Berliner Boersenzeitung - Rechtsstreit zwischen Künast und Facebook: Karlsruhe wendet sich an EuGH

EUR -
AED 4.095348
AFN 72.484105
ALL 90.650711
AMD 403.132482
ANG 1.995858
AOA 1023.697391
ARS 1718.171317
AUD 1.585659
AWG 2.007249
AZN 1.89483
BAM 1.952567
BBD 2.250893
BDT 138.471336
BGN 1.949074
BHD 0.421702
BIF 3344.082845
BMD 1.115139
BND 1.430854
BOB 13.249062
BRL 6.019854
BSD 1.11756
BTN 106.317956
BWP 15.416611
BYN 3.287386
BYR 21856.715033
BZD 2.247698
CAD 1.563552
CDF 2581.54614
CHF 0.923619
CLF 0.027964
CLP 1104.143552
CNY 7.436133
CNH 7.432554
COP 3514.269841
CRC 508.757585
CUC 1.115139
CUP 26.821948
CVE 110.082722
CZK 24.346149
DJF 199.012255
DKK 7.474461
DOP 68.396747
DZD 150.819168
EGP 62.5789
ERN 16.727078
ETB 183.049439
FJD 2.512183
FKP 0.835487
GBP 0.836661
GEL 2.891546
GGP 0.835487
GHS 12.991895
GIP 0.835487
GMD 82.519915
GNF 9890.53428
GTQ 8.542854
GYD 234.189573
HKD 8.747817
HNL 30.003915
HRK 7.538674
HTG 146.372382
HUF 367.067942
IDR 20225.267375
ILS 3.402209
IMP 0.835487
INR 105.956726
IQD 1693.088944
IRR 2026215.060665
ISK 136.437678
JEP 0.835487
JMD 177.42383
JOD 0.790608
JPY 175.87017
KES 144.901212
KGS 97.517974
KHR 4556.292128
KMF 491.776258
KPW 1003.624627
KRW 1480.747903
KWD 0.346842
KYD 0.931354
KZT 503.963264
LAK 25152.239434
LBP 100078.584502
LKR 371.34012
LRD 189.985417
LSL 18.585642
LTL 3.292714
LVL 0.674536
LYD 7.166198
MAD 10.977224
MDL 20.082657
MGA 5075.641126
MKD 61.473211
MMK 2341.536343
MNT 4013.837715
MOP 9.031006
MRU 44.939185
MUR 52.80192
MVR 17.228595
MWK 1937.908534
MXN 20.761192
MYR 4.559353
MZN 71.268704
NAD 18.585642
NGN 1498.724413
NIO 41.121909
NOK 10.389009
NPR 170.10833
NZD 1.95544
OMR 0.428777
PAB 1.11755
PEN 3.852738
PGK 5.083537
PHP 71.390052
PKR 309.260092
PLN 4.404987
PYG 6442.39028
QAR 4.085236
RON 5.349428
RSD 117.519939
RUB 89.826
RWF 1652.34178
SAR 4.176362
SBD 8.993199
SCR 15.396333
SDG 670.753432
SEK 11.084034
SGD 1.428504
SHP 0.835623
SLE 25.592299
SLL 23383.902143
SOS 638.633941
SRD 42.0318
STD 23081.115951
STN 24.45928
SVC 9.778764
SYP 14499.030713
SZL 18.579402
THB 37.635548
TJS 10.309529
TMT 3.902985
TND 3.338372
TOP 2.684986
TRY 55.507918
TTD 7.595525
TWD 36.167397
TZS 2949.723122
UAH 51.023072
UGX 5006.866635
USD 1.115139
UYU 44.815793
UZS 13374.973281
VES 958.946611
VND 28808.488579
VUV 132.415146
WST 3.083056
XAF 655.957
XAG 0.02091
XAU 0.000277627963
XCD 3.013718
XCG 2.014156
XDR 0.788461
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 263.339752
ZAR 18.583
ZMK 10037.584186
ZMW 22.501942
ZWL 359.074149
SSP 6407.25356
MXV 2.341695
  • DAX

    -302.3600

    24896.83

    -1.21%

  • Goldpreis

    -2.0000

    4184.7

    -0.05%

  • Euro STOXX 50

    -85.8200

    6183.2

    -1.39%

  • SDAX

    -226.5300

    18203.94

    -1.24%

  • TecDAX

    -36.8700

    3964.45

    -0.93%

  • MDAX

    -414.1700

    30428.36

    -1.36%

  • EUR/USD

    -0.0038

    1.1296

    -0.34%

Rechtsstreit zwischen Künast und Facebook: Karlsruhe wendet sich an EuGH
Rechtsstreit zwischen Künast und Facebook: Karlsruhe wendet sich an EuGH / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Rechtsstreit zwischen Künast und Facebook: Karlsruhe wendet sich an EuGH

Der seit Jahren andauernde Rechtsstreit zwischen der Grünen-Politikerin Renate Künast und dem Facebook-Mutterkonzern Meta geht nun vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) weiter. Nach einer Verhandlung über ein in dem sozialen Netzwerk verbreitetes Falschzitat der früheren Bundeslandwirtschaftsministerin formulierte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Dienstag mehrere sehr grundlegende Fragen, zu denen der EuGH Stellung beziehen soll. Das Verfahren in Deutschland wurde ausgesetzt.

Textgröße:

In dem Rechtsstreit geht um die Frage, ob Meta sogenannte Memes mit dem Falschzitat selbstständig aufspüren und löschen muss. (Az. VI ZR 64/24). Das Künast durch einen Facebook-Nutzer untergeschobene Zitat lautet: "Integration fängt damit an, dass Sie als Deutscher mal Türkisch lernen." Die Politikerin sagte den Satz nie.

Im Jahr 2015 verbreiteten Nutzer auf Facebook das Falschzitat aber zusammen mit ihrem Bild als Meme. Seitdem wurde es auf der Plattform in unterschiedlichen Varianten und unter verschiedenen Internetadressen (URL) immer wieder hochgeladen, geteilt und weiterverbreitet, teilweise mit Beschimpfungen in der Beschreibung oder den Kommentaren.

Künast hatte in dem Streit bereits vor dem Landgericht und Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main Erfolg. Das Urteil des OLG wird nun vom Bundesgerichtshof überprüft. Die Verhandlung war bereits ausgesetzt, um auf ein EuGH-Urteil in anderer Sache zu warten und wurde nun nach dem Vorliegen dieses Urteils fortgeführt. Nun stellten die deutschen Richter aber eigene Fragen an den EuGH.

Der EuGH soll demnach klären, ob der Betreiber einer Plattform für ein soziales Netzwerk, auf dem wie bei Facebook ohne inhaltlich-redaktionelle Kontrolle veröffentlicht werden kann, uneingeschränkt datenschutzrechtlich verantwortlich ist. Außerdem solle Luxemburg klären, ob solch einem Betreiber die Haftungsprivilegien nach der europäischen E-Commerce-Richtlinie zugute kommen.

Auch mit den Kriterien zur Qualifikation eines solchen Netzwerkes als Hosting-Dienst soll der EuGH sich befassen. Außerdem stellen die Karlsruher Richter die Frage, ob einem rechtswidrigen Inhalt ähnliche Inhalte nur automatisch oder womöglich auch eigenständig und inhaltlich manuell auf Rechtswidrigkeit geprüft werden müssen. Insgesamt formulierte Karlsruhe zu sechs Punkten Fragen.

Künast hatte Meta auf mehrere Fundstellen des Falschzitats higewiesenn. Der Konzern löschte sie. Die vielen Memes, die mit anderer URL hochgeladen und geteilt wurden, blieben aber stehen. Im April 2021 reichte Künast Klage ein, um zu erreichen, dass diese falschen Zitate gesucht, geprüft und gelöscht werden. Unterstützt wurde sie dabei von der Organisation Hate Aid.

Ein Jahr später, im April 2022, gab das Landgericht Frankfurt am Main der Politikerin Recht. Meta müsse das Meme in allen Varianten aufspüren und löschen, entschied es. Künast müsse dafür nicht auf jede einzelne kerngleiche Variante hinweisen und deren URL mitteilen. Rein automatisiert funktioniert ein solcher Abgleich nicht, Meta müsste dafür nach eigenen Angaben Moderatoren einsetzen.

Das Gericht sprach Künast außerdem eine Entschädigung von 10.000 Euro zu, weil ihr Persönlichkeitsrecht verletzt worden sei. Meta legte gegen das Urteil Berufung ein. Im Januar 2024 bestätigte das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt die Entscheidung des Landgerichts größtenteils, das Schmerzensgeld sprach es Künast aber nicht zu. Dieses OLG-Urteil wird vom BGH überprüft.

Er verhandelte bereits im Februar 2025 über den Fall. Da auch europäisches Recht eine Rolle spielte, setzte er das Verfahren aber aus und wartete eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshof in Luxemburg in einem anderen Fall ab, in dem es um Online-Marktplätze ging.

Die europäischen Richterinnen und Richter entschieden im Dezember, dass der Betreiber solcher Marktplätze Verantwortung für den Datenschutz trägt. So müsse er vor der Veröffentlichung sicherstellen, dass der Inserent tatsächlich derjenige ist, als der er sich ausgibt. Nach diesem Urteil aus Luxemburg verhandelte der BGH nun weiter und formulierte im Anschluss seine eigenen Fragen..

(B.Hartmann--BBZ)