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Die Zinsen für langfristige US-Staatsanleihen sind so hoch wie seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr: Die Rendite von US-Schuldverschreibungen mit 30-jähriger Laufzeit kletterte am Donnerstag zeitweise auf 5,35 Prozent, den höchsten Stand seit 2007. Die Regierung von Präsident Donald Trump gerät durch den verteuerten Schuldendienst unter Druck, während die Staatsverschuldung bereits auf Rekordniveau ist.
Hauptgrund für den Anstieg war eine unerwartet hohe Erzeugerpreisinflation im August. Der Producer Price Index (PPI) stieg im Jahresvergleich um 5,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium mitteilte, 0,6 Prozentpunkte mehr als im Juli. Dazu trugen vor allem die hohen Energiekosten in dem von Trump mit ausgelösten Iran-Krieg bei.
Für US-Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit war die Rendite bereits am Mittwoch zeitweilig auf 4,85 Prozent gestiegen. Das war der höchste Stand seit 2023.
Eigentlich zielt die Trump-Regierung mit dem Rückkauf von Staatsanleihen auf eine Beruhigung der Märkte ab. Enttäuscht reagierten Anleger aber nun auf den Umfang der Maßnahme. Das Finanzministerium kündigte an, Langfrist-Anleihen im Wert von bis zu sechs Milliarden Dollar zurückzukaufen.
Dies sei jedoch "kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", kommentierte Analyst Stephen Innes von SPI Asset Management. Die Märkte hätten mit einem Rückkaufvolumen von zehn Milliarden Dollar oder sogar noch mehr gerechnet.
Durch die steigenden Kosten für die Anleihen nehmen die Finanzrisiken für die USA als weltweit größte Volkswirtschaft zu. Die Staatsverschuldung hatte in Trumps zweiter Amtszeit im August erstmals die Schwelle von 40 Billionen Dollar (aktuell knapp 34,4 Billionen Euro) überschritten.
Länder geben Staatsanleihen aus, um sich an den Kapitalmärkten Geld zu beschaffen. Kaum ein Staat kann seinen Haushalt allein über die laufenden Steuereinnahmen finanzieren. Höhere Zinsen für die Gläubiger wirken sich dabei empfindlich aus: Dies belastet den Staatshaushalt zusätzlich, was neue Schulden nach sich ziehen kann.
Eine Reihe von Experten kritisierten den US-Rückkaufplan als bloße Notlösung, um die problematische Haushaltslage in den Griff zu bekommen. Sie hoben zudem hervor, dass der Markt für US-Staatsanleihen zu umfangreich sei, um durch das Rückkaufprogramm maßgeblich beeinflusst werden zu können.
Tatsächlich sind am Anleihemarkt gewaltige Summen investiert: Nach Angaben der OECD vom März dieses Jahres nehmen Regierungen und Unternehmen im laufenden Jahr voraussichtlich 29 Billionen Dollar an den Anleihemärkten auf - vier Billionen Dollar oder 17 Prozent mehr als 2024 und doppelt so viel wie vor zehn Jahren.
Grundsätzlich spiegelt der Anstieg der Zinssätze für US-Staatsanleihen die Einschätzung von Investoren wider, dass der Besitz mit einem größeren Risiko verbunden ist, für das sie folglich eine höhere Rendite verlangen. Knapp zwei Monate vor den wichtigen Kongresswahlen am 3. November steht die Entwicklung zudem in Widerspruch zu Trumps Versprechen, Preise und Kreditkosten zu senken. Dazu trägt laut Analysten auch Trumps erratische Zollpolitik bei.
Zudem bekommt die US-Regierung am Anleihemarkt zunehmend Konkurrenz von Unternehmen, die gewaltige Investitionen stemmen wollen, insbesondere in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). "Das erhöht den Aufwärtsdruck auf die Renditen", erklärte Matthew Ryan von Ebury.
(H.Schneide--BBZ)