Berliner Boersenzeitung - Steigende Armutsgefährdung: Forderungen nach Stärkung des Sozialstaat

EUR -
AED 4.362988
AFN 76.624609
ALL 96.457438
AMD 448.835879
ANG 2.126642
AOA 1089.409877
ARS 1668.546435
AUD 1.664318
AWG 2.138428
AZN 2.02043
BAM 1.955537
BBD 2.398208
BDT 145.650418
BGN 1.995117
BHD 0.447906
BIF 3529.040397
BMD 1.188015
BND 1.503204
BOB 8.227825
BRL 6.178626
BSD 1.190665
BTN 107.907584
BWP 15.599903
BYN 3.415183
BYR 23285.099473
BZD 2.394678
CAD 1.611685
CDF 2643.334355
CHF 0.915063
CLF 0.025714
CLP 1015.32523
CNY 8.213046
CNH 8.196195
COP 4363.639521
CRC 588.92578
CUC 1.188015
CUP 31.482405
CVE 110.24925
CZK 24.259033
DJF 212.032386
DKK 7.470923
DOP 74.630595
DZD 153.933465
EGP 55.557179
ERN 17.820229
ETB 184.838506
FJD 2.59516
FKP 0.869479
GBP 0.871356
GEL 3.195381
GGP 0.869479
GHS 13.085131
GIP 0.869479
GMD 87.32262
GNF 10451.638834
GTQ 9.131695
GYD 249.104413
HKD 9.285456
HNL 31.465035
HRK 7.536057
HTG 156.05099
HUF 379.441978
IDR 19978.852951
ILS 3.655636
IMP 0.869479
INR 107.741521
IQD 1559.783733
IRR 50045.143825
ISK 145.210987
JEP 0.869479
JMD 186.295738
JOD 0.842313
JPY 181.102213
KES 153.598737
KGS 103.891749
KHR 4797.415592
KMF 493.026199
KPW 1069.212642
KRW 1712.749784
KWD 0.364566
KYD 0.992262
KZT 587.478545
LAK 25570.131798
LBP 106623.370214
LKR 368.308933
LRD 222.058277
LSL 18.90824
LTL 3.5079
LVL 0.718618
LYD 7.496024
MAD 10.85135
MDL 20.115957
MGA 5271.29131
MKD 61.650463
MMK 2494.729449
MNT 4239.065343
MOP 9.586771
MRU 47.281842
MUR 54.267942
MVR 18.366988
MWK 2064.639802
MXN 20.423367
MYR 4.644024
MZN 75.919642
NAD 18.908478
NGN 1608.13306
NIO 43.814294
NOK 11.25082
NPR 172.655241
NZD 1.960821
OMR 0.456796
PAB 1.19064
PEN 3.99773
PGK 5.110334
PHP 69.082491
PKR 334.16508
PLN 4.216135
PYG 7863.042146
QAR 4.34108
RON 5.091124
RSD 117.391343
RUB 91.59718
RWF 1738.373604
SAR 4.45547
SBD 9.561617
SCR 16.310779
SDG 714.591535
SEK 10.549492
SGD 1.498473
SHP 0.891319
SLE 28.809531
SLL 24912.085527
SOS 680.511374
SRD 44.879689
STD 24589.517687
STN 24.49681
SVC 10.418555
SYP 13138.943957
SZL 18.900538
THB 36.839756
TJS 11.180403
TMT 4.158053
TND 3.423811
TOP 2.860455
TRY 51.840538
TTD 8.07488
TWD 37.272198
TZS 3077.142509
UAH 51.230028
UGX 4209.398642
USD 1.188015
UYU 45.653478
UZS 14670.27465
VES 461.25112
VND 30857.508863
VUV 141.808934
WST 3.216021
XAF 655.874343
XAG 0.014182
XAU 0.000234
XCD 3.210671
XCG 2.145902
XDR 0.81569
XOF 655.871583
XPF 119.331742
YER 283.226415
ZAR 18.846021
ZMK 10693.560889
ZMW 22.65305
ZWL 382.540435
  • Euro STOXX 50

    -11.4200

    6035.64

    -0.19%

  • EUR/USD

    -0.0004

    1.1874

    -0.03%

  • MDAX

    -343.3100

    31618.89

    -1.09%

  • Goldpreis

    -16.5000

    5082

    -0.32%

  • SDAX

    -228.7100

    18089.79

    -1.26%

  • TecDAX

    -44.1700

    3607.03

    -1.22%

  • DAX

    -131.6500

    24856.15

    -0.53%

Steigende Armutsgefährdung: Forderungen nach Stärkung des Sozialstaat
Steigende Armutsgefährdung: Forderungen nach Stärkung des Sozialstaat / Foto: Tobias Schwarz - AFP/Archiv

Steigende Armutsgefährdung: Forderungen nach Stärkung des Sozialstaat

Angesichts aktueller Zahlen zur wachsenden Armutsgefährdung in Deutschland sind Forderungen nach einer Stärkung des Sozialstaats laut geworden. So warnte etwa der Sozialverband Deutschland vor Kürzungen im sozialen Bereich, während der Paritätische Gesamtverband einen "Armutsvermeidungs-Check" bei sozialpolitischen Reformen forderte. Hintergrund ist eine Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts vom Dienstag, wonach der Anteil der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland 2025 auf 16,1 Prozent stieg. 2024 lag der Anteil noch bei 15,5 Prozent.

Textgröße:

Als armutsgefährdet gilt jemand, dessen Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung beträgt. Im Jahr 2025 lag dieser Schwellenwert für einen alleinlebenden Menschen in Deutschland netto, also nach Steuern und Sozialabgaben, bei 1446 Euro im Monat und für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3036 Euro im Monat.

Insgesamt waren 2025 den Statistikern zufolge 13,3 Millionen Menschen in Deutschland armutsgefährdet. Am stärksten gefährdet waren Arbeitslose mit einer Quote von 64,9 Prozent. Aber auch andere Nichterwerbstätige (33,8 Prozent), Alleinlebende (30,9 Prozent) sowie Menschen im Ruhestand (19,1 Prozent) waren überdurchschnittlich stark durch Armut gefährdet.

Werden neben der Einkommenssituation auch die Möglichkeiten der Menschen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, zum Beispiel Bildung und Kultur berücksichtigt, dann waren im vergangenen Jahr sogar 17,6 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entsprach mehr als einem Fünftel (21,2 Prozent) der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Anteil nahezu unverändert.

Dass der Anteil armutsgefährdeter Menschen steige, sei nicht verwunderlich, erklärte die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlrausch. "Verwunderlich ist allerdings, dass dieses Problem in der aktuellen Sozialstaatsdebatte so gut wie keine Rolle spielt. Dabei ist es ein offenkundiges Versagen sozialstaatlicher Institutionen, wenn die Armut in einem eigentlich reichen Land steigt."

Auch der Sozialverband Deutschland sah in den Zahlen ein deutliches Signal, dass der Sozialstaat gestärkt werden müsse. "Während der Reichtum weniger wächst, geraten immer mehr Menschen unter die Armutsgrenze, der Graben zwischen arm und reich vertieft sich weiter", erklärte die Vorstandsvorsitzende des Verbands, Michaela Engelmeier, der "Rheinischen Post". Statt Kürzungen beim Sozialstaat brauche es eine "faire Beteiligung sehr hoher Vermögen".

Die Geschäftsführerin beim Paritätischen Gesamtverband, Katja Kipping, bezeichnete die aktuellen Zahlen als Handlungsempfehlung an die Regierung. Diese stehe in der Pflicht, Armut abzubauen und nicht zu verschärfen. "Jede sozialpolitische Reform muss deshalb einem Armutsvermeidungs-Check unterzogen werden", forderte Kipping.

Besonders alarmierend sei es, dass 28,7 Prozent der Alleinerziehenden-Haushalte von Armut bedroht sind, teilte Kipping mit. "Ausgerechnet jetzt diskutiert die Kommission zur Sozialstaatsreform auch Veränderungen beim Unterhaltsvorschuss. Diese Leistung ist gerade für Alleinerziehende eine wichtige Stütze." Angesichts der besonderen Verletzlichkeit dieser Gruppe stehe die Regierung hier besonders in der Pflicht.

Aus Sicht von Linken-Fraktionschef Sören Pellmann ist vor allem die Zahl der älteren Armutsgefährdeten "erschütternd". Statt die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, drohe unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unter anderem eine weitere Privatisierung der Altersvorsorge und eine Erhöhung des Renteneintrittsalters. "Die Leute sollen schuften bis zum Umfallen, statt dass die Union das System endlich nachhaltig reformiert und zu einer Erwerbstätigenversicherung umbaut", beklagte Pellmann.

(S.G.Stein--BBZ)