Berliner Boersenzeitung - Bundesregierung macht Weg frei für Zuckersteuer

EUR -
AED 4.111298
AFN 72.766313
ALL 91.363664
AMD 404.282133
ANG 2.003633
AOA 1026.56563
ARS 1694.088022
AUD 1.59723
AWG 2.017867
AZN 1.899612
BAM 1.956189
BBD 2.254158
BDT 138.168687
BGN 1.956666
BHD 0.422888
BIF 3351.380859
BMD 1.119482
BND 1.435215
BOB 13.111195
BRL 5.62685
BSD 1.119227
BTN 106.555648
BWP 15.374299
BYN 3.381806
BYR 21941.855657
BZD 2.250877
CAD 1.591619
CDF 2588.802492
CHF 0.932974
CLF 0.027932
CLP 1099.343283
CNY 7.491745
CNH 7.49405
COP 3571.182541
CRC 510.103631
CUC 1.119482
CUP 26.860337
CVE 110.287406
CZK 24.35859
DJF 199.293367
DKK 7.475529
DOP 68.540251
DZD 150.613164
EGP 59.388427
ERN 16.792236
ETB 182.804806
FJD 2.512904
FKP 0.844828
GBP 0.843883
GEL 2.905027
GGP 0.844828
GHS 13.054953
GIP 0.844828
GMD 82.841052
GNF 9846.000291
GTQ 8.552699
GYD 234.049186
HKD 8.785765
HNL 30.047494
HRK 7.534676
HTG 146.551919
HUF 363.364405
IDR 20063.923879
ILS 3.444928
IMP 0.844828
INR 106.437254
IQD 1696.553739
IRR 1992522.000721
ISK 136.3974
JEP 0.844828
JMD 177.735314
JOD 0.793697
JPY 177.390388
KES 145.319631
KGS 97.899076
KHR 4546.680008
KMF 492.5722
KPW 1007.534145
KRW 1495.874858
KWD 0.349032
KYD 0.932639
KZT 505.664988
LAK 25181.216014
LBP 100219.879506
LKR 370.42691
LRD 190.818766
LSL 18.450366
LTL 3.305541
LVL 0.677164
LYD 7.190429
MAD 11.02399
MDL 20.031996
MGA 5039.843806
MKD 61.592788
MMK 2350.944933
MNT 4029.777554
MOP 9.047238
MRU 44.834908
MUR 53.33174
MVR 17.307299
MWK 1940.894308
MXN 20.568642
MYR 4.572417
MZN 71.538914
NAD 18.449459
NGN 1488.855629
NIO 41.188552
NOK 10.60315
NPR 170.489398
NZD 1.994034
OMR 0.430439
PAB 1.119187
PEN 3.8537
PGK 5.080009
PHP 70.400852
PKR 309.874269
PLN 4.317506
PYG 6386.183311
QAR 4.080056
RON 5.34407
RSD 117.419147
RUB 94.176416
RWF 1651.246963
SAR 4.196794
SBD 9.043259
SCR 15.454032
SDG 673.365254
SEK 11.158687
SGD 1.435826
SHP 0.844669
SLE 27.61757
SLL 23474.991771
SOS 639.632803
SRD 42.145713
STD 23171.026106
STN 24.504978
SVC 9.79299
SYP 14555.510222
SZL 18.442747
THB 37.585513
TJS 10.329729
TMT 3.918189
TND 3.345365
TOP 2.695445
TRY 55.294103
TTD 7.611546
TWD 35.981307
TZS 2944.236508
UAH 50.302695
UGX 4521.918663
USD 1.119482
UYU 44.988939
UZS 13385.659615
VES 980.332554
VND 28991.236529
VUV 133.635624
WST 3.121798
XAF 655.957
XAG 0.019099
XAU 0.000270058374
XCD 3.025457
XCG 2.017119
XDR 0.791532
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 264.42478
ZAR 18.444178
ZMK 10076.682611
ZMW 22.242724
ZWL 360.472886
SSP 6435.371631
MXV 2.322679
  • DAX

    -302.3600

    24896.83

    -1.21%

  • Goldpreis

    -2.0000

    4184.7

    -0.05%

  • Euro STOXX 50

    -85.8200

    6183.2

    -1.39%

  • SDAX

    -226.5300

    18203.94

    -1.24%

  • TecDAX

    -36.8700

    3964.45

    -0.93%

  • MDAX

    -414.1700

    30428.36

    -1.36%

  • EUR/USD

    -0.0038

    1.1296

    -0.34%

Bundesregierung macht Weg frei für Zuckersteuer
Bundesregierung macht Weg frei für Zuckersteuer / Foto: JOEL SAGET - AFP/Archiv

Bundesregierung macht Weg frei für Zuckersteuer

Nach langem Ringen um eine Steuer auf zuckergesüßte Getränke hat sich die Bundesregierung auf einen Gesetzentwurf geeinigt. Die Steuer solle die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung stabil halten und einen wichtigen Beitrag "zum Schutz der Gesundheit vor allem von Kindern und Jugendlichen" leisten, hob das Bundesfinanzministerium hervor. Während Kinderärzte und die Verbraucherorganisation Foodwatch den Schritt begrüßten, kamen aus der Getränkewirtschaft erneut Warnungen vor einer massiven Belastung.

Textgröße:

Wie das Finanzministerium in Berlin ausführte, beschloss das Kabinett der schwarz-roten Koalition am Mittwoch eine Formulierungshilfe für die Regierungsfraktionen im Bundestag zur Einführung einer Zuckergetränkesteuer. Damit setze die Bundesregierung um, "was Verbände aus den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft, Kinder- und Verbraucherschutz seit langem fordern", erklärte das Ministerium.

So erhöhe übermäßiger Zuckerkonsum unter anderem das Risiko für chronische Fettleibigkeit und Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen - die jährlichen Versorgungskosten für das Gesundheitssystem durch den erhöhten Konsum von gezuckerten Getränken würden auf etwa 2,1 Milliarden Euro beziffert.

Durch die Steuer werden dem Ministerium zufolge für den Bund nun Mehreinnahmen von 690 Millionen Euro im kommenden Jahr erwartet, 2028 sollen es dann 925 Millionen Euro und von 2028 bis 2031 zwischen 875 und 890 Millionen Euro sein. Verwendet werden sollen die Steuereinnahmen demnach dazu, "die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung stabil zu halten". Greifen soll die Steuer ab dem 1. Juli 2027. Zustimmen muss noch der Bundestag.

Konkret vorgesehen ist, dass auf zuckergesüßte Getränke mit einem Zuckergehalt ab fünf Gramm pro hundert Milliliter ein Steuersatz von 26 Cent pro Liter erhoben wird; ab acht Gramm sollen es 32 Cent sein. Erfassen soll die Steuer dabei unter anderem Cola, Limo, Eistees, Energydrinks, Fruchtnektar oder Saftkonzentrate mit Zuckerzusatz. Alkoholfreie Biere oder Weine sollen hingegen ausgenommen werden. "Auch Getränke, die mit Süßungsmitteln gesüßt sind, sollen nicht unter die Zuckergetränkesteuer fallen", erklärte das Ministerium.

Entrichten müssen die geplante Steuer die Hersteller beziehungsweise der Großhandel. Aus der Getränkewirtschaft hatte es deshalb wiederholt Warnungen gegeben, dass dies die Betriebe belaste - und auch für Verbraucherinnen und Verbraucher höhere Preise drohten.

Zwar soll es der vom Kabinett beschlossenen Formulierungshilfe zufolge Ausnahmeregelungen für kleinere Hersteller geben. Der Deutsche Brauer-Bund warnte am Mittwoch dennoch vor zusätzlicher Bürokratie und kritisierte, dass die geplante Zuckersteuer eine "massive Belastung für Verbraucher wie für Betriebe" sei. Zudem gebe es angesichts des geplanten Starts der Steuer im kommenden Sommer weder für den Zoll noch die Unternehmen "ausreichend Zeit, sich vorzubereiten".

Der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, Günter Tissen, kritisierte, dass Union und SPD statt auf Bürokratieabbau und Entlastungen auf "zusätzliche Belastungen und mehr staatliche Eingriffe und Bevormundung" setzten. Der "nachweisbare gesundheitliche Nutzen einer Zuckergetränkesteuer" stehe zudem weiterhin aus. Erfahrungen mit der Zuckersteuer in Großbritannien hätten darüber hinaus gezeigt, "dass der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken zwar reduziert wurde, dafür aber mehr künstliche Süßstoffe eingesetzt werden", erklärte die Wirtschaftsvereinigung.

Auch in der Koalition selbst hatte es über Monate hinweg Kontroversen zur Zuckersteuer gegeben: Zwar hatten sich Union und SPD im Rahmen der Verhandlungen über das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenversicherungen grundsätzlich auf eine solche Steuer ab 2027 geeinigt - für Streit sorgte aber unter anderem die genaue Ausgestaltung und Staffelung der Abgabe.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) bekräftigte ungeachtet der Einigung der Regierungskoalition seinen Widerstand gegen die Pläne und sprach von einer "Teuer-Steuer". Steigende Lebenshaltungskosten seien eines der größten Probleme in Deutschland, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Eine Zuckersteuer halte ich deshalb für ein falsches Signal, zumal es dabei nicht darum geht, die Gesundheit zu fördern, sondern Bürger wieder zur Kasse zu bitten für die Haushaltslöcher des Bundes."

Ausdrücklich begrüßt wurde der Schritt hingegen vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (BVKJ). "Gerade Kinder und Jugendliche müssen vor vermeidbaren Gesundheitsrisiken besser geschützt werden", erklärte BVKJ-Präsident Michael Hubmann. Luise Molling von Foodwatch bezeichnete die Zuckersteuer als "Meilenstein für die Gesundheit der Menschen".

(A.Lehmann--BBZ)