Berliner Boersenzeitung - Reiche stimmt Reform der Einkommensteuer im Kabinett zu - der Ärger der SPD bleibt

EUR -
AED 4.252345
AFN 75.262777
ALL 92.005736
AMD 421.969366
ANG 2.072371
AOA 1061.785077
ARS 1751.588423
AUD 1.619981
AWG 2.087096
AZN 1.970175
BAM 1.956374
BBD 2.331736
BDT 141.951651
BGN 1.964205
BHD 0.436568
BIF 3464.530714
BMD 1.15789
BND 1.474833
BOB 14.071466
BRL 5.962318
BSD 1.157665
BTN 110.012731
BWP 15.605061
BYN 3.57885
BYR 22694.63893
BZD 2.328304
CAD 1.612292
CDF 2629.567302
CHF 0.942378
CLF 0.027522
CLP 1083.054725
CNY 7.782004
CNH 7.782322
COP 3674.458884
CRC 525.210803
CUC 1.15789
CUP 30.684078
CVE 110.307845
CZK 24.186522
DJF 206.160076
DKK 7.474862
DOP 68.016125
DZD 154.537003
EGP 59.129379
ERN 17.368346
ETB 189.099649
FJD 2.555001
FKP 0.855991
GBP 0.858593
GEL 3.021719
GGP 0.855991
GHS 13.053239
GIP 0.855991
GMD 85.683439
GNF 10175.952489
GTQ 8.832592
GYD 242.204076
HKD 9.080924
HNL 31.058113
HRK 7.534735
HTG 151.398151
HUF 367.889936
IDR 20515.490437
ILS 3.506495
IMP 0.855991
INR 109.8567
IQD 1516.582514
IRR 1591606.291192
ISK 140.564942
JEP 0.855991
JMD 183.483837
JOD 0.820978
JPY 184.769681
KES 149.888811
KGS 101.257146
KHR 4687.820818
KMF 492.102833
KPW 1042.101107
KRW 1577.352715
KWD 0.358138
KYD 0.964775
KZT 526.772331
LAK 25948.078614
LBP 103670.867283
LKR 380.351601
LRD 206.072711
LSL 18.689684
LTL 3.418947
LVL 0.700396
LYD 7.358954
MAD 10.847913
MDL 20.079799
MGA 5000.942439
MKD 61.553908
MMK 2431.420973
MNT 4165.172888
MOP 9.352254
MRU 46.280579
MUR 54.664207
MVR 17.889682
MWK 2007.479735
MXN 19.680594
MYR 4.683779
MZN 73.971763
NAD 18.689684
NGN 1539.819287
NIO 42.6025
NOK 10.807702
NPR 176.02265
NZD 1.98658
OMR 0.445209
PAB 1.15765
PEN 3.896043
PGK 5.216026
PHP 72.429491
PKR 321.08301
PLN 4.325338
PYG 6846.659343
QAR 4.220639
RON 5.256236
RSD 117.293024
RUB 100.887715
RWF 1706.963009
SAR 4.339352
SBD 9.286
SCR 15.867902
SDG 696.473343
SEK 11.153986
SGD 1.473912
SHP 0.857841
SLE 29.034109
SLL 24280.368036
SOS 661.654139
SRD 43.921653
STD 23965.979876
STN 24.509837
SVC 10.129935
SYP 15054.882308
SZL 18.688178
THB 38.454701
TJS 10.697055
TMT 4.064193
TND 3.388094
TOP 2.787921
TRY 55.923178
TTD 7.844148
TWD 36.767048
TZS 3065.510756
UAH 51.703052
UGX 4375.283771
USD 1.15789
UYU 46.608103
UZS 13683.014791
VES 926.512977
VND 30189.080281
VUV 136.958969
WST 3.126017
XAF 656.211882
XAG 0.017982
XAU 0.000267
XCD 3.129255
XCG 2.086401
XDR 0.818688
XOF 656.220387
XPF 119.331742
YER 274.448789
ZAR 18.627099
ZMK 10422.427301
ZMW 22.053566
ZWL 372.840024
  • SDAX

    -241.6000

    18488.84

    -1.31%

  • MDAX

    -153.3700

    32019.89

    -0.48%

  • Euro STOXX 50

    -3.6800

    6365.3

    -0.06%

  • TecDAX

    -12.9300

    4011.92

    -0.32%

  • Goldpreis

    38.3000

    4434.7

    +0.86%

  • DAX

    -99.5900

    25870.52

    -0.38%

  • EUR/USD

    0.0000

    1.1593

    0%

Reiche stimmt Reform der Einkommensteuer im Kabinett zu - der Ärger der SPD bleibt
Reiche stimmt Reform der Einkommensteuer im Kabinett zu - der Ärger der SPD bleibt / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Reiche stimmt Reform der Einkommensteuer im Kabinett zu - der Ärger der SPD bleibt

Die Bundesregierung hat die umstrittenen Pläne für die Einkommensteuerreform beschlossen. Das Kabinett billigte am Mittwoch einen Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Entlastung um zehn Milliarden Euro, die vor allem Familien und kleinen und mittleren Einkommen zugute kommen soll. Verärgert zeigten sich der Finanzminister und seine SPD weiter über Kritik aus dem Haus von CDU-Wirtschaftsministerin Katharina Reiche an dem in der Koalition vor Monaten vereinbarten Vorhaben.

Textgröße:

"Wir sorgen dafür, dass am Ende des Monats etwas mehr zum Leben übrigbleibt", betonte Klingbeil. Angesichts steigender Kosten für Lebensmittel, Energie und Mieten würden dabei diejenigen entlastet, "die jeden Tag den Laden am Laufen halten". Familien mit Kindern könnten ab 2028 "mehr als 600 Euro im Jahr mehr in der Tasche haben als heute".

Konkret vorgesehen ist, den steuerlichen Grundfreibetrag von 12.348 Euro zum Jahresbeginn 2027 auf 12.564 Euro und 2028 auf 12.900 Euro zu erhöhen. Die Kurve der Steuerprogression soll bis zu einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von 70.600 Euro abgeflacht werden. Das Kindergeld soll zudem von 259 Euro im kommenden Jahr auf 267 Euro und 2028 auf 272 Euro monatlich steigen. Zur Gegenfinanzierung soll laut Gesetzentwurf vor allem eine Erhöhung der Reichensteuer beitragen.

Die Koalition hatte lange um die Pläne gerungen. Aus der Union gab es immer wieder Forderungen nach einem höheren Entlastungsvolumen.

Für Irritationen bei der SPD sorgte diese Woche ein Brief aus Reiches Wirtschaftsministerium. In diesem kritisierte ein Staatssekretär Reiches die Reform als "inflationsbedingte heimliche Steuererhöhung". Er verwies dabei darauf, dass es erstmals seit 2015 keinen vollständigen Abbau der kalten Progression geben werde - also bei Einkommenserhöhungen der Zuwachs ganz oder teilweise dadurch Inflation und einen höheren Steuersatz aufgezehrt wird.

Klingbeil warf Reiches Ministerium schlechten Stil vor. "Solche Briefe gehören sich nicht", sagte der Finanzminister in Greenville in den USA, wo er an einem G20-Treffen teilgenommen hatte. "Ich halte nichts von Opposition in der Regierung."

Eine Sprecherin Reiches verwies darauf, dass ihr Haus dem Kabinettsbeschluss zugestimmt habe. Die CDU-Ministern stehe "damit auch zu den Einigungen im Koalitionsausschuss vom 1. Juli". Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer betonte, es sei "völlig normal", dass es in einer Regierung aus mehreren Parteien "unterschiedliche Meinungen" gebe. "Entscheidend" sei es, "solche Entscheidungen am Ende gemeinsam zu treffen".

Vor den nun anstehenden Beratungen im Parlament zeigte sich Klingbeil offen für ein höheres Entlastungsvolumen, forderte aber die CDU/CSU auf, dazu Vorschläge zur Gegenfinanzierung vorzulegen. Er sei "gespannt, welche Ideen auf den Tisch kommen", sagte der SPD-Chef. Er wies dabei darauf, dass er Vorschläge zur Finanzierung einer noch höheren Entlastung gemacht habe - etwa durch Erhöhungen der Erbschaftssteuer und des Spitzensteuersatzes. "Das sind beides Elemente, die von der Union abgelehnt wurden", sagte er.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte "deutliche Nachbesserungen". Die geplanten Entlastungen glichen "kaum die Inflation aus und werden die Kaufkraft der Beschäftigten insgesamt nicht nennenswert stärken".

Ähnlich äußerte sich auch Linken-Chefin Ines Schwerdtner. "Die Menschen brauchen angesichts der hohen Sprit- und Lebensmittelpreise dringend Entlastung", sagte sie der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Stattdessen zanken Klingbeil und Reiche im Schaufenster."

Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch warf der Regierung vor, den Menschen eine Entlastung nur vorzugaukeln. "Anfang 2027 werden Familien merken, dass sie nicht mehr Geld in der Tasche haben, sondern weniger. Das wird zu mehr Frust führen", sagte er der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Die Forderungen Reiches nach weiteren Entlastungen ohne Gegenfinanzierung kritisierte Audretsch als "völlig unseriös".

Kritik kam auch von der FDP: "Schwarz-Rot setzt bei der Steuerpolitik auf Be- statt auf Entlastung", sagte FDP-Generalsekretär Martin Hagen der Nachrichtenagentur AFP. "Eine Einkommensteuerreform ohne einen vollständigen Ausgleich der kalten Progression ist ein weiterer tiefer Griff ins Portemonnaie der Bürgerinnen und Bürger."

Die Wirtschaft kritisierte zusätzliche Belastungen. Die Ausweitung der Reichensteuer treffe "mit rund 70 Prozent der Bemessungsgrundlage vor allem unternehmerische Tätigkeit und damit den industriellen Mittelstand", erklärte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) verwies darauf, dass die Einkommenssteuer für viele Personenunternehmen "die entscheidende Unternehmenssteuer" sei. Die Anhebung der Reichensteuer sei "damit faktisch eine Mittelstandssteuer".

(A.Lehmann--BBZ)