Berliner Boersenzeitung - Chinas Rückzug aus Venezuela

EUR -
AED 4.237287
AFN 72.117307
ALL 95.91439
AMD 435.290419
ANG 2.064971
AOA 1058.023471
ARS 1610.104841
AUD 1.619171
AWG 2.079704
AZN 1.957872
BAM 1.94583
BBD 2.311258
BDT 141.289363
BGN 1.901035
BHD 0.435582
BIF 3431.367055
BMD 1.153789
BND 1.468893
BOB 7.965156
BRL 5.949395
BSD 1.15359
BTN 106.171566
BWP 15.465761
BYN 3.405496
BYR 22614.254966
BZD 2.31288
CAD 1.569545
CDF 2512.95183
CHF 0.902118
CLF 0.026224
CLP 1035.456227
CNY 7.9222
CNH 7.942797
COP 4274.405711
CRC 543.515278
CUC 1.153789
CUP 30.575396
CVE 110.331046
CZK 24.401488
DJF 205.051099
DKK 7.471958
DOP 70.381013
DZD 152.118933
EGP 59.851166
ERN 17.306828
ETB 180.451867
FJD 2.542546
FKP 0.85734
GBP 0.862607
GEL 3.13257
GGP 0.85734
GHS 12.50126
GIP 0.85734
GMD 84.799966
GNF 10124.494189
GTQ 8.84476
GYD 241.690641
HKD 9.028672
HNL 30.656214
HRK 7.531357
HTG 151.364478
HUF 387.815436
IDR 19488.757248
ILS 3.587417
IMP 0.85734
INR 106.412877
IQD 1511.462959
IRR 1525048.818888
ISK 144.795175
JEP 0.85734
JMD 180.694206
JOD 0.818064
JPY 183.675633
KES 149.066549
KGS 100.89894
KHR 4638.229969
KMF 491.514068
KPW 1038.449236
KRW 1710.779941
KWD 0.354101
KYD 0.961304
KZT 566.484848
LAK 24731.456709
LBP 103736.816053
LKR 358.625473
LRD 211.487939
LSL 18.693119
LTL 3.406838
LVL 0.697915
LYD 7.3323
MAD 10.805206
MDL 19.892991
MGA 4811.2986
MKD 61.569551
MMK 2422.305472
MNT 4131.612226
MOP 9.299812
MRU 46.290123
MUR 52.970136
MVR 17.82591
MWK 2004.130624
MXN 20.482256
MYR 4.534967
MZN 73.738949
NAD 18.690771
NGN 1608.173342
NIO 42.367436
NOK 11.169406
NPR 169.875635
NZD 1.957881
OMR 0.44363
PAB 1.153604
PEN 3.944224
PGK 4.962156
PHP 68.563861
PKR 322.487088
PLN 4.255951
PYG 7476.692867
QAR 4.201062
RON 5.089594
RSD 117.392223
RUB 91.401802
RWF 1683.377449
SAR 4.329461
SBD 9.282439
SCR 16.159637
SDG 693.426671
SEK 10.678099
SGD 1.472898
SHP 0.86564
SLE 28.390067
SLL 24194.367593
SOS 659.39248
SRD 43.236497
STD 23881.092847
STN 24.806453
SVC 10.0932
SYP 128.360448
SZL 19.01438
THB 36.886397
TJS 11.056949
TMT 4.03826
TND 3.373389
TOP 2.778046
TRY 50.88531
TTD 7.827995
TWD 36.724976
TZS 2999.849886
UAH 50.853089
UGX 4262.16264
USD 1.153789
UYU 46.402056
UZS 14024.299293
VES 504.963898
VND 30286.948615
VUV 137.786573
WST 3.150704
XAF 652.621751
XAG 0.013733
XAU 0.000225
XCD 3.118171
XCG 2.079102
XDR 0.809523
XOF 649.012926
XPF 119.331742
YER 275.291227
ZAR 19.136177
ZMK 10385.494329
ZMW 22.437333
ZWL 371.519432
  • EUR/USD

    -0.0028

    1.1542

    -0.24%

  • Euro STOXX 50

    -42.4900

    5794.68

    -0.73%

  • DAX

    -328.6000

    23640.03

    -1.39%

  • TecDAX

    -26.5700

    3599.45

    -0.74%

  • SDAX

    -229.8400

    17086.27

    -1.35%

  • MDAX

    -308.2400

    29414.84

    -1.05%

  • Goldpreis

    -20.5000

    5158.6

    -0.4%


Chinas Rückzug aus Venezuela




Was sind die Ursachen des Bruchs einer einstigen „strategischen Partnerschaft“ zwischen China und Venezuela? Seit Beginn des 21. Jahrhunderts pflegten China und Venezuela eine enge Partnerschaft. Caracas wollte mit Peking einen starken Gegenspieler zu Washington gewinnen und versprach im Gegenzug Zugang zu den größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Im Rahmen von sogenannten „Kredit‑gegen‑Öl“-Pakten floss aus China insgesamt rund 60 Milliarden US‑Dollar nach Venezuela. Laut Analysen von 2020 entfielen mehr als 40 Prozent aller chinesischen Entwicklungskredite nach Lateinamerika auf Venezuela, und etwa 20 Milliarden US‑Dollar sind bis heute offen. Für die Regierung in Caracas bedeutete dies jahrzehntelang harte Deviseinnahmen, für Peking vor allem einen sicheren Energielieferanten und ein politisches Standbein in der Region.

Der anfängliche Enthusiasmus wich jedoch Ernüchterung. Venezuelas Wirtschaftspolitik und allgegenwärtige Korruption ruinierten das Land; die Ölförderung brach ein, und viele Infrastruktur‑Projekte scheiterten. Seit dem Machtantritt von Nicolás Maduro im Jahr 2013 haben chinesische Banken keine neuen umfassenden Kredite mehr vergeben, sondern lediglich bestehende Linien verlängert. Von den rund 60 Milliarden US‑Dollar sind noch immer etwa 20 Milliarden offen, doch aufgrund der drastisch gesunkenen Ölexporte fehlt Caracas das Geld für die Rückzahlung. Chinesische Firmen zogen sich aus diversen Projekten zurück, weil die Renditen ausblieben und die staatliche Ölgesellschaft PDVSA nicht mehr lieferfähig war.

Ölpartnerschaft unter Druck
Venezuela liefert weiterhin große Mengen Rohöl nach China. Im Juni 2025 stiegen die venezolanischen Ölexporte dank zusätzlicher Tanker für chinesische Kunden auf rund 844 000 Barrel pro Tag; rund 90 Prozent dieser Exporte gingen direkt oder über Zwischenhändler nach China. Bereits im Mai hatte China als Hauptabnehmer über 584 000 Barrel pro Tag erhalten und damit die Ausfälle in anderen Absatzmärkten kompensiert. Tatsächlich beziehen chinesische Raffinerien damit mehr als 90 Prozent des venezolanischen Rohöls.

Gleichzeitig hat die Struktur des Handels geändert. Aufgrund der US‑Sanktionen von 2019 dürfen die staatlichen Energiekonzerne Chinas keine venezolanischen Fässer mehr direkt kaufen, weshalb hauptsächlich unabhängige Raffinerien über Zwischenhändler agieren. Viele Lieferungen werden über Malaysia oder andere Hubs umdeklariert. Dieses Vorgehen macht die Transporte riskant und teuer. Als US‑Präsident Donald Trump im März 2025 25‑Prozent‑Zölle auf Waren aus Ländern verhängte, die venezolanisches Öl importieren, stoppten chinesische Händler vorübergehend ihre Käufe und warteten auf Anweisungen Pekings.

Die Exportabhängigkeit Venezuelas zeigt sich auch an der Innenpolitik: Mitte 2025 reiste Vizepräsidentin Delcy Rodríguez nach Peking, um höhere Exporte auszuhandeln. China jedoch verhandelte Preise nach unten und verlangte größere Preisnachlässe. Berichten zufolge werden bis zu zehn Prozent der venezolanischen Rohölexporte direkt zur Schuldentilgung verwendet. Analysten in Caracas sehen darin ein Zeichen, dass sich die „strategische Partnerschaft“ in ein reines Gläubiger‑Schuldner‑Verhältnis verwandelt hat.

Kleine neue Investitionen – aber keine Rettung
Im August 2025 wurde bekannt, dass das private chinesische Unternehmen China Concord Resources Corp (CCRC) zwei Ölfelder am Maracaibo‑See übernimmt. CCRC will mehr als eine Milliarde US‑Dollar investieren und bis Ende 2026 rund 60 000 Barrel täglich fördern. Dieses Projekt ist eine seltene Ausnahme, denn die großen staatlichen Konzerne sind seit den US‑Sanktionen aus dem Land verschwunden. Der Vertrag unterstreicht, wie verzweifelt Caracas nach Kapital sucht: Investoren erhalten im Rahmen des sogenannten Anti‑Blockade‑Gesetzes eine Beteiligung an der Förderung, das als Reaktion auf die Sanktionen geschaffen wurde. Dennoch bleibt die vereinbarte Menge im Vergleich zur früheren Zusammenarbeit gering und beweist eher Chinas Vorsicht als neuen Enthusiasmus.

Warum zieht sich China zurück?
Mehrere Gründe erklären, warum Peking die enge Bindung zu Venezuela lockert. Erstens bleibt das südamerikanische Land trotz seiner Ölreserven wirtschaftlich ein Fass ohne Boden. Die jahrelange Misswirtschaft führte zu einem Einbruch der Fördermengen; Experten sprechen von einer der größten wirtschaftlichen Depressionen in der Region. Die Projekte, die mit chinesischem Kapital errichtet wurden, warfen kaum Profit ab. Zudem versickerte ein Teil der Kredite in Korruptionsnetzwerken und wurde nicht für produktive Investitionen genutzt. Zweitens erhöhen die US‑Sekundärsanktionen die Risiken. Wegen der drohenden Strafmaßnahmen verzichten viele chinesische Staatsunternehmen auf Direktimporte. Als Washington im Frühjahr 2025 ankündigte, 25‑Prozent‑Zölle auf Waren aus Staaten zu erheben, die venezolanisches Öl kaufen, legten chinesische Händler ihre Einkäufe auf Eis. Selbst Pekings diplomatische Proteste gegen „unilaterale Sanktionen“ änderten daran wenig.

Drittens ist Venezuela für China geopolitisch weniger wichtig als oft angenommen. Peking betrachtet das Land längst nicht mehr als ideologischen Bruder, sondern als risikoreiche Investition. Beobachter weisen darauf hin, dass China 2019 sogar ein „Öl‑gegen‑Hilfen“-Angebot machte, das wegen der venezolanischen Misswirtschaft nie umgesetzt wurde. Seit 2023 lieferten chinesische Rüstungsfirmen keine Waffen mehr nach Venezuela. Insgesamt sendet Venezuela zwar den Großteil seines Öls nach China, doch angesichts der geringen Gesamtkapazität ist das Volumen für Peking austauschbar. Vor diesem Hintergrund sehen viele chinesische Entscheidungsträger Venezuela als entlegenen, schwer verteidigbaren Außenposten.

Bilanz und Aussichten?
China hat Venezuela über zwei Jahrzehnte massiv unterstützt, doch die Realität hat die einst blumigen Versprechen überholt. Heute ist Peking vor allem daran interessiert, den noch ausstehenden Teil seiner Darlehen zurückzuerhalten und günstiges Öl zu beziehen. Neue Großkredite oder Militärhilfe bleiben aus, und selbst technologische Kooperationen sind auf Sparflamme. Venezuela wird zwar weiterhin Öl nach China liefern, doch diese Beziehung ist längst nicht mehr strategisch, sondern von gegenseitigem Misstrauen und niedrigen Erwartungen geprägt.

Die Kombination aus gigantischen Schulden, wirtschaftlicher Misere, politischen Risiken und US‑Sanktionen hat den Glanz der Partnerschaft verblassen lassen. Chinas Zurückhaltung zeigt, dass auch geopolitische Großmächte auf ihr Kosten‑Nutzen‑Kalkül achten. Für Venezuela bedeutet dies, dass die Hoffnung auf eine groß angelegte Rettung aus Peking schwindet – ein bitteres Eingeständnis für ein Land, das einst als Vorreiter eines „sozialistischen Bündnisses“ galt.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...