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In Deutschland sollen im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz wieder mehr Moore vernässt werden - und perspektivisch auch land- und forstwirtschaftlich genutzt werden. Die Landwirtschaftliche Rentenbank startete am Dienstag eine Förderrunde für entsprechende Projekte. Moore können für sogenannte Paludikulturen genutzt werden, etwa für den Anbau von Schilf als Baustoff für Dächer oder die Haltung von Wasserbüffeln.
Das Förderprogramm solle zeigen, "dass die Wiedervernässung von Moorböden nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen kann", erklärte Rentenbank-Chefin Nikola Steinbock. Moore können auch für Photovoltaik, den Anbau von Kräutern und Beeren oder die Gewinnung von Torfmoos für den Gartenbau genutzt werden.
Derzeit sind nach Angaben des Bundesumweltministeriums, das den Förderaufruf bei der Rentenbank in Auftrag gegeben hat, nur noch rund 100.000 Hektar Moorböden in Deutschland intakt. Über Jahrhunderte hinweg wurden Moore hierzulande entwässert. Dadurch sinken die Grundwasserspiegel und es wird weniger Wasser gespeichert. Außerdem sind Moore natürliche CO2-Speicher.
Bis zum 30. Juni können nun Projektskizzen für Regionen mit mindestens 5000 Hektar Moorbodenfläche eingereicht werden, wie die Rentenbank mitteilte. Die Förderangebote richten sich nach Angaben des Umweltministeriums an alle, die für eine dauerhafte Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorböden zusammenwirken müssen - Eigentümer, Bewirtschafter, Wasser- und Bodenverbände. Gefördert werden Beratung, Planung und technische Umsetzung der Wiedervernässung, Kompensationszahlungen für Wert- und Ertragsverluste sowie die Umstellung auf angepasste Bewirtschaftungsformen.
(G.Gruner--BBZ)