Berliner Boersenzeitung - Zerreißprobe Indien–USA?

EUR -
AED 4.279205
AFN 73.408143
ALL 95.372323
AMD 429.004345
ANG 2.086248
AOA 1069.656178
ARS 1646.603346
AUD 1.622653
AWG 2.097364
AZN 1.978243
BAM 1.957518
BBD 2.346989
BDT 143.041226
BGN 1.945795
BHD 0.439602
BIF 3467.64263
BMD 1.165202
BND 1.489207
BOB 8.052066
BRL 5.874135
BSD 1.165288
BTN 110.647096
BWP 15.635721
BYN 3.193002
BYR 22837.968934
BZD 2.343757
CAD 1.607915
CDF 2647.339947
CHF 0.911701
CLF 0.026352
CLP 1037.158568
CNY 7.884168
CNH 7.881127
COP 4289.16865
CRC 526.746412
CUC 1.165202
CUP 30.877866
CVE 110.548581
CZK 24.284102
DJF 207.079572
DKK 7.473754
DOP 67.977874
DZD 154.715912
EGP 61.025035
ERN 17.478037
ETB 184.101687
FJD 2.588846
FKP 0.865852
GBP 0.866101
GEL 3.111041
GGP 0.865852
GHS 13.679639
GIP 0.865852
GMD 84.479061
GNF 10230.477671
GTQ 8.888762
GYD 243.783927
HKD 9.130702
HNL 30.959578
HRK 7.534224
HTG 152.603914
HUF 354.046603
IDR 20768.5693
ILS 3.265072
IMP 0.865852
INR 110.706476
IQD 1526.415271
IRR 1574246.833622
ISK 143.401233
JEP 0.865852
JMD 183.535544
JOD 0.826112
JPY 185.735027
KES 150.789019
KGS 101.897209
KHR 4672.462092
KMF 491.715842
KPW 1048.513582
KRW 1756.321478
KWD 0.360561
KYD 0.971152
KZT 567.828285
LAK 25579.100554
LBP 104343.883655
LKR 384.55746
LRD 213.377679
LSL 18.922747
LTL 3.44054
LVL 0.704819
LYD 7.39925
MAD 10.700928
MDL 20.165696
MGA 4882.198595
MKD 61.579641
MMK 2446.592721
MNT 4166.128786
MOP 9.40381
MRU 46.608038
MUR 55.195716
MVR 17.945608
MWK 2023.956677
MXN 20.220703
MYR 4.62644
MZN 74.462235
NAD 18.922875
NGN 1598.070839
NIO 42.611685
NOK 10.769738
NPR 177.035353
NZD 1.948454
OMR 0.448926
PAB 1.165323
PEN 3.961106
PGK 5.074453
PHP 71.658813
PKR 324.567459
PLN 4.231579
PYG 7011.152475
QAR 4.242493
RON 5.248651
RSD 117.313767
RUB 82.975534
RWF 1704.108651
SAR 4.395497
SBD 9.359443
SCR 15.772223
SDG 699.703311
SEK 10.779848
SGD 1.487748
SHP 0.869941
SLE 28.652813
SLL 24433.716206
SOS 665.913876
SRD 43.311165
STD 24117.339145
STN 24.935333
SVC 10.196773
SYP 128.792276
SZL 18.923434
THB 37.962568
TJS 10.756039
TMT 4.078209
TND 3.372126
TOP 2.805528
TRY 53.486293
TTD 7.915946
TWD 36.619965
TZS 3063.509608
UAH 51.610404
UGX 4392.722785
USD 1.165202
UYU 46.739611
UZS 14008.63519
VES 639.329191
VND 30659.390692
VUV 136.638822
WST 3.163745
XAF 656.533126
XAG 0.015394
XAU 0.000256
XCD 3.149018
XCG 2.10018
XDR 0.815067
XOF 655.424433
XPF 119.331742
YER 278.005227
ZAR 18.924112
ZMK 10488.180506
ZMW 21.419796
ZWL 375.194729
  • EUR/USD

    -0.0011

    1.1648

    -0.09%

  • Goldpreis

    -44.0000

    4549

    -0.97%

  • Euro STOXX 50

    -4.5700

    6050.54

    -0.08%

  • MDAX

    112.9300

    33352.83

    +0.34%

  • SDAX

    103.2700

    19192.97

    +0.54%

  • DAX

    12.5000

    25104.7

    +0.05%

  • TecDAX

    34.8200

    4160.08

    +0.84%


Zerreißprobe Indien–USA?




Zwischen Washington und Neu-Delhi eskaliert eine Auseinandersetzung, die binnen weniger Wochen von scharfen Worten zu harten Maßnahmen geworden ist – und die das Fundament einer seit einem Vierteljahrhundert gewachsenen Partnerschaft erschüttert. Auslöser sind drastische US-Zölle auf indische Waren und der politische Stil von Donald Trump, der auf maximalen Druck statt auf kluge Diplomatie setzt. Für beide Länder – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und gesellschaftlich – steht viel auf dem Spiel.

Am 6. August zeichnete das Weiße Haus per Dekret eine neue Linie vor: Eine zusätzliche Abgabe von 25 Prozent auf indische Exporte, begründet mit Indiens anhaltenden Käufen von günstigem russischem Öl. Ende August soll eine weitere Stufe greifen, womit sich die Zusatzlast auf insgesamt 50 Prozent summiert. Die Folge ist bereits spürbar: Der indische Markt blickt nervös auf den Wechselkurs der Rupie, Investitionspläne werden eingefroren, Lieferketten neu gerechnet. Besonders exportabhängige Branchen – von der Elektronikfertigung bis zur Diamantverarbeitung – melden wegbrechende Aufträge und Kurzarbeit. Das ist kein abstrakter Handelsstreit, sondern eine soziale Krise mit Namen und Gesichtern in Ahmedabad, Surat, Noida und anderswo.

Die handelspolitische Kehrtwende trifft India Inc. in einer Phase, in der Neu-Delhi eigentlich Tempo machen wollte: mit einer vertieften Halbleiter-Kooperation mit den USA, mit mehr Technologie-Transfers in der Luft- und Raumfahrt, mit gemeinsamen Programmen bei kritischen Mineralien. Ein Aushängeschild ist das Co-Produktion-Vorhaben für moderne Kampfflugzeug-Triebwerke – Symbol dafür, dass beide Demokratien nicht nur kaufen und verkaufen, sondern gemeinsam entwickeln und produzieren wollen. Genau diese „vertrauensbasierte“ Dimension gerät nun unter Druck: Wenn Zölle die politische Agenda dominieren, verlieren selbst strategische Leuchtturmprojekte ihren Schutzschirm gegen den Gegenwind der Tagespolitik.

Parallel kocht eine zweite Konfliktlinie hoch, die das Sicherheitsvertrauen belastet: US-Ermittler hatten Ende 2023 und 2024 einen Mordkomplott auf amerikanischem Boden einem indischen Regierungsmitarbeiter zugerechnet; Anfang 2025 empfahl eine indische Untersuchungskommission zwar Schritte gegen einzelne Personen, doch der Schatten bleibt. In Washington befeuert der Fall Debatten über gezielte Sanktionen, in Neu-Delhi wehrt man pauschale Schuldzuweisungen ab. Solange diese Wunde nicht transparent und rechtsstaatlich verheilt, bleibt sie ein Störgeräusch in Geheimdienst- und Polizeikooperation – ausgerechnet dort, wo beide Länder gegen Terrorismus, Desinformation und Cyberangriffe enger zusammenrücken wollten.

Die gesellschaftliche Bruchlinie verläuft zudem durch die Tech-Korridore zwischen Bengaluru, Hyderabad und dem Silicon Valley. In Trumps Umfeld werden einschneidende Änderungen am H-1B-System diskutiert – höherer Lohnschwellen-Fokus, weniger Chancen für Berufseinsteiger, womöglich restriktivere Kontingente. Für hunderttausende indische IT-Fachkräfte und für US-Firmen, die seit Jahren auf indische Talente setzen, wäre das ein Schock mit Langzeitfolgen. Es geht nicht nur um Visaformalia, sondern um Innovationsflüsse, Gründungsdynamik und Steueraufkommen auf beiden Seiten.

Geopolitisch wirkt der Zollhammer wie ein Bumerang. Anstatt Indien fester in ein westliches Technologie- und Sicherheitsökosystem einzubinden, treibt die Eskalation Neu-Delhi dazu, Alternativen zu prüfen – etwa mehr Kooperationen mit Europa oder Japan in Triebwerks- und Halbleitertechnologien, notfalls auch eine vorsichtige Entspannung mit Peking in einzelnen Wirtschaftsfragen. Wie tragfähig solche Optionen sind, ist offen. Sicher ist: Die Kernlogik der letzten Jahre – „Kooperieren, wo möglich; konkurrieren, wo nötig“ – wird durch pauschale Strafmaßnahmen ausgehöhlt.

Was ist das „Schreckliche“ an dieser Entwicklung? Nicht ein einzelner Beschluss, sondern die Summe der Kollateralschäden: Arbeitsplätze verschwinden, Zuliefererketten reißen, Studierende und Fachkräfte geraten in Unsicherheit, Vertrauen in rechtsstaatliche Aufklärung wird angekratzt, sicherheitspolitische Planungen – von Rüstung bis Raumfahrt – werden unberechenbarer. Die größten Verlierer sind nicht Regierungen, sondern Menschen: Arbeiter in Surat, Entwickler in Pune, Studierende in Boston, Mittelständler in Baden-Württemberg, die auf indische Fertigung angewiesen sind, und Kliniken in den USA, die generische Medikamente aus Indien beziehen.

Auswege gibt es – noch. Erstens: ein geordnetes Deeskalationspaket mit klaren Off-Ramps. Dazu zählen sektorale Ausnahmen für kritische Güter (Medizin, Halbleiter-Equipment), temporäre Zoll-„Snap-Backs“ an harte Konditionen (etwa Fortschritte bei Ölimport-Transparenz) geknüpft, sowie eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche auf Chefunterhändler-Ebene. Zweitens: eine glaubwürdige juristische Aufarbeitung des vereitelten Attentatsfalls, inklusive Rechtshilfe und – wo notwendig – personalbezogener Konsequenzen, damit die Sicherheitskooperation nicht als Geisel politischer Symbolik endet. Drittens: Planbarkeit bei Fachkräfteprogrammen – etwa eine H-1B-Reform, die Missbrauch verhindert, aber Hochqualifizierten und US-Unternehmen verlässliche Pfade lässt. Viertens: Schutzkorridore für die strategischen Zukunftsprojekte – iCET, Triebwerks-Co-Produktion, gemeinsame Raumfahrtmissionen – durch verbindliche, zollresistente Vereinbarungen.

Klugheit, Diplomatie und Weitsicht sind genau jetzt gefragt. Trumps Politikstil – impulsiv, konfrontativ, mit Vorliebe für den großen Knall – mag kurzfristig Schlagzeilen produzieren. Nachhaltige Ergebnisse in komplexen Partnerschaften erzielt man so selten. Indien und die USA sind zu wichtig füreinander, als dass sie eine Spirale aus Zöllen, Misstrauen und Symbolpolitik in Kauf nehmen sollten. Wer wirklich Stärke zeigen will, beweist sie am Verhandlungstisch – mit klaren Regeln, messbaren Zielen und Respekt vor dem Partner.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...