN 73.006714
NAD 19.294377
NGN 1582.701886
NIO 41.946772
NOK 11.133396
NPR 168.779073
NZD 1.97806
OMR 0.440192
PAB 1.142738
PEN 3.941466
PGK 4.931723
PHP 67.873841
PKR 318.995963
PLN 4.281966
PYG 7372.793338
QAR 4.162364
RON 5.097764
RSD 116.198191
RUB 91.672036
RWF 1666.658856
SAR 4.28687
SBD 9.197715
SCR 17.359327
SDG 686.540465
SEK 10.79321
SGD 1.465385
SHP 0.857043
SLE 28.044615
SLL 23954.092472
SOS 652.845538
SRD 42.892234
STD 23643.91593
STN 24.731435
SVC 9.999326
SYP 127.525549
SZL 19.294368
THB 37.04617
TJS 10.953522
TMT 3.998154
TND 3.371058
TOP 2.750455
TRY 50.475779
TTD 7.750451
TWD 36.648261
TZS 2981.304325
UAH 50.396867
UGX 4296.671023
USD 1.14233
UYU 45.906824
UZS 13839.32323
VES 505.714588
VND 30036.413949
VUV 135.891871
WST 3.185202
XAF 653.633653
XAG 0.014184
XAU 0.000227
XCD 3.087203
XCG 2.059579
XDR 0.809113
XOF 652.845459
XPF 119.331742
YER 272.503136
ZAR 19.285383
ZMK 10282.341101
ZMW 22.243643
ZWL 367.829658
  • DAX

    -142.3600

    23447.29

    -0.61%

  • Euro STOXX 50

    -32.2800

    5716.61

    -0.56%

  • SDAX

    -236.5300

    16784.93

    -1.41%

  • Goldpreis

    -102.7000

    5023.1

    -2.04%

  • MDAX

    -423.9500

    28819.46

    -1.47%

  • TecDAX

    -4.9700

    3574.39

    -0.14%

  • EUR/USD

    -0.0094

    1.1423

    -0.82%


Zerreißprobe Indien–USA?




Zwischen Washington und Neu-Delhi eskaliert eine Auseinandersetzung, die binnen weniger Wochen von scharfen Worten zu harten Maßnahmen geworden ist – und die das Fundament einer seit einem Vierteljahrhundert gewachsenen Partnerschaft erschüttert. Auslöser sind drastische US-Zölle auf indische Waren und der politische Stil von Donald Trump, der auf maximalen Druck statt auf kluge Diplomatie setzt. Für beide Länder – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und gesellschaftlich – steht viel auf dem Spiel.

Am 6. August zeichnete das Weiße Haus per Dekret eine neue Linie vor: Eine zusätzliche Abgabe von 25 Prozent auf indische Exporte, begründet mit Indiens anhaltenden Käufen von günstigem russischem Öl. Ende August soll eine weitere Stufe greifen, womit sich die Zusatzlast auf insgesamt 50 Prozent summiert. Die Folge ist bereits spürbar: Der indische Markt blickt nervös auf den Wechselkurs der Rupie, Investitionspläne werden eingefroren, Lieferketten neu gerechnet. Besonders exportabhängige Branchen – von der Elektronikfertigung bis zur Diamantverarbeitung – melden wegbrechende Aufträge und Kurzarbeit. Das ist kein abstrakter Handelsstreit, sondern eine soziale Krise mit Namen und Gesichtern in Ahmedabad, Surat, Noida und anderswo.

Die handelspolitische Kehrtwende trifft India Inc. in einer Phase, in der Neu-Delhi eigentlich Tempo machen wollte: mit einer vertieften Halbleiter-Kooperation mit den USA, mit mehr Technologie-Transfers in der Luft- und Raumfahrt, mit gemeinsamen Programmen bei kritischen Mineralien. Ein Aushängeschild ist das Co-Produktion-Vorhaben für moderne Kampfflugzeug-Triebwerke – Symbol dafür, dass beide Demokratien nicht nur kaufen und verkaufen, sondern gemeinsam entwickeln und produzieren wollen. Genau diese „vertrauensbasierte“ Dimension gerät nun unter Druck: Wenn Zölle die politische Agenda dominieren, verlieren selbst strategische Leuchtturmprojekte ihren Schutzschirm gegen den Gegenwind der Tagespolitik.

Parallel kocht eine zweite Konfliktlinie hoch, die das Sicherheitsvertrauen belastet: US-Ermittler hatten Ende 2023 und 2024 einen Mordkomplott auf amerikanischem Boden einem indischen Regierungsmitarbeiter zugerechnet; Anfang 2025 empfahl eine indische Untersuchungskommission zwar Schritte gegen einzelne Personen, doch der Schatten bleibt. In Washington befeuert der Fall Debatten über gezielte Sanktionen, in Neu-Delhi wehrt man pauschale Schuldzuweisungen ab. Solange diese Wunde nicht transparent und rechtsstaatlich verheilt, bleibt sie ein Störgeräusch in Geheimdienst- und Polizeikooperation – ausgerechnet dort, wo beide Länder gegen Terrorismus, Desinformation und Cyberangriffe enger zusammenrücken wollten.

Die gesellschaftliche Bruchlinie verläuft zudem durch die Tech-Korridore zwischen Bengaluru, Hyderabad und dem Silicon Valley. In Trumps Umfeld werden einschneidende Änderungen am H-1B-System diskutiert – höherer Lohnschwellen-Fokus, weniger Chancen für Berufseinsteiger, womöglich restriktivere Kontingente. Für hunderttausende indische IT-Fachkräfte und für US-Firmen, die seit Jahren auf indische Talente setzen, wäre das ein Schock mit Langzeitfolgen. Es geht nicht nur um Visaformalia, sondern um Innovationsflüsse, Gründungsdynamik und Steueraufkommen auf beiden Seiten.

Geopolitisch wirkt der Zollhammer wie ein Bumerang. Anstatt Indien fester in ein westliches Technologie- und Sicherheitsökosystem einzubinden, treibt die Eskalation Neu-Delhi dazu, Alternativen zu prüfen – etwa mehr Kooperationen mit Europa oder Japan in Triebwerks- und Halbleitertechnologien, notfalls auch eine vorsichtige Entspannung mit Peking in einzelnen Wirtschaftsfragen. Wie tragfähig solche Optionen sind, ist offen. Sicher ist: Die Kernlogik der letzten Jahre – „Kooperieren, wo möglich; konkurrieren, wo nötig“ – wird durch pauschale Strafmaßnahmen ausgehöhlt.

Was ist das „Schreckliche“ an dieser Entwicklung? Nicht ein einzelner Beschluss, sondern die Summe der Kollateralschäden: Arbeitsplätze verschwinden, Zuliefererketten reißen, Studierende und Fachkräfte geraten in Unsicherheit, Vertrauen in rechtsstaatliche Aufklärung wird angekratzt, sicherheitspolitische Planungen – von Rüstung bis Raumfahrt – werden unberechenbarer. Die größten Verlierer sind nicht Regierungen, sondern Menschen: Arbeiter in Surat, Entwickler in Pune, Studierende in Boston, Mittelständler in Baden-Württemberg, die auf indische Fertigung angewiesen sind, und Kliniken in den USA, die generische Medikamente aus Indien beziehen.

Auswege gibt es – noch. Erstens: ein geordnetes Deeskalationspaket mit klaren Off-Ramps. Dazu zählen sektorale Ausnahmen für kritische Güter (Medizin, Halbleiter-Equipment), temporäre Zoll-„Snap-Backs“ an harte Konditionen (etwa Fortschritte bei Ölimport-Transparenz) geknüpft, sowie eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche auf Chefunterhändler-Ebene. Zweitens: eine glaubwürdige juristische Aufarbeitung des vereitelten Attentatsfalls, inklusive Rechtshilfe und – wo notwendig – personalbezogener Konsequenzen, damit die Sicherheitskooperation nicht als Geisel politischer Symbolik endet. Drittens: Planbarkeit bei Fachkräfteprogrammen – etwa eine H-1B-Reform, die Missbrauch verhindert, aber Hochqualifizierten und US-Unternehmen verlässliche Pfade lässt. Viertens: Schutzkorridore für die strategischen Zukunftsprojekte – iCET, Triebwerks-Co-Produktion, gemeinsame Raumfahrtmissionen – durch verbindliche, zollresistente Vereinbarungen.

Klugheit, Diplomatie und Weitsicht sind genau jetzt gefragt. Trumps Politikstil – impulsiv, konfrontativ, mit Vorliebe für den großen Knall – mag kurzfristig Schlagzeilen produzieren. Nachhaltige Ergebnisse in komplexen Partnerschaften erzielt man so selten. Indien und die USA sind zu wichtig füreinander, als dass sie eine Spirale aus Zöllen, Misstrauen und Symbolpolitik in Kauf nehmen sollten. Wer wirklich Stärke zeigen will, beweist sie am Verhandlungstisch – mit klaren Regeln, messbaren Zielen und Respekt vor dem Partner.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...